Der Wahlkampf hat begonnen - in den Kitas. Kleinkinder können sich nicht wehren, wie praktisch.

Eine gute Idee von Funktionären der Gewerkschaft Ver.di beim Kita-Streik in Osnabrück: Eltern sollen ebenfalls streiken, „indem sie ebenfalls die Betreuung der Kinder verweigern und sie zum Beispiel beim Bürgermeister abgeben.“ Das also ist das stabile, geregelte, vertrauensvolle Umfeld, in dem unsere Allerkleinsten gut heranwachsen können? Krabbeln zwischen Schreibtischen, Papierkorb und Gummibaum im Einwohnermeldeamt?

VON Roland Tichy | So, 17. Mai 2015
Nach Pegida eine Podiumsdiskussion über den Umgang mit abweichenden Meinungen

Die Aufregung um Pegida in Dresden ist abgeflaut - und hat doch Deutschland verändert. Erinnern wir uns an Januar: Einige Bürger demonstrieren – und die Republik steht Kopf. Selten gab es eine derartige Diskrepanz zwischen dem was ist, eine verhältnismäßig kleine Demonstration namens Pegida, und einen Proteststurm dagegen; angeführt vom Bundespräsidenten, der Kanzlerin, gefolgt von den Spitzen der Kirchen, Gewerkschaften und vor allem: von den Medien. Nicht was ist, ist wichtig, sondern was daraus politisch und medial gemacht wird – als Vorstufe zu neuen Aktionen. Wichtige Artikel dazu finden Sie hier.

In der Kritik stehen seither Medien. In diesem Zusammenhang lädt der Präsident des Sächsischen Landtags, Matthias Rößler zu einer Podiumsdiskussion - und auch Sie laden wir dazu ein.

VON Roland Tichy | Sa, 16. Mai 2015
Ganz Griechenland verarmt? Nein - der Absatz von Luxusartikeln steigt. Die Geldautomaten werden pünktlich aufgefüllt

Griechenland verarmt, hungert; Löhne, Gehälter und Sozialleistungen werden gestrichen? Ganz Griechenland ist arm? Natürlich nicht das ganze Griechenland - nur das Griechenland im Bild der deutschen Medien. Das ist auch gut so: So wird der ständige Zufluß der Hilfsgelder sichergestellt - und dann sofort in Luxusartikel investiert oder ins Ausland gebracht. Das zeigt ein Blick in die griechische Zulassungsstatistik und Kapitalverkehrsbilanz.

VON Roland Tichy | Fr, 15. Mai 2015
Dänemark schafft Münzen und Scheine als gesetzliches Zahlungsmittel weitgehend ab. Folgt Deutschland?

Nun hat das Thema auch die FAZ erreicht: "Wirtschaftsweise streiten über das Bargeld, steht heute da. Zuvor hatte Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage Am Freitag  im SPIEGEL die Abschaffung gefordert - unpraktisch sei Geld; Kriminalität könnte besser bekämpft und endlich die Negativ-Zins-Politik strikt durchgesetzt werden. Das sind alles Argumente gegen das Geld, die Sie hier längst lesen konnten. Lars Feld kontert jetzt in der FAZ mit ebenfalls bekannten Argumenten - nämlich dass wir dann alle das sind, was sich der Staat wünscht: Gläserne, kontrollierbare, beherrschbare Bürger.

Wir wiederholen daher unsere Analyse und die Einladung zu einer Tagung über die Zukunft des Geldes an diesem Donnerstag.

VON Roland Tichy | Di, 12. Mai 2015
Sind die Streiks Auslöser einer neuen Inflationswelle?

Es klunckert wieder. Aber wer erinnert sich noch an Heinz Kluncker? Dabei war er ein so mächtiger Mann, dass viele in ihm sogar den Mann sahen, der Bundeskanzler Willy Brandt stürzte.

VON Roland Tichy | Mo, 11. Mai 2015
FDP und AfD im Parlament - was wäre da im Bundestag los...

Eine Wahlbeteiligung von nur noch 50 Prozent - der Frust ist groß über die Politik. Zwar versuchen jetzt die etablierten Parteien, dem faulen Bürger die Verantwortung für seine mangelnde Demokratie-Begeisterung in die Schuhe zu schieben. Aber vielleicht muss der Wurm dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler?  Das Ergebnis hat ja auch ein paar Signale für Deutschland:

VON Roland Tichy | Mo, 11. Mai 2015
Es ist mehr als nur noch ein Verbreitungsweg - es ändert die Konsumenten.

