Ruft Luisa Neubauer zu Straßenschlachten auf?

„Wenn die großen Fragen zur Klimakrise nicht im Parlament und Kabinett beantwortet werden, werden diese Fragen zunehmend auf den Straßen ausgetragen“, so die „Klima-Aktivistin“ Luisa Neubauer. Es ist höchst unklug von ihr, den Konflikt auf die Straße zu verlagern, denn sie besitzt kein Monopol auf die Straße.

IMAGO / Hannelore Förster

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Geiselnahmen der „Letzten Generation“ im Straßenverkehr zur lebensgefährdenden Blockade von Einsatz- und Rettungswagen führen wird wie am Montag. Vielleicht kam es zu diesen Vorfällen auch schon früher, was aber nicht bekannt oder möglicherweise von Medien eifrig beschwiegen wurde. Nun aber lässt es sich nicht mehr unter den berühmten grünen Teppich kehren, unter dessen Hochglanzmotiven aus einer infantilisierten Kitschwelt es in Wahrheit grau und trist und unfrei aussieht. Sowohl die Grünen, als auch die den Grünen heftig zuneigenden Medien wie der RBB, den nur noch die Vielzahl seiner Skandale zusammenhält, haben versucht, ihre „Letzte Generation“ aus der einsetzenden Kritik zu hieven.

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Der RBB framte, bis der Rahmen zu glühen begann, dass die Autofahrer zumindest eine Mitschuld trügen, weil sie keine Rettungsgasse gebildet hätten. Doch hatte der RBB es versäumt, sich mit den Grünen und ihrer „Letzten Generation“ abzustimmen, denn die behaupteten konträr, dass die Aktivisten vorgesorgt hätten, dass Rettungsgassen im Notfall entstünden. Hat die „Letzte Generation“ nun am Montag für Rettungsgassen gesorgt oder nicht? Wie will die „Letzte Generation“ denn sicherstellen, dass eine Rettungsgasse gebildet wird, wo sie doch angeklebt sind? Ein anderer Grüner versuchte, eine Rechnung aufzumachen, wie verschwindend gering der Anteil der Klebeaktionen am Hervorrufen von Staus ist. Nach der Logik müsste ein Brandstifter, auch Feuerteufel genannt, straffrei ausgehen, weil prozentual gesehen die gewollte Brandstiftung einen kleineren Anteil am Ausbruch von Bränden ausmacht.

Nun hat sich Luisa M. Neubauer bei der dpa mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Entgegen der Tatsachen behauptet sie: „Quer durch die deutsche Klimabewegung stehen wir für Klima-Aktivismus, der Menschen nicht gefährdet.“ Genau das jedoch, wie am Montag für jeden deutlich wurde, macht die deutsche Klimabewegung: Sie nimmt bewusst die Gefährdung von Menschenleben in Kauf, denn was zählt schon körperliche Unversehrtheit und Leben von ein paar deutschen Bürgern, wenn es doch gilt, die Welt zu retten? Wenn sie sagt, dass die Legitimation von Protestaktionen damit stehe und falle, „dass Menschen nicht in Gefahr gebracht werden“, stellt sie im Grunde klar, dass die „Protestaktionen“ der „Letzten Generation“ illegitim sind.

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Doch so ganz ernst meint sie es dann doch nicht, denn Neubauers Aussagen folgten stets der Ideologie und nicht der Logik, übrigens auch nicht der Wissenschaft, sondern ihrer neuheidnischen Klimareligion. Denn sie behauptet, dass brenzlige Situationen wie die Bildung von Rettungsgassen bei allen Aktionen eingeplant werden. Wie das funktioniert, wie präzise der „Plan“ aufgeht, durfte man am Montag in Berlin beobachten, wie es auch jeder Autofahrer in Berlin bald täglich erleben darf, wenn er wieder in einem von der „Letzten Generation“ verursachten Stau steckt, wie klug und durchdacht das Konzept der „Letzten Generation“ ist, die Bildung von Rettungsgassen sicherzustellen. Existiert überhaupt ein Konzept? Existiert es noch an einem anderen Ort als in Neubauers Phantasie?

