Fluchtpolitiker Klingbeil, Merz usw.: Morgen, morgen, nur nicht heute

Die integrierte Opposition in der Regierung als Medienritual von Good Cop und Bad Cop müllt täglich Sendezeiten und Schlagzeilen zu, bis für die echten Probleme kein Platz mehr bleibt. Das kauft Klingbeil-Merz, was sie am dringendsten brauchen: Zeit.

Die Opposition als ständige Einrichtung innerhalb der Regierung war lange das Erfolgsrezept der FDP in Koalitionen mit Union und SPD. Es verschaffte der FDP eine Medienpräsenz, die sie in Zeiten ihrer parlamentarisch tatsächlichen Opposition nie hatte. Heute nimmt diese einstige Rolle der FDP in der KleiKo Klingbeil-Merz die SPD ein. Ganz überwiegend sind die Medien übervoll vom Streit zwischen Union und SPD.

Beim Koalitionsausschuss am 12. April in der Villa Borsig in Berlin soll Merz gegen Klingbeil „regelrecht aus der Haut gefahren“, sein und Klingbeil „angebrüllt“ haben, will der Spiegel wissen. Klingbeil habe auf einer Zusage von Merz bestanden bei der Kompensation der Kosten von Spritpreishilfen durch Übergewinnsteuer. Merz soll förmlich explodiert sein, die Zusage habe er nie gegeben. Die Geschichte geht noch weiter, aber auf den Kern gebracht, geht’s nur um eins. Die integrierte Opposition in der Regierung ist zum Medienritual von Good Cop und Bad Cop geschrumpft. Damit lassen sich täglich so viele Sendezeiten und Schlagzeilen zumüllen, bis für die echten Probleme kein Platz mehr bleibt. Ob das Strategie ist oder Ergebnis der Flucht vor der Wirklichkeit, spielt keine Rolle. Es findet statt und kauft Klingbeil-Merz, was sie am dringendsten brauchen: Zeit.

FDP-Präsidiumsfrau Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat vor einem Rechtsruck der Partei durch Wolfgang Kubicki gewarnt: „Unsere Aufgabe ist es, die politische Mitte zu stärken und den Liberalismus in seiner ganzen Breite zu verteidigen. Nicht, ihn nach rechts zu verschieben (Funke).“ Damit hilft die Rüstungslobbyistin ungewollt Kubicki, der die Brandmauer als Medienhebel umdrehen und die FDP über die fünf Prozent bringen will: „Die steht weder in der Verfassung noch ist sie gesetzgegeben. Ich kenne keine Brandmauer …“. – Diese Strategie kann klappen, bietet sie doch den Wählern, die Rotgrünschwarzrot auf dem Stimmzettel nein sagen möchten, ohne AfD zu wählen, eine Wohlfühlmöglichkeit.

Laut OECD liegt die Abzockquote des deutschen Durchschnittsverdieners bei 49,3 Prozent (Steuern, Abgaben, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung). Damit liegt Deutschland unter den 38 OECD-Staaten auf Platz zwei – nur Belgien ist mit 52,4 Prozent noch teurer. Jedes Versprechen auf „Entlastung“ stellt sich als Belastung heraus – gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt.

Voodoo-Ökonomie als Leitbild der Berliner Politik nennt Thomas Kolbe die Freude des Finanzministers über einen erweiterten Verschuldungsspielraum, der sich aus der Bremse der Schuldenbremse und der Senkung der Wachstumsprognose ergibt. „Die Halbierung des Wachstums erlaubt es dem Bund, seine Neuverschuldung um 3,8 Milliarden Euro für das laufende Jahr und um 7,3 Milliarden Euro bis 2030 zu erhöhen. Paradiesische Zustände für Lars Klingbeil, der ideologisch der Vorstellung anhängt, der Staat könne über schuldenfinanzierte Nachfrage als Wunderheiler jener Ökonomie auftreten, die er zugleich im ideologischen Zangengriff erstickt.“

Der Bundestag hat das Klimadiktat verschärft. Mineralölkonzerne sollen die CO2-Emissionen der Kraftstoffe senken. Die sogenannte Treibhausgasminderungsquote liegt bei zwölf Prozent und soll bis 2040 auf 65 Prozent steigen. Mit dem Gesetz wird ein EU-Diktat deutsches Recht. – Die KleiKo will Schulden durch Schulden heilen und den Energiemangel durch Energieverknappung.

