Es ist mehr als nur noch ein Verbreitungsweg - es ändert die Konsumenten.

Manchmal stelle ich mir vor, dass viele meiner durchaus geschätzten Journalistenkollegen sich am Sonntag Abend hinknien und beten: „Lieber Gott, lass morgen wieder einen Montag werden und zwar so einen, an dem das Internet verschwunden ist“
Leider erhört der liebe Gott ja solche Wünsche so selten, und deshalb wird das Internet bleiben und die Krise der Medien sich weiter verschlimmern. Denn wer still betet, der handelt nicht. Und so  wird ein weiterer grausiger Internet-Montag heraufzuziehen, der auch ein Montag der verpassten Chancen ist. Zum 10-jährigen Jubiläum der Huffington Post eine Analyse gängiger Irrtümer.

VON Roland Tichy | So, 10. Mai 2015
Eine Tagung von Datenschutz und Verbraucherschutz zu diesem brisanten Thema

Im letzten Jahr schlug der bekannte amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff die Abschaffung des Bargeldes vor und pries die Vorteile einer bargeldlosen Wirtschaft an. Bargeld, so Rogoff, würde die Kriminalität begünstigen. Jetzt beschäftigen sich der Datenschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz und Verbraucherschützer mit diesem Thema; ich darf dazu den Eingangsvortrag halten. Mitdiskutieren wird u.a. Eveline Lemke, stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Ministerin für Wirtschaft. Auch Sie sind dazu eingeladen.

VON Roland Tichy | Do, 7. Mai 2015
Der Wind weht dem GDL-Boss ins Gesicht. das ist gut so.

Der Bahnstreik der GDL ist schon längst ein Streik pervers: Längst geht es nicht mehr um höhere Löhne. Im Gegenteil. GDL-Oligarch Weselsky erklärte mit erfrischender Frechheit, dass die Bahn doch tatsächlich die Lokführer mit Geld zuschütten wolle. Aha. Klar. Es geht ihm nicht um Geld. Es geht ihm darum, auch für Rangierlokführer und Bistro-Kassierer im Zug Tarifverträge abschließen zu wollen. Zu wollen. Denn wieviele Betroffene dahinter stehen - das verrät er nicht. Es geht ihm ums Prinzip.

VON Roland Tichy | Di, 5. Mai 2015
Das Angebot an alternativen Verkehrssystemen kommt erst noch - und zwar schnell

Nicht alles ist schwarz - auch morgen früh geht die Sonne wieder auf. Wenn man sich dieser bahnbrechenden Erkenntnis hingibt, verlieren viele Dinge ihre Schrecken. Auch der Bahnstreik. Es gibt viele alternative Verkehrsmöglichkeiten; was man auf Fernstrecken dem Kranich der Lufthansa opfert, spart man auf mittleren Strecken mit dem preiswerten und erstaunlich flotten Bus wieder ein. Das Streikgetöse steht in einem merkwürdigen Widerspruch zur technischen Entwicklung.

VON Roland Tichy | Mo, 4. Mai 2015
Deutschland hat eines der freiesten Mediensysteme - warum wirkt es so gleichgeschaltet?

Süß, nun haben wir also den Tag der Pressefreiheit. Nicht, dass mir das nicht gefiele. Aber er wird doch sehr gestrig gefeiert. Schauen wir uns einmal an, was da passiert an so einem Tag: Wer begrenzt denn Journalisten? Was sind die größten Gefahren für die Pressefreiheit? Wie ist es um Meinungsfreiheit bestellt in Deutschland? Wie geht das Spiel weiter?

Sieben sehr persönliche Thesen zu meinem Lieblingsberuf.

VON Roland Tichy | So, 3. Mai 2015

Ein Gespenst geht um in Europa. Es ist kein böser Mann, aber ein System: Der Kapitalismus, der böse K. „Der K. hat mir die Jungfräulichkeit geklaut“, singt eine schwedische Band und die Süddeutsche Zeitung macht daraus ein Dossier: „Macht uns der Kapitalismus kaputt“. Angeblich macht der böse K. sogar Burn-Out und Depressionen. Wie böse ist das denn? Kein Wunder: Die Deutschen mögen den K. nicht mehr, in Umfragen kriegt er schlechte Noten wie sonst nur Masern-Impfung. Deshalb einige Überlegungen zum Kampftag der Arbeiterklasse.

VON Roland Tichy | Fr, 1. Mai 2015
Die Union hat wieder mal laut gemault, aber nicht gebissen - Bürokratie bleibt. CDU heult

Und die Union, die hat Zähne, und die liegen im Wasserglas auf dem Nachttisch. Mit einem Gebiss kann man eben nicht zubeissen, nur nuscheln und nörgeln. Zu diesem Ergebnis kommt, wer die Ergebnisse des Koalitionsgipfels zu Mindestlöhnen anschaut.

