„Umweltschutz als Narretei“

Über Wildbienen weiß man praktisch nichts. Gewöhnliche Honigbienen sind Nutztiere. Die Imker kümmern sich. Die Zahl der Bienenvölker ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Gleichwohl hält sich die Mär vom Bienensterben. Wie die Umweltpolitik die Fakten ignoriert.

YURI KADOBNOV/AFP/Getty Images)

Mit der These „Umweltschutz als Narretei“ griff die „Zeit“ im Herbst 1997 in die Debatte um die Zukunft der Shell-Tankboje Brent Spar ein. Seit 1995 hatte Greenpeace eine öffentlichkeitswirksame Kampagne „Brent Spar – Rettet die Nordsee“ gegen die Versenkung des gigantischen Hochseeöl-Zwischenlagers im schottischen Teil des Gebiets zwischen Nordsee und Nordatlantik durchgeführt und schließlich auch durchgesetzt. Der Stahlkoloss wurde bis 2003 in Norwegen verschrottet.

Eine lange Untersuchung unter Einbeziehung von Ökowissenschaftlern hatte nun 1997 ergeben, dass die ökologischste Variante der Entsorgung doch die Versenkung wäre. „Versenkt die Brent Spar!“, schrieb deshalb die „Zeit“ zu Recht. Aber 1997 war das Thema in den Medien schon kein Thema mehr. Auch wenn sich Greenpeace später entschuldigte, wurden keine Lehren aus dem Vorfall gezogen; Umweltnarreteien sind zur Normalität geworden.

„Das große Bienensterben“

In der ARD-Sendung „Quarks“ vom 12. Juni 2018 mit dem Titel „Dramatisches Sterben: Sind unsere Insekten noch zu retten?“ verkündete der Moderator Ranga Yogeshwar: „Oft ist die Rede vom großen Bienensterben. Mit Bienen meinen die meisten: die Honigbienen. Doch die sterben nicht aus. Honigbienen sind nämlich Nutztiere, werden in dem Umfang gezüchtet, wie sie gebraucht werden. Zwar setzen Pestizide oder Krankheitserreger wie die Varroamilbe den Bienen zu, doch die Zahl der Imker ist gestiegen und damit auch die Zahl der Bienenvölker. Schauen Sie mal: In den letzten zehn Jahren von 670.000 auf 820.000.“

Die Horrorgeschichte, die Yogeshwar so im Vorbeigehen richtigstellte, hat im deutschen Fernsehen eine lange Tradition. In der ARD-Sendung „W wie Wissen“ vom 12. September 2015 mit dem Titel „Warum sterben die Bienen?“ hatte Moderator Dennis Wilms noch verkündet: „Die Anzahl der Bienenvölker ist in Deutschland seit 1990 um 40 Prozent gesunken. Das ist eine Million weniger. Und das hat Folgen!“ Und in den ARD-„Tagesthemen“ vom 29. Oktober 2012 hatte Moderator Tom Buhrow in Bezug auf die „Superleistungen“ der Honigbienen fabuliert: „Aber wir Menschen schaffen es, dass es immer weniger dieser Superleistungen gibt, weil weltweit immer weniger fleißige Bienen leben.“ Im so angekündigten Einspielfilm belehrte der Filmemacher Markus Imhoof die Zuschauer: „In den letzten sechs Jahren sind in Europa, Nordamerika und China 30 Prozent der Bienenvölker jedes Jahr gestorben. Und wenn das so weitergeht, sehen unsere Teller bald traurig aus.“

Die Medien brachten schon 2007 Schlagzeilen wie: „Aids im Bienenstock“, „Experten fürchten um die ganze Art“ oder „Maja summt nicht mehr“. Untergangsstimmung. Manfred Hederer, Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsimker-Bunds (DBIB), warnte: „Der Todeskampf der Honigbiene und der Imkerei in Deutschland hat begonnen“, wobei er in Pestiziden und dem Einsatz von Gentechnik die Hauptursachen wähnte. Gentechnisch veränderte Pflanzen können zwar keiner Biene gesundheitlich schaden, trotzdem wird der Humbug gern verbreitet.
Als nun nach zehn Jahren akuten „Bienensterbens“ 2017 mit Abnahmeraten von „30 Prozent und mehr“ weltweit immer mehr Honigbienenvölker von den Statistikern der UN-Welternährungsorganisation (FAO) gezählt wurden, dämmerte den Medien allmählich, dass bei den Bienenerzählungen etwas nicht stimmt.

