Im Iran testet China seinen „Not-Aus-Schalter“ gegen Starlink

Chinesische Technologie und russische Hardware haben bis zu 80 Prozent der Starlink-Terminals im Iran ausgeschaltet. Der Iran ist Testfeld für Pekings zukünftigen Krieg um Taiwan.

Der Iran ist Testfeld für Pekings zukünftigen Krieg um Taiwan. Teheran hat Starlink mit Chinas „Not-Aus-Schalter“ abgeschaltet. Synchronisierte Bodenstörsender legten um 40.000 Endgeräte lahm. Eine wichtige Lebensader der iranischen Opposition ist gekappt. Bis zu 80 Prozent der Starlink-Terminals im Iran dürften offline sein. Der Einsatz chinesischer Technologie und russischer Hardware dient als erfolgreicher Machbarkeitsnachweis der Unterbrechung des Satelliteninternets, das zuvor als immun gegen Störungen galt. Das Ergebnis ist die nahezu vollständige Lähmung von rund 40.000 Starlink-Terminals, die in den Iran geschmuggelt worden waren, um die Internetsperre des Regimes zu umgehen. Bisher galten Satellitenkonstellationen in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) wie Starlink als nahezu unmöglich wirksam zu stören. Ihr Funktionieren ruhte auf der ständigen, schnellen Bewegung der Satelliten und Frequenzsprungverfahren gegen statische Störungen.

SpaceX konnte russische Störungen in der Ukraine bisher durch schnelle Software-Updates abwehren. Experten nehmen einen hardwarebasierten „Brute-Force“-Angriff an, der mit Software-Patches nicht ohne Weiteres zu umgehen sei. Er folge dem theoretischen Modell chinesischer Forscher, das erst vor zwei Monaten veröffentlicht wurde und explizit darauf ausgelegt ist, die Starlink-Abdeckung über Taiwan im Falle einer Invasion zu unterbrechen. Synchronisierte Bodenstörsender überfluten das Ku-Frequenzband – den Hauptkanal der Starlink-Terminals zu den Satelliten. Durch die Überlastung dieses Frequenzspektrums mit Störungen aus mehreren Bodenquellen werden die Empfänger unbrauchbar. Der künstliche Blackout hat 40.000 Terminals praktisch unbrauchbar gemacht und damit den Informationsfluss über das Vorgehen des Regimes zum Erliegen gebracht. Videos von Gräueltaten, die Koordination von Aktionen und Hilferufe, die auf Elon Musks Netzwerk angewiesen waren, erreichen die Außenwelt nicht mehr.

In Peking analysieren Militärexperten zweifellos die Daten dieser Operation. Sie haben die iranische Krise erfolgreich in eine Übung mit scharfer Munition verwandelt und dabei die Technologie verfeinert, mit der sie Taiwan und den Westen im Pazifik blenden wollen.

Gleichzeitig gibt es einen geheimen, anhaltenden Kontakt des Mullah-Regimes zu Trumps engstem Kreis. Hinter den Drohungen mit einem regionalen Krieg soll ein verzweifelter diplomatischer Tanz zwischen Teheran und Washington stattfinden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, bestätigte den weiter direkten Kommunikationskanal zwischen Außenminister Abbas Araghchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und damit die Behauptungen von Trump, die iranische Führung habe nach seinen Drohungen mit „sehr starken“ militärischen Optionen als Reaktion auf die Tötung von Demonstranten den Kontakt gesucht und Verhandlungen verlangt. Während Teheran beteuert, „nie den Verhandlungstisch verlassen zu haben“, wird diese Kontaktaufnahme von internationalen Beobachtern weithin als verzweifelter Versuch gewertet, Zeit zu gewinnen und die Lage zu deeskalieren, bevor amerikanische Bomber zum Einsatz freigegeben werden.

Sechzehn Tage nach Beginn des Volksaufstands gegen das Mullahregime im Iran seien nach Angaben von „Iran Human Rights“ (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 648 Demonstranten getötet worden, Tausende verletzt. Andere Berichte nennen die Zahl von über 6.000 Toten.

Mentale Kumpanei der Herrschaftsklasse. Bis die Gesternmedien, der ÖRR an der Spitze, über den Aufruhr gegen das Mullahregime im Iran berichteten, statt trotz vielfältiger Quellen im Internet weiter nur von Protesten gegen Teuerung und Infaltion zu sprechen, dauerte eine Woche. Es brauchte eine weitere halbe Woche, bis die Gesternmedien die Ausdehnung der Aufstände auf den ganzen Iran meldeten und die Führungsrolle von Reza Pahlavi, dem das in früheren Demonstrationen nie gelungen war. Das Regime schaltete Internet und Telefon ab, zeitweise auch Strom. Nur noch wenig Berichte kamen über Starlink durch. Dann schickten die Machthaber die von ihnen Bezahlten zur Großdemonstration in Teheran. Die Bilder davon im Staatsfernsehen reichten den Gesternmedien auf der Stelle, um ein Nachlassen des – nun wieder wie am Beginn – Proteste genannten Volksaufstands zu melden. Die Internet-Meldungen werden als unbestätigbar qualifiziert, Staats-TV-Bilder nicht hinterfragt, obwohl sie teilweise alte Aufnahmen sein dürften.

