Kein Aufkleber – oder doch? Ein Vorfall bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, der sich harmlos anhört, aber vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs ist. Die Propaganda findet im Wahllokal statt, ohne dass es dort bemerkt oder korrigiert wird. Berichtet ein Bürger von der Landtagswahl in Baden-Württemberg
picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Als ich am 8. März 2026 mittags um 12 Uhr in Konstanz zur Wahl des Landtags von Baden-Württemberg die Wahlkabine (Münsterplatz 4) betrat, schweifte mein Blick zunächst über die Kandidatenliste und nach dem Ausfüllen des Stimmzettels wie zufällig über die Schreibunterlage aus Plastik. Zu meinem Erstaunen erblickte ich darauf einen Aufruf, der mir wohlvertraut ist, weil er mir in der Stadt von jeder zweiten Freifläche auf Masten, Litfaßsäulen, Türen und Briefkästen etc. entgegenlacht: „FCK NZS“.
Zunächst dachte ich, es wäre ein Aufkleber, aber ich konnte das Ding nicht abkratzen. Mir erschien es so, als wäre der Aufruf fest in die Schreibunterlage eingeschweißt. Ich meldete meine Beobachtung der Wahlleiterin. Diese wusste nichts davon und versicherte mir, dass politische Kundgebungen und Symbole, in welcher Form auch immer, in dem geschützten Wahlraum strikt nichts verloren hätten. Sie versprach mir, die Schreibunterlage sofort entfernen zu lassen.
Später wandte ich mich mit der Bitte um eine Erklärung für diesen Vorfall in einer E-Mail an die Adresse Wahlhelfer@konstanz.de. Die stellvertretende Leiterin des Teams Wahlen meinte mir, dass die Wahlkabinen im Laufe des Vormittags mehrfach auf unzulässige Gegenstände oder Markierungen überprüft wurden. Die Wahlvorsteherin habe den Fund bestätigt, aber entgegen meines Eindrucks gesagt, dass es sich bei der Markierung doch um einen Aufkleber gehandelt habe, „der so auf der Schreibunterlage angebracht war, dass zunächst der Eindruck entstehen konnte, er sei Teil der eingeschweißten Unterlage“. Es sei davon auszugehen, dass der Aufkleber „kurz zuvor“ von einem anderen Wähler angebracht wurde. Die manipulierte Schreibunterlage sei umgehend aus der Wahlkabine entfernt und durch eine andere ersetzt worden. Der Aufkleber sei anschließend durch ein Mitglied des Wahlvorstandes entfernt worden. Es scheint also doch ein Aufkleber gewesen zu sein, wenn er auch äußerst professionell angebracht sein musste.
Klar hätte ich gerne gewusst, ob es sich hier um einen einmaligen Angriff auf eine Wahlkabine gehandelt hat. Auf der Webseite des Internetforums Reddit kann man sehen, dass an solche Aktionen schon längst gedacht worden ist. Es wäre ja auch verwunderlich, wenn unsere „Freunde der Demokratie“ auch nur den kleinsten Raum übersehen hätten, den man linkspropagandistisch ausnützen kann. Dass es erst kurz vor meiner Entdeckung zu der Manipulation der Schreibunterlage gekommen ist, halte ich auf diesem Hintergrund für unwahrscheinlich. Sie dürfte vielmehr flächendeckend bereits ab Öffnung der Wahllokale oder eher schon bei der Vorbereitung der Schreibunterlagen stattgefunden haben.
Der Vorfall hört sich harmlos an, ist aber vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs. Unsere Linksextremen und alle, die mit ihren Symbolen herumlaufen, dürften bereits heftigst an allerlei Möglichkeiten des Wahlbetrugs arbeiten. So wie sie sich geradezu hysterisch gegen die freie Rede oder gegen Volksabstimmungen stellen, möchten sie den Bürgern auch das Schnipselchen Freiheit entreißen, das ihnen in einer geheimen Wahl bis jetzt noch geblieben ist.
