Die Krise am Standort Deutschland verschärft sich weiter. Nun kündigt Volkswagen ein Effizienzprogramm an, das die konzernweiten Kosten um 20 Prozent senken soll. Deutschlands Unternehmen reagieren spät auf den anhaltenden Niedergang – doch fallen ihre Maßnahmen umso drastischer aus.
picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
Lange hat die deutsche Wirtschaft dem politischen Treiben von der Seitenlinie zugesehen – womöglich zu lange. Der Kostendruck, den die Energiewende und die weitreichende Regulierungspolitik aus Brüssel entfacht haben, spiegelt sich inzwischen in den Geschäftszahlen wider.
Nach Stellantis und Opel verkündete am Montag auch Volkswagen einschneidende Maßnahmen, um der existenziellen Wirtschaftskrise zu begegnen. Konzernchef Oliver Blume stellte ein Sparprogramm vor, das nach Angaben des Manager Magazins die Kosten des Unternehmens konzernweit bis Ende 2028 um ein Fünftel senken soll.
Präsentiert wurde der interne Kahlschlag bereits Mitte Januar von Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz. Eine konkrete Stellungnahme des Unternehmens zur Strategie liegt bislang jedoch nicht vor. Auch Werksschließungen am Heimatstandort Deutschland sollen wohl zur Debatte stehen.
Einbruch beim Geschäftsergebnis
Der Handlungsdruck ist derweil enorm. Für das vergangene Jahr fehlt noch das endgültige Geschäftsergebnis. Was sich nach drei abgeschlossenen Quartalen jedoch abzeichnet, ist ein Einbruch des operativen Ergebnisses (EBIT) um voraussichtlich 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 9,9 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge, Ausdruck der Rentabilität des Unternehmens, verschlechterte sich auf 3,05 Prozent von zuvor 5,87 Prozent.
Die Umsätze stagnierten im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr bei rund 324 Milliarden Euro bei einem Absatz von etwa neun Millionen Fahrzeugen, der um 0,5 Prozent rückläufig war. Besonders das Schlussquartal verzeichnete einen Einbruch des Absatzes um 4,9 Prozent, wobei insbesondere die Märkte in China und Nordamerika deutliche Einbußen zeigten.
Das Europageschäft entwickelte sich relativ stabil mit leichten Zuwächsen, jedoch beschleunigte sich die negative Tendenz gegen Jahresende. Möglicherweise war dies der Stoß, der den Stein ins Rollen brachte und die Konzernleitung nun zu drastischen Einsparmaßnahmen zwingt.
Zusätzlich sank der freie Cashflow im vergangenen Jahr um 90 Prozent auf 514 Millionen Euro, was die Spielräume für Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Standortentwicklung des Konzerns weiter erheblich einschränken wird.
Im Grunde bleibt damit nur noch die Kostenseite zur Konsolidierung, um sich Luft im harten Konkurrenzkampf zu verschaffen – insbesondere mit China und in zunehmendem Maße auch mit der wiedererstarkenden Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten.
Standort Deutschland blutet aus
Was wir wissen, ist, dass bis 2030 allein in Deutschland 35.000 Stellen gestrichen werden sollen. Die Kernmarke VW des Konzerns beschäftigt derzeit noch etwa 130.000 Mitarbeiter. Der Stellenabbau am Heimatstandort soll ohne betriebsbedingte Kündigungen vollzogen werden und über Abfindungen sowie Altersteilzeitlösungen abgesichert sein. Weniger junge Fachkräfte, weniger Dynamik, weniger Arbeitsplätze – das ist die sichtbare Folge des deutschen energiepolitischen Alleingangs und des klimapolitischen Sonderwegs der EU.
Besonders unter Effizienzdruck stehen die Werke in Wolfsburg und Zwickau. Es scheint, als sei das Einsparpotenzial am Heimatstandort weitestgehend erschöpft.
Nun folgen strukturelle Produktionsverlagerungen an günstigere Standorte wie Ungarn sowie weitere Konsolidierungen in China und möglicherweise den USA. Die deutsche Politik mit ihrer aggressiven Klimaregulierung zwingt Konzerne wie Volkswagen zu einer Rekalibrierung ihrer globalen Strategie.
Der Großteil der Investitionen von VW fließt derzeit nach China, gefolgt von Standorten in Mexiko, Brasilien und den USA. In Chattanooga produziert das Werk derzeit SUVs wie den Atlas und Passat sowie das E-Auto ID.4.
Von einer signifikanten Ausweitung der Produktion in Deutschland ist keine Rede mehr.
Generell bemüht sich Volkswagen, Einsparungen bei den Lieferanten umzusetzen – was vor allem die direkten Zulieferer im deutschen Mittelstand trifft. Die Krise von Volkswagen ist damit auch eine Krise des deutschen Mittelstands, da hier ein großer Teil der vorleistenden Wertschöpfung für die industriellen Kernsektoren der deutschen Industrie entsteht.
