Ein Schlag in die Wüste – was Erdogan tatsächlich erreicht hat

Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien hat die Ziele, die Präsident Recep Tayyip Erdogan damit verfolgte, nicht erreicht. Im Gegenteil. Der große Gewinner der Aktion sitzt in Moskau.

© OLIVER BUNIC/AFP/Getty Images

Gut einen Monat ist es her, dass der türkische Präsidialdiktator Recep Tayyip Erdogan seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg im Nordosten Syriens startete. Angebliches Ziel des „Friedensquell“ genannten Überfalls: Einrichtung einer Sicherheitszone gegen die syrisch-kurdischen Milizen, die in Südkurdistan/Rojava eine demokratisch organisierte Selbstverwaltung aufgebaut hatten und dort den Frieden sicherten. Tatsächliches Ziel des Neo-Osmanen: Erweiterung des türkischen Staatsgebiets nach Süden um ehedem osmanische Territorien, Verhinderung der Bildung kurdischer Selbstverwaltungsstrukturen, Vertreibung der Ethnie der Kurden und Neuansiedlung syrischer Araber und Turkmenen, die vor den Wirren des Syrischen Kriegs in die Türkei geflohen waren.

Möglich wurde der türkische Überfall, weil die USA als bisherige Schutzmacht der mit ihnen verbündeten Kurden der YPG-Selbstverteidigungskräfte und den von den USA selbst erschaffenen Syrian Democratic Forces syrisch-arabischer Einheiten ihren Rückzug eingeleitet hatten. 

Was nun aber hat Erdogan tatsächlich erreicht?

Syrien – Staat, Föderation oder Nichts

Infolge des US-Rückzugs hatten die kurdisch-arabischen Kräfte eilends die Fühler in Richtung Damaskus ausgestreckt. Motto: Lieber einen alawitischen Präsidenten, als einen türkischen Schlächter. Wie schon in der Region Afrin, die Erdogan Anfang 2018 okkupierte, bildeten sich zwischen Kurden und Syrern Zweckbündnisse. Zweckbündnisse, die weit davon entfernt sind, Liebesheiraten zu sein. Denn zwischen syrischer Zentralregierung und kurdischer Verwaltung steht immer noch die Grundsatzfrage, ob ein Nachkriegssyrien, welches irgendwann einmal kommen wird, ein zentralistisch geführter Staat, eine Föderation mit autonomen Gebieten oder aber überhaupt nicht mehr sein wird.

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Assad und die ihn stützenden Russen bestehen auf der territorialen Integrität und Souveränität. Sie gehen davon aus, dass das von britischen und französischen Interessen künstlich geschaffene Land zwischen Jordanien und Anatolien Bestand haben muss. Assad, der sich in der Tradition seines Vaters bewegt, besteht dabei auf einen alawitisch beherrschten Zentralstaat, der gleichzeitig säkular ausgerichtet ist, also die unterschiedlichen Religionen ohne offiziellen Einfluss auf das Staatsgeschehen gewähren lässt. Gleichzeitig jedoch wurden föderative Autonomierechte in der Vergangenheit strikt verwehrt. Sollte sich daran nichts ändern, ist ein Konflikt zwischen alawitischer Staatsmacht und kurdischer Bevölkerung vorprogrammiert. Gleichwohl gilt: Erdogans Überfall hat zwischen Alawiten und Kurden zu einer Art Burgfrieden geführt. Beide eint das Ziel, die Türkei hinter die syrische Nordgrenze zurück zu drängen – alles Weitere später.

Der Traum von der türkischen Sicherheitszone ist geplatzt

Dieses führte dazu, dass alawitisch-syrische Einheiten nun in bislang von Kurden und Amerikanern kontrollierte Gebiete vorgestoßen sind. Im südlichen Zentralafrin, wo sich nach der türkischen Okkupation bislang Kräfte der YPG halten konnten, stehen jetzt auch Assads Einheiten. Gleiches gilt in der von Erdogan beanspruchten Region um Manbij, westlich des Oberlaufs des Euphrats. Die Übernahme des Westufers der nahöstlichen Lebensader war von Erdogan immer wieder als eines seiner wichtigsten Ziele deklariert worden. Nun sind dort Assads Einheiten.

