Blackbox KW 19 – Neue Lieder braucht das Land

Horst stellt historische Weichen, Heiko gedenkt mal wieder, die linke Sparlampe Bodo bastelt an einer Integrationshymne. Nur ein Parkwächter im Görli tut was ...

Also, es war so. Parkmanager Cengiz Demirci und sein Mitarbeiter Souleymane Sow hatten mit Farbdosen neun Rechtecke auf den Asphalt gesprüht, das sollten die Drogenverkaufsplätze sein. Daneben sprühten sie „No Deal“, hier wäre das Dealen verboten. Im Grunde wie beim Fußball, wenn die Schiedsrichter neuerdings mit Rasierschaum einen Strich ziehen, hinter dem die Abwehrspieler im Falle eines Freistoßes gefälligst zurückzubleiben haben.

Und heißt es nicht immer „Ordnung muss sein“ in Germoney? Genau diese deutsche Ordnung wollten Cengiz und Souleymane endlich auch in ihrem Park, dem Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg, einführen. Und nun? Kein Dealer nutzt die eingezeichnete Verkaufsfläche! (Vielleicht weil sie in rosa war?) Und die Berliner Parteien verurteilen die Eigenmächtigkeit. Cengiz und Souleymane verstehen die deutsche Welt nicht mehr und haben ihr Büro – einen vergammelter Bauwagen – erst mal geschlossen.

Es wäre billig, die beiden Park-Ranger zu kritisieren, nur weil sie die Feinheiten deutscher Politik noch nicht verinnerlicht haben. Woher sollen sie denn wissen, dass die Lösung für ein Problem, das es seit vielen Jahren gibt „zunächst einmal gut bedacht und in den zuständigen Gremien diskutiert werden muss“, so der zuständige Bezirksstadtrat Florian Schmidt, ein Grüner. Wo sich nicht einmal mehr ein Polizeigewerkschafter mit den neudeutschen Gepflogenheiten auskennt. Solch einer stellte tatsächlich die rhetorische Frage, ob man Kriminelle neben spielenden Kindern integrieren und hinnehmen wolle. Hallo? 2017 hat eine eigens gegründete Arbeitsgemeinschaft ein zusammen mit dem Bezirk erstelltes Nutzungskonzept umgesetzt, das ausdrücklich eine Einbeziehung aller regelmäßigen Parknutzer vorsah, einschließlich der Dealer.

♦ Der Staatsfunk rbb schlug vor: Man könnte auch den Geflüchteten (sprich: Dealern) die Genehmigung erteilen, auf legale Art Geld zu verdienen und sich so in die Gesellschaft einzugliedern. Gut, das ist noch nicht abschließend durchdacht. Dürfen nur „Geflüchtete“ Drogen verkaufen? Was ist mit einer Frauenquote? Diversen?

♦ Apropos Facharbeiter. Unser Innenhorst Seehofer spricht mal wieder von einer „historischen Weichenstellung“, kaum dass er sein Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorlegt. Dadurch sollen „neben Akademikern künftig auch Menschen mit Berufsausbildung aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland kommen und einen Job annehmen können“. Dabei erhielten doch schon 2017 rund 38.000 Migranten aus Drittstaaten einen spezifischen Aufenthaltstitel als Fachkraft – lange vor Horstis Gesetz.

♦ Einer davon ist womöglich der Syrer Abboud Sweid, der „fleißig zur Sprachschule geht und wieder als Krankenpfleger arbeiten will“. Im Augenblick allerdings lassen ihm seine drei Ehefrauen und die bald 14 Kinder leider keine Zeit dazu, und die Familie muss mit drei vom Amt bezahlten Wohnungen und 3.785 Euro Stütze klarkommen. Noch lieber als Krankenpfleger möchte Abboud jetzt allerdings „Deutscher“ (Traumberuf) werden. Na, mal sehen, ob sich unser Innenminister da wieder zum Horst macht …

♦ Natürlich meinte Finanzminister Olaf Scholz nicht das Ansinnen von Abboud, lebenslänglich alimentiert zu werden, als er, nach einem Blick auf die zu erwartenden Steuereinnahmen sprach: „Es müssen überflüssige Ausgaben unterlassen werden.“ Und ebenso wenig meinte er mit überflüssigen Ausgaben, dass er sein Ministerium um mehrere Dutzend neue Führungsstellen aufgebläht hat, die vorzugsweise über wenig Verwaltungserfahrung und Fachkenntnis, dafür aber über ein SPD-Parteibuch verfügen.

