Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Die Linke) verlässt den Innenausschuss des Bundestags. Im Bundestag herrscht Chaos: Die Pressestelle weiß nichts davon, und Koçaks Büro ist für TE-Anfragen nicht erreichbar.
picture alliance/dpa | Elisa Schu
„Mir ist wichtig, dass Die Linke ihre Arbeit im Innenausschuss des Deutschen Bundestages unbelastet von der Debatte um meine Person fortsetzen kann. Deshalb gebe ich meinen Sitz im Innenausschuss ab.“ Er ziehe nun Konsequenzen aus den Debatten um seine Person im Zusammenhang mit dem Remmo-Clan, teilt Ferat Koçak am 30. September auf X mit. Sein Bundestagsmandat behält er.
Der Linken-Abgeordnete Koçak aus Berlin Neukölln war nach der Wahl der Linken in Berlin in die Kritik geraten, als seine Chatverläufe mit dem Clansprössling der Remmo-Familie öffentlich wurden, TE berichtete. Daraufhin wurde auch seine Arbeit im Innenausschuss thematisiert: Es wird ihm vorgeworfen, gezielt Fragen zu Polizeieinsätzen gestellt und die Informationen weitergegeben zu haben. Das läge aufgrund seiner engen Verbindung zum Remmo-Clan nahe. Aufgrund des Skandals hatte er zuvor schon verkündet seine Mitgliedschaft im Innenausschuss ruhen zu lassen.
Trotzdem scheint die Nachricht von seinem Rücktritt unerwartet zu kommen; im Bundestag herrscht Chaos. Laut der Website des Innenausschusses des Bundestags ist Koçak noch Mitglied. TE kontaktierte deshalb die Bundespressestelle. Diese wusste heute Vormittag nicht, ob er nun aus dem Ausschuss ausgetreten ist oder nicht. Sie hatte es selbst nur aus der Presse erfahren, verwies aber an das Abgeordnetenbüro Koçaks oder die Fraktion der Linken, diese müssten Details wissen.
Ein Telefonanruf bei der Fraktion die Linke und dem Abgeordnetenbüro Koçaks ergab ebenfalls nichts, dort beantwortete niemand das Telefon. Eine schriftliche Anfrage bei der Linken ist zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Textes noch unbeantwortet.





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