Wie eine Phantomorganisation Ausschreitungen ermöglicht

Eine Organisation ohne erkennbare Führung, ein Sprecher ohne vollständigen Namen, ein Impressum in der Schweiz: „Gen Z regelt“ mobilisiert Deutschlands Jugend. Doch wer steckt wirklich dahinter?

picture alliance / AP Photo/Michael Probst | Michael Probst

In Berlin, Köln, Hamburg und Stuttgart kam es in der letzten Nacht zu massiven Ausschreitungen. In Frankfurt am Main wurden Polizisten mit Molotowcocktails beworfen, Schaufenster eingeschlagen, Geschäfte inklusive eines Waffengeschäfts geplündert. Die Süddeutsche titelte am 29. Oktober hoffnungsfroh: „‚Gen Z regelt‘ rechnet mit entspannten Demos am Samstag.“ Ein Sprecher der Veranstalter, der sich „Amadeo“ nennt, Amadeo wie die hinlänglich bekannte Stiftung, aber seinen vollständigen Namen verheimlicht, der sich selbst anonymisierende Sprecher der Vereinigung, die sich im schlechten Deutsch „Gen Z regelt“ nennt, spricht von einem Erfolg. Und natürlich behauptet Amadeo dreist: „Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss.“

Doch Amadeo, genau dafür tragt ihr die Verantwortung, denn genau dieses Szenario wurde erwartet, zumal man es aus Frankreich, Italien und Spanien schon kannte. Wichtiger noch: Amadeo übernimmt keine Verantwortung, sondern droht: „Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen.“

Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, distanzierte sich von „Gen Z regelt“, denn: „Man weiß nicht so genau, wer dahintersteht.“

Es ist so naiv wie überheblich, wie wirklichkeitsfremd, wie selbstgerecht, wenn eine junge Frau vor dem Brandenburger Tor ein Plakat hochhält, auf dem steht: „Generation Z lässt sich nicht instrumentalisieren.“ Genau das geschieht – und zwar mit Ansage. „Generation Z regelt“ war doch schon im Entstehen instrumentalisiert, von Linksextremisten, von Islamokommunisten, von Randaleemigranten.

Amadeo, der Sprecher, spricht und verspricht: „Leute wollen für diese Forderungen – für mehr Bildung, für mehr Klimaschutz, gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die aktuellen Kürzungen – auf die Straße gehen.“ Was man sich so alles in der Pippi-Langstrumpf-Welt wünscht und was einem so alles von rotgrünen Lehrern erzählt wird, was man fordern kann und wofür man selbst nichts tun muss. Es ist keine Wortklauberei, darauf hinzuweisen, dass es nicht um „mehr“, sondern um bessere Bildung geht, und die beginnt mit Inhalten, bei Lehrplänen, die diesen Namen verdienen. Sie beginnt bei der Einführung des Leistungsprinzips, bei kleineren Klassen und vor allem auch bei Klassen, in denen der Anteil derer, die die deutsche Sprache gar nicht oder kaum beherrschen, nicht so hoch ist, dass die Vermittlung von Wissen kaum mehr möglich ist. Der Meistersprecher von „Gen Z regelt“ spult die üblichen Phrasen ab, wenn er als Opfer des Bildungsverlustes mehr Klimaschutz fordert. Was Deutschland braucht, ist aber nicht mehr Klimaschutz, sondern Schutz vor dem Klimaschutz, Wirtschaftsschutz vor Ideologen. Man könnte spotten, dass früher Revolutionen aufgrund des leeren Bauches ausbrachen, heute aufgrund des leeren Kopfes.

Und ja, es gibt mehr als genug Anlass für die Jungen, zu demonstrieren: für eine bessere Bildung, gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die grassierende Wohnungsnot, die gerade Studenten treffen, aber auch gegen die zerfallende Infrastruktur der Universitäten und Hochschulen. Doch gehörte es nicht auch zur Ehrlichkeit dazu, zu fordern, dass ausländische Studenten Studiengebühren zu entrichten haben, wie es für deutsche Studenten im Ausland üblich ist? Doch wenn man gegen Wohnungsnot demonstriert, dann muss man auch gegen die Migrationspolitik demonstrieren.

Amy Kirchhoff von der Bundesschülerkonferenz sprach von unklaren Organisationsstrukturen bei „Gen Z regelt“. Sprecher Amadeo munkelt von einem Organisationsteam aus knapp 30 Menschen. Schaut man auf die Seite von „Gen Z regelt“, findet man keine Namen, weil offensichtlich niemand Verantwortung übernehmen will.

Im Impressum findet sich nicht weniger mysteriös nur die Angabe:

„Akram Selo
c/o JL Consulting Group GmbH#7043
Zürcherstrasse 84
8852 Altendorf
Schweiz“

Wird also „Gen Z regelt“ fremdgesteuert? Existieren Hinterfrauen, Hinterqueere, Hintermänner? Wer ist also „Gen Z regelt“?

Gestern hat „Gen Z regelt“ ihre Unschuld verloren. Sie wurde zur Vorfeldorganisation der Gewalt. Festzuhalten ist, dass ihre eigenen Demonstrationen weit hinter dem selbstgesteckten Ziel zurückblieben. Sprecher Amadeo fabuliert: „Wir sind eine sehr bunte Mischung aus Studierenden, Schülerinnen und Schülern und Azubis.“ Wirklich? Niemand weiß, wer „ihr“ seid? Festzuhalten ist: Wenn man sich im Land umschaut, bei vielen jungen Menschen, bei Lehrlingen, jungen Handwerkern, jungen Facharbeitern, wohl auch bei vielen Studenten in den Nicht-Ideologie-Fächern, dann sieht man wirklich die Generation Z, die ihr Leben regelt und nicht das Leben der anderen regeln will.

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Kommentare ( 1 )

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Axel Fachtan
10 Minuten her

Die Bundesschülerkonferenz hat sich rechtzeitig von dem Mist distanziert und sich nicht kapern lassen. Danke an die Vernünftigen in der Abteilung. Es wurde so etwas einsamer um die linksextremistischen und islamistischen Krawallgeschwader. Sie sind und bleiben aber da. Und nun sind sie halt da (Merkel). Merkel wollte es so. Die Spaltung der Gesellschaft und die Spaltung der Konservativen war ihr Fundament der Macht.