Ähnliches gilt für die Hauptverbindungsstraßen im noch nicht türkisch besetzten Rojava. Die wichtige M4, Ost-West-Verbindung zwischen dem syrischen Aleppo und dem kurdischen Qamishli, befindet sich ebenso weitgehend unter Assads Kontrolle wie die Verbindungsstraße zwischen der ehemaligen IS-Zentrale A’Raqah und dem jüngst durch die SDF zurückeroberten Ayn Isa am derzeit türkisch besetzten Grenzstreifen. Auch haben die Syrer die Gebiete zwischen dem türkischen Ceylanpinar und dem kurdischen Qamishli besetzt. Auch das kurdische Kobane, für Erdogan immer eine zentrale Position bei seinem Kampf für einen türkislamischen Staat, befindet sich derzeit in syrischer Hand. Damit ist Erdogans Traum von einer türkisch kontrollierten „Sicherheitszone“ nicht nur hier erst einmal ausgeträumt.

Russen ersetzen Amis

Großer Gewinner des Erdogan’schen Überfalls ist sein Moskauer Kollege Wladimir Putin. Ohne einen einzigen Schuss konnten die Russen zahlreiche Stützpunkte der US-Armee übernehmen. Neben der rein militärstrategischen Dimension ist dieser Erfolg in seiner Symbolik von nicht übersehbarer Kraft und Deutlichkeit.  Möglich wurde Putins erneuter Etappensieg dadurch, dass er dem Diktator aus Ankara dessen militärische Grenzen aufgezeigt hatte. Konfrontation mit der Schutzmacht Assads – oder Kooperation. Erdogan blieb nichts anderes, als dem Moskauer Vorschlag zuzustimmen, dem friedlichen Abzug der von ihm als „Terrororganisation“ diffamierten kurdischen Kräfte und gleichzeitig gemeinsamen russisch-türkischen Patrouillen zuzustimmen. Damit sind jetzt faktisch die Russen Herren in dem bislang von den USA kontrollierten Gebieten.

Einzige Ausnahme aktuell: Die Region südlich der türkischen Orte Ceylanpinar und Akcakale. Hier stehen türkische Einheiten und deren radikalislamische Hilfstruppen bis zu 30 Kilometer tief auf syrischem Territorium. Doch an der Ostgrenze dieses Gebietes kommt es seit dem Ende des Waffenstillstands zu ständigen Gefechten zwischen der türkischen Armee und der SDF. Mit im Geschäft sind auch syrische Artillerie- und russisch gelenkte GRAD-Raketeneinheiten, die südlich des Kampfgebietes stehen und die türkischen Hilfstruppen unter Beschuss nehmen. In dieser Gemengelage ist es in den vergangenen Tagen auch zu Übergriffen gegen medizinisch-ärztliche NGO gekommen. Die teils tödlichen Angriffe wurden seitens der Betroffenen der Türkei angelastet, welche umgehend dementierte.

Auch die USA sind wieder im Spiel

Nicht nur, dass Trump und Erdogan durch ihr unabgestimmtes Vorgehen den Russen die Tür geöffnet hatten – nun sind auch die Amerikaner selbst wieder auf dem Feld. Hinter verschlossenen Türen wird gemutmaßt, dass hierfür ein Brandanruf des saudischen Prinzen Muhamad bin Salman ausschlaggebend war. Der soll seinen Verbündeten in Washington angefleht haben, nicht die mühsam den Radikalmuslimen des IS abgerungenen Ölfelder im Osten Syriens Türken oder Russen in die Hände fallen zu lassen. Trump, so wird erzählt, soll daraufhin aus allen Wolken gefallen sein, weil er die Region offenbar für wertlose Wüste gehalten hatte. Prompt ordnete er den Teilrückzug vom Rückzug an – jetzt stehen US-Einheiten wieder östlich von Qamishli und errichten seit Montag am Nordrand der Ölfelder von Dair A’Zur im Süden des vom IS befreiten Gebiets eine neue Militärbasis. Die Standortwahl ist insofern bemerkenswert, weil syrisch-russische Einheiten jenseits des Euphrat südlich der Ölfelder  stehen. Von Norden wäre eher ein Versuch der Türkei anzunehmen, die Quellen zu übernehmen. Gleichwohl erbost die amerikanische Rückkehr die Russen, welche aus ihrem Selbstverständnis darauf beharren, dass es sich hierbei um syrische Ölfelder handelt, deren Erlöse nach Damaskus fließen müssen.

