Problemlösung auf Deutsch: Rücksicht gegenüber Tätern hat Priorität

Messerverbotszone, Zugangsbeschränkungen zu Bahngleisen, weniger Ausweiskontrollen: Um der zunehmenden Gewaltbereitschaft in öffentlichen Verkehrsmitteln entgegenzutreten, wird alles getan. Bloß nichts Sinnvolles. Einschränken soll sich die Mehrheitsbevölkerung; Rücksichtnahme auf die Täter hat Vorrang.

picture alliance / ABBfoto | -
Polizeieinsatz am Hamburger Hauptbahnhof 14.11.2025

Wenn in Deutschland ein Terrorist mit einem Auto in eine Menschenmenge fährt, wird nicht darüber diskutiert, wie man verhindern kann, dass Terroristen einreisen, sondern darüber, wie man die Menschenmenge von Autos abschirmt.

Wenn Migranten Mädchen vom Bahnsteig und vor einfahrende Züge werfen, wird nicht darüber gesprochen, wie man besser kontrollieren kann, wer ins Land gelassen wird, sondern über Schutzvorrichtungen und Zugangsbeschränkungen an Bahngleisen.

Und wenn ein Bahnschaffner von einem weiteren Migranten bei der Ticketkontrolle totgeschlagen wird, dann ist logischerweise wiederum nicht die Frage, wie man Gewalttäter stoppt, sondern, natürlich, warum man nicht mit diesen vermaledeiten Ticketkontrollen aufhört.

Der Elefant im Raum

In Deutschland hat sich eingebürgert, dass, wenn ein Problem nur gelöst werden kann, indem man über Migration spricht, nicht darüber diskutiert werden darf. Dann erfindet man andere Probleme, für die sich Lösungen anbieten. Betonpoller, Waffenverbotszonen, Absperrungen an Bahnsteigen und Verzicht auf Ausweis- und Ticketkontrollen, zum Beispiel.

Die Lösung heißt immer: Die Mehrheitsgesellschaft muss sich einschränken. Denn die wehrt sich ja nicht. Sie lässt sich Maßnahme um Maßnahme aufdrängen, die sicherstellen soll, dass Störenfriede machen können, was sie wollen. Lediglich der Schaden soll minimiert werden. Nicht durch Sanktionierung der Täter, sondern der Opfer.

Das ist ungefähr so, als würde man einer Frau, die von ihrem Ehemann geschlagen wird, raten, sie solle sich doch einfach mal hübscher anziehen, dann würde sich der Gewalttäter sicher weniger provoziert fühlen.

Rücksicht gegenüber Tätern

Die Rücksichtnahme ist grenzenlos: Unionsfraktionsvize Stephan Stracke von der CSU ist nun davon überzeugt, dass man den Zugang zu Bahngleisen nur mit gültigem Ticket erlauben solle. Die Liebste mit einem Blumenstrauß überraschen, wenn sie mit nur neunundzwanzig Minuten Verspätung aus dem ICE steigt? Das geht leider nicht mehr, hier stehen Menschenleben auf dem Spiel. Aber Bahnsteigkarten gab es doch schließlich auch früher schon, erinnert doch ein bisschen an die gute alte Zeit, oder nicht?

Deutschlandtickets mit Fotos zu versehen, hält Stracke für eine Maßnahme mit „Deeskalationspotenzial“, weil dann niemand zusätzlich den Ausweis vorzeigen müsse.

Die Ausweiskontrolle beim Bahnfahren – da hat man den Verantwortlichen gefunden für die eskalierende Aggression in deutschen Verkehrsmitteln. Es sind nicht etwa gewaltbereite Individuen, es sind die Ausweiskontrollen. Die lassen ansonsten unbescholtene, gelassene Menschen auch mal zuschlagen. Wer kennt es nicht?

Die Ausweiskontrolle ist schuld

Man könne „die Gewalt um etwa 18 Prozent senken“, wenn man auf Ausweiskontrollen im Zuge der Fahrscheinkontrolle verzichte, behauptet Verkehrsminister Schnieder gegenüber dem Handelsblatt.

Bahnchefin Palla zufolge sollen Ausweiskontrollen im Regionalverkehr ab März nicht mehr verpflichtend sein. Es solle im Ermessen des Zugpersonals liegen, ob Ausweise kontrolliert werden. Damit könnten Situationen mit „hohem Eskalationspotenzial“ vermieden werden.

Aber so ganz reicht das wohl doch nicht aus – Bahnmitarbeiter sollen verstärkt mit Bodycams ausgerüstet werden, mehr Sicherheitspersonal soll eingesetzt werden.

All das bedeutet, dass die Normalisierung eines bis dato unbekannten Gewalt- und Aggressionspegels im öffentlichen Alltag widerstandslos hingenommen wird. Und damit auch der Zerfall einer Gesellschaft, die auf Vertrauen und respektvollem Miteinander basiert.

