Parents-for-Future und Schuldirektorin nötigen Eltern zu Klima-Demo

Eine Rektorin einer Münchner Grundschule fordert ihre Elternschaft zur Demoteilnahme „Munich for Future“ auf: „Ich denke, das ist eine Veranstaltung, die auch an die Eltern kommuniziert werden müsste.“ Wirklich? Politische Werbung an bayerischen Schulen ist per Gesetz verboten.

imago images / Ralph Peters

„Superhelden ohne Umhang nennt man Papa“ steht beim Herrn um die vierzig mit Strohhut auf dem T-Shirt und er erklärt vor der Kamera, dass ein intakter Planet das beste Geschenk für unsere Kinder sei. Der Superheld ist einer von vielen Protagonisten im Imagefilm der Münchner Parents-for-Future-Bewegung und nur der Auftakt für so etwas, wie eine gehörige Portion Fremdscham.

Andererseits: Warum Spielverderber sein, wenn doch die Überwindung der Schamgrenze die Welt retten kann – oder doch nicht? Gleich nach Papa folgt eine jung gebliebene Oma, die findet, dass Kinder viel klüger, scharfsinniger und schlauer sind als Erwachsene.

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Und so verplaudert sich dann einer der Parents-for-Future nach dem anderen und höchstens noch echte Quertreiber und unverbesserliche Klimaleugner reiben sich hier verwundert die Augen und denken an William Goldings „Herr der Fliegen“, ein Roman, der beschreibt, wie sich Kinder zu gewalttätigen Menschen entwickeln, so sie nur abgeschnitten werden vom Einfluss ihrer Eltern bzw. dem von Erwachsenen.

„Weil es aller-, aller-, allerhöchste Zeit ist!“, sagt ein Vater im lustigen bunten T-Shirt am offenen Fenster mit einem Tamburin in der Hand. „Weil meine Enkel auf einer bewohnbaren Erde leben sollen.“, sagt die nette Oma mit Ostseestrand im Nacken und einem Greta-Pappschild in der Hand – „Omis for future“ hat sie da mit Filzstift drauf geschrieben und sogar noch einen blauen Planeten dazugemalt. Nun ist diese alte Dame wahrscheinlich noch der sympathische Teil dieser orientierungslos wirkenden Zelluloidgroteske.

Eine neue Infantilität trifft auf einen Helikoptergeschwaderanflug.

„Weil die Jugendlichen extrem viel Power haben und ich mich gerne davon anstecken lasse“, erzählt die mit den Händen rudernde aufgeregte Mutti, deren 17-jährige Tochter schon seit Tagen überlegt, wie sie Mutti erklären soll, dass diese bitte am Wochenende nicht wieder mit in den Club kommen soll, dass würde Papa mit seiner neuen Frau am Papawochenende doch auch nicht machen.

„Weil wir alle Kinder dieser Erde sind“, sagt die Mutter, die alleine auf dem Kinderspielplatz auf eine Weise schaukelt, dass man sich für den Moment Sorgen macht und fragen möchte: „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“

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Dann folgt der Vater im stramm sitzenden bis zum letzten Knopf geschlossenen lila Paisley-Hemd, nimmt die Sonnebrille in Zeitlupe ab, das schüttere Haar weht im Spielplatzwind: „Weil es cool ist!“, also er meint die Teilnahme an Parents-for-Future und als zufälliger Zuschauer wird man emotional sofort erreicht, also in dem Sinne, dass man sich zwischen Lachanfall und Schreikrampf entscheiden muss.

Interessant vielleicht noch der Vater auf dem Schulhof, der erzählt, sein Sohn sei zu ihm gekommen und hätte zu ihm gesagt hätte: „Papa, ich werde keine Kinder mehr haben.“ Und er sei deshalb empört, wie leichtsinnig die Politiker mit diesem Problem umgehen. Er meint hier selbstverständlich die Klimakatastrophe und würde nicht einmal auf die Idee kommen, dass möglicherweise auch seine ausgeprägte Apokalypsesehnsucht und seine Klimaparanoia ursächlich für das Chaos im Kopf des Kindes sein könnten.