Erdogans Schlag in die Wüste

Blickt man insgesamt auf die Gemengelage, so bleibt die Feststellung, dass Erdogan hinsichtlich seiner militärischen Ziele auf breiter Front versagt hat. Handelte es sich nicht weitgehend um Trockengebiete, so müsste von einem heftigen Schlag ins Wasser gesprochen werden.

Für die nationalfaschistischen Ausfälle von Nationaltürken nicht nur in deutschen Stadien und anderswo besteht nicht der geringste Anlass. Statt den USA – immerhin noch proforma Verbündete unter dem Dach der NATO – hat Erdogan nun die Russen vor der Tür. Dass Putin ähnlich Trump das Feld widerstandslos räumen wird, ist kaum zu erwarten. Die von Erdogan als Einstieg in die territoriale Übernahme geplante 30-Kilometer-Zone  steht ebenfalls in den Sternen. Kobane und Qamishli werden von syrisch-russischen Truppen kontrolliert. Will Erdogan hier seinen Traum erfüllen, riskiert er den großen Krieg, den er nicht gewinnen kann. Lediglich jenen zwischen Akcacale und Ceylanpinar gelegenen, rund 140 Kilometer langen und 30 Kilometer tiefen Grenzstreifen auf syrischer Seite konnte der kleine Sultan bislang unter seine Kontrolle bringen. Zumeist unbesiedeltes Gebiet, auf das YPG und SDF vorerst verzichten konnten.

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Statt, wie ursprünglich von ihm geplant, die kurdischen Selbstverwaltungsziele zu zerschlagen, hat er eine weltweite Solidarisierung mit den Anliegen der Kurden organisiert. Statt selbst an die Stelle der abziehenden USA zu treten, hat er dort den Russen und Syrern die Pforten geöffnet. Statt sich den Zugriff auf die ostsyrischen Ölfelder zu sichern, stehen dort nun die Amerikaner und bauen ihre Positionen aus. Statt die kurdischen Autonomiebestrebungen auszurotten, sorgte er dafür, dass die häufig zerstrittenen Kurden der Türkei, Syriens und des Iraks enger zusammenrückten – wie es auch am 27. Oktober in Hamburg zu erkennen war, als anlässlich der Erinnerung an den aus Hamburg stammenden und im Kampf gegen den IS gefallenen Peshmerga-General Said Cürükkaya Kurden aller Provenienz im Heldengedenken zusammenkamen.

Mit Erdogan hat erstmals ein Türke die Einkreisung durch Russland erreicht

Kurzfristig mag Erdogan in den Reihen seiner religiösfaschistischen Nationalisten eine Welle der Begeisterung ausgelöst haben. Mittel- und langfristig jedoch deutet vieles darauf hin, dass er damit vor allem jene Kräfte gestärkt hat, die er eigentlich schwächen wollte. 

Eines zumindest hat er ohne jeden Zweifel bereits erreicht und sich damit einen fragwürdigen Ehrenplatz in den Geschichtsbüchern der Türkei gesichert: Sein kleinosmanisches Reich ist erstmals in der langen Geschichte des islamischen Imperiums geostrategisch von russischen Truppen eingekreist. Wenn die Türkosmanen schon in der Vergangenheit außerstande waren, ohne westliche Hilfe gegen die sich in der historischen Nachfolge des christlichen Byzanz fühlenden, aus Norden andrängenden Russen zu bestehen, bekäme es Erdogan im Ernstfall nun gleichermaßen im Norden und im Süden mit russisch geführten Einheiten zu tun.  Putin hat etwas erreicht, von dem Generationen von Zaren nur träumen konnten: Die reale Möglichkeit, die gefühlten Nachkommen jener Horden, die 1453 unter dem Schlächter Mehmed II. das christlich-oströmische Reich vernichteten, gleichzeitig von Norden und Süden in die Zange nehmen zu können.