Ausdruck struktureller Schwäche
Das Effizienzprogramm von Volkswagen ist kein herkömmliches Sparprogramm, das sich Konzerne in regelmäßigen Abständen als Entschlackungskur auferlegen. Es ist der sichtbare Ausdruck einer strukturellen Schwäche, die sich nach Jahren der Dieselkrise, der weitgehend gescheiterten Transformation zur E-Mobilität und dem massiven Druck der chinesischen Konkurrenz in einer Art Großsanierung des Unternehmens niederschlägt.
Volkswagen, an dem das Land Niedersachsen beteiligt ist, wird damit zum weltweit bekannten Symbol des Niedergangs des Labels Made in Germany. Es ist kaum nachvollziehbar, wie es die deutsche Wirtschaft zulassen konnte, den technologischen Vorsprung und die sichere Energieversorgung einer zerstörerischen politischen Ideologie zu opfern – bloß um hektisch die Wertschöpfung auf günstigere Standorte wie zum Wettbewerber nach China zu verlagern.
Die Zehntausenden betroffenen Zulieferer am Heimatstandort müssen diesem Niedergang ebenso zusehen wie die Stadtkämmerer der betroffenen Kommunen, die mit hohen Defiziten durch den Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen kämpfen. Die klassischen Automobilregionen Deutschlands wie der Großraum Stuttgart oder Wolfsburg werden mit fiskalischen Problemen zu kämpfen haben, die aller Voraussicht nach nur notdürftig durch Mittel aus dem Sondervermögen abgefedert werden.
Ganze industrielle Ökosysteme drohen endgültig zu verschwinden. Wissen und Kapital wandern ab und folgen den Firmen ins Ausland.
Die Idee der Politik, die frei werdenden Kapazitäten der deutschen Industrie – insbesondere der Automobilwirtschaft – mit Rüstungsproduktion wieder aufzufüllen, ist fatal und irrsinnig. Es wird so getan, als ließe sich die zivile Automobilproduktion ohne weiteres auf Panzerfertigung umstellen. Ganz gleich, welche Mittel der Staat zur Errichtung einer Kriegswirtschaft mobilisiert: Der Produktionsverlust ziviler Güter mit hoher Wertschöpfung lässt sich auf diese Weise nicht im Ansatz kompensieren.
Mit dem Niedergang von Volkswagen sollte endlich deutlich werden, welches Ausmaß die politischen Fehlentscheidungen der deutschen und europäischen Politik erreicht haben. Innerhalb des bestehenden ideologischen Rahmens sind keine Reformen mehr ausreichend. Vielmehr bedarf es einer konsequenten Abwicklung der Agenda 2030 sowie des Green Deal, um die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen, die Deutschland drohen, noch abzumildern.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Es ist naiv, zu glauben, dass man mit Rüstung langfristig genauso ökonomisch erfolgreich sein kann, wie mit ziviler Automobilindustrie. Rüstung ist kurzfristig konsumtiv, weil Waffen nicht produktiv sind und keine neue Wertschöpfung anstoßen. Die werden einmal gebaut, auf Pump, und verschimmeln dann in irgendeiner Kaserne. Waffen sind nicht produktiv. Zivile Industrie ist investiv, denn mit Autos z.B. wird wieder neue Wertschöpfung erzeugt, indem sie andere Dienstleistungen ermöglichen (man denke nur an Pflegedienste, Transporte, etc.) und erfordern (wie z.B. Tankstellen, Werkstätten), die also permanent neue Investitionen nach sich ziehen und den Wirtschaftskreislauf ankurbeln. Rüstung als Ersatz für zivile Industrie, das ist… Mehr
„Weniger Fachkräfte, weniger Dynamik, weniger Arbeitsplätze – das ist die Folge des deutschen energiepolitischen Alleingangs und des klimapolitischen Sonderwegs der EU.“
Denken wir immer daran, wer diese Politik maßgeblich verantwortet hat: die CDU!
Merkel, Weber, von der Leyen, Merz – das waren die Hauptverantwortlichen, unterstützt von SPD, GRÜNEN, FDP und SED-Linke.
Wir brauchen einen Machtwechsel mit einem Politikerwechsel und dann einen echten Politikwechsel! Rubio hat den Weg vorgegeben…
Eine Chefetage, die durch Trickserei mal eben 7Mrd. in die Portokasse schaufelt, nur um sich ihre Mio. Prämie zu sichern, ja, die haben ein Problem und das sitzt noch in der Chefetage. Und dann die größte Frechheit, mit unseren Steuergeldern eine Auto- Prämie zahlen, das ist unverschämt und dafür zahlen wir keine Steuern.
Wer sich eine bekennende Autohasserin als Vorstand von Gnaden des Landes reindrücken läßt, ist fast so verpeilt wie die Wähler, die sich mit einer Bildungsversagerin als Kultusminister abfinden.
Und ich dachte immer, Günter Mittag sei nicht die hellste Kerze am Christbaum.
Nicht unverdient. Wer, wie VW, BMW, Mercedes zu blöde ist und nicht erkennt, dass die Zeit des Verbrenners vorbei ist, der hat ohnehin als Zukunft die von AGFA vor sich.