♦ Hoffentlich fällt nicht die Idee von Karl „die Fliege“ Lauterbach dem Sparzwang zum Opfer. Der fordert die Stelle eines „Regierungsbeauftragten für Einsamkeit“ (natürlich mit angeschlossener Behörde). Denn gerade SPD-Genossen in den ländlichen Gebieten dürften sich jetzt schon ziemlich alleine fühlen. Ein Problem, dass mit den kommenden Wahlen rapide zunimmt.

♦ Scholz, wir hätten was! Warum nicht die deutsche Entwicklungshilfe für die zweitgrößte Industrienation der Welt etwas einschränken? Wir sind sicher, dass die Chinesen es nicht mal merken, wenn Du die Entwicklungshilfe für China (fast eine Milliarde Euro im Jahr) ein wenig zusammenstreichst. Ach, und schau doch gleich mal, ob wir den USA auch Entwicklungshilfe zahlen …

♦ Unsere Stammleser wissen: Ohne Heiko geht es nicht! Auch diese Woche machte sich unser Twitterminister wieder zum Obst:

„Vor genau 86 Jahren begannen die Nazis öffentlich Bücher zu verbrennen. Eine Zensur war dem bereits vorausgegangen, der systematische Massenmord folgte. Für uns bleibt eine Lehre: Wehret den Anfängen!“

Wehret den Anfängen? Dieser trübe Geist der Linken begreift es tatsächlich nicht! Dass Seinesgleichen heute längst wieder Autoren verfemen, ausstoßen, verleugnen. Von Bestsellerlisten streichen. Auf Buchmessen randalieren. Stände verwüsten und Autoren attackieren.

♦ Jetzt haben sie in Berlin auch offiziell die Dübel locker. Hat sogar der TÜV festgestellt, nachdem die Prüfer mal wieder ganz vorsichtig beim Berliner Großflughafen vorbeischauten. Das BER-Problem können eh nur noch die Grünen lösen. Zumachen, um CO2 zu sparen.

♦ Völlig vergessen wurde bei der Klima-Kirche bislang, dass es natürlich auch Märtyrer braucht! Deshalb ist jetzt Mikkel, der Däne, bis zum 5. Juni in den Hungerstreik getreten. Der 19-jährige, etwas moppelige Klimamärtyrer wurde bereits von Greta anerkannt und auch die ersten Politiker scharwenzeln sich heran. Dem Jungen bekommt die Diät bislang ausgesprochen gut: „Ich wache früher auf und habe eine Menge Energie.“

♦ Der „Reisereporter“ beschreibt das Restaurant Bocca di Bacco so: „Wer von der SPD, der CDU, den Grünen oder der Linken (klingt nach grüner SED im kapitalistischen Schlaraffenland) gut essen will, … schaut hier vorbei. Teuer, gut, kaum Parkplätze.“ Teuer? Da lachen doch die Abgeordneten (ab Juli gibt’s Diätenerhöhung!), und Parkplätze braucht man auch nicht, wenn der Chauffeur so lange um den Block fährt.

Ach ja, und anders als im Bundestag, dürfen AfDler da nicht rein. Was ist, wenn Salvini kommt?

♦ Nicht, dass Sie das jetzt missverstehen: Richtig ist, dass Tango-Franz eine Meldepflicht für Missbrauchsfälle bei der katholischen Kirche eingeführt hat. Falsch ist hingegen, dass solche Fälle der Polizei gemeldet werden müssen. Bleibt alles unter der Soutane.

