Wehrdienst-Modernisierungsgesetz: Nur für Deutsche!

Berichtet wurde, „alle jungen Männer und Frauen“ in Deutschland würden den Fragebogen zur Wehrerfassung erhalten. Das ist nicht richtig, nur „Deutsche“ erhalten ihn. Das Wort wird seit zwei Jahrzehnten gemieden. Der letzte Kanzler, der „Wir Deutsche“ sagte, war Gerhard Schröder. Willy Brandt warb auf Plakaten mit dem Slogan: „Deutsche. Wir können stolz sein auf unser Land.“

picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Am 1. Januar 2026 trat das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz in Kraft, das vorschreibt, dass „Männer und Frauen, die volljährig werden“ (Münchner Merkur 3./4. Januar 2026) einen Fragebogen zum Dienst in der Bundeswehr erhalten; die Männer müssen ihn ausfüllen, die Frauen können es. „Wenn ein junger Mann dieser Verpflichtung … nicht nachkommt“, warnte die Süddeutsche Zeitung am 24. Dezember 2025, „kann eine Geldbuße bis 1000 Euro die Folge sein“.

Aber erhalten tatsächlich – wie die Medien allgemein berichteten – „ALLE jungen Männer und Frauen“ in Deutschland den Fragebogen?

Insgesamt verschickt die Bundeswehrverwaltung 700.000 (siebenhunderttausend) Briefe mit dem Fragebogen an Männer und Frauen des Geburtsjahrganges 2008. Die Zahl der 18-Jährigen in Deutschland beträgt aber 2026 rund 800.000 Personen, was heißt: 100.000, etwa 15 Prozent aller jungen Männer und Frauen, erhalten keinen Fragebogen. Warum? Weil sie Ausländer sind: Die Wehrerfassung gilt nur für deutsche Staatsangehörige. Es sind also nicht „alle jungen Männer und Frauen“ betroffen, sondern „alle jungen deutschen Männer und Frauen“ oder, kurz ausgedrückt, „alle jungen Deutschen“.

Warum wurde dies in den Medien verschwiegen? Das Verteidigungsministerium hatte, wenn auch unter Vermeidung des Substantivs „Deutsche“, auf diese Beschränkung durchaus hingewiesen: Schon in der Gesetzesbegründung heißt es, dass grundsätzlich „die auf Artikel 12a des Grundgesetzes … beruhende Wehrpflicht für deutsche Männer (Hervorhebung von mir) weiterbesteht“, und eine Pressemitteilung erläuterte die Wehrerfassung folgendermaßen: „Den Fragebogen erhalten deutsche Personen mit Wohnsitz in Deutschland“.

Warum wurden die „jungen Menschen“, die von der Wehrerfassung betroffen sind, in Politik und Medien nicht einfach „Deutsche“ genannt? Das Wort gilt seit zwei Jahrzehnten als politisch nicht mehr korrekt und wird deshalb im öffentlichen Diskurs gemieden: Der letzte Bundeskanzler, der „Wir Deutsche“ sagte, war Gerhard Schröder (1998–2005). Heute kommt in Regierungserklärungen und Wahlprogrammen (außer der AfD) das Wort „Deutsche“ kaum noch vor; stattdessen heißt es „die Menschen in Deutschland“ oder nur „die Menschen“.

Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz unterscheidet nun faktisch „die Menschen in Deutschland“ in „Deutsche“ und „Nichtdeutsche“, es ist also nicht – wie man gerne fordert – „inklusiv“; denn nur Deutsche bekommen den Fragebogen. Aber auch die Deutschen werden nicht gleich behandelt: Der Fragebogen erhebt unter „Persönliche Daten“, ob jemand neben der deutschen Staatsangehörigkeit noch eine oder mehrere (maximal 3) andere besitzt. Wozu dient diese Unterscheidung in Nur-Deutsche und Auch-Deutsche? Will das Verteidigungsministerium, falls auch Nicht-Freiwillige zum Wehrdienst eingezogen werden, sich auf die „Nur-Deutschen“ beschränken?

1972 warb der damalige SPD-Kanzler Willy Brandt auf Plakaten mit dem Slogan: „Deutsche. Wir können stolz sein auf unser Land.“ 2026 werden die „jungen Männer und Frauen“, die nach dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz „unser Land“ verteidigen sollen, von der Regierung nicht mehr mit dem Wort „Deutsche“ bezeichnet.

