Großdemonstration in Paris: „Je suis prof“ 

Während in Deutschland das Attentat von Paris in der Politik mehr phrasenhaft-schulterzuckend zur Kenntnis genommen wird, entsteht in Paris eine Welle aus Solidarität und Entschlossenheit, sich von Islamisten nicht das freie Leben und die freie Meinung rauben zu lassen.

imago Images/Hans Lucas

Nachdem ein Lehrer in Paris geköpft wurde, dominiert ohrenbetäubendes Schweigen von linker Seite die politische Stimmung. Politiker, die sich sonst so klar gegen Rechtsextremismus positionieren, versuchen jetzt den Hintergrund der Tat zu verschleiern. Außenminister Maas spricht gar nur von „Extremismus“, die New York Times titelt „Franzosen töten Mann nach tödlichem Messerangriff auf der Straße“.

Doch es gibt auch positive Zeichen: In Paris versammelten sich am Wochenende Tausende auf dem Platz der Republik und bekundeten ihre Solidarität. „Je Suis prof“ steht auf den Plakaten, in Anlehnung an die länderübergreifende Solidaritätswelle nach den Anschläge auf das Satiremagazin Charlie Hebdo. 

Der Platz der Republik war voll. Minutenlang der Applaus am Sonntagnachmittag, der Solidarität mit dem Opfer demonstrieren soll, aber auch, dass man nicht gewillt ist, sich einschüchtern zu lassen. Entgegen den Corona-Richtlinien genehmigte die Polizeipräfektur die Veranstaltung.

Viele Demonstranten halten Mohammed-Karikaturen als Akt der Meinungsfreiheit in die Höhe.

Es ist wichtig, wie eine freie Gesellschaft auf Terrorismus reagiert. Ist man bereit sich dem Problem zu stellen? Stellen heißt benennen. Und damit hat man hierzulande ganz gehörige Probleme. Krampfhaft versucht man, den islamistischen Hintergrund der Tat zu verschweigen, die Identität des Täters wird maximal am Rande erwähnt. Aufgrund der tschetschenische Herkunft des Täters verbreiteten einige Medien gar zu stark verkürzt der Täter wäre Russe.

Zu den grundlegenden Problemen in Frankreich schildert eine Mittelschullehrerin in der französischen Zeitung Le Figaro: „Ich habe meinen Sechstklässlern den Koran seit Jahren nicht mehr vorgelesen, obwohl er auf dem Lehrplan steht.“ sagt sie. Sie schildert, wie sie konfrontiert wird mit Schülern, die fundamentalistischen Islam-Unterricht besuchen und glauben, der Koran habe immer Recht. „15 Jahre lang haben wir uns geweigert, uns dem steigenden islamistischen Druck in der Schule zu stellen.“

Der Chefredakteur der Zeitung Le Monde schreibt in seinem Editorial: „Es dauerte Jahre, bis die Schulinstitution die Schwierigkeit oder sogar die Unmöglichkeit akzeptierte, in einigen Klassen die Shoah, Darwins Werk oder die Mädchen ins Schwimmbad zu bringen. Die Tragödie von Conflans lässt keinen Zweifel mehr an der tödlichen Gefahr, die von all diesen Manifestationen des Islamismus ausgeht!“

Anders geht es nicht: Man muss die Probleme offen ansprechen. Man darf unangenehmen Fragen nicht aus dem Weg gehen, sondern muss sich gerade diesen um so offensiver stellen. Man muss den Islamisten und Terroristen etwas entgegenstellen und beweisen, dass der Westen nicht so wehrlos, nicht so verloren und nicht so vor die Hunde gekommen ist, wie diese wahren Feinde der offenen Gesellschaft gerne behaupten.

Denn entscheidend ist, wie eine westliche Gesellschaft auf den Terror reagiert. Nach den Anschlägen des 11. September erklärte Präsident Bush den Krieg gegen den Terror, „Er wird nicht enden, bis jede terroristische Gruppe von globaler Reichweite gefunden, gestoppt und geschlagen ist.“. Nach dem Bataclan-Attentat beschwor Präsident Hollande: „Der Terrorismus wird Frankreich nicht zerstören, weil Frankreich den Terrorismus zerstören wird.“ 

Es sind Worte und Symbole, die in solchen Momenten gesendet werden – aber denen nun auch Taten folgen müssen. In Deutschland beschränken sich Politiker gerne auf leere, emotionslose Floskeln und gedenken der Opfer – große Worte und Pathos gelten als lächerlich. Aber genau die bräuchten wir jetzt. Entschlossenheit in Wort und Tat. Einen erster Schritt in diese Richtung könnte in Frankreich nun bevorstehen: Krone.at berichtet:

„Frankreich bereitet nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer Insidern zufolge die Ausweisung von 231 mutmaßlichen Extremisten vor. Innenminister Gerald Darmanin habe die örtlichen Behörden darum gebeten, die Ausweisungen anzuordnen, hieß es am Sonntag aus Polizeigewerkschaftskreisen. Von den 231 Personen seien 180 im Gefängnis, 51 sollten in den nächsten Stunden festgenommen werden.“

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Kommentare ( 210 )

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210 Comments
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November Man
1 Monat her

„Ich fordere: härtere Gesetze, um diese Lebensgefährder abschieben zu können. Egal wie. Egal wohin. Einfach raus aus meinem Land.“

christin
1 Monat her

 große Worte und Pathos gelten als lächerlich. Aber genau die bräuchten wir jetzt.“
Nein, nicht Worte braucht das Land, sondern Taten. Einwanderer die sich nicht der westlichen Aufklärung, der demokratischen Werte verpflichtet fühlen, haben in unserem Land nichts verloren, diese Migranten sollen unser Land verlassen. Es gibt sie, die muslimischen MitbürgerInnen die sehr wohl unsere freiheitliche Lebensart zu schätzen wissen und genau die sind aufgerufen diesen Extremisten Einhalt zu gebieten, denn leider ist unser Staat zu schwach dies zu tun.