Natürlich nicht, denn Neubauer kassiert ihre eigenen Behauptungen selbst, wenn sie befürchtet, dass es auch in Zukunft zu derart kritischen Momenten kommen könnte, „solange der Konflikt hinter den Protesten nicht befriedet“ werde. Der Konflikt hinter den Protesten hat aber nichts mit dem Land zu tun, es ist der interne Konflikt der Grünen, die Deutschland allmählich zur Geisel ihrer Dystopien machen, der darin besteht, wie schnell Deindustrialisierung und Wohlstandszerstörung voranschreiten sollen, wie rasch bzw. wie gestreckt der Suizid der Gesellschaft vonstatten zu gehen hat.

Medialen Beistand bekommt die „Letzte Generation“ auch von WDR-Mann Georg Restle, der unter Journalismus politische Propaganda versteht. Ein Hohn, dass die Bürger die öffentlich-grünen Sender bezahlen müssen. Die Selbstermächtigung der Klimaaktivisten erweist sich als demokratiefeindlich und totalitär. Im Deutschlandfunk behauptete Jakob Bayer, Sprecher der „Letzten Generation“, dass sie immer darauf achten, „dass wir eine Rettungsgasse bilden können.“ Nachfragen nach dem Verhalten der Aktivisten und dem Vorfall in Berlin wich Bayer aus.

Wahrscheinlich spielt die Rettungsgasse in den Überlegungen der „Letzten Generation“ keine Rolle, denn schließlich seien die Proteste ja notwendig: „Unser aller Leben ist durch das Nichthandeln der Regierung gefährdet. Und wenn wir jetzt als Zivilgesellschaft nicht Druck machen und Widerstand dagegen leisten, dann führt uns das alle in die Vernichtung.“ Schließlich: „Wenn die Erde sich immer weiter erhitzt, dann werden Kulturgüter nicht mehr relevant sein.“ „Wir haben keine Zerstörungswut, aber wir dürfen nicht mehr ignoriert werden können. Und mit den Aktionen, die wir gerade durchführen, können wir nicht ignoriert werden.“

Man kennt diese totalitäre Selbstermächtigung aus der Geschichte. Jakob Bayer darf an alles glauben, woran er glauben möchte, nur besitzt er nicht das geringste Recht dazu, dementsprechend ein Regierungshandeln zu erzwingen, indem er Gemälde zerstört, Menschen in Gefahr bringt oder de facto als Geiseln nimmt, denn das kann man auch Terrorismus nennen. Er hat das Recht, für seine Position, für seine Überzeugungen politisch zu werben und dafür Mehrheiten zu organisieren. Doch er hat nicht das Recht dazu, andere zu zwingen, gemäß seiner Vorstellungen zu handeln. Die schwerverletzte Radfahrerin schwebt immer noch in Lebensgefahr. Die „Letzte Generation“ erweist sich als eine totalitäre Sekte der Grünen.

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Vor einiger Zeit hatte ich geschrieben: Entweder wird Deutschland mit den Grünen fertig oder die Grünen werden mit Deutschland fertig. Nun hat diese These Luisa M. Neubauer bestätigt, wenn ihre Quintessenz lautet: „Solange die Regierung gerechten Klimaschutz blockiert, wird es in der Gesellschaft immer mehr Spaltung geben. Und wenn die großen Fragen zur Klimakrise nicht im Parlament und Kabinett beantwortet werden, werden diese Fragen zunehmend auf den Straßen ausgetragen.“ Was Neubauer übersieht, ist, dass kein Monopol auf die Straße existiert.

Die Bundesrepublik ist bisher gut damit gefahren, die Konflikte auf demokratischem Weg zu lösen, über die demokratischen Institutionen, über die politische Willensbildung. Sie ist gut damit gefahren, dass es im Wettstreit der politischen Ideen darauf ankam, Mehrheiten zu finden, indem eine Mehrheit der Bürger sich für einen bestimmten Weg, für eine bestimmte Politik und gegen die angebotenen Alternativen entscheidet. Die Straße gehört nicht den Grünen! Ruft Luisa M. Neubauer etwa zu Straßenschlachten auf? Oder hofft sie, dass die Regierung die grünen Demonstrationen, ihre Demos beschützt, während sie andere verbietet? Dann aber hofft sie auf die Diktatur.

