Über Todesfälle bei Polizei-Einsätzen

Todesfälle wie der des George Floyd sind nicht immer oder zumindest nicht allein durch Rassismus zu erklären. Die Polizeiforschung hat dazu bereits einige Erkenntnisse gewonnen.

„Cops“, also amerikanische Polizisten, sind täglich einem quantitativ und qualitativ höheren Gefahrenpotential ausgeliefert als beispielsweise deutsche Polizeibeamte. In den USA werden, bezogen auf die jeweilige Gesamtzahl der Polizisten, viel mehr von ihnen verletzt und getötet als hierzulande. Mordanschläge gehen bis in den Privatbereich. Das führt zu einem völlig anderen und viel konsequenteren Eigensicherungsverhalten, als wir es von der Polizei in Deutschland gemeinhin kennen. 

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Vor groben Verallgemeinerungen sollte man sich hüten. Aber zur Wirklichkeit der amerikanischen Gesellschaft gehört der Rassismus ebenso wie die Tatsache, dass die Polizei in den Augen vieler Schwarzer in den sogenannten Ghettos amerikanischer Städte die dominierende weiße Gesellschaft repräsentiert und nicht selten als Feindbild angesehen wird – ungeachtet der Tatsache, dass selbstverständlich viele Polizisten selbst schwarz sind. Zur Wirklichkeit gehört auch, dass Schwarze bei Straftaten, einschließlich Mord und anderer Gewalttaten im Vergleich zu anderen Ethnien überdurchschnittlich vertreten sind. Und zur Wahrheit  gehört auch, dass George Floyd, wie die schwarze amerikanische Aktivistin Candace Owens in einem Video berichtet, eine kriminelle Vergangenheit hatte, die selbstverständlich nicht im Geringsten seinen gewaltsamen Tod durch einen Polizisten entschuldigen kann.

Für amerikanische Polizisten gilt aber leider auch: Wer keine Kenntnisse über die ungeschriebenen Gesetze der Straße hat, wird nicht lange überleben. Die im polizeilichen Handeln weit verbreitete TIT-FOR-TAT-Strategie umfasst vor allem Freundlichkeit und Kooperation. Eine Person, die dazu gegenüber amerikanischen Cops nicht bereit ist, wird schnell das Gegenteil erleben und spüren, wie wehrhaft und konsequent, mitunter auch brutal, ihr Widerstand gebrochen wird. Die Polizeiforschung ist in den USA viel weiter als in Deutschland fortgeschritten, einzelne Beamte sind dort aber nicht selten im Vergleich schlechter ausgebildet als deutsche. Diesen Widerspruch gilt es meines Erachtens zukünftig aufzulösen.

Der genauere Blick
Die Statistik kann rassistische Vorurteile von US-Polizisten nicht bestätigen
Zum Fall George Floyd: Selbst wenn man sich mit dem Sachverhalt nicht näher befasst, darf man annehmen, dass Deryk C., der ihn tötete, wusste, mit wem er es zu tun bekommt. Dadurch sind er und seine Kollegen vermutlich selbst in die Falle einer dysfunktionalen Stresslage und dem dafür typisch eingeengten Tunnelblick geraten. Dabei können sie in der darauf folgenden eskalierenden Eigendynamik ihre polizeilichen Maßnahmen unabsichtlich überzogen haben. Ob die Polizisten im Sinne der Anklage schuldig sind oder nicht, kann übrigens nur ein Gericht feststellen. 

Wie ist die Lage in Deutschland?

Unbeabsichtigte Todesfälle beim polizeilichen Einschreiten lassen sich nicht zu 100 Prozent verhindern, auch in Deutschland sterben dabei Menschen. Ein bekanntes Phänomen nennt sich „lagebedingter Erstickungstod“ (Positional Asphyxia Syndrom).  Bei dem Versuch, jemanden am Boden zu fixieren, kniet beispielsweise ein Polizeibeamter auf dem Brustkorb oder Rücken der sich wehrenden Person, dadurch kann dessen Atmung behindert oder nicht mehr möglich sein. Die sich in eine Panik steigernde Gegenwehr, kann als Widerstandshandlung gegen die polizeiliche Zwangsmaßnahme missverstanden werden. Eine Unkenntnis dieser Besonderheit kann zur Folge haben, dass der Druck auf den Brustkorb oder den Hals erhöht wird. 

Noch nicht das größte Problem
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Andere Personen erleiden beim Zusammentreffen mit der Polizei einen Herzinfarkt. Alkohol-, Drogen- und Substanzmittelmissbrauch können den Körper erheblich schwächen, aber auch das Gegenteil bewirken. Diese drei angeführten Mittel und/oder Psychopathie erhöhen nicht nur in den Vereinigten Staaten und Deutschland die Gefahr, bei einem Polizeieinsatz ums Leben zu kommen, wie mehrere internationale Studien bestätigt haben. Andere Opfer sind lebensmüde und begeben sich vorsätzlich in eine tödliche Gefahrensituationen, dabei lassen sie sich absichtlich erschießen, (Suicide by Cop). Solche Menschen werden durch starke Aggressionen verhaltensauffällig, die Polizei wird gerufen, die dann, in der Hoffnung erschossen zu werden, mit einer Schusswaffe bedroht wird. 