Mit dieser aus türkischer Sicht mehr als fragwürdigen Leistung hat sich Erdogan unter allen osmanischen Herrschern nun tatsächlich eine einmalige Position gesichert. Sie wird ihn zwingen, Putins Wünschen künftig noch intensiver als bislang zu folgen. Und Putin, das hat der KGB-gestählte Russe wiederholt bewiesen, wird seine Position zu nutzen wissen, um die Türkei Stück für Stück aus der Westbindung zu lösen – oder über sie in EU und NATO einzudringen. Deutschlands Außenministerdarsteller darf derweil auch weiterhin unbedarft nach Ankara reisen und dem türkischen Außenminister die Füße küssen, weil deutsche Wirtschaftsunternehmen im Vertrauen auf die EU-Beitrittszusagen Milliardenbeträge in Anatolien investierten und darum fürchten, spürbare Verluste in ihre Jahresbilanzen schreiben zu müssen, sollte ein abschließend von der Kette gelassener Erdogan in seinem persönlichen Endkampf auch noch die letzten Hemmungen fallen lassen.

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Kommentare ( 58 )

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58 Kommentare auf "Ein Schlag in die Wüste – was Erdogan tatsächlich erreicht hat"

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Putin hat schon lange erkannt, was eigentlich auch dem Westen klar sein müsste: Die Alawiten unter Al-Assad sind die wenigen einigermaßen normalen player da unten. Jede Schwächung des Sunniten-Islam ist gut auch für uns. Bahnt sich da womöglich eine Allianz des „Nordens“ unter Einbezug Russlands an, um die islamische Zumutung ab zu wehren? Den Konflikt Sunniten-Schiiten sollten wir nutzen zu demselben Zweck. Hier gilt divide et impera. Die Amis müssen ihr Verhältnis zu Iran klären, die sich derzeit klugerweise zurück halten. Die Saud tun, was ihnen die Amis sagen, sonst sind sie schnell weg vom Fenster, es gärt dort seit… Mehr
Für mich als außenpolitischem Laien stellt sich die Lage etwas anders dar, wenn man mal einen Schritt zurücktritt und die Gesamtlage betrachtet, gestern und heute, und sich nicht in Detailkonflikten verliert. Europa profitierte von hart und unnachgiebig geführten nahöstlichen und afrikanischen Ländern. So lange die Despoten in Nahost und Afrika ihre Länder mit gnadenloser Härte unter stabiler Kontrolle hielten (Hussein, Ghaddafi, Assad usw.), blieb Europa weitestgehend verschont von archaischen Kulturen, Gewalt und Kriminalität. Erst die Interventionen und Einmischungen der Welt zur Absetzung dieser Herrscher hat das Chaos ausgelöst, welches wir nun nicht mehr in die Büchse zurückdrücken können. Putin als… Mehr

„Die von Erdogan als Einstieg in die territoriale Übernahme geplante 30-Kilometer-Zone steht ebenfalls in den Sternen.“
In türkischen Medien kursierten bereits Landkarten des (erträumten!) neo-osmanischen Reiches, die, man höre und staune, auch Teile Griechenlands, Bulgariens und auch der irakischen (kurdischen) Ölfelder umfassen: https://foreignpolicy.com/2016/10/23/turkeys-religious-nationalists-want-ottoman-borders-iraq-erdogan/

P.S. Die Hälfte der arabischen Buchstaben sind sog. „Sonnenbuchstaben“, bei denen der Artikel „Al“ angeglichen wird, so wie bei den im Text angeführten Orten „Dair A’Zur“ und „A’Raqah“. Die korrekten Umschriften sind daher „Dair Az-Zur“ und „Ar-Raqah“.

Zitat: „In türkischen Medien kursierten bereits Karten ….
😉 In einem der 1000 Zimmer seines Taj Mahal – Präsidentenpalastes hängt sicher eine Karte, in der nicht nur die griechischen Inseln zu seinem Empire gehören, sonder auch Helgoland und der Rest von „Al’maniah“, nachdem die Teilnahme am Haben und Sagen durch alle Instanzen ist, und der Demokratie-Zug mit den „Moscheen-Minaretten-Bajonetten“ in den Hauptbahnhof „Al’Bürlün“ eingefahren ist.

Lieber Herr Fisch – da muss man nicht staunen. Erdogan hat bereits wiederholt deutlich gemacht, dass er die griechischen Inseln sowie große Teile Bulgariens für ur-türkisches Territorium hält. Seine Grenzvorstellungen basieren letztlich auf dem Stand von 1914. Sollte ihm in Syrien Erfolg beschieden sein, wären dort die nächsten Aktionen zu erwarten – und Stoltenberg könnte immer noch die gute NATO-Partnerschaft mit der Türkei loben.

