Wolfgang Kubicki will für den Parteivorsitz der FDP kandidieren. Er werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen. Der derzeitige Vorsitzende Christian Dürr will beitragen und tritt selbst nicht mehr an. Er will Kubicki unterstützen. Kritik kommt von Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
IMAGO / Mike Schmidt
Der amtierende FDP-Vorsitzende Christian Dürr zieht seine geplante erneute Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag Ende Mai zurück und unterstützt Wolfgang Kubicki im Kampf um die Nachfolge.
„Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“, sagte Dürr am Ostersonntag der Bild. Die Voraussetzung sei eine geschlossene Formation. „Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“ Er wolle vor allem, dass das Land wieder nach vorne komme. „Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“
Der frühere Bundestagsvizepräsident und stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki hatte zuvor seine Kandidatur beim Parteitag Ende Mai als neuer Parteivorsitzender der Liberalen angekündigt. „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“, sagte Kubicki der Bild am Sonntag.
„Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit.“ Kubicki weiter: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“ Als Partner für den Neuanfang setzt Kubicki laut des Berichts der Bild am Sonntag auf den bayerischen FDP-Politiker Martin Hagen als Generalsekretär.
Beim Parteitag Ende Mai wollten ursprünglich auch der aktuelle Vorsitzende Christian Dürr und der nordrhein-westfälische Landeschef Henning Höne antreten. Nun hat Dürr seine Kandidatur zurückgezogen.
Kritik an der Ankündigung von FDP-Urgestein Kubicki, für den Parteivorsitz der Liberalen zu kandidieren, äußerte unterdessen FDP-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Wettbewerb könne einer Partei wie der FDP, die für Offenheit und das Leistungsprinzip stehe, nie schaden, sagte Strack-Zimmermann dem Tagesspiegel. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“
Die Europaabgeordnete kritisierte den Schritt des 74-Jährigen, der seine Kandidatur am Samstagabend mitgeteilt hatte. „Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern.“ Kubicki und sie selbst sollten ihre mediale Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“
Strack-Zimmermann, die sich zwischenzeitlich als Teil einer Doppelspitze selbst ins Spiel gebracht hatte, unterstützt inzwischen den Landesvorsitzenden der FDP in Nordrhein-Westfalen, Henning Höne. „Er steht für ein klares marktwirtschaftliches wie gesellschaftspolitisches Profil und hat das Potenzial, das zu leisten, was in den vergangenen Monaten versäumt wurde und was auch das übrige Kandidatenfeld nicht überzeugend verkörpert: die Zusammenführung und Verteidigung des organisierten Liberalismus in seiner ganzen Breite“, sagte Strack-Zimmermann.
Kubicki erhält Unterstützung aus der CDU: Der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bezeichnete seinen langjährigen Weggefährten gegenüber Bild am Sonntag als „derzeit das Gesicht der FDP, einer, den die Leute sehen und sofort wissen, wofür er steht“.

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