Schnelle Umdeutung

Die Mehrzahl der deutschen Bienenforscher hat sich immer gegen den Begriff „Bienensterben“ gewehrt, aber die Medien stürzten sich, wie bei der Brent Spar oder dem „Waldsterben“, auf die Hiobsbotschaften von NGOs und ihren Unterstützern in Politik, Wissenschaft und Medien. Als die Fakten nun erdrückend wurden, erklärten die Bienenschützer das Honigbienensterben flugs zum Missverständnis: Eigentlich seien die Wildbienen gemeint gewesen.

Das war nun der Fake im Fake, aber die Medien folgten brav der neuen Argumentation. Das Honigbienensterben war nützlich, solange es die Kassen und Stellenpläne füllte. Nun zauberten die NGOs vor dem überraschten Publikum eine Differenzierung nach Wild- und Zuchtbienen aus dem Hut.

Tatsächlich haben die Naturschützer traditionell ein gespanntes Verhältnis zur Honigbienen-Massentierhaltung, die ihre überwiegende Existenz landwirtschaftlichen Blüh-Monokulturen als Futterquellen verdankt. Außerhalb der Blühtermine der Monokulturen kann es zu Nahrungskonkurrenzen zwischen heimischen Wildbienen und der aus „fremdländischen Rassen“ gezüchteten Honigbienen kommen. In vielen Naturschutzgebieten ist deshalb das Aufstellen von Honigbienenstöcken verboten.

Die Umfokussierung des Bienensterbens auf Wildbienen hat für die NGOs den Vorteil, dass es keine objektiven Zahlen gibt. Ein Sack Flöhe lässt sich leichter hüten, als Wildbienen sich zählen lassen. Wie soll das denn seriös gehen? Die Leute, die Aufträge für solche „Zählungen“ erhalten, sind die, die dann bei schlechten Ergebnissen Folgeaufträge für weitere „Monitorings“ bekommen.

Die Wildbienen leiden vor allem an einer Reduzierung ihres Lebensraums, auch als Folge eines falsch verstandenen Naturschutzes. Viele Wildbienen brauchen bewuchsfreie Bodenstücke, deshalb ist ein Truppenübungsplatz ein hervorragender Lebensraum, wild wuchernde Naturschutzflächen sind es nicht. Viele Wildbienen sind Kulturfolger, unsere Kultur kannte früher mehr Dreck, Mist, verwahrloste Ruinen, Bauschutt- und Erdhaufen, Pfützen, abgebrannte Hecken, schlammige Fahrspuren.
Wie mit den Bienen medial umgegangen wurde, steht für die ganze Umweltschutzdebatte oder, wie Bundeskanzlerin Merkel es in ihrer Regierungserklärung vom 16. Mai 2018 vor dem Deutschen Bundestag sagte: „Die Bienen stehen inzwischen pars pro toto für das, was wir unter Artenvielfalt, unter Natur, darunter, wie sie funktionieren muss und soll und wie wir sie schützen müssen, verstehen. Deshalb sollten wir an diesem Tag an die Artenvielfalt denken und etwas Gutes für die Bienen tun.“

Starke Zunahme in China

Ein zentrales Argument der Bienen-, Insekten- und Artensterbenkampagne war die Handbestäubung der Obstbäume in China, weil angeblich die Bienen, zumindest regional, ausgestorben wären. Nirgends in China sind Bienen ausgestorben! Die Anzahl der Honigbienenvölker hat sich in China seit 1980 kontinuierlich um 65 Prozent auf 9,1 Millionen Völker 2016 erhöht. Gleichwohl ist die Geschichte von der Handbestäubung zutreffend.

