Umfragen mit Sprengkraft – Union und SPD stürzen ab, AfD vorne

Die aktuellen Sonntagsfragen zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild – und eines, das politisch Sprengkraft hat. Die AfD führt, trotz aller Versuche, sie aus dem Wettbewerb der Parteien auszugrenzen.

picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Sowohl das ZDF-Politbarometer als auch die INSA-Umfrage für die BILD am Sonntag sehen die AfD mit 26 beziehungsweise 27 Prozent als jeweils stärkste Partei. Dahinter folgt die Union mit 25 beziehungsweise 24 Prozent auf Platz 2. Rechnet man die CSU heraus hätte die CDU gerade noch 20 Prozent. Damit hat sich ein Zweikampf an der Spitze etabliert, bei dem die AfD – je nach Institut – leicht führt oder zumindest gleichauf liegt, aber politisch erstmals die AfD klar als dominierende Kraft wahrgenommen wird.

Novum
Politbarometer: AfD erstmals vorne – SPD stürzt auf historisches Tief
Die SPD hingegen verharrt im Tief: Im Politbarometer kommt sie nur auf etwa 12 Prozent, bei INSA etwas höher auf rund 14 Prozent. In beiden Fällen bleibt sie weit entfernt von früheren Volksparteiwerten die in der Spitze bei 40 Prozent lagen. „Volkspartei“ ist ein traditioneller Begriff. Die SPD auf jeden Fall, aber auch die Union verliert den Anspruch zunehmend darauf. Die Grünen bewegen sich im Bereich von 12 bis 14 Prozent, die Linke stabilisiert sich überraschend zweistellig um die 10 bis 11 Prozent. Offensichtlich wandern Wähler von der SPD zu den LINKEN und zur AfD, möglicherweise auch von den Grünen ins ganz linke Lager.

Auffällig ist vor allem der Absturz der FDP, die in beiden Umfragen klar unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibt. Wolfgang Kubicki als möglicher neuer Parteichef ist in den Umfragen noch nicht wirksam. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht spielt mit drei bis vier Prozent bislang keine durchschlagende Rolle mehr. Bei der letzten Bundestagswahl fehlten nur weniger Tausend Stimmen. Jetzt ist die Lücke unaufhaltbar.

Das Gesamtbild ist eindeutig: Das traditionelle Parteiensystem verschiebt sich weiter. Die politische Mitte – einst getragen von Union und SPD – ist fragmentiert und geschwächt. Gleichzeitig wächst der Abstand zwischen gesellschaftlicher Realität und regierungsfähigen Mehrheiten: Rein rechnerisch werden stabile Koalitionen schwieriger, politisch akzeptierte Bündnisse noch mehr.

Kurz gesagt: Diese Umfragen sind weniger Momentaufnahme als Symptom – eines tiefgreifenden Umbruchs im deutschen Parteiensystem. Und fraglich wird, ob die Ausgrenzung der AfD weiter Bestand haben kann.

 

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Kommentare ( 22 )

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Harry Charles
2 Stunden her

SPRENGKRAFT, ECHT? Alles andere wäre ein Wunder, bei dieser Katastrophenpolitik. Unverständlich, dass sich die „Union“ immer noch über 20% hält – aber auch nur dank ca. 5-6% CSU. Was nützt am Ende die Sprengkraft einer Umfrage, wenn sich das abgewirtschaftete linksgrüne Establishment (das die überwiegende Mehrheit nicht mehr will) durch „Zusammenrottung“ noch an der Macht hält? Ich verstehe eines nicht: wir haben nach dem Krieg viel vom politischen System der USA und GB übernommen – nur nicht das wichtigste und eigentlich auch beste: das 2-Parteiensystem. Dann hätten wir klare Verhältnisse. Durch diese Zersplitterung zieht sich das Elend endlos in die… Mehr

Kassandra
3 Stunden her

Fast ein Wunder.
Denn so, wie diese Partei diffamiert wird und im örr wie in den msm so gut wie gar nicht vorkommt – dennoch auf 27% Zustimmung zu kommen – obwohl es viele Befragte geben wird, die damit unterm Tisch halten, zeigt einen kleinen lichten Schimmer am Horizont.

Schmidtrotluff
3 Stunden her

Das ist erst der Anfang. Keiner von diesen Gestalten wird sich in Zukunft noch irgendwo blicken lassen können. Möge das Land erwachen.

RiverHH
3 Stunden her

Wacht der deutsche Schlafmichel endlich auf? Ich befürchte nicht, außerdem ist es wohl zu spät. Islamisierung und wirtschaftlicher Niedergang aufzuhalten wird verdammt, verdammt schwer.

Raul Gutmann
3 Stunden her

Angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse sind die aktuellen demographischen Erhebungen geeignet, in schallendes Gelächter auszubrechen – wären besagte Verhältnisse nicht derart desaströs -, müßte die Zustimmung für die AfD doch um 50 Prozent liegen; spiegelbildlich sind die Werte für die Systemparteien ein Armutszeugnis für die politische Kultur hierzulande.
Bezüglich des SPD-Tiefs drängt sich die Befürchtung auf, welchen Schaden Personen anzurichten vermögen, die nichts mehr zu verlieren haben.

Dieter Rose
3 Stunden her

Aber immer noch wählen 73% nicht oder die Altparteien. Und bekanntlich „ist Mehrheit halt Mehrheit!“ Das ist Demokratie. Denen würde allerdings auch bei 73% für die AfD irgendwas einfallen, sie nicht an die Schalthebel der Macht gelangen zu lassen…

Alf
3 Stunden her

Sind wir doch mal ehrlich.
Der Anteil der AfD ist wesentlich höher, der Anteil der C-Parteien und der SPD ist noch tiefer.
Die etablierten Parten haben fertig.
Da helfen auch keine Sonntags-Umfragen, die noch dazu „repräsentativ“ sein sollen.
Nur Dumme glauben, daß die AfD nach Schwefel stinkt.

Siggi
3 Stunden her

Vor kurzem habe ich dies vorausgesagt. Die Wählerwanderung zur AfD ist exponentiell. Die Stampede ist gestartet. Nun ist der Lauf nicht mehr aufzuhalten. Noch vor den Sommerferien ist die AfD über 30 % und diese Regierung erledigt. Die Neuwahlen sind schon in Vorbereitung. Der Bundespresseball wird noch einmal genutzt, um ein paar Schweinereien zu planen, aber auch das wird nur noch verpuffen. Unsere Regierung, unsere Justiz und unser Medien haben das Land und die Gesellschaft ruiniert. Jetzt muss aufgearbeitet und geurteilt werden.

littlepaullittle
4 Stunden her

Wer eine tollwütige Katze in die Ecke treibt, muss damit rechnen, dass sie nicht nur ein Verbotsverfahren einleitet.
Correctiv und Konsorten fühlen sich zur Schlammschlacht auch mit unlauteren Aktionen berufen.
Aber was bleibt schon, wenn niemand mehr dieser Regierung vertraut und man jeden Respekt verloren hat.
Was bedeutet es schon, wenn ihre sich Lippen bewegen ?

Jan Usko
4 Stunden her

Wenn die selbsternannten „demokratischen“ Parteien mit ihren für die Zukunft geplanten Verhinderungsmaßnahmen am Ende sind, wird sich die Frage stellen, ob wir dann noch in einer Demokratie leben!