Von niedrigem Niveau gestartet, schafft es Friedrich Merz, noch tiefer zu sinken – und seine Partei mitzuziehen: Die 20 Prozent für die CDU liegen in Reichweite. Merz ist froh, wenn ihn noch 5 Prozent toll finden. Die letzte Chance der CDU ist die vollständige Loslösung vom verhängnisvollen Merkel-Erbe. Dazu fehlen jedoch Wille und Kraft.
IMAGO / Political-Moments
Die jüngste INSA-Umfrage fällt für den Bundeskanzler und Parteivorsitzenden der CDU Friedrich Merz verheerend aus. Überraschend ist sie aber nicht. Von zwanzig Politikern ist Friedrich Merz der am wenigsten beliebte oder der unbeliebteste Politiker. Man könnte einschränkend hinzufügen, dass man am Verstand der Deutschen, die anscheinend vernarrt in den eigenen Untergang sind, zweifeln und verzweifeln möchte, wenn man sieht, dass die beliebtesten Politiker in Deutschland diejenigen sind, die man angesichts ihrer Performance auch als Mogelpackungen bezeichnen könnte, nämlich Boris Pistorius von der SPD und Cem Özdemir von den Grünen.
Da niemand so recht weiß und es auch niemanden so recht interessiert, was Pistorius im Bundesverteidigungsministerium so treibt, und sein Ressort nicht die Themen bearbeitet, die den Deutschen momentan auf den Nägeln brennen, Rente, Gesundheitskosten, steigende Treibstoffpreise, zusammenbrechende Infrastruktur, Inflation hat man auch nichts gegen ihn, was zuweilen schon genügt. Und bei Özdemir honorieren die Deutschen, dass der sich wirklich Mühe gibt, nicht wie ein Grüner zu wirken. Nichts lieben die Deutschen mehr, als sich erhabene Gefühle zu verschaffen und für gute Menschen gehalten zu werden – und Özdemir vermittelt ihnen die Illusion, das „Klima“ wie den Wal zu retten, ohne den Wal zu retten und ohne die Konsequenzen grüner Klimapolitik ertragen zu müssen. Eine Mogelpackung eben.
Laut der Umfrage sind beliebter als Friedrich Merz Hendrik Wüst, Markus Söder, Wolfgang Kubicki und Alexander Dobrindt. Was soll man schon machen, wenn man kein besseres Angebot hat? Interessant aber auch, dass der nächste SPD-Politiker weit nach Pistorius und weit nach Alice Weidel (Platz 8) und nach Sahra Wagenknecht (Platz 10) erst auf Platz 11 kommt, und zwar Lars Klingbeil; und nach Franziska Brantner von den Grünen und nach Ines Schwerdtner vom Ulbricht-Traditionsverein auf Platz 14 Bärbel Bas folgt. Den Schluss in der Beliebtheitsskala bilden nach 15. Tino Chrupalla (AfD), 16. Heidi Reichinnek vom Ulbricht-Traditionsverein, 17. Katharina Dröge von den Grünen, die CDU-Politiker Katherina Reiche, Jens Spahn (CDU) und eben Friedrich Merz.
Katherina Reiche verdankt ihr schlechtes Abschneiden einerseits der konstanten Zusammenarbeit von grünaffinen Medien mit den Habeck-Beamten im Bundeswirtschaftsministerium, die beständig für negative Schlagzeilen sorgen und auf Destruktionskurs gegangen sind, andererseits aber auch ihrem Schlingerkurs zwischen den Erfordernissen wirtschaftlicher Vernunft, die sie kennt, und rotgrüner Energiepolitik, an der sie sich ohne großen Erfolg vorbeizumogeln versucht, weil der Bundeskanzler nicht hinter ihr steht. Spahn ist zu geschmeidig, als dass er Interesse erzeugen könnte, mehr noch, diese Geschmeidigkeit wirkt vor dem Hintergrund der hintertriebenen Corona-Diktatur-Aufarbeitung und der Maskenaffäre nicht als Bonus, sondern als Malus.
Wenn ein Bundeskanzler so katastrophale Umfrageergebnisse produziert wie Friedrich Merz und dazu noch das Kunststück fertigbringt, auch die Partei nach unten zu ziehen, dann sollte sich die Partei Fragen stellen, aber eben auch besagter Parteivorsitzender und Bundeskanzler. Den Funktionären der Union müsste jedoch etwas gelingen, was außerhalb ihrer Möglichkeiten liegt, sich vom Merkelismus und vom Opportunismus zu befreien und sich eventuell um Beratung zu bemühen, allerdings außerhalb von so geistig öden Veranstaltungen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung oder R 21, wobei R wohl für Rödder stehen soll und 21 die Anzahl seiner Zuhörer angibt.