Die Reprivatisierung von Bauernland unter Deng Xiaoping erweckte auch die Geschäftstüchtigkeit der Bauern wieder. Mit steigendem Wohlstand ließen sich immer mehr Birnen der selbststerilen Birnensorte Jinhuali verkaufen. Der Anbau dieser teuren Edelsorte dehnte sich in der Provinz Sichuan um die Stadt Hanyuan monokulturähnlich aus. Um das Geschäft nicht durch wurmige Früchte zu gefährden, spritzten die Obstbauern radikale Billiginsektizide, die auch alle Bienen töteten. Die Wanderimker kamen deshalb nicht mehr in dieses Birnenanbaugebiet, auch weil Birnenblüten wenig Nektar mit geringem Zuckergehalt produzieren. Für die Obstbauern war es lohnender, die Birnen per Hand zu bestäuben, als auf die bienenschonenden Methoden des Integrierten Obstanbaus umzusteigen. Der Behang der Bäume kann dadurch in Richtung „Einzelbirnen“ gesteuert werden, da die Birnen im Juli, noch auf den Bäumen, in eine Schutzhülle aus Wachspapier verpackt werden.

Die Lobby der Naturschützer setzte in dem US-Naturfilm „Silence of the Bees“ 2007 den Fake von den Birnenbauern als Opfern einer Chemielandwirtschaft in die Welt. Fortgesetzt wurde die Täuschung in dem wegen seiner spektakulären Naturaufnahmen vielfach ausgezeichneten Film „More than Honey“, in dem Regisseur Markus Imhoof 2012 die Behauptung aufstellte, in Europa, Nordamerika und China könne heute keine Honigbiene ohne Medikamente überleben. Die These von den ausgestorbenen Bienen in China relativierte der Regisseur jedoch nachträglich.

Noch heute sind die beiden „Doku­mentarfilme“ bei zeitgeistigen Pädago­gen ein beliebter Stoff in den Schulen. Maja Lunde, Autorin des – 2017 meist­ verkauften – Buchs „Die Geschichte der Bienen“, bekannte in einem Interview: „Der Auslöser für meinen Roman war der Dokumentarfilm ,More than Honey‘ über das Bienensterben. Als ich den sah, war ich fasziniert und erschrocken zugleich, weil es so schlecht um die Bie­nen steht. Ich wusste sofort, ich muss ein Buch darüber schreiben.“

In den Medien hat nun eine Absetz­bewegung von den falschen Bienen­sterben­Thesen und der einseitigen Faktenauswahl der Filme begonnen. Auch im chinesischen Apfelanbauge­biet Maoxian wurde zeitweise per Hand bestäubt, aber Äpfel bringen weniger Geld als die Edelbirnen, die Kosten für die Wanderarbeiter lohnten den Aufwand nicht mehr, die Obstbauern stimmten sich mit den Wanderimkern ab, und die Bienen bestäuben wieder.

Nach den seriösen Statistiken der FAO wird die Hälfte der weltweiten Apfelernte in China von den Bäumen geholt. 2016 waren das 44,5 Millionen Tonnen von weltweit 89,3 Millionen. Per Handbestäubung wäre das nicht zu erreichen. Kirschblüten wurden nie per Hand bestäubt. Eine Kirsche ist den Aufwand nicht wert. In diesbezüg­ lichen Meldungen wurden Birnbäume mit Kirschbäumen verwechselt.

Naturschutz: Lizenz zum Lügen

Zum ersten Weltbienentag am 20. Mai 2018 meldete der Naturschutzbund NABU: „Jede dritte hier lebenden Wild­bienenart ist gefährdet oder vom Aus­sterben bedroht.“ Ein Jahr zuvor, am 29. Mai 2017, berichteten die damali­ge Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Bun­desamts für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, auf einer Pressekonferenz: „Heu­te sind mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten in ihrem Bestand bedroht und werden deshalb in der Roten Liste Deutschlands geführt, mit steigender Tendenz.“ Wieder ein Jahr zuvor, in einer Antwort der Bundesregierung an den Bundestag am 25. Februar 2016 (Drucksache 18/7705), meldeten die Be­hörden der beiden Damen dem Bundes­tag: „Die Artengruppe der Wildbienen weist mit 40,9 Prozent der einheimi­schen Arten überdurchschnittlich viele in ihrem Bestand gefährdete Arten auf.“ Ja, was denn nun: „jede Dritte“, „mehr als die Hälfte“ oder 40,9 Prozent?

