Mit Stephanie von Pfuel verliert die CSU erneut ein prominentes Mitglied

Nach 45 Jahren Mitgliedschaft tritt die ehemalige Tüßlinger Bürgermeisterin Stephanie von Pfuel aus der CSU aus und will sie auch nicht mehr wählen.

IMAGO / Spöttel Picture

Nach 45 Jahren Mitgliedschaft tritt die ehemalige Tüßlinger Bürgermeisterin Stephanie von Pfuel aus der CSU aus und will sie auch nicht mehr wählen.

„Die Politik der CSU“, sagte von Pfuel auf „Bild“, sei „besonders in Coronazeiten (…) menschenverachtend und arrogant“. Politiker würden nicht auf die Bürger hören, sondern auf den Wind, der gerade wehe: „Sie betreiben Machtspielchen und verstehen nicht, was im normalen Alltag passiert“. Der Umgang mit den Bürgern sei miserabel, viele Maßnahmen unvernünftig – so das Masken tragen müssen eine „reine Schikane ohne Nachdenken“. Viele Veranstalter hätten nicht einmal mehr die Energie, dagegen anzugehen: „Freie Meinungsäußerung ist ja verboten“, sagt von Pfuel „Bild“ im Gespräch. Politik interessiere nicht, wie es Kindern, Schülern, Jugendlichen und Alten gehe, „die so sehr leiden.“

Von Pfuel war nicht nur 45 Jahre Mitglied der CSU, sondern auch für sie politisch aktiv: Ab 1996 Mitglied des Marktgemeinderates Tüßling. 2011 wurde sie Stellvertretende Bürgermeisterin, 2014 mit fast 82 Prozent Bürgermeisterin gewählt, führte sie dieses Amt bis 2020.

Was von Pfuel ausspricht, ist repräsentativ für viele Bürger. Ob Söder und den Seinen das klar ist, muss bezweifelt werden.

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Kommentare ( 78 )

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78 Comments
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Nibelung
4 Monate her

Ein laues Lüftchen in Sachen Vernunft kommt auf und könnte sich zum Sturm entfalten und diese Marxisten und Sozialisten hinweg fegen, denn die Farbe spielt dabei keine Rolle, der Gehalt eine Suppe ist maßgeblich und nicht das Verhalten des Kochs, von dem man noch nicht einmal weiß wie er das Handwerk beherrscht, bei diesen Luftsprüngen, die sie seit Jahren machen um dabei Eindruck zu schinden, leider für die falsche Seite und ohne Selbswertgefühl für das Vaterland und seine Bürger.

lube
4 Monate her

Ich hoffe das 50% der CSU Wähler umschwenken, dann kann Söder sich …
Lassen.

miscellaneous
4 Monate her

Das Schiff ist spätestens seit 2015 Leck geschlagen.

Wer die letzten Jahre noch ausgehalten hat bis jetzt, kann aus Empathie-Gründen maximal als naiv zu bezeichnen sein.
Alle die jetzt noch das sinkende Schiff verlassen, haben in den letzten vier Legislaturperioden anscheinend nichts gegen das jetzige Regime, namens Bundesregierung, aus Gründen des totalen politischen Opportunismus, getan oder es zu verhindern gewusst.

Aus meiner Sicht ist es deswegen kein Verlust noch gehen die Falschen. Notorische Ja-Sager und Klaqueure gibt es genug und es werden sicher schon adäquate Parteisoldaten bereit stehen um entsprechende Pöstchen zu besetzen.

Spreeathener
4 Monate her

CDU/CSU führen das Wort christlich nur in ihrem Namen. Die Politik der genannten Parteien ist jedenfalls alles Andere aber nicht christlich und auch nicht sozial. Jedenfalls nicht der eigenen Bevölkerung gegenüber. Deutschland zahlt wie üblich den Löwenanteil für den sogenannten Corona-Wiederaufbaufonds und hat nur den geringsten oder gar keinen Nutzen. Das was durch Corona teilweise zerstört wurde nämlich das menschliche Miteinander kann nicht durch Geld wiederhergestellt werden

andreas donath
4 Monate her

Hut ab vor dieser klugen, mutigen Frau mit Rückgrat! Und genau das ist der richtige Weg: Raus aus den vermerkelten Unionsparteien, mögen dort am Ende die Wanderscherze äh Wanderwitze unter sich sein und zittern, über die Fünf-Prozent-Marke zu kommen. So kluge Männer wie Otte oder Maaßen haben dagegen die falsche Entscheidung getroffen. Einen verwesenden Kadaver kann man nicht reanimieren.