Manchmal stelle ich mir vor, dass viele meiner durchaus geschätzten Journalistenkollegen sich am Sonntag Abend hinknien und beten: „Lieber Gott, lass morgen wieder einen Montag werden und zwar so einen, an dem das Internet verschwunden ist“
Leider erhört der liebe Gott ja solche Wünsche so selten, und deshalb wird das Internet bleiben und die Krise der Medien sich weiter verschlimmern. Denn wer still betet, der handelt nicht. Und so  wird ein weiterer grausiger Internet-Montag heraufzuziehen, der auch ein Montag der verpassten Chancen ist. Zum 10-jährigen Jubiläum der Huffington Post eine Analyse gängiger Irrtümer.

VON Roland Tichy | So, 10. Mai 2015
Eine Tagung von Datenschutz und Verbraucherschutz zu diesem brisanten Thema

Im letzten Jahr schlug der bekannte amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff die Abschaffung des Bargeldes vor und pries die Vorteile einer bargeldlosen Wirtschaft an. Bargeld, so Rogoff, würde die Kriminalität begünstigen. Jetzt beschäftigen sich der Datenschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz und Verbraucherschützer mit diesem Thema; ich darf dazu den Eingangsvortrag halten. Mitdiskutieren wird u.a. Eveline Lemke, stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Ministerin für Wirtschaft. Auch Sie sind dazu eingeladen.

VON Roland Tichy | Do, 7. Mai 2015
Der Wind weht dem GDL-Boss ins Gesicht. das ist gut so.

Der Bahnstreik der GDL ist schon längst ein Streik pervers: Längst geht es nicht mehr um höhere Löhne. Im Gegenteil. GDL-Oligarch Weselsky erklärte mit erfrischender Frechheit, dass die Bahn doch tatsächlich die Lokführer mit Geld zuschütten wolle. Aha. Klar. Es geht ihm nicht um Geld. Es geht ihm darum, auch für Rangierlokführer und Bistro-Kassierer im Zug Tarifverträge abschließen zu wollen. Zu wollen. Denn wieviele Betroffene dahinter stehen - das verrät er nicht. Es geht ihm ums Prinzip.

VON Roland Tichy | Di, 5. Mai 2015
Das Angebot an alternativen Verkehrssystemen kommt erst noch - und zwar schnell

Nicht alles ist schwarz - auch morgen früh geht die Sonne wieder auf. Wenn man sich dieser bahnbrechenden Erkenntnis hingibt, verlieren viele Dinge ihre Schrecken. Auch der Bahnstreik. Es gibt viele alternative Verkehrsmöglichkeiten; was man auf Fernstrecken dem Kranich der Lufthansa opfert, spart man auf mittleren Strecken mit dem preiswerten und erstaunlich flotten Bus wieder ein. Das Streikgetöse steht in einem merkwürdigen Widerspruch zur technischen Entwicklung.

VON Roland Tichy | Mo, 4. Mai 2015
Deutschland hat eines der freiesten Mediensysteme - warum wirkt es so gleichgeschaltet?

Süß, nun haben wir also den Tag der Pressefreiheit. Nicht, dass mir das nicht gefiele. Aber er wird doch sehr gestrig gefeiert. Schauen wir uns einmal an, was da passiert an so einem Tag: Wer begrenzt denn Journalisten? Was sind die größten Gefahren für die Pressefreiheit? Wie ist es um Meinungsfreiheit bestellt in Deutschland? Wie geht das Spiel weiter?

Sieben sehr persönliche Thesen zu meinem Lieblingsberuf.

VON Roland Tichy | So, 3. Mai 2015

Ein Gespenst geht um in Europa. Es ist kein böser Mann, aber ein System: Der Kapitalismus, der böse K. „Der K. hat mir die Jungfräulichkeit geklaut“, singt eine schwedische Band und die Süddeutsche Zeitung macht daraus ein Dossier: „Macht uns der Kapitalismus kaputt“. Angeblich macht der böse K. sogar Burn-Out und Depressionen. Wie böse ist das denn? Kein Wunder: Die Deutschen mögen den K. nicht mehr, in Umfragen kriegt er schlechte Noten wie sonst nur Masern-Impfung. Deshalb einige Überlegungen zum Kampftag der Arbeiterklasse.

VON Roland Tichy | Fr, 1. Mai 2015
Die Union hat wieder mal laut gemault, aber nicht gebissen - Bürokratie bleibt. CDU heult

Und die Union, die hat Zähne, und die liegen im Wasserglas auf dem Nachttisch. Mit einem Gebiss kann man eben nicht zubeissen, nur nuscheln und nörgeln. Zu diesem Ergebnis kommt, wer die Ergebnisse des Koalitionsgipfels zu Mindestlöhnen anschaut.

VON Roland Tichy | Di, 28. April 2015
Günter Verheugen verteidigt die Griechenlandpolitik und stellt sie in Frage

Günter Verheugen wird es als Ehrentitel nehmen, wenn ich ihn als „Berufs-Europäer“ betrachte. Glaubt er wirklich noch an diese Form des Teuro-Europa?