schlussmitlustig
1 Monat her

Die Migranten zerstören Deutschland, Sie plündern unsere Sozialkassen, Sie hecken wie die Kanickel, bezahlt von unseren Krankenkassenbeiträgen. Es ist mittlerweile Ihr muslimisches Deutschland. Integration haben die gar nicht nötig. Ich flüchte aus Deutschland. Der einzige Weg, denn die Ivasoren werden Deutschland nur mit Krieg verlassen.

egal1966
1 Monat her

Auch wenn ich nun die Ausweisung von 231 „mutmaßlichen“ Extremisten durch die französische Regierung begrüße, so ist dieses nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ und kann eigentlich nur der Anfang sein. Das Problem, dass viele Staaten haben, wo die Moslems schon eine große Minderheit stellen, ist aber eine ganz andere. Praktisch kann jeder Moslem, der sich in irgendeiner Form beleidigt oder diskriminiert fühlt, von jetzt auf nun zu einen Attentaeter werden, egal ob er nun vorher schon aufgefallen ist oder nicht. Genau dieses macht diese Menschen so gefaehrlich für unsere Gesellschaft. Gegen solche „unsichtbaren“ Feinde der Demokratie, der westlichen… Mehr

Der Prophet
1 Monat her

Was sind schon 231 Abschiebungen, wenn mehrere Millionen davon im Land leben? Zum anderen kann man sicher sein, dass die in kürzester Zeit wieder auf europäischem Boden sind, wenn nicht in Frankreich, dann zumindest in Deutschland, Rackete und Konsorten sei „Dank“. Man kann nur hoffen, dass die Franzosen aufwachen und richtig wählen, damit Le Pen richtig aufräumen kann. Für Deutschland habe ich leider jede Hoffnung diesbezüglich verloren.

Kassandra
1 Monat her

Am 17. soll es eine Großdemonstration von Migranten in Frankreich gegeben haben, die als „legal“ anerkannt werden wollen: https://twitter.com/BasedPoland2/status/1317470761158873088

Last edited 1 Monat her by Kassandra
Jan Frisch
1 Monat her

Wer sich die Mühe macht sich durch den Koran (wörtlich: qur´an = der zu Lesende) zu arbeiten wird feststellen, dass er 19 von 20 der ersten GG Artikeln diametral widerspricht, und er erreicht die volle Punktzahl auch nur deshalb nicht, weil es damals noch kein Telefon und somit auch kein Fernmeldegeheimnis gab.
Hollebecqs dystopischer Roman „Unterwerfung“ ist längst Wirklichkeit geworden, und ob es daraus noch ein Entkommen geben kann hängt einzig und allein vom Erwachen einer kritischen Masse ab, die derzeit in weiter Ferne scheint.

November Man
1 Monat her

Allein über 260.000 rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber werden in Deutschland geduldet. Ja, die Herkunftsländer wollen sie nicht zurücknehmen – verständlich. Aber wir wollen diese Leute auch nicht mehr hier haben. Wir wollen den Verfolgten helfen, aber wir sind nicht das Sozialamt der ganzen Welt. Allein in Brüssel leben 800 bekannte “Gefährder”, aber niemand sammelt diese Terroristen ein und schafft sie aus dem Land. Und wenn die Herkunftsländer sie nicht zurückhaben wollen, dann muss mit deren Regierungen, die oft von uns üppig alimentiert werden, Tacheles geredet werden. Und wenn unsere Gesetze Abschiebungen nicht möglich machen, dann müssen die Gesetze halt geändert werden. Und… Mehr

Stefan Z
1 Monat her

Es handelt sich hier um ein klares Versagen der französichen Regierung. In Deutschland wäre dieser Lehrer längst aus dem Schuldienst entlassen worden und es wäre nie zu solch einer Tat gekommen. Das dass Verunglimpfen von Mohammed entsprechende Reaktionen auslöst, ist doch bekannt. Es muss nun intensiv ermittelt werden ob dieser Lehrer nicht sogar Kontakte zur „Rechten“ Szene hatte. In Frankreich hat man scheinbar noch nicht begriffen, dass der Islam auch zu Frankreich gehört. Ich mache mir wegen der großen Anzahl der augenscheinlich „Rechten“ Demonstranten“ und Corona-Leugnern mitten in Europa ernsthaft Sorgen. Der psychisch schwerkranke Einzeltäter hat sicher schreckliches durchgemacht und… Mehr

christin
1 Monat her
Antworten an  Stefan Z

Satire? Wenn ja, dann Daum nach oben.

D. Ilbert
1 Monat her
Antworten an  Stefan Z

Sind Sie sicher daß Ihre bitterböse Ironie auch von Allen richtig verstanden wird? 😉

Alt-Badener
1 Monat her

Bald wird in Frankreich wieder Präsidentschaftswahl sein. Die einzige Hoffnung machende Antwort der Franzosen wäre die Wahl von Frau le Pen. Aber ich wette eine ganze Monatsrente, dass das nicht passieren wird. Und so wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten in Frankreich wie bei uns nichts, aber auch gar nichts ändern. Zur Beruhigung werden eine Handvoll dieser Strenggläubigen mit lautem Tamtam abgeschoben, die in kürzester Zeit durch die Hintertür wieder hier sein werden. In Deutschland ist doch für alle Platz. Glaubt denn jemand allen Ernstes, dass Europa in der Lage sein wird, die moslemische Übernahme zu verhindern? Wer sich… Mehr