Waehler 21
4 Monate her

Die CDU braucht einen wie Palmer! Der sich bereits „rührt“ wenn der Keks noch zu retten ist. Wenn das Kind im Brunnen ist, ist es zu spät!

andreas donath
4 Monate her
Antworten an  Waehler 21

Was die CDU tatsächlich braucht, ist ein Absturz in Democrazia-Christiana-Regionen. Ich will im Leben nichts mehr mit dieser widerlichen Blockpartei zu tun haben.

Nibelung
4 Monate her
Antworten an  andreas donath

Ich auch nicht, mit denen und der heiligen Kirche habe ich schon lange abgeschlossen und der Herr im Himmel ist mein Verbündeter, die haben ihn erneut verlassen, wie das bei ihnen immer mal wieder vorkommt, wenn es um unterschiedliche Interessen geht.

Nibelung
4 Monate her
Antworten an  Waehler 21

Das Talent hat er von seinem Vater, der als der Rebell vom Remstal bekannt war und das ist einfach eine Begabung, die man hat oder auch nicht. leider nicht in dieser Form, wie es sich ein konservativer wünschen würde, die gab es mal, aber das ist längst Geschichte und meistens kommt dann auf solche Ereignisse wieder einer, der mal richtig aufräumt, was zwar auch nicht so gewünscht ist, denn hätten sie das Maß eingehalten, dann wären wir manche Sorgen los und so werden wir damit begleitet, was wir nicht verdient haben und deshalb umso trauriger ist. Eines kann man auf… Mehr

Waehler 21
4 Monate her
Antworten an  Nibelung

Demokratie ist nicht Selbstzweck für Funktionäre. Aber wenn die Presse und ÖRR ( tausend Millionen nur für den ÖRR ) auf ein bisschen Steuergeld hoffen, kann man auch mal Schönschreiben – schadet ja nur dem Bürger.

Last edited 4 Monate her by Waehler 21
pbmuenchen
4 Monate her

Jeder, der mit ein wenig Vernuft beseelt ist, muss sich notgedrungen abwenden. Das etablierte Parteiensystem mit seinem Fraktionszwang ist das Grundübel.

Georg J
4 Monate her

Interessiert Söder leider nicht die Bohne. Söder macht Politik nur für Söder.

andreas donath
4 Monate her
Antworten an  Georg J

Wenigstens spielt diese kluge Frau nicht mehr mit und setzt ihren guten Ruf nicht länger aufs Spiel, um dem Egomanen Söder zu nützen. Sie hat erkannt, dass man solch charakterlich unterirdischen Figuren mit derart kranken Machtgelüsten nicht zu Diensten sein kann, wenn einem demokratische Werte und das Grundgesetz wichtig sind.

Tacitus
4 Monate her

Frau von Pfuel ist eine absolut integre Persönlichkeit, von der wir Alle viel lernen können. Sehr sehr schade aufgrund der Hintergründe ihres Handelns. Aber ‚Hut ab‘ und Respekt für ihre Konsequenz. Es ist erschreckend sich vorzustellen, dass sich nun auch die Guten aus der Politik verabschieden. Es bleibt der Rest, der machtbesessen, menschenentrückt und/oder arbeitsfern ist.

Olaf W1
4 Monate her

Bemerkenswert und mein Respekt dafür. Aber tatsächlich ist es so, dass es Söder, Merkel und Laschet einen Schei# interessiert, wer da wann wo und warum aus „Der Partei“ austritt. In deren geistig umnachteten Kosmos bedeutet dies nur einen Kritiker in den Reihen weniger – und das feiern die tatsächlich. Solange zu den Wahlen nicht mit massiver Mehrheit die AfD gewählt und in Regierungsverantwortung gebracht wird, wird dieses destruktiv-desolaten „regieren“ der Merkelianer andauern. Daher sehe ich ganz schwarz für Deutschland…