Trump verlängert die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen, will den Libanon gegen die Iran-Terrortruppe Hisbollah unterstützen. Ein Treffen der Staatsspitzen Israel und Libanon in Washington scheint möglich. Die US-Marine setzt ihre Seeblockade gegen Iran fort. Weitere iranische Tanker in asiatischen Gewässern wurden abgefangen. Trump wartet, bis der Iran kein Öl mehr lagern kann. Dann müssen die Ölfelder abgestellt werden – gefährlich für ein Ölfeld. Der Iran kann noch einen Teil seines Rohöls in heimischen Raffinerien verarbeiten und weiteres Öl in Tanks oder auf Tankern zwischenlagern, doch Reuters zufolge reicht dieser Puffer nur noch von zwei Wochen bis zu zwei Monaten.

Das Mullah-IRGC-Iran-Mischregime ist über seine willigen Hilfstruppen im Westen erfolgreich, wenn auch nicht durchschlagend. In der EU bilden Spanien und Irland die Speerspitze gegen Israel und Amerika. Am Ende hat der Rest-Gottesstaat die Propagandaschlacht gewonnen, wechselt der Iran in eine Phase der inneren Kämpfe, hat Trump den Weltenergiemarkt für America First neu geregelt und mit den arabischen Staaten den Weg für eine konstruktve Entwicklung am Golf frei gemacht. Und dann reist Trump zu Xi nach Peking, der genau weiß, welches Rad Trump gegen China dreht.

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Kommentare ( 7 )

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littlepaullittle
12 Minuten her

Trump plant zum G20 im September auch Präs. Putin einzuladen. (Washington Post).
Aber September ist noch lange hin, und die anderen G18 werden sicher alles madig machen….

littlepaullittle
15 Minuten her

„Dann müssen die Ölfelder abgestellt werden – gefährlich für ein Ölfeld.“
Müssen nicht wirklich. Gefährlich dennoch:
Man erinnere sich an den Ölkrieg von Irak/Kuweit.
Die Öl/Gasfelder wurden einfach abgefackelt und/oder liess das Manna in die Umwelt auslaufen. Die Iraner könnten allzu gerne das Meer grosszügig verseuchen (direkt in die Strasse von Hormus aus den Leitungen oder jeder gestoppte Frachter entklappt umgehend die Ladung) oder verbrannte Erde auf ihrem eigenen Terrain hinterlassen …..
Der Phantasie der Umweltzerstörung sind keine Grenzen gesetzt.

Logiker
38 Minuten her

Man muss einfach alles vermeiden, was dem übergriffigen Staat durch „Not“-Maßnahmen Geld in die kassen spülen könnte. Denn was dann mit diesem Geld passiert, ist nicht kontrollierbar und lässt für den Bürger nichts Gutes erwarten. Beispiel 1: was würde wohl mit dem passieren, was eine sogenannte Übergewinnsteuer an Einnahmen bringen würde? Ganz abgesehen davon, dass schon die Definition eines „Übergewinns“ scheitern und eine Klagewelle der betroffenen Unternehmen nach sich ziehen würde. Warum wurde z.B. das MRNA-Unternehmen aus Mainz damals nicht mit einer Übergewinnsteuer belegt? Na- dämmert’s? Beispiel 2: Seit Jahren wird in Deutschland die Luft besteuert, weil das aber höchstrichterlich… Mehr

Haba Orwell
41 Minuten her

> Das Mullah-IRGC-Iran-Mischregime ist über seine willigen Hilfstruppen im Westen erfolgreich, wenn auch nicht durchschlagend. In der EU bilden Spanien und Irland die Speerspitze gegen Israel und Amerika.

Aha. Warum Hilfstruppen des Trump-Regimes und des Netanjahu-Regimes in Westeuropa wünschen sich für das Eine ein Groß-Israel und für das Andere die weltweite Energie-Herrschaft? In Westeuropa hat man nichts davon, eher mehr Kosten und auswärtige Kontrolle.

Haba Orwell
10 Minuten her
Antworten an  Fritz Goergen

Das erklärt nicht, wieso man die Kriege der USA für weltweite Energie-Beherrschung, welches Ziel sogar in einigen TE-Artikeln bestätigt wurde, toll finden sollte?

BeastofBurden
46 Minuten her

Die Voodoo-Ökonomie hat etwas von einem Perpetuum mobile. Und erinnert an den Roman „Catch-22“ von Joseph Heller. Der Protagonist liegt im Lazarett, im Nebenbett ein weiterer verwundeter Soldat — regungslos. Von Kopf bis Fuß in Bandagen eingewickelt, sind nur zwei Stellen am Körper zugänglich: die Armbeuge für die Nadel mit der Infusion. Und an der Leiste für den Katheter, aus dem der Urin in die Urinflasche tropft. Ist die untere Flasche voll, ist die obere Flasche leer, dann wird getauscht, und es geht von vorne los.