Steuerquote steigt – Arbeit lohnt sich (noch) weniger

Die Steuerquote steigt weiter in Deutschland. Christian Lindners Versprechen auf eine wirksame Reform erweisen sich als schlechter Witz. Der Finanzminister ist der Al Bundy der Politik.

picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Christian Lindner (FDP) ist in der Berliner Politik, was Al Bundy früher auf RTL war: Eine Witzfigur, deren Pointen darin bestehen, immer das Gegenteil von dem anzukündigen, was er dann tatsächlich tut. Linder verspricht Bürokratieabbau und die Ampel beschließt den Heizhammer, das Lieferkettengesetz, das Gesetz zur Arbeitszeiterfassung oder das Punktesystem für Aufenthaltsgenehmigungen. Er kündigt ein hartes Vorgehen gegen Islamisten an, doch die Staatsmedien vertuschen im Sinne der Islamisten und die Ampel hetzt Polizei, Staatsanwälte und Verfassungsschutz auf die, die sich den Islamisten tatsächlich in den Weg stellen. Oder Lindner fordert, Leistung müsse sich lohnen, aber die Ampel erhöht innerhalb eines Jahres das Bürgergeld um 25 Prozent und lässt die Steuerquote weiter steigen.

In den nächsten drei Jahren steigt die Steuerquote von 22,8 auf 23,2 Prozent, wie der Spiegel meldet. Der ehemalige Arbeitgeber von Claas Relotius bezieht sich dabei auf Zahlen aus der Bundesregierung. Schuld an dem Anstieg der Steuerquote ist die „kalte Progression“. Zwar steigen aktuell die Gehälter, doch damit auch die tatsächlichen Steuerlasten. Die Mehreinnahmen aus den Lohnsteigerungen bleiben damit direkt bei Finanzminister Lindner hängen.

Kabinett beschließt Rentenpaket II
Burgfrieden und Weiter so: Lindner lässt sich über den Tisch ziehen
Dieser Finanzminister rühmt sich selbst für eine Steuerreform, die diese kalte Progression begrenze. Doch Lindners Reform gleicht die Inflation nicht einmal annähernd aus. Steuerquoten lügen nicht. Wäre Lindner Al Bundy, wäre er ein Lacher. So ist der FDP-Chef ein Ärgernis, das durch den Widerspruch zwischen Worten und Taten die Glaubwürdigkeit von Politikern weiter in den Keller fährt.

Zum Lachen dürfte den Arbeitnehmern nicht zumute sein. Die Steuer frisst ihre zusätzlichen Einnahmen auf. Die Inflation lässt die Ausgaben steigen. In Deutschland kann ein Arbeitnehmer zwar immer noch so viel arbeiten wie 2021, er hat nur weniger davon. Die Erhöhung des Bürgergelds um 25 Prozent innerhalb eines Jahres hat die Ampel damit begründet, dass die Langzeitarbeitslosen nicht unter der Inflation leiden dürften. Bei Arbeitenden scheint der Bundesregierung das egal zu sein. Ihr Finanzminister sagt trotzdem, Leistung müsse sich lohnen. Eigentlich müssten zu jeder Rede von Christian Lindner Lacher eingespielt werden, zu jedem Tweet Gejohle und zu jedem Talkshow-Auftritt laut vernehmbares Schenkelklopfen.

Doch die höhere Steuerquote ist nicht die einzige Last, die von der Ampel auf die arbeitenden Menschen abgewälzt wird. Auch die Abgaben steigen absehbar weiter. Die Krankenkassen haben für das kommende Jahr heftige Erhöhungen angekündigt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagt offen, dass mit den jetzigen Beiträgen für die Pflegeversicherung die Pflege nicht mehr aufrecht zu erhalten sei – obwohl der Sozialdemokrat bereits im vergangenen Jahr die Beiträge für die Pflege saftig erhöht hat. Und die Rentenreform von Hubertus Heil (SPD) lässt nach der Bundestagswahl die Rentenbeiträge sprunghaft steigen – an der Reform unmittelbar mitgewirkt hat Lindner, der Schuhverkäufer der Ampel.

Dass sich Arbeit in Deutschland für viele nicht mehr lohnt, hat Lindner erkannt. Deswegen will der Finanzminister die Steuern senken. Aber nur für Einwander. Deutsche Arbeitnehmer sollen weiter unter diesen unzumutbaren Bedingungen arbeiten. Wobei ihnen Lindner Besserung verspricht – was für sie allerdings bedeutet, dass sie noch viel mehr zahlen werden. Der FDP-Chef ist zwar ein Witz. Aber keiner, über den man lachen möchte.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 37 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

37 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
JM
20 Tage her

Danke, Herr Thurnes, treffender kann man den FDP-Clown nicht charakterisieren.
Steuern runter! Steuern runter! Und noch mal Steuern runter! Nur so kriegen wir den Monsterstaat klein und unsere Freiheit wieder!
Es kommt gar nicht unbedingt darauf an, einen besseren Staat oder bessere Politiker zu haben, sondern weniger davon!