Ähnliches gilt auch für Merz, auch er benötigt einen Strategieentwurf, der weder von der KAS, noch von R 21, auch nicht von Weimers Freunden, wenn der überhaupt Freunde hat und nicht nur Amigos, und erst recht nicht von BlackRock und Co. kommen darf, von der Hochfinanz, die an Merzens und Klingbeils Schuldenkurs verdienen. Was Merz von Söder unterscheidet, ist vor allem dies: Während Söder heute nicht mehr interessiert, was er noch gestern gesagt hatte, weiß Friedrich Merz heute schon nicht mehr, was er gestern noch äußerte. Er ist eben der Augenblickskanzler, dessen Augenblickseingebungen mit Blick auf den Krieg in der Ukraine für Deutschland nicht ungefährlich sind.
Auf Merz trifft zu, was Franz Kafka einst so treffend formulierte: „Er läuft den Tatsachen nach wie ein Anfänger im Schlittschuhlaufen, der überdies irgendwo übt, wo es verboten ist.“ So wurde der deutsche Botschafter Lambsdorff gerade in das russische Außenministerium einbestellt, weil Merzens Parteifreund, der außenpolitisch dauerdilettierende Roderich Kiesewetter in der Ukraine mit dem Anführer der in Russland verbotenen Gruppierung „Tschetschenische Republik Itschkerien“ zusammengetroffen ist. Das russische Außenministerium sieht das Treffen als Beweis dafür, „dass die deutschen Behörden beabsichtigen, sich in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen und Gefahren für dessen nationale Sicherheit zu schaffen“. Was Merz provoziert hat, nämlich dass kasachisches Erdöl ab 1. Mai nicht mehr nach Schwedt durchgeleitet wird, dürfte Kiesewetter nun besiegelt haben. Gratulation!
Wenn die Folgen der Regierungspolitik der Union Deutschland in voller Härte treffen werden, wird die INSA-Umfrage vom 28. April noch als gutes Ergebnis gelten, an das man sehnsüchtig zurückdenkt. Laut Ergebnissen der letzten Sonntagsfrage von INSA käme die AfD auf 28 Prozent der Stimmen, die Union nur noch auf 23,5 Prozent. Damit nähert sich die CDU von Friedrich Merz der 20-Prozent-Grenze und Friedrich Merz folgt Lars Klingbeil, dessen SPD bei 14 Prozent liegt, während die Grünen bei 12,5 Prozent und die Linken bei 11 Prozent stehen. Doch die Vereinigte Linke (SPD, Grüne, Linke) verharrt zusammen – noch – bei ca. 37 Prozent, wobei auch die Potentialanalyse zeigt, dass auch ihre Potentiale schwinden. Nur der AfD gelingt es, ihr Potential zu erweitern, das derzeit bei 35 Prozent der Stimmen liegt.


Die CDU müsste Merz ablösen und eine Minderheitsregierung bilden. Doch wer sollte an Merzens Stelle treten? Roderich Kiesewetter? Oder Hendrik Wüst? Oder Markus Söder, der zurück auf seine Zukunft blickt?


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Von was soll sich die die CDU los lösen? Merkelerbe? Genau das ist die Fehleinschätzung die große Teile der Gesellschaft und .seien haben. Eine CDU kann sich nicht von einem „Merkelerbe“ lösen. Sie ist das Erbe der A. Merkel und die bis zum kleinsten Ortsverband. Eine CDU ist unrettbar wie eine SPD und FDP. Die Werte welche diese Parteien in der DNA hatten sind längst verraten und verkauft. Eine CDU/SPD vielmehr die ganzen Personen die durch das Parteienkonstrukt ihr Unterhalt beziehen haben auf mittelfristige Sicht nur eine Chance wenn sie ihre Parteien vereinigen mit neuer DNA. Die neue DNA kann… Mehr
Doch die Vereinigte Linke (SPD, Grüne, Linke) verharrt zusammen – noch – bei ca. 37 Prozent. Das ist so nicht richtig. Zur vereinigten Linken gehört die CDU und somit steht das linke Lager bei 61%. Ihr bei Tichys müsstet es doch besser wissen. Warum tut ihr so, als wäre die CDU konservativ? Sie ist es schon seit mindestens 20 Jahren nicht mehr. Keiner hindert die CDU konservative Politik zu machen. Sie hätte eine satte Mehrheit mit der AfD. Sie macht keine Koalition mit der AfD, weil es Sozialisten sind. Schaut Euch doch z.B. den Hardcore-Sozialisten Wüst an, um nur ein Beispiel… Mehr
Die letzte Chance der CDU ist die vollständige Loslösung vom verhängnisvollen Merkel-Erbe?