Josef Bayer, Prof. em. für Allgemeine und Germanistische Linguistik, Universität Konstanz

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Advocatus-Diaboli-Mode: Was sagt es über die Michels aus, wenn ein Aufkleber reichen sollte, dass eine andere Partei gewählt wird?
Eine Sauerei ohnegleichen! Kein Wunder, dass die SPD es nur knapp über die 5-Prozent-Hürde geschafft hat.
Mal eine Wahlunterlage mit dem Aufdruck „Liste 1 – Hitlerbewegung“ in die „Wahlkabine“ legen und abwarten, was auf der Papageienstange passiert.
Die Frage ist doch, weshalb der „Gastautor“ ueberhaupt an dieser Wahlfarce teilgenommen hat. Sollen „unseredemokraten“ doch sich selbst waehlen.
Wer sich in der Wahlkabine von einem Antifa-Aufkleber beeinflussen lässt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Aber dafür braucht es gar keine Aufkleber, ich stelle fest, dass rund 80% der Wähler in RP sowieso nicht mehr zu helfen ist. Dann sollen sie halt untergehen, mir ist es egal. Es ist nur schade, um das schöne Fleckchen Erde.
Dann schauen Sie sich mal in Ihrem Haushalt um…. Markenprodukte überall.
Es geht nicht darum, ob sich jemand von Wahlaufklebern beeindrucken lässt. Es geht darum klarzustellen, dass das Wahllokal und sein unmittelbares Umfeld „neutrales Gelände“ ist, dass also jeder dort wirklich frei ist, seine Kreuze dort zu machen, wo er möchte.
Die Werbefreiheit in und um das Wahllokal ist also eine Aussage über den Charakter der in diesem Land praktizierten Demokratie. Eine wichtige Aussage, die sich mancher hinter die Ohren schreiben sollte.
Das ist ja grundsätzlich richtig, was sie sagen. In der Praxis sollte solche Werbung aber gar keine Auswirkung haben. In einer funktionierenden Demokratie, in der der Wähler mit seinem Wahlrecht sorgfältig umgeht, hat er sich vorher damit beschäftigt, welche Partei, welche Inhalte anbietet und sich somit auch vorher bereits festgelegt, bei wem er sein Kreuz machen wird. Irgendwelche Antifa-Aufkleber werden dann keinen mehr beeinflussen. Wenn ich wählen gehe, steht vorher fest, bei wem ich mein Kreuz mache. Ich suche auf dem Wahlzettel meine präferierte Partei/Kandidaten und mache dort mein Kreuz. Der ganze Wahlakt dauert keine 10 Sekunden. Ich schaue nicht… Mehr
Ich gebe Dir vollständig recht, aber: In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht. Man glaubt gar nicht, wieviele Leute in die Wahlkabine gehen ohne sich schlüssig zu sein, wen sie wählen wollen. Ich kann schlecht zusehen und schon gar nicht in die Köpfe gucken, ich könnte mir aber vorstellen, daß ein nicht unerheblicher Teil erst beim Lesen der Liste eine Entscheidung trifft, die im Extremfall sogar zur Wahl einer Partei führen kann, die dem Wähler vorher gar nicht bekannt oder bewußt war, weil das Wort „Tierschutz“ oder „Rentner“ ohn triggert. Und ja, das ist der… Mehr
Ist Nazi eine Partei? Anderer Blickwinkel: Vor einigen Jahren, aus einem „demokratischen Anfall“ heraus habe ich mich als Wahlhelferin gemeldet. Seitdem bekleide ich dieses verpflichtende Ehrenamt und werde es auch nicht mehr so einfach los. Ich wurde bis jetzt in wechselnden Wahllokalen eingesetzt und habe immer andere Positionen besetzt: vom stellvertr. Beisitzer, über Schriftführerin bis zum Wahlvorsteher. Eines war aber immer gleich: Ich war die einzige, die nicht im öffentlichen Dienst angestellt ist. Ich bin jedesmal aufs Neue verblüfft wie neutral die Wahlhelfer sind…nicht weil sie dazu verpflichtet sind-sondern weil es sie schlichtweg nicht interessiert…allesamt absolut unpolitisch! Anfangs war ich… Mehr
Dass es viele Wahlhelfer aus dem öffentlichen Dienst sind, liegt auch daran, dass die Wahlämter Menschen aus dem öffentlichen Dienst leicht rekrutieren können und andere eben nicht. Ich kriegte gleich im ersten oder zweiten Jahr meiner Zeit im öffentlichen Dienst ein Schreiben mit der Aufforderung, mich als Wahlhelfer zur Verfügung zu stellen. Als ich meinen Chef fragend ankuckte, sagte er: Ja, Herr Seiler, natürlich tun Sie das. Da hatten sie mich.