VON Roland Tichy | Mo, 27. April 2015
Was bedeuten Millionen von Flüchtlingen für Deutschland?

Die jüngste Flüchtlingskatastrophe vor der libyschen Küste hat eine heftige Debatte ausgelöst. Kann Europa tatenlos zusehen, wie Menschen vor unseren Augen ertrinken, nur weil sie Krieg und Elend zu entfliehen versuchen oder für sich und ihre Familien schlichtweg ein besseres Leben anstreben? Die ebenso brisante Frage lautet: Macht Europa sich durch seine als „Abschottung“ gebrandmarkte Politik nicht mitschuldig am Tod von Menschen? Aber ist eine Massenflucht nach Europa die Lösung und was wären die Konsequenzen?  Darauf gibt es viele emotionale Reaktionen - und kaum Analyse. Deshalb einige Fragen über den Tag und die Betroffenheit hinaus.

VON Roland Tichy | So, 26. April 2015
Über einen Börsengang will die Deutsche Bank die Postbank vergolden

1. Warum hat die Deutsche Bank die Postbank gekauft?
Lange galt die 3-6-3-Regel bei Banken: Für´s Geld auf dem Postbank-Sparbuch 3 % Zinsen zahlen; das Geld für 6 Prozent an einen Unternehmer oder Häusle-Bauer verleihen, von der Marke von 3 Prozent gut leben und um 3 Uhr auf dem Golfplatz antreten. Leider ist diese Regel kaputt, weil es für's Sparbuch Null Zinsen gibt, aber auch der Kredit nichts mehr einbringt und die Bankenregulierung durchgreift. Mit dem Verkauf der Postbank reagiert die Deutsche Bank auf beide Faktoren.

VON Roland Tichy | So, 26. April 2015
...und bitte keine G36-Gewehre für Zöllner

 

Wer denkt sich so was aus? Natürlich Verkehrsminister Maut-Rindt.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Maut-Rindt hat eine wunderbare Idee: Privilegierte Gratis-Parkplätze für Car-Sharing-Autos.  

VON Roland Tichy | Sa, 25. April 2015
GDL-Chef Weselsky stösst zunehmend auf Gegnerschaft beim Beamtenbund. Es ist wohl sein letzter Streik.

Nun streiken sie also wieder, die Lokführer, weil sein starker Arm es will: Klaus Weselsky, der Chef der Lokführer.
Es klappt ganz gut; in den Hauptbahnhöfen der Metropolen geht wenig und die Ersatzzüge der Bahn fahren vielfach leer. Die Deutschen haben festgestellt, es geht ganz gut auch ohne Bahn. Privatbahnen fahren, Autos, Busse. Die neue Werbekampagne der Bahn, die darauf abzielt, dass man durch Bahnfahren statt Auto Zeit für sich gewinnt, diese Kampagne verpufft, wenn man auf zugigen Bahnsteigen steht. Weselsky macht die Bahn überflüssig. Autovermieter Sixt freut sich. Vor allem aber finanziert der GDL-Chef den Streik auf Kosten der Beamten - und die ärgern sich.

VON Roland Tichy | Mi, 22. April 2015
Ludwig Erhard ist ein Mythos und soll jetzt sogar für Drogenfreigabe herhalten. Was wollte er wirklich?

Ludwig Erhard gibt es ganz klein - als 2-Zentimeter-Figur für die Modelleisenbahn, Maßstab HO. Es gibt ihn ganz groß, als vergoldete Figur. Kaum ein deutscher Politiker ist so populär wie Ludwig Erhard, Begründer des stabilen D-Mark, Vater des Wirtschaftswunders, Erfinder der sozialen Marktwirtschaft. Er ist ein Mythos, der mit dem sagenhaften Aufstieg aus einem Land rauchender Trümmer zu nie geahntem Wohlstand verbunden ist. Weil er so populär ist, wird er vereinnahmt. Sich auf ihn zu berufen, hat den Rang einer Fast-Seligsprechung. Doch wer ist Ludwig Erhard wirklich?

VON Roland Tichy | So, 19. April 2015
Mario Draghis schwarze Magie der Geldpolitik zerstört das Geldsystem

So ungefähr stelle ich mir das Schlaraffenland vor: Du trinkst ein Pils (oder auch mehr) und beim bezahlen nimmt der Wirt kein Geld. Er schenkt Dir sogar 20 Cent. Oder mehr: Je mehr Du getrunken hast, umso mehr kriegst Du. Eine schöne Idee, die dabei ist, Wirklichkeit zu werden: Banken und Sparkassen werden langsam zu solcher Art Kneipen im Schlaraffenland: Wer Kredit aufnimmt zahlt kaum noch Zinsen. Im Gegenteil: Er kriegt was raus, wenn er sich verschuldet

VON Roland Tichy | So, 19. April 2015