Der beliebige Umgang mit Zahlen of­fenbart eine Kampagne, die auf fantas­tischen Zahlen beruht. Um die Kampa­gne nicht mit seriösen Zahlen zu stören, wurde sogar der Bundestag von den Be­hörden der beiden Damen irregeführt. Abgeordnete der Grünen fragten die Bundesregierung: „Wie viele heimische Wildbienen­ und Schmetterlingsarten sind seit den 1980er­Jahren ausgestor­ben?“ Bienen fallen als landwirtschaft­liche Nutztiere in die Zuständig­ keit des Landwirtschaftsministeriums, Wildbienen in die Zuständigkeit des Umweltministeriums, und die Roten Listen werden im BfN, einer Behörde im Geschäftsbereich des Bundesum­weltministeriums, geführt. Auf dem Dienstweg antwortete die Bundesregie­rung den Abgeordneten: „Es gibt rund 560 Wildbienen­-Arten in Deutschland, die in den Roten Listen (2012) bewertet wurden, davon sind 39 Arten ausge­storben oder verschollen. Aus den Artengruppen der Tagfalter, der Nacht­ faltergruppen Spanner, Eulenspinner, Sichelflügler und Spinnerartige Falter, die einen großen Anteil der Bestäu­ber­-Arten stellen, sind 19 Arten seit 1980 ausgestorben oder verschollen.“

Für die Schmetterlinge stimmt die Antwort mit den 19 ausgestorbenen Ar­ten seit 1980, für die Wildbienen ist die Antwort auf die eindeutige Frage, wie viele Wildbienen „seit den 1980er­-Jah­ren“ ausgestorben sind, eine Irrefüh­rung des Bundestags. Es ist genau eine Wildbienenart seit 1980 ausgestorben (Dasypoda suripes; Christ, 1791), und vier Wildbienenarten wurden seit 1980 neu entdeckt (Lasioglossum pleuro­ speculum, Herrmann, 2001; Colletes he­derae, Schmidt & Westrich, 1993; Lasio­ glossum sabulosum, Warncke, 1986 und Osmia hyperborea, Tkalcu, 1983).

Statt eines Artensterbens gab es also bei Wildbienen seit 1980 eine Zunahme der Arten. Alle anderen 38 ausgestorbe­nen Wildbienenarten aus der Antwort der Bundesregierung an die Abgeord­neten sind vor 1980 ausgestorben, die erste (Nomada mauritanica Lepeletier 1841) vor genau 200 Jahren, im Jahr 1818, wobei es zweifelhaft ist, ob die fünf im 19. Jahrhundert ausgestorbe­nen Wildbienenarten auch wirklich hier heimisch waren.

Artenvermehrung statt -schwund

Eine Artenvermehrung statt eines Ar­tenschwunds bei Wildbienen wollten die Aktivisten in den Behörden den Bundestagsabgeordneten wohl nicht mitteilen. Das hätte die Argumentation gestört, das Bienensterben sei haupt­ sächlich eine Folge der modernen Land­ wirtschaft. Als kleine juristische Hin­tertür ließ man bei der Frage „Wie viele heimische Wildbienen­ und Schmetter­lingsarten sind seit den 1980er­Jahren ausgestorben?“ in der Antwort das „seit 1980“ weg. Man könnte sich also auf ein Versehen berufen. Diese Raffinesse spricht für eine Abstimmung der Fra­gen und Antworten zwischen den betei­ligten Netzwerkern.

Auch die Insektenforscher verhielten sich ruhig. Das zeigt, welche Narreteien sich die Gemeinschaft der Umweltak­tivsten inzwischen sogar gegenüber den Parlamenten erlauben können. Es gab Zeiten, da wäre es den Urhebern pein­lich gewesen, bei einer „weißen Lüge“ (für einen höheren Zweck) ertappt zu werden, Medien und Wissenschaft hät­ten eine Korrektur angemahnt.

Heute ist der Schwindel folgenlos, denn Kritik würde als „Artensterben­leugnung“ ausgelegt, wäre unpopulär und könnte Stimmen kosten. Bundes­tag und Ministerien sind über diese Täuschung von Parlament und Öf­fentlichkeit zwar informiert, tun aber nichts dagegen, denn der amtliche Umweltschutz scheint in Deutschland die Lizenz zur Irreführung zu haben. Was „wahr“ oder „korrekt“ ist und was „Lüge“ oder „Täuschung“, ist nicht mehr eine Frage des „Fact Checking“, sondern Meinungssache.


