Der Gründer des bayerischen Rüstungs-Start-ups Donaustahl, Stefan Thumann, lebt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen: Der Firmenchef, dessen Unternehmen Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen an die Ukraine liefert, sei Ziel eines mutmaßlichen Anschlagsplans des russischen Militärgeheimdienstes.
IMAGO / dts Nachrichtenagentur
„Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagte Stefan Thumann in einem aktuellen Interview mit RTL. Er habe sein Testament gemacht, eine Organspendeerklärung und eine Patientenverfügung unterschrieben – Dinge, an die man in seinem Alter normalerweise noch nicht denke.
Vor acht Monaten erhielten deutsche Sicherheitsbehörden Hinweise eines ausländischen Partnerdienstes, wonach Thumann hochgefährdet sei, die Behörden warnten ihn. Seither wechselt der Unternehmer ständig den Aufenthaltsort, wird rund um die Uhr geschützt und hat nach eigenen Angaben kein Privatleben mehr. Er schläft neben seinem Computer und beginnt sofort nach dem Aufwachen zu arbeiten, um möglichst wenig über seine Situation nachzudenken. Der Krieg in der Ukraine sei inzwischen auch sein „ganz persönlicher Krieg“.
Im vergangenen März ließ der Generalbundesanwalt zwei mutmaßliche „Wegwerfagenten“ festnehmen: einen ukrainischen Staatsbürger und eine rumänische Frau. Sie sollen den 39-jährigen Unternehmer zwischen Dezember 2025 und März 2026 ausgespäht, sein Wohnhaus und die Firmenzentrale fotografiert und auch im Web Informationen über ihn gesammelt haben. Die Behörden stufen den Fall als mutmaßliche Vorbereitung geheimdienstlicher Operationen ein, der Bundesverfassungsschutz spricht von einem möglichen geplanten Attentat. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst erklärte dazu im RTL-Interview, die vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass der Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok ausgeführt werden sollte.
Deutlicher Anstieg der Geheimdienstaktivitäten
Der Fall gilt bei den deutschen Sicherheitsbehörden als Beispiel für die Eskalation hybrider russischer Aktivitäten in Deutschland. Bereits 2024 hatten amerikanische und deutsche Dienste einen angeblichen Mordplan gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger vereitelt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutzchef Jürgen Kayser vergleicht die aktuelle Lage mit den Geheimdienst-Aktivitäten im Kalten Krieg: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei ein deutlicher Anstieg von Spionage- und Einschüchterungsversuchen gegen Rüstungsunternehmen zu beobachten. Russland setze dabei gezielt auf sogenannte Wegwerfagenten – oft Amateure oder Personen aus prekären Verhältnissen –, die einfache Aufträge wie Ausspähungen oder Drohnenflüge über Bundeswehrstandorte und Logistikstrecken ausführten.
Thumanns Firma Donaustahl in Hutthurm in Niederbayern gilt als bedeutender Lieferant von FPV- und Kampfdrohnen für die ukrainischen Streitkräfte, 2024 sollen mehr als 25.000 Drohnen und 300.000 Combat Stacks (Flight Controller, Gefechtsköpfe und Motoren) an Kiew verkauft worden sein. Der Unternehmer selbst äußerte sich auch öffentlich scharf gegen Russland. Obwohl die Festnahmen der mutmaßlichen Agenten die unmittelbare Gefahr minderten, sei Stefan Thumann nach Einschätzung des Nachrichtendienstes weiterhin gefährdet.


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> Der Firmenchef, dessen Unternehmen Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen an die Ukraine liefert, sei Ziel eines mutmaßlichen Anschlagsplans des russischen Militärgeheimdienstes.
Aha. Sind russische Zivilisten nicht zufällig sein Ziel? Manch ein MSM-Journalist fragt sogar, wie man noch mehr meucheln könnte.
Nun, es ist halt so. Wenn ich mich in Mord(s)geschäfte begeben, muß ich mit den gleichen Antworten leben. Soll man da als Normalbürger Mitleid haben? Mir gefällt diese Art Kriegspartnerschaft bis heute nicht. Außer kernig Millionen scheffeln sehe ich keine Vorteile. Und für Dummland schon gar nicht.
Eines muss man ihm lassen: er ist kein Feigling, sonst würde er nicht weiter arbeiten.
Das sind Geschichten, aus denen Kriege entstehen können. Herr Thumanns Firma baut Drohnen für die Ukraine, welche sicherlich nicht nur in der Ukraine herumfliegen, somit ist Deutschland Kriegspartei gegen Russland. Dass er deshalb unter russischer „Beobachtung“ steht, ist wohl klar. Klar ist aber auch, dass man mit dieser (von TE unrekflektierten) Meldung natürlich auch so ziemlich alles dem Russen in die Schuhe schieben kann. Wenn man also mal weiteres Eskalationsmaterial braucht, eignet sich diese Geschichte sehr gut. PS: mich würde mal interessieren, wieviel Agenten westlicher Nationen in Russland umhertrollen, um dort was auch immer auszuspionieren. Die 900 Drohnen, welche die… Mehr
Ich zähle heute morgen 12 Artikel betr. AfD in der ‚Welt‘ !! Die nächsten Wochen werden spannend und es wird noch mit viel Dreck geworfen bis zur Wahl!
In der Rüstungsindustrie macht man Profit mit tausendfachem Tod. Man wird in gewisser Hinsicht ins Kriegsgeschehen involviert, obwohl man kein Kombattant im Sinne des Kriegsrechts ist. Dies sollte man bedenken, bevor man in dieser Branche zu arbeiten beginnt. Deutschland ist auf vielfältige Weise in den Ukraine-Krieg verstrickt, sowohl als Geldgeber, Waffenlieferant und politischer Unterstützer der Regierung in Kiew. Wer da mitmischt, muss mit fast allem rechnen. Wer Feind ist, bestimmen in diesem Konflikt nicht nur wir, sondern auch die Gegenseite.
Die Russen müssen geheimdienstlich auf eine erstaunliche Stufe der Unfähigkeit gefallen sein.
Ihnen können nur noch Bedrohungen, fruchtlose Planungen und Fehlversuche zugerechnet werden, die dafür um so sicherer.