VON Roland Tichy | Di, 28. April 2015
Günter Verheugen verteidigt die Griechenlandpolitik und stellt sie in Frage

Günter Verheugen wird es als Ehrentitel nehmen, wenn ich ihn als „Berufs-Europäer“ betrachte. Glaubt er wirklich noch an diese Form des Teuro-Europa?

VON Roland Tichy | Mo, 27. April 2015
Was bedeuten Millionen von Flüchtlingen für Deutschland?

Die jüngste Flüchtlingskatastrophe vor der libyschen Küste hat eine heftige Debatte ausgelöst. Kann Europa tatenlos zusehen, wie Menschen vor unseren Augen ertrinken, nur weil sie Krieg und Elend zu entfliehen versuchen oder für sich und ihre Familien schlichtweg ein besseres Leben anstreben? Die ebenso brisante Frage lautet: Macht Europa sich durch seine als „Abschottung“ gebrandmarkte Politik nicht mitschuldig am Tod von Menschen? Aber ist eine Massenflucht nach Europa die Lösung und was wären die Konsequenzen?  Darauf gibt es viele emotionale Reaktionen - und kaum Analyse. Deshalb einige Fragen über den Tag und die Betroffenheit hinaus.

VON Roland Tichy | So, 26. April 2015
Über einen Börsengang will die Deutsche Bank die Postbank vergolden

1. Warum hat die Deutsche Bank die Postbank gekauft?
Lange galt die 3-6-3-Regel bei Banken: Für´s Geld auf dem Postbank-Sparbuch 3 % Zinsen zahlen; das Geld für 6 Prozent an einen Unternehmer oder Häusle-Bauer verleihen, von der Marke von 3 Prozent gut leben und um 3 Uhr auf dem Golfplatz antreten. Leider ist diese Regel kaputt, weil es für's Sparbuch Null Zinsen gibt, aber auch der Kredit nichts mehr einbringt und die Bankenregulierung durchgreift. Mit dem Verkauf der Postbank reagiert die Deutsche Bank auf beide Faktoren.

VON Roland Tichy | So, 26. April 2015
...und bitte keine G36-Gewehre für Zöllner

 

Wer denkt sich so was aus? Natürlich Verkehrsminister Maut-Rindt.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Maut-Rindt hat eine wunderbare Idee: Privilegierte Gratis-Parkplätze für Car-Sharing-Autos.  

VON Roland Tichy | Sa, 25. April 2015
GDL-Chef Weselsky stösst zunehmend auf Gegnerschaft beim Beamtenbund. Es ist wohl sein letzter Streik.

Nun streiken sie also wieder, die Lokführer, weil sein starker Arm es will: Klaus Weselsky, der Chef der Lokführer.
Es klappt ganz gut; in den Hauptbahnhöfen der Metropolen geht wenig und die Ersatzzüge der Bahn fahren vielfach leer. Die Deutschen haben festgestellt, es geht ganz gut auch ohne Bahn. Privatbahnen fahren, Autos, Busse. Die neue Werbekampagne der Bahn, die darauf abzielt, dass man durch Bahnfahren statt Auto Zeit für sich gewinnt, diese Kampagne verpufft, wenn man auf zugigen Bahnsteigen steht. Weselsky macht die Bahn überflüssig. Autovermieter Sixt freut sich. Vor allem aber finanziert der GDL-Chef den Streik auf Kosten der Beamten - und die ärgern sich.

VON Roland Tichy | Mi, 22. April 2015
Ludwig Erhard ist ein Mythos und soll jetzt sogar für Drogenfreigabe herhalten. Was wollte er wirklich?

Ludwig Erhard gibt es ganz klein - als 2-Zentimeter-Figur für die Modelleisenbahn, Maßstab HO. Es gibt ihn ganz groß, als vergoldete Figur. Kaum ein deutscher Politiker ist so populär wie Ludwig Erhard, Begründer des stabilen D-Mark, Vater des Wirtschaftswunders, Erfinder der sozialen Marktwirtschaft. Er ist ein Mythos, der mit dem sagenhaften Aufstieg aus einem Land rauchender Trümmer zu nie geahntem Wohlstand verbunden ist. Weil er so populär ist, wird er vereinnahmt. Sich auf ihn zu berufen, hat den Rang einer Fast-Seligsprechung. Doch wer ist Ludwig Erhard wirklich?