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Kommentare ( 16 )

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Michael Palusch
17 Minuten her

Höchste Zeit!
Die Provokation der Menschen, die, wenn sie zu uns kommen, nichts weiter als einem Handy und ein Messer besitzen, muss endlich ein Ende haben.

Last edited 15 Minuten her by Michael Palusch
SB
20 Minuten her

Man glaubt, das sei der Tropfen, der das Faß endlich zum Überlaufen bringt. Und starrt dann fassungslos auf die Ergebnisliste, nachdem man „Demo gegen Links Termine“ gegoogelt hat.

Inga
21 Minuten her

Ich weiß nicht, was beim deutschen Wahl-Deppen noch passieren muss, damit er anders wählt. Wer den Migrationspakt damals nur ansatzweise durchgelesen hat, wusste, was auf uns zukommt. Alles für die „Flüchtlinge“, die Einheimischen haben nichts mehr zu melden.
Teggatz (DPoIG) ist es doch selbst, der derzeit in Gesprächen die Bahnsteigkarte propagiert.
Und selbstverständlich werden in Zukunft nur die sichtbar Deutschen kontrolliert, das ist ja wohl klar. Ich habe selbst mehrmals in Bussen schon 2016/17 erlebt, wie diese Herrschaften ignoriert werden bei jeder Kontrolle, alle anderen nicht.

Jan Frisch
24 Minuten her

Für Feigheit vor dem Feind wurde man vor weniger als 100 Jahren noch vor die erstbeste Wand gestellt. Es war nicht alles schlechter damals.

Haba Orwell
27 Minuten her

> Unionsfraktionsvize Stephan Stracke von der CSU ist nun davon überzeugt, dass man den Zugang zu Bahngleisen nur mit gültigem Ticket erlauben solle.

Hat er je einen Bahnhof gesehen? Für seine Idee müsste man sämtliche Bahnhöfe und Haltepunkte komplett umbauen.

Lars Baecker
31 Minuten her

Wenn man schon so „neutral“ wie möglich sein und das Rüsseltier nicht beim Namen nennen will, wie wäre es denn völlig neutral damit, den Zutritt zu Bahnsteigen nur mit gültigem Ticket zu gewähren? Zwar können auch Menschen mit gültigem Ticket ausrasten und gewalttätig werden, ein nicht unbedeutender Teil des nicht beim Namen zu nennenden Klientels würde aber schon von vornherein davon abgehalten werden, einen Zug zu besteigen.
Sollte dieser Vorschlag diskriminierend, menschenverachtend, rechts oder gar rechtsradikal, also nazi, sein, bitte ich höflichst um Entschuldigung.

Enrico
37 Minuten her

Natürlich hat nicht jeder die freie Option diesem endzeitirren Treiben auf den Bahnhöfen und in den Zügen hierzulande fernzubleiben. Aber dafür kann ich nichts. Meine freie Vermeidungs-Option ist ein GTI Kleinwagen Made in Germany. Da bin ich froh drum, denn in Deutschland gelten die folgenden 2 unerschütterlichen Problembehandlungs-Prämissen: §1: Probleme, über die man nicht spricht, die existieren nicht. Basta-Definition. §2: Sollte sich trotz §1 ein Problem nicht vollständig tabuisieren lassen, wird dieses so lange mit völlig unsinnigen Maßnahmen verwässert und die Folgen zugekleistert, daß am Ende des Tages niemand mehr weiß was eigentlich das ursprl. Problem ist/war. Es wird sich… Mehr

Bonzo der Grosse
40 Minuten her

Geht alles am Problem vorbei. Wenn man den Migranten endlich ihre versprochenen AMG Mercedes und Führerscheine schenkt, müssen sie den öffentlichen Verkehr nicht mehr nutzen und das Problem ist, unter Aufwendung geringer finanzieller Mittel nachhaltig gelöst.
Die übliche deutsche Vorgehensweise eben, alles mit etwas Geld bedecken und hoffen, dass der Unrat darunter nicht allzusehr stinkt.

Innere Unruhe
40 Minuten her

Auf den Punkt.
Bald sind wieder Wahlen. Wir werden sehen, wie viel Vertrauen die Deutschen in Problemlösekompetenz der Parteien haben.

GrafZahl04
43 Minuten her

Vielleicht sollte mal Dunja Hayalli eine neue Reportage machen oder ein 100 Tage Selbstversuch ohne Polizei, Personenschutz oder TV Teams – 100 Tage an den schlimmsten Banhöhfen Deutschlands …….mal so für 3-4h in den Abendstunden. Mit einem Pulssensor wird dann ihr Stress gemessen.
Das gleiche könnte auch Ingo Zamperoni machen mit die 100 ……Georg Restle könnte seinen Monitor drehen und über Themen berichten, die Deutschland wirklich bewegen.