Die Dummen im Lande (CDU/CSU/AfD/FDP/BSW und in Teilen SPD) unterstützen diesen Untergang auch noch.
Prognose: In zwanzig Jahren wird es die deutsche Autoindustrie nicht mehr geben. Wir werden alle Autos asiatischer Hersteller fahren (die werden aber natürlich vielleicht das eine oder andere Werk in Europa bauen, vermutlich aber nicht in D).
Die Zeit des Verbrenners ist noch lange nicht vorbei und jeder der etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung und plappert ganz offensichtlich einfach die grünlinke Ideologie nach. Wie reden beim Verbrenner von hunderten Millionen PKW, LKW, Bussen etc. weltweit, Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass diese künftig alle durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden können, das läßt sich weder kapazitiv, und betriebswirtschaftlich/rentabel schon 2x nicht, umsetzen. Von den nicht vorhandenen Ressourcen ganz zu scheigen.
Aber egal, man kennt hier ja inzwischen seine Pappenheimer.
Bekanntlich brauchen wir für E-Autos genug seltene Erden und High-tec-Komponenten. Das kommt aus China, die Komponenten t.w. aus Japan, China, Südkorea und Taiwan. Sie sind offensichtlich zuversichtlich, dass die VR China bis ultimo bereit ist, seltene Erden zu exportieren und dass die Lieferketten alle intakt bleiben. Ein größerer Krieg im Indopazifik und ein Großteil der stolzen Besitzer eines modernen PKWs können sich auf Fahrradfahren, Bus oder E-Scooter einstellen. Überdies wäre genug Strom nicht schlecht. Vermutlich hat nicht jeder wie Sie ein Dach voller Kollektoren und ne ansehnliche Batterie. Was Ihnen aber auch egal sein wird, sollen die anderen eben mit’n… Mehr
Wie hoch ist derzeit der Anteil an Neuzulassungen im Bereich E-Fahrzeuge lt. Kraftfahrt-Bundesamt? Genau: Ca. 4%! Tendenz leicht stagnierend. Das ist natürlich eine Größe, die einen Verbrenner alt aussehen lässt. IRONIE off!
Auch wenn die Wirtschaft in D. so weit zusammenbricht, dass man wieder Massenarbeitslosigkeit hat und Armut, wohin man blickt, die Grünroten werden das feiern, denn für sie kann man nur so das Klima „retten“. Wer einmal Gefallen an einem Joint gefunden hat, wird nicht mehr davon lassen, auch wenn jedermann wissen kann, dass die Joints nun eben mal fast immer weiterführen, denn Fachliteratur dazu gibt es zuhauf. Die Grünroten muss man überwinden, überzeugen kann man sie nicht. Apropos Armut: Junge Frau, schick gerichtet und geschminkt, kauft im Lebensmittelladen ein, aber beim Bezahlen stellt sich heraus, ihr Konto gibt kein Geld… Mehr
Wen wundert`s ?
In einem Land in dem Dummheit und Irrsinn wie Krebs wuchern, kann man keine qualitativ hochwertigen und wettbewerbsfähigen Produkte herstellen.
Und das gilt für alle wertschöpfenden Bereiche.
Berlin, 8:30 – Tausend Kündigungen. Der Bonus passt. Der Vorstand rafft.
München, 11:00 – Standordschließung. Der Bonus passt. Der Vorstand rafft.
Hamburg, 16:00 – Zwei Stunden Mehrarbeit. Der Bonus passt. Der Vorstand rafft.
Als Sarnierer unter anderem kennt man ja dieses letzte Mittel von Sparmaßnahmen wenn alle anderen Bemühungen vorher versagt haben und das kommt davon, wenn Heidi Reichinnek lieber tolle Autos fährt als Kinderwagen und deswegen mußte auch noch der ehemals größte deutsche Kinderwagenproduzent Europas Insolvenz anmelden, weil das Leben nur noch aus der Lust heraus besteht und die Verpflichtung gegenüber dem Leben kürzer treten muß, bis es uns nicht mehr gibt und die anderen „schnackseln“ nach Aussage von der Fürstin umso mehr, was am Ende eine Ungleichheit schafft und uns in die Hinterhand geraten läßt. Die deutsche Automobilgeschichte hat ihr Ende… Mehr
Die E-Autoförderung kommt doch wieder. Trotzdem läuft es nicht? Hat das Management schlicht einfach nur kpl. versagt, da es sich gemein mit schwachsinniger links/grüner Politik gemacht hat. Und das bei Managern, die durchaus einen qualifizierten Abschluss hinbekommen haben. Qualifikation rettet das Hirn ganz offensichtlich nicht wirklich vor links/grüner Infiltration. Da kann man ja gleich dämlich bleiben und nix leisten/lernen. Wie ein Großteil der links/grünen Politiker. CDU selbstverständlich eingeschlossen. Die haben nur noch die falsche Farbe!
Jetzt müssen erst mal alle gebrauchten (werden jetzt ja auch subventioniert) E-Kutschen (= i.d.R. subventionierte Leasing-Rückläufer) von den Höfen, bevor man diese schon übereinander stapeln muss.