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Kommentare ( 35 )

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MeHere
1 Stunde her

Dank der SPD und ihrer Umtriebe ist Deutschland zwischenzeitlich völlig im A… .. das ist aber noch nicht alles, man will den Laden in ein sozialistisches „Paradies“ umbauen … (mal wieder).
Es fing 1970 an und geht bis heute .. Ziel: SOZIALISMUS
Prost Whisky-Willy – nie zuvor war ein Alkoholiker so cool wie du ..

rainer erich
41 Minuten her

Psychomilitärisch betrachtet ist diese Unterscheidung grundsätzlich sinnvoll, setzt allerdings bestimmte Bedingungen bei den Deutschen voraus, die noch zu hinterfragen wären. Entscheidend ist allerdings etwas ganz anderes und der Artikel behandelt es auch. Die interessante innere Hemmung, erfolgreich konditioniert, den Begriff “ deutsch“ zu verwenden, was natürlich weitergehende Fragen, selbstredend wegen “ rechts“ tabu, aufwerfen müsste. Und, mindestens genauso relevant, die Reduktion „Mensch“ unter Streichung aller ! , vor allem rechtspolitisch relevanter Differenzierungen. In Schland resp auf dem Gebiet existieren nur noch Menschen, wenn es um Rechte geht. Im Fallle der Pflichten, bekanntlich Solidarität genannt, finden die Täter die Unterscheidungen wieder… Mehr

Deutsche
54 Minuten her

Verstehe ! „Bürgergeld“ gibts für Alle. Sich für Merzens Großmachtpläne verheizen zu lassen nur für „Deutsche“.
Bin gespannt mit welchem Kunstgriff man die „Eingedeutschten“ aus dem Verfahren heraushalten will.

Kuestensegler
1 Stunde her

Als Fähnrich d. R., Zugführer und Ausbilder würde ich mich heute sehr unwohl fühlen, mit einem halben Dutzend Muselmanen Schießübungen mit schärfer Munition durchzuführen. Das hat nix mit Rassismus zu tun sondern ist dem Überlebenswillen geschuldet.

Deutsche
57 Minuten her
Antworten an  Kuestensegler

Siehe Berliner Polizei, die mehrfach von Clan-Ubooten unterwandert wurde.

Schwabenwilli
55 Minuten her
Antworten an  Kuestensegler

Ist in der US Armee schon mehrfach vorgefallen, auch während Einsätzen.

rbayer
1 Stunde her

„Will das Verteidigungsministerium, falls auch Nicht-Freiwillige zum Wehrdienst eingezogen werden, sich auf die ‚Nur-Deutschen‘ beschränken?“
dazu wird es mit großer wahrscheinlichkeit kommen, nachdem sich juristen bereits intensiv mit dieser frage beschäftigen und informell bereits erste ergebnisse die runde machen.
pragmatisch gesehen: es dürfte der einfachste weg (für die regierenden) sein, es so zu handhaben.
aber kostenlose zahnbehandlungen sind ja dann drin, oder?

Cethegus
1 Stunde her

Das Wort „deutsch“ nehmen unseredemokratie e.V. nur noch dann in den Mund, wenn es darum geht den Bürgern Steuern abzupressen oder eine Leibgarde sprich Soldaten gegen den drohenden Einmarsch des bösen Putin zu rekrutieren!

Ich kann inzwischen nicht mehr ausdrücken wie mich dieser Verein anwidert!

mediainfo
1 Stunde her

Mal sehen wie das funktionieren wird: Man tabuisiert jedes Gefühl von Patriotismus oder Nationalstolz, und erwartet gleichzeitig, dass junge Männer; und nur um diese geht es fast ausschließlich, machen wir uns nichts vor; ihren Kopf hinhalten sollen für dieses Land im Ernstfall.

Eine Klage gegen die offensichtliche Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in dieser Sache (Männer benachteiligt, Frauen privilegiert) würde ich gerne unterstützen, auch ohne persönlich betroffen zu sein.

