Die Ständige Impfkommission weist Forderung aus der Politik zurück

Die Ständige Impfkomission bleibt dabei, keine Impfempfehlung für Kinder auszusprechen. Dafür wird sie von Politik und Medien gescholten. Jetzt wehrt sie sich gegen die Vorwürfe.

IMAGO / Christian Ohde

Die Corona-Politik der Bundesregierung zielt mitunter darauf ab, Kinder und Jugendliche bereits vor der Gruppe der 40 bis 70-jährigen impfen zu lassen, da Schulen ein Treiber sein sollen. Diesen Kurs hält Martin Terhardt, Stiko-Mitglied, für Hysterie.

Die ständige Impfkommission (Stiko) hat noch keine allgemeine Impfempfehlung Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Deren Kinder- und Jugendmediziner Dr. Martin Terhardt ruft nun die Politik dazu auf, sich bezüglich der Kinderimpfung zurückzuhalten. Es entsetze ihn, dass die Politik wissenschaftliche Daten eher ignoriere. „Wir haben in der Stiko entschieden, dass wir die Kinderimpfung ab zwölf zurzeit nicht generell empfehlen“, sagte Terhardt dem Inforadio des RBB.

Corona-Impfung von Kindern:
Es gebe auch seltene Fälle von Komplikationen bei der Impfung. Man wisse aus den Erfahrungen in den USA, wo ungefähr sechs Millionen Jugendliche geimpft wurden, dass es durchaus seltene Komplikationen geben könne, nämlich Herzmuskelentzündungen. Die Daten müssten noch abschließend bewertet werden – bis dahin bleibe man bei der Empfehlung, Kinder unter zwölf Jahren nicht generell impfen zu lassen.

Doch diese wissenschaftliche Expertise scheint vielen Politikern nicht zu gefallen. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sagte gegenüber der Rheinischen Post, dass man dringend einen Impfstoff für Kinder brauche und forderte die StiKo dazu auf, die Entscheidung zu überdenken.

Markus Söder scheint ebenfalls unzufrieden mit der Entscheidung: „Die Stiko sollte dringend überlegen, wann sie das Impfen von Jugendlichen empfiehlt.“ Schließlich erhöhe dies den Schutz für alle und würde einer Generation ihre Freiheiten wiedergeben, nachdem sie auf so viel verzichten musste. Wenig überraschend: Auch Karl Lauterbach meldete sich zu Wort: Eine Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante sei zu riskant.

Martin Terhardt sagte, dass das Gremium die Forderungen der Politik sehr wohl wahrnehme. „Wir fühlen uns weiterhin unserem Auftrag als unabhängige ehrenamtliche Kommission zur evidenzbasierten Erarbeitung von Impfempfehlungen verpflichtet.“ Die bisher verfügbare Datenlage sei aber nicht ausreichend, um eine Empfehlung zu treffen. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte der dpa laut Medienberichten: „Die Stiko ist im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt. Die laute Einmischung der Politik ist kontraproduktiv und nützt niemandem“.

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Kommentare ( 47 )

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47 Comments
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Andreas Sewald
1 Jahr her

Dann wird die Stiko übergangen und eine neue „Ethikkommission“ gegründet, bis das Ergebnis passt. Wissenschaft ist nur so lange gut, wie sie der Politik mit Ihren NGO´s und Lobbyisten nützt. Das System kennen wir schon beim Klima, bei der Eurorettung und beim EEG. Mutti mit ihrem unfähigen Fußvolk hat das alles bis zum Ende gedacht und da ist nun mal für Wissenschaftler, die das Ende kritsch sehen, alternativlos kein Platz. Macht sich die Politik nur eine Sekunde lang Gedanken, dass die Jugend durch diese überflüssige Diskussion traumatisiert werden könnte oder durch nicht genügend getestetem Impfstoff sogar schwer geschädigt wird? Deutschland… Mehr

Bubi1111
1 Jahr her

Wichtig zu wissen: Die Richtlinien und Entscheidungen der Stiko sind absolut bindend für jeden Kinderarzt und jeden impfenden Arzt: wenn es zu einer Impfkomplikation bei einer nicht empfohlenen Impfung kommt, dann bin ich als Kinderarzt voll dafür verantwortlich und haftbar: vor Gericht und vor meinem Gewissen! Insofern müssten die Journalisten dann auch haftbar gemacht werden für solche Kommentare: Aufruf zu einer Straftat!