Solange die CDU Merkel üppig alimentiert, nichts auf die Reihe bringt, Merz die Bürger als Faulpelze beschimpft, die CSU klug und umsichtig das Scheitern der Koalition mitverantwortet, solange die SPD einen Haushaltsnotstand herbeifaselt, solange wird sich nichts ändern.
Ich kenne keine Chance für diese Koalition, überhaupt etwas sinnvolles zu gestalten, das dem Land und seinen (deutschen) Bürgern zum Vorteil gereichen würde.
Die CDU als Minderheitsregierung?
Nur, keiner glaubt daran.
Da platzen gerade viele, viele Träume von einem Sitz im Bundestag auf CDU-Ticket. Besonders die weiter hinten auf den Listen können sich von dem Gedanken verabschieden, nochmal leistungslos Kohle abgreifen zu können. Und die weiter vorne auf der Liste interessiert das nicht. In deren Interesse sollen die von hinten schön weiter mitmachen und ansonsten das Maul halten – und wenn es sie das Mandat kostet. Ein Hoch auf die nützlichen Idioten.
Eigentlich ist die CDU bereits unter 20%. Nur zusammen mit der CSU schafft es die Union noch auf 23,5%. Bei der nächsten Wahl wird wohl eine Koalition aus Union,SPD,Grünen und der SED gezimmert. Das wars dann endgültig für Deutschland.
Ich drücke Friedrich Merz auch weiterhin fest die Daumen, dass er die Vernichtung der Unionsparteien bald erfolgreich vollendet hat. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich die AfD nach einer Regierungsübernahme an die juristische Aufarbeitung der letzten anderthalb Regierungsjahrzehnte macht. Und die letzten drei Bundeskanzler und ihre willfährigen Minister wegen Landesverrat endlich vor Gericht bringt.
Bald unter 15%? Ja, gerne.
Union kann weg: Staatsquote (schön gerechnet) über 50%, Energiewende gescheitert, Schuldenbremse gescheitert, Steuererhöhungen – Zuckersteuer, Tabacksteuer und Alkoholsteuer kommen und Reformen die nur die arbeitende Bevölkerung abzocken!
Ein Fußballtrainer mit der Bilanz? Längst entlassen. Ein Manager mit der Bilanz? Freigestellt. Ein Mittelständler mit der Bilanz? Pleite. Aber Merz macht weiter. Unbeirrt und unbelehrbar. Helmut Kohl hat ihn schon richtig eingeschätzt.
Die Verteidigung der eigenen Pfründe scheint wichtiger zu sein als ein gangbarer Weg in die Zukunft. Es ist an sich schon eine Tragödie, dass 41% der Bevölkerung eines Landes offensichtlich Sozialisten und Kommunisten wählen und sich der grosse Rest an eine etatistische Politik klammert. Das Jahrzehnt der libertären Wirtschaftspolitik (1947 bis 1957) ist eben schon lange vorbei, danach begann das langsame Zerstörungswerk mit dem aufkommen und der Ausdehnung des Nanny- und Sozialstaates und der Übernahme des Staates durch Interessengruppen, Schaumschläger, schmierige Verkäufer und anlässlich der 68-iger Generation, der durch Behörden, Schulen und Regierung diffundierenden Neomarxisten. So lange die bürgerliche Milchkuh… Mehr
Die von ihnen beschriebene Minorität wird schnell wachsen. Doch dazu bedarfs es wie sie schreiben Chaos, Hunger und Tod. Deshalb rate ich jedem sein Vermögen so gut es geht aus dem Einflussbereich unserer Politiker und der EU zu bringen. Den sie werden es über Steuern, Abgaben usw. holen, und zwar so lange das irgendwie geht. Es geht nur noch darum, sein Vermögen über den Niedergang zu bringen, um danach eine besserer Startposition als der Ottonormal-Obrigkeitshörige- Klima-und Weltenrettungsjünger zu haben.