Der Weltklimarat: IPCC-Autoren sagen Klimakatastrophe ab

Jahrzehntelang wurde der Weltuntergang an die Wand gemalt. Generationen von Schülern wurde Angst gemacht. Klimaschutz hat in Deutschland gar Verfassungsrang. Auf dieser Grundlage wurde die Energieversorgung zerstört, die in der Folge zu einer beispiellosen Deindustrialisierung geführt hat. Jetzt heißt es: War nicht so gemeint.

picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Am 7. April 2026 veröffentlichten 44 IPCC-Autoren, die für die Klimaszenarien des Weltklimarates verantwortlich sind, eine bahnbrechende Veröffentlichung. Unter der Federführung von Prof. Detlef van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den letzten beiden Klimaberichten von 2013/2014 (AR5) sowie von 2021 bis 2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis zu 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „unplausibel“ (implausible) sind.

IPCC-Autoren verabschieden sich von den Katastrophenszenarien der letzten beiden Weltklimaberichte

In diesen Szenarien (RCP 8.5) wurde angenommen, dass die Emissionen an CO2 sich im Verlaufe dieses Jahrhunderts mehr als verdreifachen würden. Da der Weltklimarat in seinen Modellen das CO2 als den wesentlichen Klimafaktor zugrunde legt, kam man so auf erschreckende Temperaturanstiege. Im Modell RCP 8.5 sollte es nach dem letzten Bericht (AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Grad wärmer werden.

Seit vielen Jahren weisen Wissenschaftler, darunter auch ich (hier, hier und in einem eigenen Kapitel in „Unerwünschte Wahrheiten„, Kapitel 39, Langen-Müller, 2020) darauf hin, dass in diesem Extremszenario schon 2080 der weltweite Kohlenstoff in Form von Öl, Gas und Kohle erschöpft wäre. Trotzdem hielt man an diesem Szenario fest und beschrieb es sogar als „business as usual„. Der Trick ging weitgehend auf: Das Schreckensszenario beherrschte die Schlagzeilen der Medien („Bis zu 5 Grad Erwärmung …„). Mit diesem Szenario wurde im politischen Raum gearbeitet und wurden Gesetze zur Einführung der CO2-Steuer, Klimaschutzprogramme und Verbrennerverbote begründet.

Selbst das Bundesverfassungsgericht stützt sich auf die IPCC-Berichte, die das Gericht als „zuverlässige Zusammenfassung des aktuellen Kenntnistands zum Klimawandels“ ansieht. Das Gericht begründet seine Entscheidung in den Randnummern 19 und 22 seines Beschlusses vom 21. März 2021 wie folgt: „Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels gilt derzeit ein globaler Temperaturanstieg um mehr als 3 °C bis zum Jahr 2100 als wahrscheinlich“ und verweist als Quelle auf den IPCC Bericht von 2012/13 – Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger , S17 f.

Dort findet man als Quelle die Grafik, die die Temperaturentwicklung bis 2100 aufgrund des RCP-Szenarios 8.5 beschreibt:

Screenprint: IPCC

Das Bundesverfassungsgericht nimmt also als Basis seiner Entscheidung eine Temperaturprognose, die mittlerweile als unplausibel verworfen worden ist. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den Wissenschaftlern, die für die Szenarien des Weltklimaberichts verantwortlich sind. Hätte das Bundesverfassungsgericht und nachfolgend die Bundesregierung die damals schon vorhandene Kritik an den völlig ungeeigneten Katastrophenszenarien des IPCC zur Kenntnis genommen – wie man es bei einer solch folgenschweren Entscheidung eigentlich voraussetzen sollte – ,  hätte man einen solch schwerwiegenden Fehler, der Deutschland ins Unglück stürzt, vermeiden können. Die federführende Richterin Britz schrieb lieber in den Beschluss Formulierungen hinein, die auch schon ihr Ehemann, der damalige Vorsitzende der Grünen in Frankfurt, Bastian Bergerhoff nahezu wortgleich auf seiner persönlichen Webseite Monate vor dem Beschluss veröffentlicht hatte.

Was sind die neuen IPCC-Weissagungen?