In Diskussionen wird außerdem gern unterschlagen: Mitunter müssen Polizisten in lebensbedrohlichen Einsatzlagen schießen, um ihr eigenes Dasein zu verteidigen. Bei einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben kann ein Wirkungstreffer auch zum Tod des Gegenübers führen, damit der beabsichtigte tödliche Angriff sofort gestoppt wird. Nicht zu vergessen: Einige Polizeibeamte müssen aufgrund einer posttraumatische Belastungsstörung nach dem Schusswaffeneinsatz frühpensioniert werden, da eine weitere Verwendung im Polizeidienst unmöglich ist. Auch wenn Behörden immer wieder offiziell die psychologische Hilfestellung für diese Beamte betonen, in der Realität werden diese Schutzmänner und Schutzfrauen meist sich selbst überlassen. Wer nicht mehr nach den Erwartungen funktioniert, wird entfernt.

Auch für die deutsche Polizei haben sich die Anforderungen deutlich verändert und erhöht. Nur ein gutes und regelmäßiges Training unter Hochstresslagen kann dieses Phänomen im polizeilichen Einsatz ins Bewusstsein rücken. In Zeiten ständig wachsender Aufgaben, ausgedachter Gesetze für Beamtendiskriminierungen und über Jahre gezielt herbeigeführten Personalmangel, inzwischen mancherorts eher ein Glücksfall. Viel Aus- und Fortbildung ergibt wenig Personal auf der Straße. Eine Reihe eingesetzter Beamter an den städtischen Brennpunkten fühlen sich in einer Zeit, in der immer mehr Polizisten bei Einsätzen bespuckt und verletzt werden, durch den Dienstherrn und der Politik im Stich gelassen. Kritik daran möchte man mit Disziplinierungen unterdrücken. Die Zustände, die Politiker herbeigeführt haben, kompensiert man scheinheilig und populistisch damit, indem man den Focus auf eine angeblich gewaltbereite rechte und rassistische Polizei richtet. Dabei ist man sich auch nicht zu schade, Linksextremisten und die Schlägertruppe der sog. „Antifa“ zu hofieren und sich deren „Argumente“ zu eigen zu machen.

Polizisten sind kein beliebiges Freiwild, sondern schützen die staatliche Ordnung und die Menschen, die darin leben. Auch derjenigen, die sie schlecht ausstatten oder bekämpfen.

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Kommentare ( 33 )

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Menschenrespekt
4 Monate her

„Die Zustände, die Politiker herbeigeführt haben, kompensiert man scheinheilig und populistisch damit, indem man den Focus auf eine angeblich gewaltbereite rechte und rassistische Polizei richtet. Dabei ist man sich auch nicht zu schade, Linksextremisten und die Schlägertruppe der sog. „Antifa“ zu hofieren und sich deren „Argumente“ zu eigen zu machen.“ Ich denke, es ist an der Zeit, sich das Thema Polizei auch aufgrund der aktuellen Vorkommnisse in den USA genauer anzuschauen. Hier läuft gerade etwas, das in deen USA schon länger abläuft, und auch nach Deutschland getragen werden soll. Ich habe mir diverse Videos und Artikel angeschaut. Es wurden Dinge… Mehr

Eloman
4 Monate her
Antworten an  Menschenrespekt

Der heißt Derek Chauvin und ist seit 19 Jahren beim MPD. Alles andere ist VT auf Attila Hildmanns Niveau.

Moses
4 Monate her

« die Polizei in den Augen vieler Schwarzer in den sogenannten Ghettos amerikanischer Städte die dominierende weiße Gesellschaft repräsentiert«
In den Augen vielen nicht kriminellen Schwarzen aus Ghettos ist die Polizei die einzelne Macht, die sie schützt.
Es wird besonders verständlich, wenn man daran denkt, dass mehr als 80% allen getöteten Schwarzen von anderen Schwarzen ermordet sind.

Wolfgang Richter
4 Monate her

Die Richtung der Argumentation von linksgrün dominierter Politik und Presse in Ger-money ergibt sich schon einfach daraus, daß zu den USA selektiv von weißer Polizei (obwohl am Einsatz gegen Floyd eine „gemischte“ Gruppe beteiligt war) berichtet wird, die einen Farbigen „ermordete“, während bei Straftaten hierzulande gegen schon länger hier Lebende die oftmals migrantische Täterpersönlichkeit als AynMann neutralisiert wird.

Michael_M
4 Monate her

„Die Polizeiforschung ist in den USA viel weiter als in Deutschland fortgeschritten, einzelne Beamte sind dort aber nicht selten im Vergleich schlechter ausgebildet als deutsche. “

was bitte sind einzelne, nicht seltene polizisten?
wenige, aber davon recht viele?