Georg Keckl

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Kommentare ( 47 )

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Analog zum „Waldsterben“, dem anthropogenen Klimawandels und den „Dieseltoten“ ist den Ökologisten auch beim Insektensterben jedes Mittel Recht für ihre Sache. Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn aber wie hier dargelegt vermeintlicher Umweltschutz-Aktivismus teilweise genau das Gegenteil von dem bewirkt, was bezweckt er dann tatsächlich … was ist dann die Motivation der „Umweltschützer“? Meine Antwort: Letztlich ist es der Klassenkampf der Linken, auf einem anderen Schlachtfeld, mit anderen Mitteln. Es geht darum, die Lebensweise von Menschen zu bestimmen. Es ist ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Es ist tief innen drin der Neid. Es ist der Kampf gegen die Leute,… Mehr

Ich teile Ihre Ansicht, was Grüne angeht: Lässt sich Wesentliches ihrer Ideologie doch aus ihrer hohen Affinität zur Neuen Linken, die bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts reicht, herleiten; allerdings seit den späten neunzehnhundertundsiebziger Jahren ökologisch „lackiert“ und daher so gefährlich, weil man den oft anarchistisch-linken Wolf im Grünen Schafspelz nicht erkennt! Das unterscheidet m. M . nach die Grünen von der orthodoxen Linken, die mit offenem Visier kämpft und daher einschätzbar, einfach ehrlicher ist! Da steht außen drauf, was innen steckt!

Die NGOs haben Deutschland fest im Griff. Ich kann jede Regierung verstehen, die die NGOs an die Kandarre nehmen oder aus dem Land jagen.
Das Thema ist egal : Tierschutz, Umweltschutz, Gesundheitsschutz, Klimaschutz, Feinstaub, Fluchtursachen, Flüchtlinge… Behauptungen werden als Fakten dargestellt und wenn irgendwelche NGOs die Behauptung in den Raum wirft, hat die Wissenschaft, der gesunde Menschenverstand keine Chance mehr, die Leute schalten den Verstand aus. Esoteriker diktieren die Politik und das Land.

Das ist ein richtig gutes Geschäftsmodell, bzw. Beschäftigungsmodell https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/gailingen/Ein-Herz-fuer-Wildbienen-Experten-sehen-erste-Erfolge-auf-einer-Bienenweide-in-Obergailingen;art372441,9872921 Obergailingen liegt „am Ende der Welt“, im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, Natur pur, nichts los, kaum Landwirtschaft. Natürlich kommen die Bienchen dahin, wenn man entsprechende Samenmischungen streut. Vorher wohnten sie woanders, jetzt sind sie halt da. Letzten Sommer wurde ein ehemals ansprechender Verkehrskreisel direkt am Ortsende meiner Stadt mit viel Aufwand (Geld) zur Bienenweide „umgewidmet“. Auch dort liegt die Wildnis gleich nebenan. In dem öden Kreisel wuchs fast nichts, aber ein Schild wurde aufgestellt, „Bienenweide“, na wenigstens wusste der irritierte Autofahrer Bescheid. Vorsicht, Bees crossing! Die Leute machten sich in Zeitungskommentaren darüber lustig,… Mehr
Sehr geehrter Herr Keckl, ich habe mit Interesse Ihren Artikel und Ihre Kritik gelesen. Die Kritik ist berechtigt. Doch folgendes hat mich in Ihrem Artikel sehr gestört und das möchte ich meinerseits kritisieren: Sie unterstellen den Leuten, die Monitorings machen unlautere Messmethodik und sogar bewussten Betrug, um weitere Aufträge zu bekommen. Dies ist eine Annahme, die Sie nicht mit Beweisen belegen (können) und somit eine diffamierende Unterstellung. Wenn Sie vom „falsch verstandenen Naturschutz“ reden, haben Sie vermutlich konkrete Beispiele von „wild wuchernde Naturschutzflächen“ im Sinn. Es wäre interessant gewesen, diese im Artikel zu erfahren. Alle Naturschutzaktiven mit denen ich zusammenarbeite,… Mehr
Sehr geehrter Leser, Beispiele für arten- und insektenmengenkontraproduktiven Naturschutz finden Sie hier https://www.novo-argumente.com/artikel/artenparadies_truppenuebungsplatz und hier https://www.perlentaucher.de/buch/josef-h-reichholf/die-zukunft-der-arten.html sowie in den Arbeiten von Prof. Reichholf u.a. über den Zusammenhang von Kläranlagen, im Wasser lebenden Insekten (Beispiel Zuckmücken), Tieren im Wasser (Beispiel Muscheln) und Vögeln (Beispiel Mauersegler). Diese Werke sind bekannt ( https://www.salonkolumnisten.com/deutschland-zu-gruen/ etc.). Wenn die Umweltministerin Truppenübungsplätze „der Natur zurückgeben“ will, reduziert sie Arten, so wie mit übertriebenen Wasserschutz Flora- und Fauna im Wasser extrem verringert werden. Tun sie was für den Bodensee, pinkeln sie rein. Übertriebener Wasserschutz und Artenschutz heben sich in vielen Fällen als Umweltargument gegenseitig auf. Dreck macht Leben,… Mehr