Der US-Klimawissenschaftler Roger Pielke Jr. hat die Veröffentlichung der 44 Wissenschaftler vom 7. April 2026 untersucht. Die Veröffentlichung behandelt nur noch sieben Szenarien mit hohen, mittleren und niedrigen CO2-Emissionen. Das neue hohe Emissionsszenario wird von den Autoren selbst als unwahrscheinlich bezeichnet. Denn danach wird die Emission noch einmal um 30 Prozent ansteigen und im Verlaufe dieses Jahrhunderts auch nicht mehr absinken. Dieses neue Hoch-Szenario ist schon deswegen absurd, weil es eine Bevölkerungsexplosion von heute 8,2 Milliarden auf 14,5 Milliarden annimmt. Die heutigen Bevölkerungsprognosen gehen von einer maximalen Bevölkerung von 9 bis 10 Milliarden Menschen in diesem Jahrhundert aus.

Das mittlere Szenario orientiert sich an den aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA (current policy) und ist wohl die wahrscheinlichste Entwicklung. Sie wird beschrieben als Fortsetzung der heutigen Politik und führt bis 2050 zu ähnlichen hohen Emissionen wie heute und danach zu einem Abflachen der CO2-Emissionen. Nach den Berechnungen der 44 Wissenschaftler wird damit eine Erwärmung bis zum Jahre 2100 von 2,56 Grad Celsius gegenüber dem Jahre 1860 erreicht. Da im Jahre 2025 gegenüber dem Basisjahr 1860 bereits eine Erwärmung von 1,45 Grad Celsius festgestellt wurde, geht das mittlere und wahrscheinlichste Szenario von nur noch einer Erwärmung um 1,1 Grad bis zum Jahre 2100 aus.

Das wäre alles andere als eine Katastrophe. Wenn man wie der IPCC annimmt, dass die Erwärmung im Wesentlichen vom CO2 bestimmt wird, dann kann man auch den Anteil Deutschlands an dieser Erwärmung bis 2100 berechnen. Deutschland hat einen Anteil von 1,46 Prozent an der CO2-Emission der Welt. 1,46 Prozent von 1,1 Grad machen 0,016 Grad bis zum Jahre 2100 aus.

Und für die nicht sicher messbare Veränderung zerstört grüne und linke Politik den Wohlstand des eigenen Landes?

Die schlimmste Erfahrung der letzten Wochen ist aber, dass die doch so gute Nachricht, dass die Klimakatastrophe abgesagt werden kann, in Deutschland nicht diskutiert wurde. Täte man das ernsthaft, müssten alle Gesetze, Programme, Subventionen, die den angeblich zu erwartenden Klimanotstand bekämpfen sollen, rigoros abgeschafft werden. Das wäre zwar mehr als peinlich für unsere Klimakämpfer in Regierungen und Medien. Aber es wäre der Beginn eines neuen deutschen Wirtschaftswunders.

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Kommentare ( 103 )

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103 Comments
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BKF
1 Monat her

Grüße von einem Chemiker an den anderen. Das ist eigentlich ein alter Hut. Darauf hatte mich schon Prof. Hebert vor langer Zeit an der Bergakademie Freiberg hingewiesen. Die Fachleute wissen das, aber können sich gegen die Politik und andere Interessen (und deren Vertreter in Form von NGOs) halt nicht in der veröffentlichten Meinung durchsetzen, ich merke da auch immer wieder, wie ich gegen eine Wand laufe bei solchen Diskussionen. Schon damals wurden kritische Professoren wie Hebert von offizieller Seite regelrecht abgekanzelt. Auch Prof. Bohmhammel wies schon damals im Rahmen seiner Vorlesung zur physikalischen Chemie der Atmosphäre auf viele solcher Unstimmigkeiten… Mehr

Last edited 1 Monat her by BKF
Chrisamar
1 Monat her

Übersicht mit KI Der peruanische Kleinbauer und Bergführer Saúl Luciano Lliuya hat mit seiner jahrelangen Klimaklage gegen den deutschen Energiekonzern RWE vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm am 28. Mai 2025 zwar eine Niederlage erlitten, aber einen rechtshistorischen Grundsatzsieg errungen. Das Gericht wies die Klage zwar ab, stellte aber fest, dass große Treibhausgas-Emittenten grundsätzlich für Klimaschäden haftbar gemacht werden können. [1, 2, 3] Kernfakten des Falls (Stand Mai 2025): Kläger: Saúl Luciano Lliuya, lebt in Huaraz, Peru, unterhalb des Gletschersees Palcacocha. Beklagter: RWE AG, einer der größten CO₂-Emittenten Europas. Vorwurf: RWE ist durch seine CO₂-Emissionen mitverantwortlich für den Klimawandel, der das… Mehr