Back to the roots
1 Jahr her

„Markus Söder scheint ebenfalls unzufrieden mit der Entscheidung: „Die Stiko sollte dringend überlegen, wann sie das Impfen von Jugendlichen empfiehlt.“

Wer gibt dem Söder jetzt mal die rote Karte? Entweder er ist tatsächlich zu blöd zu verstehen, wofür die Stiko da ist, was sie tut und daß sie nicht weisungsgebunden ist oder er hält alle anderen für so dämlich, daß sie es nicht verstehen. Beides wären absolute Ausschlußkriterien für seine Tätigkeit als „Spitzenpolitiker“.

Michael M.
1 Jahr her
Antworten an  Back to the roots

Ersteres ist absolut zutreffend und Ja, der Herr ist völlig ungeeignet für jedwede verantwortungsvolle Tätigkeit, traurig aber leider wahr.

FerritKappe
1 Jahr her

Tja Politiker, die wissen es eben. Die wissen es besser als jeder Arzt. Wer braucht schon Medizin zu studieren wenn er Politiker ist.
Politiker können einfach alles wozu ein normalsterblicher ein jahrelanges Studium oder Ausbildung benötig.
Politiker können auch einfach so einen Jumbo-Jet fliegen, wirklich, besser als jeder Pilot.
Deswegen wäre ich dafür das sie sich künftig nicht nur selbst impfen und operieren dürfen, sondern auch die Regierungsmaschinen selbst lenken!

Auchentoshan
1 Jahr her

Mir ist der Kommentar von Herrn Schuster auch sehr negativ aufgefallen. Er trieft geradezu vor Regierungsgläubigkeit. Unglaublich, aber so geht MSM-Journalismus im 16. Jahr Merkel.

Tuunbaq
1 Jahr her

Ich kenne mittlerweile sehr viele Leute, die nehmen Urlaub weil sie wissen, das die zweite Impfung schlimmer sein soll und wollen sich nicht krankschreiben lassen. Auf Nachfrage zu den Nebenwirkungen und das die gemeldet werden sollten, gibts nur Schulterzucken. Soviel zur Statistik.

Auchentoshan
1 Jahr her

Schließlich erhöhe dies den Schutz für alle und würde einer Generation ihre Freiheiten wiedergeben, nachdem sie auf so viel verzichten musste. (M. Söder)

Achso, die vielen, tollen Freiheiten muss ich wohl übersehen haben. Nach wie vor, werden unsere Grundrechte ob geimpft oder nicht, in einer absolut unerträglichen Art und Weise eingeschränkt. Es scheint, außer ein wenig Wahlkampfgetöse, keine ernsthaften Bemühungen der Politik zu geben, diese verfassungswidrigen Zustände zu ändern. Und nein, auch die Kinder und Jugendlichen werden keine Vorteile durch eine Impfung haben; weder gesundheitlich noch rechtlich.

Steve Acker
1 Jahr her

Thema : Impfung von Kindern
bitte mal nach Maddie de Garay googlen.
12 jähriges, kerngesundes Mädchen, nahm freiwillig an der Pfizer-Studie für 12-16 jährige teil.
Kurz nach der 2. impfung im Januar, wurde sie scherkrank.
Ist heute ein Pflegefall: Rollstuhl, Ernährung über die Sonde…

Wisconsin -Senator Johnson hatte eine Anhörung von Menschen die schwere gesundheitlcihe Probleme durch die Impfung bekamen.
Kann man auf youtube sehen.

chaosgegner
1 Jahr her

„Die Stiko ist im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt. Die laute Einmischung der Politik ist kontraproduktiv und nützt niemandem“.

Aber ein Motto dieser Regierung lautet doch: Gesetze sind dazu da, um gebrochen, geändert oder abgeschafft zu werden.
Also STIKO: Warm anziehen! Morgen existiert ihr vermutlich nicht mehr!

bkkopp
1 Jahr her

Mich überrascht nicht dass die Politik dazu neigt eher die Kinder zu impfen als in den Schulklassen, es sollen ca. 650,000 Räume sein, eine effektive Luftreinigung zu installieren, wie sie Aerosol-Experten für nützlich ansehen. Es soll schon Länder geben, die schon beschlossen haben es nicht zu tun. Die verbreitete Erwartung soll derzeit sein, dass man im neuen Schuljahr in nur 10-15% der Schulräume entsprechende Luftreiniger haben wird. Bundesmittel soll es nur für fest eingebaute Lüftungen geben, nicht für mobile Standgeräte. Wenn man jetzt weder, auf Teufel komm raus, Kinder impfen kann – was medizinisch sehr fragwürdig wäre – noch technische… Mehr