Wer einst von Deutschland was immer dachte, in einem bestand Einigkeit. Dort ist alles gut organisiert. Leider nur einst und nicht mehr wie vor 70 Jahren.

Der Zustand von Deutschland kann nicht wundern, wo die Nomenklatura mit ihrem Arbeitgeber, dem Steuerzahler, so umgeht, der das in viel zu großer Zahl zulässt. Geht’s nach der SPD, kommt die Erbschaftsteuer dazu. – Doch die Freiheit in ihrem Lauf halten weder die Mullahs noch China und die Westkommunisten auf.

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Kommentare ( 105 )

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doktorcharlyspechtgesicht
1 Monat her

Für Fritz Goergen: Jedes Land, das diplomatische Kontakte zur VR China unterhalten will – so auch die BRD und die USA – muss die Ein-China-Politik anerkennen. Das bedeutet, es darf keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan unterhalten und muss – die Sprachregelung ist jedesmal ein bißchen anders – anerkennen, dass es nur ein China, nämlich die VR, gibt. Taiwan wird nur von wenigen Staaten auf dieser Welt überhaupt anerkannt. De facto ist es ein 1945 durch die Kuomintang, die den Bürgerkrieg verloren hatten, ohne Rechtsgrundlage besetztes Territorium, das allein aus militärischen Gründen – die Volksbefreiungsarmee hatte keine logistischen Möglichkeiten für eine… Mehr

Kassandra
1 Monat her

Es scheint wieder Bilder aus dem Iran zu geben? https://x.com/visegrad24/status/2011079127227593028 https://x.com/visegrad24/status/2011112952640778584 After killing thousands of protesters in the streets the past few days, formal executions will now begin in Iran. Silence from Hollywood, Greta, the UN, Western media, etc. https://x.com/E_Barcohana/status/2010737385584415133 . What’s one of the best ways the U.S. can aid the Iranian people right now? “ Target the National Information Network established by the Chinese to restrict access to internal and external communications and liberate the people of Iran so that they can communicate with the outside world, and maybe we’d find out exactly what’s going on inside and they’d… Mehr

Haba Orwell
1 Monat her
Antworten an  Kassandra

> Iranian Patriots, KEEP PROTESTING – TAKE OVER YOUR INSTITUTIONS!!!

Reicht ihm nicht, dass US-Patrioten weiter protestieren und Institutionen übernehmen – auch wenn die besonders krawalligen genauso gegen Bezahlung? „Folge dem Geld: Soros und die US-Demokraten stehen hinter den Unruhen in den USA – Anti-Spiegel„. Sollte sich der US-Diktator deswegen beschweren, kann man ihm jederzeit die Bejubelung der Geheimdienstoperation in Iran um die Ohnen hauen.

drnikon
1 Monat her

Ich bin so beruhigt im Westen aufgewachsen zu sein. Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Wahrheit, Demokratie, Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit, Friedfertigkeit. Ja, deswegen kommen so viele zu uns. Hier ist das Paradies. Nicht wahr? Aber was weiß ich schon.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  drnikon

Mit jedem, der kommt, ein bisschen weniger. Leider.
Ich schau denen ins Gesicht – und erkenne es als „finster“.

Last edited 1 Monat her by Kassandra
Dieter Rose
1 Monat her
Antworten an  Kassandra

Sh. Dortmund-Nord, Filme bei Danisch! Dass es schon so weit gekommen ist, habe ich mir mir in meinen übelsten Phantasien nicht vorstellen können.

Michaelis
1 Monat her

Damit ist auch dem grünen Schwätzer und Kriegshetzer Nouripour erstmal das Maul gestopft.

Last edited 1 Monat her by Michaelis
alter weisser Mann
1 Monat her

So hat jeder seine Testgelände, ob nun Venezuela, Ukraine oder Iran.
Vorher haben die USA getestet, ob man über Starlink Einfluß nehmen kann, ob das ein stabiles Kommunikationsmedium gffs. auch fürs Militär, ist, nun testen die Anderen, ob man es auch stilllegen kann.

Last edited 1 Monat her by alter weisser Mann
the toothfairy
1 Monat her

Es ist doch immerhin gut zu wissen, was die Chinesen haben. Die Entwicklung des Gegenmittels wird hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen.

Edward S.
1 Monat her
Antworten an  the toothfairy

Ja genau. Immer weiter in der Eskalationsspirale, Herr Tastatursoldat!

Mausi
1 Monat her
Antworten an  Edward S.