Denn die Kontroverse verläuft nicht zwischen der „Klimabewegung“ und der deutschen Regierung, sondern zwischen dem Block aus Regierung und Klimabewegung, kurz dem woken oder linken, linksliberalen bis linksextremen Lager und den Interessen der deutschen Bürger, die momentan über keine politische Vertretung verfügen. Nur, weil sie nach dem Totalausfall von CDU/CSU und FDP zurzeit über keine politische Vertretung verfügen, heißt nicht, dass ihre Interessen sich damit verflüchtigen, heißt nicht, dass sie sich nicht zu Wort melden. Diese Interessen werden eine Vertretung erzwingen – und diese Vertretung wird sich am ehesten auf der Straße finden, wenn man die Auseinandersetzung auf die Straße verlagert. Insofern ist es höchst unklug von Neubauer, den Konflikt auf die Straße zu verlagern, weil sie kein Monopol auf die Straße besitzt.

(Screenshot eines mittlerweile gelöschten Tweets)

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Kommentare ( 120 )

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akimo
6 Monate her

wann findet das Systen-vulgo der Normalbürger- endlich eine Effektive Abwehrtechnik gegen die Kleber?

verblichene Rose
7 Monate her

Alles gut, aber dann sollen diese Leute sich bei den Milliardären an deren Häuser kleben!
Ich empfehle allerdings vorher einen Lehrgang in Volkswirtschaft!
Kann nicht schaden und sämtliche Endverbraucher würden von diesen Extremisten nicht mehr belästigt sein.
Leider fehlt meiner Meinung nach hier und da die Hohlraumversiegelung, denn scheinbar regnet es bei diesen Leuten rein!
In diesem Sinne ?

Michael M.
7 Monate her

Zum Denken braucht man aber auch das entsprechende Organ, das sehe ich bei dieser Klientel nicht wirklich.
Insofern wird das mit dem Denkprozess eher nichts werden, denn dann würden die doch gar nicht erst auf der Straße kleben, sondern etwas Technisches studieren um später einmal zum technischen Fortschritt der Menschheit beitragen zu können.

Winnetou
7 Monate her

Lasst diese „Aktivisten“ mal machen. In ihrem Wahn werden sie ihr asoziales Verhalten so weit treiben, dass das Pendel irgendwann zurückschlägt. Ist immer so.

hert
7 Monate her

Ja, diese nicht unhübsche Studentin ist ein Fall für den Verfassungsschutz, aber auch ein Fall für den Psychater. Mit ihr und den zahlreichen extremistischen Ablegern haben die GRÜNEN den berühmten Geist aus der Flasche gelassen. Mal schauen, wie lange sich die grün-affinen Richter sich dieses brisante Schauspiel bieten lassen!
Übrigens, Neubauer erinnert mich stark an solche extremistischen Vorbilder in ihrer fortgeschrittenen Jugend wie Fischer (wurde Außenminister), Trittin (wurde Minister), Kretschmann (ist MP in BW) usw. Ist doch interessant oder. Denn die genannten Personen und auch viele Minister der SOZIS waren nicht minder extremistisch.

Michael M.
7 Monate her
Antworten an  hert

Mir ist Wurscht ob diese dekadente Göre hübsch ist oder nicht (mein Kollege betont das auch immer). Diese Person ist ganz offensichtlich nicht in der Lage die einfachsten technischen/ökonomischen Zusammenhänge zu verstehen und daher verstehe ich es nicht, warum man dieser Person immer wieder eine öffentliche Bühne bietet.
Ignorieren ist die Devise, denn einen Beitrag zur Lösung (im Gegenteil, sie ist ein Teil des Problems) bietet die Göre einfach nicht.

bfwied
7 Monate her
Antworten an  Michael M.

Es macht einen großen Teil des gesamten Problems aus, dass viel zu viele nach dem Aussehen gehen! Wie oft schon wurde geschrieben, dass Bärbock nett anzusehen wäre, wie oft wurde Drei-Tage-Bart-Habecks Aussehen hervorgehoben und als „Schwiegermutters Schwarm“ bezeichnet! Wenn nur diese Leute unter denen leiden müssten, wäre mir das völlig egal, es wäre die gerechte Strafe für Dummheit!!