🤔

Eloman
4 Monate her

Wissen Sie überhaupt, wie so eine Jury ausgewählt wird?

schukow
4 Monate her

Es kann auch genau andersherum laufen. Seinerzeit in Los Angeles waren sie auch recht unsensibel. Den Amis traue ich da alles zu. Aber was, wenn eine ausgewogen besetzte Jury zum Ergebnis kommt, daß ein Vorsatz bei Herrn C. (den Namen Chauvi hätte sich auch keiner auszudenken getraut) nicht erkennbar ist? Immerhin gibt es 4 Kollegen vor Ort, die mit der Nase direkt am Geschehen waren. Natürlich ist es unprofessionell, wenn der Festzunehmende bei der Festnahme stirbt. Aber wenn es eben nicht mehr war? Oder wenn doch und es einfach nicht beweisbar ist? Für mich ist das alles Teil des Wahlkampfes.

Tesla
4 Monate her

Menschenleben, Tote sind von stark unterschiedlichem Wert, wird uns eingehämmert. Der Wert des Menschen, besonders des toten, richtet sich vor allem nach seinem publizistischen Propagandawert, quasi der Zweitverwertung von Leichen.

Und dieselben Medien haben sich aufgeregt, als Gunther von Hagens plastinierte Leichen ausgestellt hat.

Ralf Poehling
4 Monate her

Da spricht die Berufserfahrung. Vieles, was im Polizeialltag bzw. im Alltag des Sicherheitsapparates passiert, ist schlicht dem Auftrag geschuldet, das Recht durchzusetzen. Je größer die Gegenwehr, desto härter ist logischerweise die Maßnahme dagegen. Was sich allein schon bestätigt, wenn man auf die Polizei anderer Länder schaut: Je härter dort die Knackis zu Werke schreiten, desto härter tritt die Polizei auf. Man denke z.B. an Mexico, wo von klassischer Polizeiarbeit wohl keine Rede mehr sein kann. Da kommt man den Drogenbaronen nur noch mit militärischen Mitteln in die Quere. Wer also meint, man müsse nur die Polizei abschaffen, dann wäre Ruhe,… Mehr

Mimung
4 Monate her

Wie so oft fehlt in der Öffentlichkeit die Betrachtung der Argumente der Gegenseite. Jeder schreit und brüllt den Mist heraus, den zuvor irgendein anderer Moralapostel von sich gegeben hat, ohne sich die Zeit zu nehmen beide Seiten zu betrachten. Am Ende fühlen sich alle Nachschwätzer und Mitläufer auch noch als moralisch überlegen und sind Stolz der „gerechten“ Sache geholfen zu haben (nicht anders als die Deutschen in den dreißiger Jahren). Diese mittelalterliche Sichtweise und die völlig undifferenzierte, selbstgefällige Arbeit der Medien sind das größte Problem der heutigen Gesellschaft. Wieso fragt niemand nach den Hintergründen und Motiven der Polizisten, statt sie… Mehr

Politkaetzchen
4 Monate her
Antworten an  Mimung

Die aufklärerische Grundidee sich seines eigenes Verstandes bedienen, verschwand mit dem Beginn des inflationären Wohlstand.

Was passiert mit Tieren, die dauernd satt, gesund und zufrieden sind? Sie werden faul, träge und verlernen alles.

donpedro
4 Monate her
Antworten an  Mimung

weder die antifa noch die black-bewegung interessieren sich nur einen hauch ueber gruende oder rechte des „feindes“ staat, dessen ordnungskraefte die polizei ist. und somit ist die polizei erst mal der sichtbare gegner, den es wegzufegen gilt. ich sah gerade einen „bildzeitung-clip“ auf youtube. es wird berichtet dass in atlanta abermals ein schwarzer erschossen wurde und er die kugeln in den ruecken bekam. da denkt man sofort, ein unschuldiger mensch wurde heimtueckisch von hinten abgeknallt. auf einer ueberwachungskamera allerdings sieht man glasklar, dass der mann einem polizisten erst mal den taser geklaut hat und dann sich der verhaftung durch wegrennen… Mehr

Hairbert
4 Monate her

„Polizisten … schützen die staatliche Ordnung …“ Nun haben aber – nicht nur, aber in besonderem Ausmaß hierzulande – Wohlstandsverwahrlosung und über alles geliebter Selbsthass breiter Kreise zu Ächtung und erbittertem Kampf gegenüber der staatlichen Ordnung geführt die es „zu überwinden gilt“ – und dies zunehmend mit Gewalt. Da sind die Orndungs(!)hüter natürlich bevorzugte erste Zielscheibe: Sowohl politisch mit entsprechender Behinderungsgesetzgebung wie z.B im RRG-Shit-Hole Berlin geplant, als auch durch ewige Übergriffe und Hinterhalte durch die selbsternannten „Guten“. In Folge schaukelt sich eine ungesunde mentale wie auch materielle Aufrüstung auf beiden Seiten hoch; ausgelöst und aufgedrängt von Berufsrandalierern, auch wenn… Mehr