Zu welchem Zeitpunkt wollen Sie diese Spirale denn abstellen? Und wie? CO2 Verminderung hilft da nicht.

jopa
1 Monat her
Antworten an  the toothfairy

Wenn die Chinesen die Satelliten mit Rauschen vollstopfen, also die Empfänger entweder übersteuern und/oder die Empfindlichkeit reduzieren um nicht zu übersteuern, dan kann starlink zwar senden und empfangen werden, so wie jemand der auf dem Markt steht und ruft. Was die Hörer in beiden Fällen empfangen, ist das Problem , weil die Fehlerkorrektur nicht mehr funktioniert. Der Aufwand ist gering, ein Störsender mit Richtantenne und automatischer Nachführung pro Satellit reicht.

Last edited 1 Monat her by jopa
Manfred_Hbg
1 Monat her

Zitat: „Eine wichtige Lebensader der iranischen Opposition ist gekappt. Bis zu 80 Prozent der Starlink-Terminals im Iran dürften offline sein. Der Einsatz chinesischer Technologie und russischer Hardware dient als erfolgreicher Machbarkeitsnachweis der Unterbrechung des Satelliteninternets“ > Mal abgesehen davon, dass auch hier wieder zu sehen ist, was solch „Leuchttürme der Freiheiten“ wie besonders auch China und Russland von Demokratie und Menschenrechte am halten sind, nämlich nix, so wurde dann auch schon an anderer Stelle davon berichtet, dass das iranische Militär gegen die Starlink-Terminals starke Störsender einsetzen sollen um so die dortige Berichterstattung möglichst völlig unterdrücken zu können. Dummerweise gibt es… Mehr

hoho
1 Monat her
Antworten an  Manfred_Hbg

Mullahs sind knallharte Herrscher. So sind auch Merz und wie sie alle hier heißen. In dem Land aus dem ich kommen, gäbe es Revolution ohne Fotokopierer aus USA wohl nicht. Nur damals waren selbst Mitglieder der Partei in Solidarität Gewerkschaft. Iran scheint doch ein bisschen anderes Land zu sein: vereinfacht stehen die Studenten aus den Städten gegenüber den Bauern. Dieses Kräfteziehen gab es schon mehrmals. Es deutet nichts daran, dass es besser wird wenn der US designierte Marionette alles besser machen kann. Iran hatte das schon mal sogar. Das ist nämlich das größte Dilemma: die angebliche Retter sind nicht wirklich… Mehr

Manfred_Hbg
1 Monat her
Antworten an  hoho

Die Mullahs sind nicht nur knallharte Herrscher, diese „Altherrenriege“ ist doch auch völlig religiös ideologisiert, verblendet und hinzu auch noch völlig verblödete „Taugenixe“. Ich bin mal durch Zufall auf das Foto (s, Link) mit der darauf zu sehenden herrschenden „Altherrenriege“ gestoßen: in der Mitte sitzend der vergreiste Obermuftie und links und rechts von ihm jeweils fünf ebenfalls vergreiste „Altherren“. Bei mir hat sich dieses „Bände sprechende“ Bild wahrlich mit den Gedanke an, „Ein Bild für die Götter“, eingebrennt. – – – – Dass es diesen „Herrschaften“ nur um deren persönliches Wohl und um deren Macht geht, steht wohl außer Frage.… Mehr

X1
1 Monat her

Wie man im Iran sieht (woher kommen die 40000 Sattelitentelefone) und in anderen Ländern erlebt hat, braucht ein Land, das keine von außen gesteuerte „farbige“ Revolution erleben will, Abwehrmöglichkeiten gegen Starlink, unabhängig von behaupteten Angriffsabsichten auf Taiwan.
Dazu eine technische Frage: wie soll das in Taiwan funktionieren, wenn zur Blockade von Starlink ein Netz von Bodenstationen benötigt wird? Wie soll man die in einem feindlichen Land verteilen und betreiben?

Last edited 1 Monat her by X1
Mausi
1 Monat her

Synchronisierte Bodenstörsender: Könnten Sie bitte noch aufnehmen, wo diese Störsender stehen? Im Iran?
Auch interessant: „Je linker das Wahlergebnis, desto kinderärmer die Stadt – neue Zahlen brisanten Zusammenhangs“, vgl. freilich-magazin.

Last edited 1 Monat her by Mausi
Maria Jolantos
1 Monat her

Für „Chinesische Technologie und russische Hardware “ hätte ich gerne genauere Angaben. Wieso russische Hardware – können die Chinesen das nicht? Wieso kann das keine iranische Technologie mit z.B. indischer Hardware sein?

hoho
1 Monat her
Antworten an  Maria Jolantos

Vlt haben das sogar Iraner selber gebaut – intelligente und ausgebildete Menschen haben sie ja und nicht alle haben etwas gegen die Regierung.