Monika
7 Monate her

Oder hofft sie, dass die Regierung die grünen Demonstrationen, ihre Demos beschützt, während sie andere verbietet?“ Genau das ist der Punkt. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, daß Medien und Regierung in dieser Sache an einem Strang ziehen. Der Bürger wird als Rechts geframed, wenn er die links-woken Spinnereien nicht mitträgt. Danach ist dann jedes Mittel recht. Die Polizei wird die Klimaspinner beschützen und notfalls sogar Normalbürger verprügeln und festnehmen. Das haben sie bei Corona gemacht, warum sollte es diesmal anders laufen?

Peter Silie
7 Monate her

Das sind alles Symptome des Niedergangs des Westens. Die Degenerierung findet auf allen Ebenen gleichzeitig statt, Eines bedingt das Andere. Der ökonomische Kollaps geht mit dem kulturellen, dem moralischen und ethnischen Hand in Hand. Ein Babylon eben. Am Ende werden die Zerstörungen der beiden Weltkriege dagegen wie ein laues Lüftchen erscheinen, denn sie ließen die Kultur und die Ethnizität unberührt. Dieses Mal ist es viel schlimmer, viel umfassender. Der Flächenbrand erfolgt im Inneren. Bomben zerstören Mauern und Menschenleben, die Autoimmunerkrankung einer sich selbst verleugnenden und dekadent gewordenen Gesellschaft bewirkt den Suizid. Das Römische Reich konnte jedem äußeren Feind trotzen, der… Mehr

bfwied
7 Monate her
Antworten an  Peter Silie

Bedauerlicherweise treffen Sie den Nagel auf den Kopf! Konsequenterweise wurde in den Gymnasien sogar der Geschichtsunterricht ausgedünnt, in den beruflichen nahezu zur Gänze abgeschafft, wie in den Gesamtschulen. Geographie, eine sehr breitgestreute Wissenschaft mit etlichen Schwerpunkten, ist aus dem Unterricht fast verschwunden. Physische Geographie gibt’s kaum mehr, Kulturgeographie – aus politischen Gründen – auch nicht, die Lehrerinnen (es gibt fast nur noch Frauen) haben kaum Ahnung davon, zumal sie Anthropogeographie belegt hatten (Sozialgeogr.,Stadtgeogr. etc.). Dass eine so übergroße Zahl an Jungen zurecht dekadent genannt werden kann, weil wenig wissend und im Wohlstand aufgewachsen, ist doch kein Wunder. Sie reißen all… Mehr

Cimice
7 Monate her

«Die Wahl zwischen Zeit und Demokratie haben wir nicht.» Zitat Luisa Neubauer, bei „Lanz“. Neubauer verlangt demnach, die Demokratische Grundordnung für den Klimaschutz abzuschaffen. Wäre das nicht eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz?

Mausi
7 Monate her

„Die Bundesrepublik ist bisher gut damit gefahren, die Konflikte auf demokratischem Weg zu lösen, über die demokratischen Institutionen, über die politische Willensbildung. Sie ist gut damit gefahren, dass es im Wettstreit der politischen Ideen darauf ankam, Mehrheiten zu finden, indem eine Mehrheit der Bürger sich für einen bestimmten Weg, für eine bestimmte Politik und gegen die angebotenen Alternativen entscheidet.“ Vor allem können wir im Westen froh sein, dass unsere Gesellschaften dieses Prinzip verinnerlicht haben. Auch wir könnten erkennen, was geschieht, wenn das Prinzip tägliches Aushandeln sich durchsetzt. Dafür braucht es keinen Blick über die EU hinaus. Ein Blick auf das… Mehr

Mathias Rudek
7 Monate her

Diese Neubauer wird zunehmend lästig in ihrem diktatorischen Eifer. Immer dann, wenn’s einem paßt, will man einfach die demokratischen Regeln aushebeln. OK! Dann gibt es jetzt mit der bürgerlichen Mehrheit dieses Landes die Gerichtsverhandlung auf der Straße. Dann schnall‘ dich aber mal gut an, Schätzchen, denn dann wird’s hässlich.