„Ich unterstütze die Fridays-for-future, weil ich Angst habe“, sagt eine ganz geknickt ausschauende Mutter. „Weil ich eine ganz normale Mutter bin, die einen ganz normalen Wunsch hat“, erzählt die nächste Mutter und sie kann dabei noch so überzeugt energisch mit dem Kopf wackeln, es wirkt deshalb nicht einen Deut glaubwürdiger.

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Dieser länger geratene Einblick in den Werbefilm der Parents-for-Future soll ausreichen, die Motivation der Protagonisten hinreichend zu erzählen. Interessant bleibt es, wenn man sich anschaut, was sich diese Elterngeschöpfe nun ausgedacht haben, ihre Fridays-for-Future-Kids an Spontaneität und Aktionismus noch zu übertreffen, wenn sie die Sache mit der Apokalypse mal mit aller zur Verfügung stehenden erwachsenen Gründlichkeit angehen und wenn sie dann auch noch auf mindestens eine Direktorin einer bayrischen Grundschule treffen, die mit ihnen gemeinsame Sache macht.

Besagte Direktorin schrieb nämlich an ihre Elternschaft per Email:

„Anbei eine Einladung, die an uns Lehrer und Schulleitungen geschickt wurde. Ich denke, das ist eine Veranstaltung, die auch an die Eltern kommuniziert werden müsste und würde Sie daher bitten, die Information über die Klassenelternsprecher an die Elternschaft weiter zu leiten.

Vielen herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Xxxxx Xxxxxx, Rektorin“

Das allerdings ist nicht zulässig, verstößt es doch gegen das Neutralitätsgebot auch an Schulen. Die Schule muss politisch und weltanschaulich neutral sein. Dieses Neutralitätsgebot gehört sogar zu den wichtigsten Grundprinzipien unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

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Aber gilt das auch für eine regierungskonforme Umweltbewegtheit, wenn sich Angela Merkel im Prinzip an die Spitze dieser Klimabewegten stellt? Wie sieht das eigentlich aus, wenn beispielsweise das Familienministerium (BMFSFJ) die Amadeu Antonio Stiftung subventioniert und diese Stiftung dann an die Schulen geht mit diversen Projekten? Widerspricht das bereits dem Neutralitätsgebot oder wäre es erlaubt, wenn es innerschulisch nur unter dem BMFSFJ-Label: „Demokratie leben!“ verbreitet würde?

Der Focus schrieb zur Debatte: „Wenn ein Lehrer beispielsweise im Unterricht Wahlflyer für seine Partei verteilt, wäre das ein Kündigungsgrund. Dabei ist es völlig unerheblich, ob der Pädagoge für die Grünen, für die AfD oder die NPD wirbt. Sind die Lehrer verbeamtet, sind sie darüber hinaus auch in ihrer Freizeit bei politischer Betätigung zur Mäßigung verpflichtet.“

Die Ortsgruppe München der Parents-for-Future – das sind die mit dem Filmchen – ignorierte also am 10. Juli dieses Neutralitätsgebot und versandte einen Brief an „die Direktorinnen und Direktoren, Lehrerinnen und Lehrer der Schulen in Stadt und Landkreis München sowie angrenzenden Landkreisen“ in der Hoffnung, ein paar Direktoren zu finden, die sich darüber hinwegsetzen im Sinne der Bewegung.

Die Aufforderung im Schreiben lautet, mit der Schule aktiv zu werden und auf folgender Veranstaltung zu erscheinen:

„MUNICH FOR FUTURE – Große Klima-Demo am Sonntag 21.7., 16 Uhr Odeonsplatz“ (…) Dazu laden wir insbesondere auch Sie als Direktorinnen, Direktoren, Lehrerinnen und Lehrer herzlich ein. Wir freuen uns auf Sie! Darüber hinaus stehen wir Ihnen natürlich auch gerne jederzeit als Gesprächspartner zur Verfügung.“

Besonders aufmerksam: Die Parents-for-Future sind schon vernetzt mit den „Scientists4future“, die dankenswerterweise für die Schulddirektoren „10 Fakten zum Klimawandel“ angehängt haben. Biblische Dimensionen, die Apokalypse naht.