Jens Frisch
20 Tage her

Also bitte: Al Bundy hat immerhin 4 (VIER) Touchdowns in einem Spiel geschafft, während Lindner in seinen Jugendjahren nur einen Konkurs hinbekommen hat.
Die Steuerquote steigt von 22,8 auf 23,2 Prozent? Keine Sorge: Dank fast 350.000 „plötzlich und erwarteten“ neuen Pflegebedürftigen steigen die Beiträge zur Pflegeverschicherung nächstes Jahr sicher auch an. Diese Regierung ist angetreten, Merkels Vernichtungswerk zu Ende zu bringen.

Peter Gramm
20 Tage her

eine deutlichere Sprache als die des Germany 40 an der Börse gibt es nicht um den Zustand der deutschen Wirtschaft zu beschreiben. Dieser Indes ist nicht im Sinkflug. Er befindet sich im Sturzflug.

Johann Thiel
20 Tage her

Je schlechter es einem Volk geht, desto mehr wählt es die Sozialisten, und zwar so lange bis es nichts mehr zu fressen hat. Wenn es dann etwas anderes wählt, dann nicht etwa aus Abkehr vom Sozialismus, sondern wegen der „Verhältnisse“.

Peter Gramm
20 Tage her
Antworten an  Johann Thiel

So ist es. Auch der Nationalsozialismus hatte eine Vorgeschichte. Die will aber keiner wissen. Die Nazis sind nicht vom Himmel gefallen. Es waren die Verhältnisse aus denen sich die Menschen befreien wollten. Die Nazis haben dies dann für ihre Zwecke ausgenutzt. Das haben diejenigen die heute Nazis und anderes Zeugs brüllen nicht verstanden. Brauchen sie auch nicht. Die Kohle kommt ja vom Staat über die vielfältigen NGO’s. Von denen gibt es meiner Meinung nach zu viele. So lange man aber dem Steuerzahler die Abgaben aus den Rippen leiern kann ist die Welt doch in Ordnung.Genommen haben diese Leuete immer schon… Mehr

der Opa
20 Tage her

Nun, ist bei uns in Österreich ähnlich. Ich verstehe die heutige Jugend, die aufgrund der verschiedenen !Dinge! die auf uns zukommen und das werden sie dies nicht mehr mit ihrer Arbeitskraft finanzieren wollen. Selbst habe ich mich bei einer geringfügigen Arbeit noch einbringen wollen. Die Folge war, dass mich der Fiskus wegen Brutto knapp unter 6000 € ausnimmt wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans. Ich habe Ende März gekündigt, dafür ist mir meine Restlebenslaufzeit zu kostbar. Die Regierung müsste handeln, wenn alle, die einen beruflichen Job nachgehen 3 – 5 Tage zu Hause bleiben. Aber wie sagte schon euer Bundesvergisskanzler, dies wird… Mehr

Juergen P. Schneider
20 Tage her

Die Flucht in die Frührente, die steigende Zahl der Teilzeitbeschäftigten und die hohen Krankenstände in einigen Branchen zeigen, dass die deutschen Steuersklaven in vielen Fällen nicht mehr so ohne weiteres bereit sind, sich ausbeuten zu lassen für einen gierigen und dysfunktionalen Staat. Im Land der mehrheitlich duckmäuserischen Untertanen ist dies eine bemerkenswerte Entwicklung. Nur eine Minderheit möchte länger schuften als es rentenrechtlich vorgesehen ist. Viele nehmen sogar finanzielle Einbußen in Kauf, nur um früher aus der unrentablen Tretmühle zu entkommen. Ein Staat, der seinen Bürger nicht mehr zu bieten hat, als ein riesige Arbeitslager, in dem man sich für die… Mehr

Haba Orwell
20 Tage her
Antworten an  Juergen P. Schneider

> Ein Staat, der seinen Bürger nicht mehr zu bieten hat, als ein riesige Arbeitslager, in dem man sich für die spekulativen Ideen einer verrückt gewordenen Pseudo-Elite ausbeuten lassen soll

Erstaunlich, dass der Michel lieber mit dem Arbeiten aufhört statt einfach aufhören, die woken Parteien zu wählen.