♦ Was für eine Aufregung (heute sagt man Shitstorm) um Bodo, den Roten, nur weil der eine neue Nationalhymne gefordert hat. Leute! Der Mann ist Internationalsozialist oder Kommunist, jedenfalls bei der SED-Nachfolgeorganisation. Und da kennt man keine Nationen, nur Proletarier aller Länder und deren Funktionäre. Und dann ist Bodo selbst laut Wikipedia sowieso nicht der Hellste. Schade ist nur, dass Bodo keine Alternative für Deutschland vorgeschlagen hat. Etwa eine Integrationshymne (Schwarzbraun ist die Haselnuss) oder mehr was politisch Korrektes (… und immer, immer wieder geht die rote Sonne auf). Oder vielleicht was Menschelndes (Durch das helle Deutschland hallt er, mein Gott, Frank-Walter).

♦ „Doppelnamen sind Doppelsch****”, erfuhren wir zuletzt im Karneval durch eine rabiate Kritikerin von Doppelnamen-Witzereißer Bernd Stelter. Trotzdem will Doris Schröder-Köpf partout nicht auf den „Schröder“ verzichten, obwohl Schröder nun wirklich „ein Allerweltsname“ und „nichts Besonderes“ sei, wie sie sagt. Aber hier geht es ums Prinzip. Denn der Altkanzler würde seinen Schröder eher als ein besitzanzeigendes Fürwort verstehen und die Ansicht vertreten, „dass immer nur die aktuelle Ehefrau seinen Namen tragen soll“, so Doris.


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Kommentare ( 74 )

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Ich schlage eine neue Berufsausbildung für Migranten vor (wenn man schon der Meinung ist, aus lauter Hilflosigkeit gegen Drogenkriminalität in Berlin das Ganze quasi zu legalisieren): Wie wär’s mit ‚Diplom-Dealer‘? Oder ‚Fachkraft für Rauschmittel‘? Vielleicht ‚Kaufmann im Spritz- und Schnüffelwesen‘? Vermittelt wird (neben praktischen Kenntnissen im Messergebrauch) das Überreden unkooperativer Angesprochener mit Fäusten und Tritten, das Strecken der angebotenen Ware, das Begrabschen unwilliger Kundinnen, Päckchen-Weitwurf unter das nächste Gebüsch, Zustecken der Ware an strafunmündige Minderjährige etc. Jeder bekommt dann nach nachgewiesenem Abschluss seine eigene Parzelle/Ladenlokal zugewiesen, und ’schwupps‘ haben wir wieder ein paar Kriminelle weniger und ein paar Fachkräfte mehr.… Mehr

Warten sie erstmal ab wenn das dealen als Einnahmequelle für den Staat entdeckt wird. Dann werden die sich, wie z.B. Prostituierte, ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen müssen. Da nicht nur die Verrohung der Gesellschaft immer weiter vorranschreitet, sondern auch die Verwahrlosung der Sitten folgen wäre es nur Konsequent Drogen zu legalisieren und eben Steuern darauf zu erheben. Da wäre dann das Finanzamt involviert und wie gnadenlos das sein kann werden bestimmt einige schildern können. Ich bin sicher, bei den Grünen scharren schon einige ganz aufgeregt mit ihren Füßen.

Zu Drehhofers sog. Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden von Politik u. Hofberichtern wieder mal, ggf. den anstehenden Wahlen geschuldet, reichlich Nebelkerzen gezündet. Zum einen wird locker drüber weg gegangen, daß die sich auf dieses Gesetz Berufenden bei Visabeantragung keinen Job nachweisen müssen, sondern nach Einreise 6 Monate Zeit haben, sich einen solchen zu suchen, abgesehen von der behaupteten Qualifikation u. deren ggf. gefaktem Nachweis (Insider munkeln ja schon mal, daß z.B. an dt. Hospitälern selbst „Ärzte“ werkeln sollen, die kaum über die Fertigkeiten eines Feldschers verfügen.) Und über die Möglichkeit, erst nach Zuzug hier eine Ausbildungsstelle zu suchen, wird schon mal überhaupt kein… Mehr

Lach! Sehr gut! Hab es weitergeleitet!