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Chrisamar

Das hier wird auch erneut zu betrachten sein – was die Frage aufwirft, wie das Gericht nach den neuen Erkenntnissen von sich aus tätig – oder muss da erst von wem auch immer geklagt werden: „Am 29. April veröffentlichte das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe seine Entscheidung zu den Verfassungsbeschwerden verschiedener junger Bürger*innen dieses Landes in Bezug auf das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung: Diese hatte zur Erreichung der am 12. Dezember 2015 in Paris von 195 Staaten beschlossenen Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 bis höchstens 2 Grad zugestimmt und deshalb im genannten Gesetz einen Fahrplan bis 2030 für die Bundesrepublik festgesetzt. Dazu… Mehr

PaulKehl
1 Monat her
Antworten an  Kassandra

Hoffentlich klagen diese Haltung zeigenden jungen Bürger genau so energisch gegen die Schuldensause, die sie später abtragen müssen.

PaulKehl
1 Monat her
Antworten an  Chrisamar

Das Gefährliche an dieser Rochade ist die Liquidierung der dt. Industrieunternehmen, soweit es diese überhaupt noch gibt. Die Liquidierung ist beabsichtigt.

giesemann
1 Monat her

Es gibt eine Zeichnung von Sempé, die einen gewaltigen Demonstrationszug zeigt: unübersehbar viele Menschen sind zusammengeströmt, von den Seiten laufen immer noch mehr dazu. Der Zug folgt einem großen, aus den Massen emporgereckten Banner mit der Aufschrift »Wir sind zu viele!« Eine Massendemonstration gegen die Existenz der Massen. Knapper ist unsere Hilflosigkeit gegenüber dem Problem nie dargestellt worden. Wir sind in der Tat offenbar schon jetzt viel zu viele Menschen auf diesem kleinen Planeten. Für die unmittelbar vor uns liegende Entwicklungsphase bis zum Jahr 2000 gehen die Schätzungen nicht allzu weit auseinander. Sie liegen für diesen Zeitpunkt zwischen rund 6… Mehr

Sabine Schoenfelder
1 Monat her
Antworten an  giesemann

Es gibt kaum etwas Verachtenswerteres, als auf die Reduktion der eigenen Artgenossen zu drängen.
Wer der Erde betrachtet, erkennt, wieviele großen Flächen nahezu unbewohnt sind.
Außerdem : Es ist genug für JEDEN da. Nur nicht für die Gierigen. Gandhi.
TED Turner, der eine Milliarde für eine EIN-KIND-OFFENSIVE der UN spendete, hatte selbst 5….upps…und besaß Land für sich alleine, das für viele tausende Menschen zur Verfügung stünde.

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Sabine Schoenfelder

Sie haben recht, das EIKE weiß das, muss ich es noch und nochmal zitieren? Na gut: #https://eike-klima-energie.eu/2023/12/19/cop28-eine-grosse-globale-psycho-party-um-mehr-geld-aus-ein-paar-suendenboecken-herauszuholen/ – jetzt aber auch lesen! Alle kämpfen um ein Weiterso, die „Klimaleugner“ genauso wie deren Gegner. Vor allem Frauen, weil sie naturbedingt gebären wollen, möglichst in eine schöne heile Welt für ihre Kinderchen. Die Kerle sollen es ihnen machen. Dass damit Schluss sein könnte ist ihnen nur schwer beizubringen, weil die Natur, das alte Luder, ihnen das Nachdenken nachhaltig versaut mit einem Hormoncocktail alle vier Wochen, der sich gewaschen hat. Männer können sich das nicht vorstellen, müssen also selbst aktiv werden, sollen sich sterili lassen –… Mehr

