Die Deutschen werden ärmer: Reallöhne um 1,8 Prozent gesunken

Die Inflation hat im ersten Quartal hart zugeschlagen: Preisbereinigt sind die Löhne um 1,8 Prozent gesunken, während sie nominal im selben Zeitraum um 4,0 Prozent stiegen.

IMAGO / Steinach

Die hohe Inflation in Deutschland hat im 1. Quartal 2022 zu einem Reallohnrückgang geführt, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen: Zwar war der Nominallohnindex im 1. Quartal 2022 nach ersten und vorläufigen Ergebnissen der neuen Verdiensterhebung um 4,0 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Allerdings stiegen die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 5,8 Prozent. Das ergibt dies einen realen (preisbereinigten) Verdienstrückgang von 1,8 Prozent. Die Inflation zehrte somit den Nominallohnanstieg im 1. Quartal 2022 mehr als auf.

Der Nominallohnindex bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich Sonderzahlungen ab, während der Reallohnindex über die preisbereinigte Verdienstentwicklung Auskunft gibt.

Zeitgleich veröffentlichte Destatis eine weitere Mitteilung, die wie viele andere Daten untermauert, dass wohl auch in absehbarer zeit mit sehr hohen Inflationsraten zu rechnen ist:  Die Importpreise waren im April 2022 um 31,7 Prozent höher als im April 2021. Eine höhere Vorjahresveränderung hatte es zuletzt im September 1974 im Rahmen der ersten Ölkrise gegeben (+32,6 Prozent gegenüber September 1973). Im März hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +31,2 Prozent gelegen, im Februar 2022 bei +26,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März 2022 stiegen die Importpreise im April 2022 um 1,8 Prozent.

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