Top-Artikel, lieber Herr Spahn. Ich fände ihn gar erheiternd, wenn wir Deutschen aktuell nicht selbst von einer geschichtlich einmalig tollpatschigen Person regiert würden.

Die Selbstdarsteller des aufstrebenden Germoney wollen in der ihnen eigenen Selbstüberschätzung und Großmannssucht überall mitspielen, verkennen dabei, daß sie für alles zu doof sind, alternativ zu spät kommen. So können sie die Investitionen in der Türkei schon mal ersatzlos abschreiben. AKK hatte die Idee, in dieses Wirrwar nicht fahr- und flugfähige Bundeswehr in die Nesseln zu setzen, und das nachdem Putin dort bereits seine Pflücke eingeschlagen hatte. Und daß die Hiesigen erkennbar zu blöd sind, zeigt sich auch in einem anderen Umfeld, ist aber für deren Nichtdenke insgesamt bezeichnend. So hätte jedem der VW Managenden klar sein müssen, daß es… Mehr

Und das alles nur, weil keiner auf die Annegret gehört hat. Die wollte sofort zur Tat schreiten und Erdogan in Syrien eine Zone sichern, wo er die ganzen radikalen syrischen Sunniten, die er in Deutschland nicht unterbringen kann, ansiedeln kann. Und niemand ist mitgeschritten.

Aus deutscher Sicht bleibe ich interessierter, aber passiver Zuschauer in dieser Affäre. Rußlands Ziel mag es sein, zumindest den Osten Anatoliens den Osmantürken zu entreißen, um endlich eine Landverbindung vom Kaukasus zum Mittelmeer zu bekommen. Würde Moskau aber die Türkei nachhaltig destabilisieren, so daß sie kollabierte, so würde es nicht so sehr militärisch übernehmen (für Istanbul riskieren weder die USA noch China einen Atomkrieg) als vielmehr wirtschaftlich, denn Moskau ist ökonomisch zu schwach, ein größeres Kolonialreich zu verwalten. Tatsächlich glaube ich daher, daß es das realistische Ziel der Russen ist, die Türken aus der NATO zu treiben – Griechenland könnte… Mehr
Werter Herr Spahn, ich will nicht sagen, daß das, was Sie geschrieben haben, falsch ist, aber Ihre Haltung dazu erscheint mir zu emotional. Haben Sie nicht auch die Nase voll von der faschistoiden Propaganda-Hetze des NeuenStürmerDeutschlands, früher genannt Der Spiegel? Weniger Wertung wäre also dienlich. Halten wir fest, für die Mehrheit der Türken ist Erdogan der beste Herrscher seit Osman überhaupt, alles andere ist linkes Dummgequatsche. Daß die Interessen der Türken nicht unbedingt mit unseren identisch sind, ist leider nur der AfD klar. Fakt ist, geo-strategisch beherrschen die neuen kleinen russischen Korvetten im Kaspischen Meer die gesamte Region. Sie sind… Mehr
Die Türkei hat 80 Mio. Einwohner und ich schätze, 60-70Mio. davon sind echte Türken. Ihre Zahl wächst dank hoher Fertilität weiter und in 50 Jahren dürften es wohl lässig 120 Mio. sein. Griechenland („die Byzantiner“) hat etwas über 10 Mio. Einwohner und eine ähnliche negative Demographie wie Deutschland (zumindest die Bio-Deutschen). Allein deshalb halte ich es für ausgeschlossen, dass die „Byzantiner“ da jemals wieder zum Zug kommen. Die Byzantiner, und wir (Deutschland wie Europa) werden einfach demographisch erdrückt und marginalisiert, nicht nur, aber auch von den Türken. Hinzu kommen dann noch so ein paar Politiker wie Merkel, die die Grenzen… Mehr
Die Türkei hat eine Bevölkerungsdichte von Frankreich, unsere ist, ökologisch katastrophal, mehr als doppelt so hoch. Da ist also in der Türkei noch viel Luft nach oben. Die „Byzantiner“ bestehen nicht nur aus Griechenland, Sie vergessen Nord-Makedonien, Teile Bulgariens, Serbien, Rumänien, Moldawien und!, vor allem Rußland. Das sind alles byzantinisch orthodoxe Prägungen. Dagegen können die mit den Byzantinern vermischten Türken mal 0 anstinken. Die Türkei wird auf jeden Fall weiteres Territorium verlieren, die Frage ist nur an wen? Die Araber scheiden aus, die Kurden, wer weiß? Die Perser sind nicht so expansiv, die sind froh, wenn sie den schiitischen Halbmond… Mehr
@Leon İch glaube, dass sie insbesondere in Bezug auf der Türkei einer etwas veraltenden Sichtweise aufliegen. Statistisch gesehen liegt auch die Fertilitaetsrate der türkischen Frauen nur etwa bei 2.1 Kinder pro Frau. Als einer schon lange in der Türkei Lebender kann ich ihnen in Bezug auf die Demografieentwicklung in der Türkei nur folgendes sagen: Die Türkei wird sich auch in Bezug auf der Geburtenrate langsam aber sicher den „westlichen“ Geburtenraten annaehern, da man sowohl gesellschaftlich, als auch wirtschaftlich die „alte“ Türkei kaum noch mit der heutigen Türkei vergleichen kann. Durch den hohen Wohlstandsgewinn der letzten Jahrzehnte in der Türkei, den… Mehr