Sabine Schoenfelder
1 Monat her

….und SELBSTVERSTÄNDLICH wird ATOMKRAFT zurückkehren….digitales Geld, KI, Kontrolle, das Internet der Dinge….wenn nicht aus eigenen AKWs, dann eben über Frankreich, Polen oder anderen Anrainern. Dazu kaufen wir „klimafreundliches“ LNG von Trump, und jede Menge getarntes Russengas über die Weltmeere, CO2- intensiv importiert…heuchel, heuchel…
Jedes Windrädchen mehr, daß die grüne Schickeria finanziell aufpampert, alle Solarpaneelen auf des gehorsamen Deutschen Dach, müssen mit m e h r Fossilen und Atomstrom „gesichert“ werden. Nennt sich back-up. Denn nachts scheint keine Sonne, und Wind bläst nur sporadisch, entweder zu viel, dann zahlen WIR…oder zu wenig, dann zahlen WIR….genial. Wir zahlen immer…

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Sabine Schoenfelder

Wir zahlen immer… . Sie zahlen gar nichts und ….und SELBSTVERSTÄNDLICH wird ATOMKRAFT zurückkehren… – ganz von alleene, wa? Wer als Mann noch irgendwas tut für die dummen Weiber, dem kann ich auch nicht helfen, Lektüre: „Der dressierte Mann“ (1971) von Esther Vilar ist eine provokante Streitschrift, die umgekehrt behauptet, dass Männer das unterdrückte Geschlecht sind. Vilar argumentiert, dass Frauen Männer durch emotionale Manipulation, Lob und Sex „dressieren“, um sie leistungsfähig zu halten und sich selbst ein bequemes Leben auf deren Kosten zu sichern.
Wir singen mit Claire Waldoff: https://www.youtube.com/watch?v=1H3T3KwD2DI&list=RD1H3T3KwD2DI&start_radio=1

Will Hunting
1 Monat her

Sorry, ich muss diese Beiträge nicht mehr lesen.
Ich arbeite sehr oft draußen.
Sonne warm..Pullover ausziehen.
Wolken..Sonne weg, Pullover an.
Mal abgesehen von der langen Unterhose im Mai.
Hallo…..die Erde ist 4,5 Milliarden alt.
Jetzt aktuell läuft hier gerade draußen der Gasbrenner.
Die Mieze findet das auch cool.

Kassandra
1 Monat her

„Kanzler für Klimaschutz“
Kann man sich an solche Plakate noch erinnern? https://x.com/rahmstorf/status/1640953670236880899

andreas
1 Monat her

„Klimawissenschaften“ als Studium scheint ungefähr dieselbe Qualität wie „soziale Arbeit“ zu haben…

giesemann
1 Monat her

Hallo Gerhard Giesemann,
dein Kommentar wurde freigegeben.
https://eike-klima-energie.eu/2026/05/13/einen-vertrag-ueber-den-ausstieg-aus-fossilen-brennstoffen-ausbrueten/#comment-503544
Erst die Menschheit mit Kohle, Öl&Gas auf über acht Milliarden hochjazzen und dann das Zeugs verbieten – Respekt. Das ist evidenzbasierte, intuitive Politik. Der Verständige weiß das und hält sich mit Nachwuchs sehr zurück, am besten Null. Denn die Kinderchen können einem nur Leid tun. Wenn man bedenkt, was da auf sie zukömmt. Die Bombe tickt, Echtzeit-Statistiken. Bevölkerungsuhr jeden Landes

89-erlebt
1 Monat her

Ziel erreicht 🙋‍♂️
Ruinen geschaffen ohne Waffen 👏
Herzlichen Dank an all die NERO‘s in schwarz rot grün und gelb 🤝
Nun sollte endlich Schluss sein mit dem mehrheitlich unterstützen suizidalen Weg.
Begreift endlich, dass es nicht wieder der Weg Berlin-vor Moskau-Berlin sein muss.

johnsmith
1 Monat her

Dafür deindustrialisieren wir uns und nehmen Armut in Kauf. Chinesen die das lesen dürften sich schlapp lachen, da werden jedes Jahr noch neue Kohlekraftwerke gebaut (zusätzlich zu Erneuerbaren und AKWs, man braucht alles an Energie was geht).

Last edited 1 Monat her by johnsmith