VON Roland Tichy | So, 19. April 2015
Mario Draghis schwarze Magie der Geldpolitik zerstört das Geldsystem

So ungefähr stelle ich mir das Schlaraffenland vor: Du trinkst ein Pils (oder auch mehr) und beim bezahlen nimmt der Wirt kein Geld. Er schenkt Dir sogar 20 Cent. Oder mehr: Je mehr Du getrunken hast, umso mehr kriegst Du. Eine schöne Idee, die dabei ist, Wirklichkeit zu werden: Banken und Sparkassen werden langsam zu solcher Art Kneipen im Schlaraffenland: Wer Kredit aufnimmt zahlt kaum noch Zinsen. Im Gegenteil: Er kriegt was raus, wenn er sich verschuldet

VON Roland Tichy | So, 19. April 2015
Tichys Wochenschau

Europa ohne Kinder - wer zahlt die Rente?
Die New York Times berichtet diese Woche, dass in Dänemark der Sexualkunde-Unterricht an den Schulen ergänzt werde. Nicht mehr nur um Verhütung und die Vorzüge der Abtreibung gehe es, sondern auch darum, wie man Kinder kriegt und sie aufzieht. Eine ziemlich bemerkenswerte Wende, die die NYT in Beziehung zu der Tatsache setzt, dass ganz Europa unter einem dramatischen Geburtenrückgang leide. Deutschland setze noch auf Geld, viel Geld, das allerdings keine Wirkung zeige. Das ist neu - schließlich gelten in Deutschland ja die Pille davor und danach als Fortschritt und Kinder als Fall für die Krankenkasse.

VON Roland Tichy | Sa, 18. April 2015
Schon wieder Protest von links gegen die linke Politik der Europäischen Zentralbank. Diesmal eine Feministin.

Schon wieder hagelt es Protest bei der EZB. Während Blockupy draussen bleiben musste, aber mit großer Gewalttätigkeit die Eröffnungsfeier vermasselte, gelang es diesmal einer Protestiererin in das Allerheiligste vor zu dringen. Die Bilder vom Geschehen.

VON Roland Tichy | Mi, 15. April 2015
Vom Gift der Nähe und erdrückender Umarmung

„Finde den Fehler“ – diese Aufgabe ist bei Nachrichten in der…

VON Roland Tichy | Mi, 15. April 2015
Andrea Nahles verschärft Angriffe auf Unternehmer

Bäckermeister Gerald Kotter: Ein Krimineller im Sinne von Andrea Nahles.
Andrea Nahles ist nicht mehr zu helfen: Zwar soll sie dem Bundeskabinett auf Drängen der Union Bericht erstatten, wie das Bürokratie-Monster Mindestlohn entschärft wird. Aber daran denkt sie gar nicht, sondern verschärft ihre Angriffe auf Handwerker und Arbeitgeber sogar noch.
Die zusätzlichen 1600 Zöllner zur Kontrolle des Mindestlohns sollen wie an der Schusswaffe ausgebildet werden, erklärte sie ausdrücklich am Montag.  

VON Roland Tichy | Mi, 15. April 2015
Die Digitalisierung ist nicht nur eine neue Technologie - sondern eine gesellschaftliche Utopie

Die Hannover Messe ist dieses Jahr als Hochamt für die Industrie 4.0 angelegt. "Für die deutsche Industrie formuliere ich dabei nicht weniger als den globalen Führungsanspruch", protzte Reinhold Festge, Präsident des Maschinenbauer-Verbands. Andächtig höre ich Angela Merkel zu. Auf den Podiumsdiskussionen ging es weniger lautstark zu; da war davon zu hören, dass Deutschland "noch" eine führende Position inne habe.
Wenn sich nur mal nicht alle täuschen. Die Umstellung ist viel tiefgreifender, als ein paar Fabrikroboter miteinander zu verbinden - so hyper-anspruchsvoll das auch unbestritten ist und so gut die deutsche Industrie da mitspielt. Das Problem ist: Es geht um einen radikalen Wechsel, der nicht nur die Industrie, sondern die ganze Gesellschaft erfasst. Und da wachsen die Bedenken.

VON Roland Tichy | Mo, 13. April 2015
Beim Krach im VW-Reich geht es nicht nur um einen Machtkampf zwischen Männern

Bei VW fliegen die Fetzen. Ferdinand Piëch, Großaktionär und Aufsichtsratschef von VW hat einen Konflikt zwischen Aufsichtsrat, Großaktionären und Vorstand richtig schön groß und öffentlich gemacht.
Er sei auf „Distanz zu Winterkorn“, sagte der 77-Jährige Ende der Woche dem "Spiegel" über den 10 Jahre jüngeren Vorstandschef. Martin Winterkorn ist der Vorstandsvorsitzende des größten europäischen Autokonzerns, hat einen Vertrag bis Ende 2016 und die volle Unterstützung des mächtigen Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh und des Landes Niedersachsen, das 20 Prozent an dem Zwölf-Marken-Konzern hält.

VON Roland Tichy | So, 12. April 2015