Montesquieu
20 Tage her

Die einen wollen von vornherein höchstensTeilzeit arbeiten, dies aber natürlich übertariflich. Die Anderen haben gegen Ende ihres Arbeitslebens die Schnauze davon voll, für diese und andere mitzuarbeiten, bzw. ganz zu zahlen und gehen möglichst früh in Teilzeit oder auch gleich in Frührente .
Ich war übrigens überrascht, wie gering mein Einkommensunterschied mit 10% weniger Arbeitszeit sein würde in Relation zu den hierdurch gewonnenen freien Tagen. Das sollte sich mal jeder für sich durchrechnen, verblüffend. Nicht mehr mein Zirkus, nicht mehr meine Affen.

elly
21 Tage her

25% netto Bürgergelderhöhung, 6% Diätenerhöhung ok brutto, knapp über 4% brutto Rentenerhöhung. Die gesetzlich Versicherten auch die Rentner müssen die kostenlose Krankenversicherung der Bürgergeldempfänger mitfinanzeren. Diätenempfänger nicht. Die Rentner ruinieren das Land und rauben den Jungen die Zukunft.
Lauterbach erhöht munter die Zusatzbeiträge zur gKV und gPV. Die Boomer sind schuld.

Innere Unruhe
20 Tage her
Antworten an  elly

Keine Rede davon, dass Asylerkinder hier das Land ruinieren, denn die sind richtig teuer, da auch die Mütter zu versorgen sind…
Keine Rede, was die Asyler für Auswirkungen auf die Jugend haben, aber die Rentner sind ja der Grund allen Übels… ja, so geht Politik.

Lucius de Geer
20 Tage her
Antworten an  Innere Unruhe

Elly hat vollkommen recht. Die „Boomer“-Generation hat zuwenig Kinder für die Aufrechterhaltung des Umlageverfahrens in die Welt gesetzt, insgesamt viel zuwenig private Eigenvorsorge durch Aufbau von Kapital für’s Alter betrieben und will jetzt, dass schrumpfende Nachfolgenerationen ihre Ansprüche klaglos bedienen. Dazu haben sie fleißig eine Politik gewählt, welche den Vertrag zulasten Dritter in Form vollständig umlagefinanzierter Vorsorgesysteme immer wieder verlängert haben. Seit dem Pillenknick wurde von Fachleuten immer wieder vergeblich darauf hingewiesen, dass bei sinkenden Geburtenziffern und steigender Lebenserwartung das staatliche Versorgungsniveau sinken, das Alter für den Bezug der vollen Rente steigen muss und die Leute mit Beginn der Berufstätigkeit… Mehr

Innere Unruhe
20 Tage her
Antworten an  Lucius de Geer

Das kann schon alles sein. Aber wer Kohle für die Illegalen hat – 122.000 Euro für eine Abschiebung nach Nigeria – soll ganz still sein, wenn es um die eigenen Bürger geht. Niemand ist ohne Fehler, aber das sind UNSERE Leute. Araber und Peruaner sollen sich selber um ihre Asyler und Radfahrer kümmern. Solange wir auch noch einem illegalen hier das Frühstück zahlen, verbietet sich jegliche Diskussion darüber, wie der eigene Bürger zu behandeln ist. Sorry, aber man kann nur das ausgeben, was man hat und nur das teilen, was übrig ist. Und wir versorgen mittlerweile gefühlt an die 6Mln.… Mehr

Mikmi
20 Tage her
Antworten an  elly

Bürgergelderhöhung= 60 €, Diätenerhöhung 635€, Rentenerhöhung 40 €, die Krankenversicherung ist nicht kostenlos, sondern reduziert. Die Rentner ruinieren das Land…..bitte aufwachen, die Grünen und die Sozis vernichten unsere Wirtschaft und treiben die Inflation hoch.
Die Jungen labern viel und sind arbeitsscheu, sie wollen viel Geld verdienen, haben keine Ausbildung, keine Berufserfahrung, keine Lebenserfahrung, aber schlau daher reden, wir stehen zusammen gegen Rechts, finde den Fehler.

GefanzerterAloholiker
21 Tage her

Mit dem Central Electronic System of Payment Information – CESOP haben wir ein Monster geschaffen, dass selbstverständlich nur die schwarzen Schafe sucht.
Bullshit. Die Unternehmen der EU werden zentral überwacht: es lebe die gute, alte EUDSSR. Alles Stalinisten. Alles schon mal dagewesen.
Es wird nur in die verkehrte Richtung gearbeitet. Die EU kennt nur das Ziel Zentralstaat. Das ist ihr Nabel und die machen nur Nabelschau.

Rob Roy
21 Tage her

Viele verstehen es immer noch nicht: Die FDP zu wählen, kann nichts verhindern. Die FDP war und ist immer opportunistisch. Jetzt merken Lindner und Co., dass ihre Zeit vorbei ist. Aber anstatt aus der Koalition auszusteigen, bleibt man, um mitzunehmen, was noch geht: Diäten, Spesen, Pensionsansprüche und Kontakte. Die FDP weiß, dass sie nach 2025 nicht mehr so schnell in den Bundestag kommt, schon gar nicht mehr in die Regierung.