Und im Anschluss an diese zehn Gebote für die Schulen mahnen die Parents-for-Future noch einmal eindringlich:

„Machen wir uns nichts vor: Ein „Weiter so“ führt unsere Kinder in eine Zukunft, die wirtschaftliche Unsicherheit, Bedrohung durch Kriege, Verlust existenzieller Lebensgrundlagen und Gefährdung durch Krankheiten bedeuten würde. Deshalb müssen wir Erwachsenen jetzt handeln.“

Ein irritierender Schlusssatz? Jedenfalls dann, wenn man sich fragen würde, was eigentlich die Wirtschaft und wer Lebensgrundlagen zerstört, was den Wohlstand vernichtet und wer sich am Ende um den letzten Platz in der sozialen Hängematte prügeln wird. Unsere Kinder und die Kinder, die als „Klimaflüchtlinge” zu uns gekommen sind, nur um festzustellen, das hier schon lange kein paradiesisches Klima mehr herrscht?

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Kommentare ( 155 )

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Es nützt ja alles nix – selbst das Portal der AfD, verhaltensauffällige Lehramtsinhaber zu melden, ist wirkungslos. Denn wo gibt es denn Ämter oder Richter, die diesem widerrechtlichen Verhalten ein Ende setzen und Strafen aussprechen?

Dass sich ausgerechnet die Grossstadtmenschen immer so aufregen. Leute, geht mal raus in die Natur, in den Wald und in die Flur, es ist WUNDERSCHÖN, es herrscht auch keine Dürre (manche Gegenden ausgenommen), sondern es ist Sommer, das Korn steht gut, die Ernten werden wieder prima (und die Bauern werden wieder jammern, aber so ist das halt). Wir haben seit vielen Jahrzehnten Klimawandel (CO2 wird seit Jahrhunderten von Menschen emittiert), die Welt geht gerade NICHT unter, und in 10, 20, 30 Jahren wird es auch nicht viel anders aussehen. Lasst euch nicht hereinlegen und für eine politische Agenda missbrauchen. Bitte.

Selbst wennstießen Leute Recht hätten: das unreflektierte Mitläufertum diskreditiert jegliches Anliegen.

„Das allerdings ist nicht zulässig, verstößt es doch gegen das Neutralitätsgebot auch an Schulen. Die Schule muss politisch und weltanschaulich neutral sein.“ und „Die Ortsgruppe München der Parents-for-Future … ignorierte dieses Neutralitätsgebot und versandte einen Brief … in der Hoffnung, ein paar Direktoren zu finden, die sich darüber hinwegsetzen im Sinne der Bewegung.“ Meine persönlichen Gedanken dazu? ██ Hoffentlich kommt in München jemand auf die Idee, … ganz wacker – solange dieses Handeln GEGEN das Neutralitätsgebot noch ‚frisch‘ ist – von besagter Direktorin – an ihrer Schule – eine ausgleichende -!!- Gegenveranstaltung ZU VERLANGEN. ██ Anbei ein möglicher Text zur… Mehr

Eine Bekannte ist in Wiesbaden zur Schule gegangen und erzählte mir erst kürzlich, dass sie damals von Lehrern unter Druck gesetzt wurden, an den Demos zur Startbahn West teilzunehmen! Wer keine Nachteile haben wollte, ist da mitgerannt!
Heute ist dieser Druck noch viel massiver und schamloser, da kennt der Lehrkörper keine Gnade! Wie zu Honeckers besten Zeiten ist linke Linientreue gefragt! Und mir kommt es vor, als wenn die Linientreue-Wächter heute verbissener sind je!

Verbissener sind denn je, sollte es heißen! Sorry!

