Ein bisschen zieren, und dann mehr Posten kassieren als ohne Koçak-Welle

Bis zur Wahl von Erif Eralp zur Regierenden wird es windige Worte und Schriftsätze geben, was alles nicht wahr ist an ihren Szenenrollen. Die von der SPD und den Grünen zieren sich ein bisschen, geben sich dann zufrieden und kassieren mehr Posten, als es ohne die Koçak-Welle gegeben hätte.

picture alliance / Ipon | Stefan Boness
Ferat Koçak am Wahlabend in Berlin, 20. September 2026

»Ich küsse Dein Herz, Bruder«, titelt Die Zeit ihren Beitrag über den Linken-MdB Ferat Koçak. Anlass sind natürlich die Nachrichten, die er mit dem Sohn des Berliner Clanchefs Issa Rammo ausgetauscht hat. Die treuherzige Beteuerung des Linken-Politikers, er habe Firas Rammo, den Sohn des Clanchefs, nicht gekannt, glaubt ihm keiner. Koçak kennt nicht nur Firas in der arabischen Großfamilie, sondern auch Issa und wohl weitere. Wer in Berlin regelmäßig bestimmte Plätze aufsucht, kennt die Leute dort wie in seinem Stammlokal – und bei jedem Besuch werden es mehr, bis sich alle kennen.

Bei der Geschichte von Koçak, wie er über einen Chat und dann über WhatsApp von Firas ein Smartphone für einen Jungen einer Antifagruppe organisiert habe, fragt man sich, will er einen veralbern? Wer sich im Bundestag-Innenausschuss und davor bereits im Berliner Abgeordnetenhaus mit Clankriminalität befasst hat und das Vorgehen der Behörden für rassistisch und diskriminierend hält, ist kein Aktenleser, sondern Kenner der Szene. Spricht Koçak auf WhatsApp Firas mit „Akhi“ an (arabisch: mein Bruder), lässt er sich von Firas zum Treffen mit Vater Issa einladen, nimmt bei der Gelegenheit das Smartphone mit und will sich von Issa Rammo gesagt haben lassen, sein Clan sei gar nicht kriminell, überfordert er die Gutgläubigkeit jedes normalen Zeitgenossen, die Anwesenheit der Rammos bei der Siegesfeier der Linken für Zufall und unerwünscht halten zu sollen.

„Ich küsse Dein Herz, Bruder“
Ferat Koçak und eine Serie der Ahnungslosigkeit
Bittet Koçak Firas, seine Bundestagsrede, in der er „Clankriminalität“ zum politischen Kampfbegriff erklärt, in seinen Kreisen zu verbreiten, antwortet Firas mit „gerne Bruder“, versichert er ihm »Bruder, egal was du brauchst, egal was ich für dich tun kann, lass mich wissen«, lädt er ihn später zur Hochzeit eines Bruders im Namen seines Vaters Issa ein, ist die Sache über eine Bekanntschaft im Stammlokal erheblich hinausgewachsen.

Damit nicht genug, taucht auch noch ein Foto von der Siegesfeier in Neukölln auf: Koçak mit Ibrahim Ibrahim, dem Vertreter des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees (VPNK), in dem Hamas-Leute und welche der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zusammenarbeiten, Leute, die den getöteten Hamas-Führer Jahia Sinwar, Mastermind des 7. Oktober, als »heldenhaften Märtyrer« preisen. Was in den arabischen Vierteln überall, nicht nur in Berlin, zum guten Ton gehört.

Was sonst noch alles im Zeit-Beitrag steht, spricht dieselbe Sprache, Herr Koçak gibt den Ahnungslosen, Gutgläubigen und Hilfsbereiten, dem übel mitgespielt wird. Wie er sind natürlich noch viele bei der SED-Die Linke, aber nun werden sie bis zur Wahl von Erif Eralp zum Regierenden Bürgermeister mal weniger oder gar nicht oder ganz heimlich ihre Kontakte in der Szene pflegen. Bis zur Wahl wird es windige Worte und Schriftsätze geben, was alles nicht wahr ist an ihren Szenenrollen. Die von der SPD und den Grünen unbedingt Amtssessel erklimmen und Dienstkarossen besteigen wollen, zieren sich ein bisschen, geben sich dann zufrieden und kassieren bei der Gelegenheit mehr Posten, als es ohne die Koçak-Welle gegeben hätte.

Und dann geht es mit Rotgrünrot weiter steil bergab in der einstigen Industrie- und Kulturstadt, in der so manche Ecken ausschauen wie bei Kriegsende, bei dem Ralf Dahrendorf erlebte, wie es zuging, als in den Tagen, bevor die russische Ordnung noch nicht etabliert war, der ordnungslose Zustand der Anomie herrschte. In Berlin heute herrscht in den Clan-Zonen für alle Ordnung, die wissen, an wen vom Clan sie sich wenden und ihren Obulus entrichten müssen, um die Dinge in ihrem Sinne geregelt zu bekommen. Um den ordnungslosen Zustand für Bürger, die zu keinem Clan gehören, kümmert sich die Polizei bekanntlich nur, wenn es Zuwanderer oder Clans nicht stört.

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