„Hallo? 2017 hat eine eigens gegründete Arbeitsgemeinschaft ein zusammen mit dem Bezirk erstelltes Nutzungskonzept umgesetzt, das ausdrücklich eine Einbeziehung aller regelmäßigen Parknutzer vorsah, einschließlich der Dealer.“ —> Seitdem gehören die Dealer im „Görli“ ganz offiziell zur „Community“. Zu Maas und Seinesgleichen, die Unheil treiben, wie damals die Nazis: Kein Wunder, sind das doch Ihresgleichen = (Inter)nationalSOZIALISTEN. Alles eine Mischpoke. Zu Bodo, dem Roten: Er ist der lebende Beweis, dass man allein mit „Haltung“ heutzutage wieder ganz nach vorne kommen kann. Ein echtes Vorbild für die sozialistischen Wehrwölfe wie Kevin K und Konsorten, die (wiedermal) den Endsieg des „Guten“ herbeiführen sollen… Mehr
„Regierungsbeauftragten für Einsamkeit“ Also „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über“ diese Internetargentur, wird nun eine Regierungsbehörde? Oder soll dies nur eine Maßnahme zur großflächigen Durchsetzung von „Nest, Neustart im Team“ werden? Wer alleine wohnt bekommt nun also (ob er will oder nicht) einen „Zuwanderer“ um den er sich kümmern (und der ggf. auch bei einem einziehen) muss? Quasi „mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“? Einsamkeit der Deutschen beseitigen, trotz DSGVO Daten über Deutsche sammeln (alleinlebend), Wohnungsnot (zumindest) für „Zuwanderer“ beseitigen (durch Zuweisung) und puschen des Projekts „Nest“? „Vor genau 86 Jahren begannen die Nazis öffentlich Bücher zu verbrennen.… Mehr
Nicht nur Bodo hat Probleme mit der Nationalhymne. Die Österreicher sind da schon weiter. 2011 beschlossen die SPÖ/ÖVP Regierung, die Hymne zu modernisieren. „Land der großen (Töchter und) Söhne. (neu) (Jubel)chöre statt Brüderchöre. Die Änderung wurde in großen Teilen der Bevölkerung als Schmarrn (Blödsinn) empfunden. Dem Rest wars wurscht. Das Unglück nahte, als sie ausgerechnet den derzeit größten österreichischen Künstler Andreas Gabalier von der Schmarrnfraktion beauftragten, die Hymne zu singen. Ganz Gabalier sang er die alte Version. Das Land drohte zu zerbrechen. Besonders die SPÖ sah sich betrogen. (künstlerische Glanzleistung, Gemagebühren? owai?) Am 1.Mai spielte die Coverband 4you in Graz… Mehr

In Berlin sind nicht nur die Dübel locker…….
Und für den „Edel“-Italiener in Berlin hier ein Vorschlag zur Güte: Die AfD lädt Salvini ein und geht mit dem in dieses „Edel“-Gelass. Mal schauen, was dort dann an italienischem Temperament zu erleben ist. Dürfte sehr spannend sein……
Einen schönen Sonntag!

Den Ehe.maligen Schröder betreffend – blickt denn da noch
jemand durch, wo sich gerade das Anzeigegerät auf dessen
nach oben offenen Braut-Jungfer-Skala eingependelt hat?
Apropos. Die beiden Görlitz-Rangierer haben eigentlich nur
den Fehler gemacht, etwas zu vorschnell gehandelt zu haben.
Im öffentlichen Sektor können meines Wissens Aufträge erst
und nur nach vorheriger Ausschreibung vergeben werden.
Eigenmächtigkeit ist da keine gute Option, und Nachbesserungen
wohl unumgänglich. Ganz im Gegensatz zu Ihrem Artikel, lieber
Herr Paetow. Der ist mal wieder rundum gelungen.

Kann die Berliner Polizei die Aktion von Dengiz und Souleymane nicht logistisch und personell unterstützen und die Konsumenten zu den gezeichneten Verkaufsplätzen führen?
Müßte doch möglich sein weil sie sich eh in bestimmte Stadtteile nicht mehr hinein wagt und dadurch die Zeit so sinnvoll nutzten kann.
In Berlin ist ja alles möglich seit dem regierenden ROT-ROT-GRÜN Desaster.

„Wehret den Anfängen? Dieser trübe Geist der Linken begreift es tatsächlich nicht!“
Unterschätzen Sie da bitte die Profiheuchler des Politiktheaters nicht. Egal welcher Parteicoleur übrigens. Der Mann weiß genau was er tut und sagt, wann und worüber. Und der meint es ernst.