Die Türkei wächst in Anatolien, in der Westtürkei liegt die Geburtenrate je Frau schon unter der Erhaltungsrate von 2.1 Kinder. Im Moment wächst die Bevölkerung der Türkei auch bei fallender Geburtenrate, weil es durch die geburtenstarken Jahrgänge der jüngeren Vergangenheit sehr viele Frauen im gebärfähigen Alter gibt.
Den Artikel kann ich nicht ganz nachvollziehen. Nach einem Monat ist es viel zu früh über den Gesamterfolg der Mission zu schreiben. Das ist in etwa so, als würde man heute über den Ausgang der laufenden Bundesliga Saison berichten.

Für die Mehrheit der Deutschen war auch Adolf Hitler der beste Herrscher seit Kaiser Barbarossa. Geholfen hat es wenig. Ganz im Gegenteil.
Was Byzanz betrifft: Ich kenne nicht nur zahlreiche Griechen, die Anatolien als zeitweise islamisch besetztes Territorium betrachten. Schaut man sich die dortige Geschichte an, ist das nachvollziehbar. Nur gilt auch dort: Die Macht kommt selten aus Betrachtungen und historischen Reminiszenzen.

Der Punkt liegt doch woanders, das können wir auch bei Erdogan beobachten. Die Nationalsozialisten, geo-politisch betrachtet, versäumten es, sich eine Großmacht bei ihren revolutionären wirtschaftspolitischen Reformen, als Partner zu suchen. Das III. Reich war aber militärisch angreifbar. Solange die Türken brav sind, hat Erdogan Herrn Putin, eine militärische Großmacht, im Rücken, auch gegen die Nato. Auch die Chinesen, die heutzutage dem Nationalsozialismus asiatischer Couleur frönen, sind militärisch nicht angreifbar und setzen ihre Vorstellung von globaler Wirtschaftspolitik auch um. Der chaotische Herr Trump ist intelligenter als alle anderen Kuhhirten in den Staaten, und hat dies erkannt, und die einzige Möglichkeit des… Mehr

Ich finde, für eine Beurteilung der türkischen Lage ist es noch etwas zu früh. Da kann militärisch schon noch etwas kommen, aber Ihre Einschätzung hat was.

Die Ahnungslosigkeit von Aussenminister und Verteidigungsminister in Deutschland toppen allerdings jede Satire. Dagegen ist Angela Merkel geradezu Realistin und das will bei dieser Dame wirklich eine Menge heissen.

Nun, was wäre denn gewesen, wenn die US-Truppen geblieben wären? Die Situation wäre viel gefährlicher geworden. Man frage sich einmal, mit wem die US-Truppen hätten zusammentreffen können. Ich hätte auch die Kurden geopfert. Alles andere wäre sehr unwägsam geworden. Dass die Ölquellen gesichert worden sind, ist gut für uns alle gewesen. Hat Moskau wirklich gewonnen? Moskau hatte vorher schon genügend Einfluss an Assads Seite. Es ist oft klug, anderen einen irgendwie gearteten Sieg zu schenken, aber die Situation dadurch gerettet zu haben, dass man sich zurückzog. Für mich eine gute Taktik.