Nach Überschrift und Teaser hatte ich eigentlich erwartet, etwas über den Widerstand der Eltern gegen diese Anmaßung der Rektorin zu lesen, die sich vor den Karren der Schulschwänzer- und Verdummungsbewegung spannen lässt.
Herr Wallasch, gab es da gar nichts zu berichten? Nicht ein ganz kleines bisschen Aufbegehren im Sinne der Vernunft und für Recht und Ordnung? Nein? Dem Vater grausets.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem es kroch und kriecht … Vor ca. 100 Jahren hat G. K. Chesterton hierin die Ursache des modernen Aberglaubens gesehen: „Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.“ Wenn ich in unserer „aufgeklärten“ Welt etwas „wissenschaftlich“ nenne und es glaubhaft so erscheinen lasse, z.B. durch zeremonielles Messen von willkürlichen Grenzwerten, wird es gerne tief geglaubt. Früher oder später platzt zwar die Blase, aber bis dahin wird aber ein neuer „guter Zweck“ gefunden.… Mehr

Hervorragend, DANKE!

Wozu die ganze Aufregung? Auf dem weiteren Weg in die DDR-light gehört das dazu!

Was heisst hier DDR light? Das ist DDR 2.0 in voller Bandbreite. Wenn man ein SED-Kadermitglied und FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda 3 mal zur Bandeskunzlerin wählt, gibt es für mich kein Zweifel mehr. Das nennt man subversive Infiltration.

Die Alten sagten: Wehret den Anfängen. Genau DAS haben wir verpasst. Aus „Toleranz“ haben wir allen möglichen Blödsinn „ertragen“. In der Hoffnung, dass all das kindlich-träumerische grün nur ummantelte eindeutig „sozialistische“ Tun sich quasi „auswächst“. Subversiv wurde seit Club of Rome, Summerhill etc. Sogar mit ANSAGE(!): „Auf zum Marsch durch die Institutionen!“. Salami-Scheibchen um Salami-Scheibchen „abgeschnibbelt“ von „Vernunft“, dem Wertesystem, dem Erfahrungssystem. Bis der Wahnsinn – wohin dies Alles führt – offensichtlich wurde. Bis – JETZT – ganz langsam nur und einer auch nur langsam steigenden Zahl von Menschen klar wird, dass der Brandbeschleunigerin Form „programmierter Massenpsychose“ längst ausgeschüttet wurde… Mehr

Das wird aber keine DDR light sondern der grosse Sprung in den Mangel und ARMUT des kommunistischen System.

Mit mehr als 7 Jahrzehnten auf dem „Buckel“ schäme ich mich, dass wir den Kindern eine so schlechte Welt hinterlassen, in der wenigstens bei uns im Staate nicht echt gehungert wurde, bis jetzt. Wir im Gegenteil viel zu schwer sind für unsere Länge und deshalb ein mediz. Problem darstellen. Da bin ich hoffnungsfroh. Mit abnehmender Versorgungssicherheit wird sich so manche Überflusskrankheit wieder verabschieden und das ist gut so. Wenn erst mal die Anfahrt zur Schule wieder mit dem Rad stattfindet, natürlich auch von jenen, die mit dem SUV zur Schule gebracht werden, damit ihnen unterwegs nichts“passiert“, dann ist das schon… Mehr
Wie immer empfiehlt sich, einfach mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen, bzw. ein Szenario durchzuspielen, was eine andere Stoßrichtung hat, aber ebenso gegen „politische Hygiene“ verstößt: Denken wir uns also einen Schulrektor, der in einer E-Mail die Eltern seiner Schützlinge jene auffordert, eine Demo „Eltern für Sicherheit unserer Kinder“ zu unterstützen, welche sich mit Blick auf Kandel, Freiburg, Flensburg etc. pp. auf das Risiko der Einrichtung eines Flüchtlingsheims am Ort wendet. Oder auch nur auf den Umstand hinweist, daß Massenzuwanderung und „Klimaschutz“ schlecht miteinander vereinbar sind. Anders als bei „Parents-for-Future“, was medial wohlwollend begleitet wird (oder wenigstens peinlich berührt übergangen), gäbe… Mehr