„Sie unterstellen den Leuten, die Monitorings machen unlautere Messmethodik und sogar bewussten Betrug, um weitere Aufträge zu bekommen. Dies ist eine Annahme, die Sie nicht mit Beweisen belegen (können) und somit eine diffamierende Unterstellung.“

Die brauchen gar nicht zu lügen oder systematisch mit falschen Methodiken zu arbeiten. In vielen Fällen hängt es gar nicht davon ab, sondern von der Interpretation der Ergebnisse und der daraus gezogenen Schlüsse. Für den Folgeauftrag reicht es aus, einfach zu behaupten, dass eine mögliche Interpretation erhärtet werden muss. Ehrlich wäre vielleicht einfach zu sagen, es gibt keinen beweisbaren Zusammenhang.

Tja, es wird eine Geschichte nach der anderen erfunden, denn es funktioniert einfach verdammt gut. Manch ein Idealist wird jetzt sagen, da müsse man/ich mit der Bevölkerung doch diskutieren, ihr die Information zukommen lassen („aufklären“). Ich mache das aber nicht mehr. Ich habe im Laufe meines Lebens über massenhaft vergebene Mühe festgestellt, dass die Masse schön erzählte Geschichten aus den Medien hören will, und das war’s. Ich konzentriere mich nur noch auf die Einzelnen, rational Begabte, mit denen solche Diskussionen möglich sind.

Okay, gibt es gesicherte und neutrale Daten? Intensive googlei hat vom Ergebnis gezeigt, dass die Kulturbiene anscheinend nicht bedroht ist. Die Wildbiene ist auch nicht vor dem Austerben. Gute Nachricht, denn ohne Insekten ist auch unser Skalb bedroht. Diese Erkenntnis wird Grabenübergreifend akzeptiert. Doch irgendwas ist. Doch was ist es ? Die Gesamtmasse der Insekten soll bis zu 75% zurückgegangen sein. Wenn man in den 70zigern mit dem Auto über die Autobahn gebrettert ist, war hinterher die Windschutzscheibe voller Insekteneinschläge. Das ist heute nicht mehr so.Also nach eigener Wahrnehmung ist da etwas dran. Das entscheidende ist , ich traue unseren… Mehr
Sehr geehrter Leser, der Witz an der „Windschutzscheiben- Anekdote“ ist, dass nun gerade dieser allseits aufgeführte Faktor, also der Einfluss der Winschutzscheiben-Toten, zusammen mit den „Windräder- und Straßenlampen-Toten“, auf das Ausmaß des „Insektensterbens“ gerne unerwähnt bleibt. Wir fahren mehr als früher und es gibt mehr Nachtbeleuchtung, nicht nur an Windrädern („Insektenfallen“). Man beschuldigt ohne wissenschaftlich-juristischen Beweis der „Schuldfrage“, die, die man an den Pranger gestellt haben will, ein gewollter Rückfall in vorwissenschaftliche Zeiten. Eine Katastrophe für unseren Wissensstandort. Wenn es Sie interessiert: Journal of Insect Conservation, October 2015, Volume 19; James H. Baxter-Gilbert et al. „Road mortality potentially responsible for… Mehr