Thomas
40 Minuten her
Antworten an  mediainfo

Für Deutschland sollen sie nicht den Kopf herhalten.
Deutschland haben die Eliten für die Zerstörung und Ausweidung freigegeben.
Die „Weissbrote“ sollen ihren Kopf für globale Banken- und Konzerninteressen sowie der Globalistenvision von der Grossen Transformation, „Entweissung“ und Entchristianisierung Europas herhalten, wie schon über eine Millionen Russen und Ukrainer die dafür gestorben sind.
Ich hoffe die deutsche Jugend boykottiert die Erfassung.
Wenn das alle machen können sie es nicht durchziehen.

Last edited 29 Minuten her by Thomas
luxlimbus
1 Stunde her

Dies ist doch Tradition! Zum I-Weltkrieg waren deutsche Juden nicht zum Kriegsdienst verpflichtet. Obwohl man den jüdischen Bevölkerungsanteil, in den vorangegangenen Jahren im Kaiserreich, gesellschaftlich gleichstellte. Daher ein Hoch auf die freiwilligen jüdischen deutschen Frontkämpfer des I.- Weltkriegs! BTW – In den USA musste hingen jeder ran. Ganz gleich ob Weltkrieg-I oder II.

Thomas
25 Minuten her
Antworten an  luxlimbus

In WK 2 kamen nur ganz zum Schluss Schwarze und Asiaten zum Einsatz auf amerikanischer Seite. Frankreich und England holten sich massenhaft Soldaten aus ihren Kolonien und dem Commonwealth zur Hilfe. Die Moslems waren gefürchtet von den deutschen Soldaten wegen ihrer Grausamkeit.

Madame Blume
1 Stunde her

Tja. Was soll man dazu sagen. Dann wird der deutsche Einser-Abiturient mit glänzenden Zukunftsaussichten eben verpflichtet, die eingereisten messerschwingenden Flüchtlings-Goldstücke mit seinem Leben zu beschützen. Wobei ich mich frage, wer besser verteidigen könnte – unsere jungen, „unbeleckten“ Deutschen, die noch nie Leid erfahren haben, oder eben jene krisengebietserprobten Leute, die hierzulande im Endeffekt eine tickende Zeitbombe darstellen. Ich wäre dafür, nicht nur zu geben, sondern auch entsprechend zu fordern. Wer hier leben und Geld beziehen will, egal wo er herkommt, soll dieses Land auch verteidigen müssen.

Last edited 1 Stunde her by Madame Blume
Cethegus
35 Minuten her
Antworten an  Madame Blume

Ich weiß ja nicht wie Sie sich eine Armee so vorstellen, aber diesem Gesocks auch noch scharfe Waffen in die Hand zu geben in der Hoffnung, daß die sich dann für diesen Staat opfern, da sie ja so kampferprobt sind ist doch mehr als blauäugig und keine gute Idee!
Eine Armee in der große Teile keine klare Loyalität haben ist keine leistungsfähige Truppe mehr s.h. KuK im 1.Weltkrieg.

alter weisser Mann
22 Minuten her
Antworten an  Madame Blume

Wenn der deutsche Einser-Abiturient sich bei Bedarf nicht aus der Nummer rausfindet, zeigt das, was das Einser-Abitur wert ist.

Mike76
1 Stunde her

Ukros sollen sich ja dabei auch nicht angesprochen fühlen. Die flüchten lieber vor der eigenen Fahne.

Thomas
24 Minuten her
Antworten an  Mike76

Es gibt schon Globalistenpläne die Ukraine nach dem Krieg mit nichtweissen Drittweltmenschen wieder neu zu besiedeln.

Last edited 23 Minuten her by Thomas
verblichene Rose
1 Stunde her

…Nur für Deutsche!…
Entschuldigung, aber für wen denn sonst?
Nur sollte man sich doch auch vornehmlich mal fragen, was 100.000 „junge Nichtdeutsche“ hier überhaupt zu suchen haben?
Und nicht nur das, sondern -wie schon so häufig gefragt- was, oder für wen eigentlich ein „junger deutscher Mann“ noch verteidigen, oder im Zweifel sogar sterben soll?
Ich glaube zwar nicht (mehr), daß das noch eine Frage der Ehre der jungen Männer ist, aber erlaubt ist diese Frage schon!

Last edited 1 Stunde her by verblichene Rose