Lange her, aber das Erlebnis war damals wie hier beschrieben: Viele gutwillige Menschen, die wollten, dass die Wahl gerecht den Regeln gemäß durchgeführt wurde. Sehr angenehm.
Ich wählte – ebenfalls in Konstanz – im Wahllokal an der Fahrradbrücke und dort war eigentlich alles in Ordnung. Mir fällt nur jeweils die Anti-AfD-Hasstafel in der Gerichtsgasse auf, dort scheint ein Antifa-Hauptquartier zu sein und dort wehte auch lange die FCK-AfD-Flagge. Ich finde es schon lange unerhört, dass die Stadt nichts gegen diese offensichtliche Hetztafel unternimmt. Sie war eine Zeit über verschwunden, war aber vor der BW-Wahl wieder voller echter Hassnachrichten, die Andersdenkende übelst diffamieren, Tenor: AfD=NAZI. Aber es scheint exakt im Sinne der Stadtverwaltung sein, sonst hätte man diese Hetze nicht über Jahre stehenlassen. Aber man demonstrierte auch… Mehr
Es gibt inzwischen einen Teil in der Bevölkerung – und an Stellen in der Regierung – die sich ohne Schuldgefühl berechtigt fühlen, Manipulationen an den demokratischen Verfahren vorzunehmen. Sie fühlen sich besonders clever. Tatsächlich machen sie die Demokratie verächtlich.
Unsere Demokratie wird von mehreren Seiten angegriffen. Diese Verachtung finde ich besonders unangenehm, weil sie andere, die sich bisher an die Regeln halten, ermutigen, zurückzumanipulieren. Irgendwann ist unsere Demokratie dann eine Wirtshausschlägerei.
Zustimmung zu Ihrem Posting, bis auf „unsere Demokratie“. Die gehört niemandem, ist einfach Demokratie.
Mit „unsere Demokratie“ meine ich einfach die Demokratie in Deutschland. Nicht wollte ich behaupten, dass sie irgendwem gehört. Keinesfalls meine ich „UnsereDemokratie“, also die links-grün-woke Autokratie, die nur noch nach außen so aussieht wie eine Demokratie.
Ich wollte mich einfach in diesem Fall nicht über die Demokratie überall auf der Welt äußern, deshalb das „unsere“.
Für „UnsereDemokratie“ Moralisten war es wichtig nach der Wahl „konzentriert“ die Wahlzettel zuzuordnen. Das was möglich war ,ist vermutlich erledigt worden
Machen wir uns nichts vor, der Angriff auf die Wählerklientel läuft doch schon seit Jahren. Das Lügenpack will trotz größtem Versagen in allen Bereichen an der Macht bleiben. Funktioniert es nicht mit Lügen und Hetze, werden Wahlmängel festgestellt wie damals bei der Landtagswahl in Thüringen oder wie in Berlin, wo es Probleme mit falschen Stimmzetteln und den Öffnungszeiten der Wahllokale gab. Ich kann mir vorstellen, dass auch bei den heutigen Wahlen in Rheinland/Pfalz und den noch anstehenden Wahlen schon entsprechende Vorbereitungen getroffen wurden bzw.werden.