Danke für die Replik. Das Beispiel mit der Windschutzscheibe hatte und sollte keinen empirischen Anspruch haben, sondern basierte auf einer persönlichen Beobachtung.
Allerdings gehen auch Sie von einem Insektenrückgang aus, da Sie Ihrerseits Gründe dafür anführen ( Windräder… ) .
Es ist mir auch egal welche Gründe es letztendlich sind, ich bezahle Steuern und erwarte, dass der Staat im Rahmen der Daseinsvorsorge ein vernünftiges Risikomanagement betreibt.
Aber die Kernaussage meines Leserkommentars ist immer noch die, dass ich dem Staat nicht mehr vertraue, weil wirklich alles genutzt wird ideologische Phrasen zu begründen und sie quasi als trojanisches Pferd in das Denken der Bürger einzuschleusen.

Sie können gerne vorbei kommen und meine Windschutzscheibe säubern. Da sind mehr als genug ekelige Kleckse drauf. Ob das jetzt gefühlt mehr oder weniger Insekten sind, kann ich nicht sagen.

Die Insekten trauen sich heute eben gar nicht mehr über die Autobahn. 😉
Im Ernst, warum sollten die Insekten die Grünstreifen neben den Autobahnen, hier im Süden sind jedenfalls meistens welche, überhaupt verlassen? Die leben da doch gut, in schön angelegten Hängen mit Kieselanhäufungen und Niedergewächsen.
Und in Ballungsgebieten ohne Grün, nur mit Schallschluckmauern, da wird es auch kaum Lebendiges geben, wieso auch?

na, die Insekten haben sich angepasst und weichen jetzt den Autos aus…logisch, oder?

„Wenn man in den 70zigern mit dem Auto über die Autobahn gebrettert ist, war hinterher die Windschutzscheibe voller Insekteneinschläge. Das ist heute nicht mehr so.Also nach eigener Wahrnehmung ist da etwas dran.“ Schauen Sie sich mal die Windshutzscheiben damals und heute an. Vielleicht hat es auch etwas mit der extrem verbesserten Aerodynamik der Autos zu tun, der Beschichtung der Scheiben? Ich wäre da vorsichtig mit solchen Schlüssen.

Nicht nur hier, sondern bei vielen derzeit aktuellen Themen liegt ein Versagen unseres politischen Systems zugrunde. Die Demokratie erfordert eine Mehrheit von gut informierten, gebildeten, verantwortungsvollen Bürgern. Dazu bedürfte es, erstens, eines guten Bildungssystems, unabhängiger und verantwortungsvoller und kompetenter Medien und der Einübung von direkter Demokratie auf unterer Ebene. Direkt, weil nur so der Einzelne die Konsequenzen seiner Entscheidung sieht. Es bedürfte aber, zweitens, auch eines politischen Systems, dass sich nicht weitgehend von Wahlen unabhängig gemacht haben. Das ist den Parteien aber gelungen. Die Trägheit der Wähler führt dazu, dass es bei den Wahlen immer nur um ein paar Prozentpunkte… Mehr
Für was braucht es denn noch faktenbasierte Wissenschaft? Egal welche Themen diskutiert werden, ob wirtschaftliche, rentenbasierte, infrastrukturelle, gesundheitspolitische oder einwanderunstechnische, es wird gelogen, vertuscht, verbogen und falsch dagestellt. Dem großteil der Bevölkerung ist es Jacke wie Hose ob der Regen tatsächlich Sauer ist oder der Wald stirbt. Es herrscht Informations- und Wissenslosigkeit. Es sind immer die selben verklärten und weltfremden Vorreiter der Apokalypse die diese Unwahrheiten in die Welt setzen. Es geht ihnen um Geld und Ideologietransport. Man fühlt sich selbs immer mehr fehl am Platz. Man wartet auf ein Regulativ, aber da kommt nichts. Immer mehr Lügen denen man… Mehr

Und alle Jahre wieder: Balkenbiegen.

Wieder einmal liefert TE, das ich eigentlich als Meinungsportal kategorisiere und schätze, wertvolle Fakten, die manches schiefe Bild geraderücken. Dasfür herzlichen Dank und die besten Wünsche für das Gedeihen des Portals im nächsten und hoffentlich vielen folgenden Jahren.