Schüler demonstrieren mit großer Entschlossenheit gegen ihre eigene Zukunft: Fridays for Future hat sich selbst überlebt, wie der klägliche Protest um die verzweifelt um Aufmerksamkeit ringende Luisa Neubauer zeigt.
picture alliance/dpa | Michael Ukas
Die Klimaschutzinitiative Fridays for Future protestierte am Freitag an rund 60 Orten gegen die Energiepolitik der Bundesregierung. In Berlin zog der Demonstrationszug von der CDU-Zentrale zum Willy-Brandt-Haus der SPD, begleitet von Bannern gegen Kohle, Öl und Gas. Mit dabei: Luisa Neubauer.
Die wütenden Klimademonstranten werfen der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche Kungelei mit der Gaslobby vor. Ihr Vergehen: Sie möchte offenbar verhindern, dass in Deutschland bei Dunkelflaute nur noch Kerzen zuverlässig Energie liefern.
Doppelmoral, wie sie im Buche steht: Die eine Lobby wirft der anderen Lobby Lobbyismus vor. Auf der einen Seite die Gasbranche, die wenigstens zugibt, Energie verkaufen zu wollen. Auf der anderen Seite steht der Pulk derjenigen, die mit erneuerbaren Energien Geld machen – und vor allem mit Subventionen. Aber Unternehmen der Windenergie- oder Solarbranche haben natürlich nicht Profit, sondern nur das Wohl des Planeten im Sinn. Als deren Lobby agiert eine veritable Klimaindustrie aus NGOs, Stiftungen, Förderprogrammen und Dauerempörung, die vom schlechten Gewissen anderer ebenfalls prächtig lebt.
Die Rechnung der CO₂-Kreuzzügler zahlen am Ende wie so oft die Steuerzahler – bei den Minderjährigen also oft jene Eltern, die morgens noch die Entschuldigung unterschreiben und nachmittags die Stromrechnung begleichen.
Doch ohnehin fällt auf, dass die Demos, einst installiert als Proteste einer jungen Generation, die um ihre Zukunft fürchtet, gealtert sind. Um Luisa Neubauer scharen sich erstaunlich viele ergraute Häupter: Während sich viele der Jüngeren langsam aber sicher dazu gezwungen sehen, die wahren Probleme zu erkennen – weil sie selbst darunter leiden –, klammern sich ältliche Ideologen an die Klimapanik.
Ein Protest, der alles aussagt über den mentalen Zustand Deutschlands: Demonstriert wird hier ausgerechnet dagegen, dass es tatsächlich Menschen in diesem Land gibt, die auch dann Strom haben möchten, wenn kein Wind weht und die Sonne sich nachts weigert, zu scheinen – klimafeindlich wie sie ist. Neue Gaskraftwerke sollen genau dann einspringen. Für die Weltuntergangsfraktion ist das Grund genug, wieder gegen alles auf die Straße zu gehen, was dieses Land noch am Laufen hält.
Für normale Menschen wäre es eher ein Grund zur Erleichterung: dass Versorgungssicherheit in Deutschland überhaupt noch ein Thema ist. Erst wurde gegen Kernkraft gekämpft, dann gegen Kohle, anschließend gegen Gas. Wenn das so weitergeht, bleibt als Energiequelle nur noch der blinde Eifer der Klimaterroristen übrig und ein Pullover aus Second-Hand-Filz.
Besonders empört ist man darüber, dass Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit Energieunternehmen gesprochen haben soll. Über Energie. Früher war das normal. Heute heißt es Lobbyismus. Katherina Reiche sagt, Energie müsse wieder Grundlage für Wachstum, Innovation und industrielle Stärke werden. Ein Satz, auf den Moralökologen so anspringen wie Allergiker auf Pollen im Frühling – und daraufhin erst einmal eine Demonstration starten müssen.
Die Folgen des Klimawahnsinns erntet Deutschland schneller als ihm lieb ist: Betriebe kämpfen mit Strompreisen, Mittelständler entdecken plötzlich ihre Liebe zum Ausland, und die Industrie wandert dorthin ab, wo Strom noch aus der Steckdose kommt und nicht aus dem Parteiprogramm.
Dem deutschen Stromnetz geht so langsam die Puste aus: Die Leitungen pfeifen aus dem letzten Loch, während Reservekraftwerke den BH der Energiewende geben und gerade noch so das zusammenhalten, was politisch schon längst in Schieflage hängt.
Wer den Ast absägt, auf dem er sitzt, darf sich nicht wundern, wenn Bewerbungen nur noch ins Ausland gehen. Denn wer gegen die Industrie, die Versorgungssicherheit und den Strom im eigenen Land demonstriert, demonstriert am Ende gegen den eigenen Arbeitsplatz.
Dann bleibt vom Industriestandort Deutschland irgendwann nur noch der Sondermüll kaputter Windräder neben geschlossenen Fabrikhallen und einem Vogelfriedhof im Schatten der Rotoren.
„Fridays against Future“ wäre der passendere Name für diese Bewegung.

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