Will Merkel Bundespräsidentin werden? – Sie redet in letzter Zeit wieder viel

Angela Merkel meldet sich zurück. Betrachtet sie ihr fatales Werk als noch nicht vollendet? Illegale Migration, Euro-Krise, Zerstörung der Energieversorgung, Auflösung des Rechtsstaates in der Pandemie-Zeit. Das sind ihre vier Sargnägel für Deutschland. Und der Merkelismus lebt bis heute in der CDU fort.

IMAGO / BREUEL-BILD

Angela Merkel, die große Schuld auf sich geladen hat, eine Schuld, mit der viele sicher nicht leben könnten, redet in letzter Zeit wieder sehr viel, allerdings nichts, was sie nicht schon gesagt hätte. So kreativ ist sie nicht, etwas Neues zu formulieren; eigentlich sagte sie wie immer nur, was andere bereits vor ihr sagten und was in den Medien gut ankommt, denn die Medien waren ihr Mittel zum Erfolg. Sie hat sie instrumentalisiert – und sie wurde instrumentalisiert von den rotgrünen Medien, allen voran vom SPIEGEL und von den öffentlich finanzierten Medien, wie ich es in meiner Merkel-Biographie dargestellt und nachgewiesen habe. Dort findet man jenseits aller Marktschreierei die von Merkel etablierte Verfahrensweise der politischen Klasse, wie sie bis heute eingehalten wird, analysiert.

Angela Merkel war die beste Kanzlerin, die die Grünen je hatten. So etwas wie Jürgen Trittin mit Raute. Deutschlands Niedergang wurde mit ihrer Politik eingeleitet, mit den vier Sargnägeln, die sie für Deutschland einschlug: erstens die Euro-Krise, zweitens die Energiewende, drittens die Migration, viertens die Spaltung der Gesellschaft und die Auflösung des Rechtsstaats in ihrer Pandemie-Diktatur. Seitdem ist bei Juristen, bei Staatsanwälten und Richtern eine signifikante Abkehr von der Idee der Freiheit und eine Liebe zum Obrigkeitsstaat, zur judikativen Diktatur zu beobachten. Merkel gelang es, die pluralistische Demokratie in eine politische Gesinnungsbürokratie zu verwandeln. Es war der noch unerfahrenen Merkel sehr früh im Interview rausgerutscht, dass sie so etwas wie ein autoritäres Gen besäße.

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Frau Merkel also redet in letzter Zeit wieder häufig, und man fragt sich warum. Langweilt sie sich in der Bürogemeinschaft mit Beate Baumann? Oder will sie Bundespräsidentin werden? Schließlich hat sie sich um Deutschland unverdient gemacht. Es wäre die Vollendung des deutschen Alptraums, das Gruppenbild neudeutscher Dekadenz: Bundespräsidentin Angela Merkel mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Ann-Katrin Kaufhold, mit Bärbel Bas und vor ihnen sitzend in kurzen Hosen Lars Klingbeil und Friedrich Merz. Und immer, wenn Angela Merkel ihre stumpfe und verschwurbelte Rhetorik, ob in Maria Laach oder in einem Podcast gnadenlos entfaltet, tragen die Medien das in die Welt hinaus.

Physik war noch niemals Angela Merkels Sache, jedenfalls nicht so richtig, Naturwissenschaften auch nicht, aber da es zu einer Fastenpredigt gehört, Zerknirschung zu zeigen, ging Sankt Angela, die Hausheilige der Bigotten, mit sich hart ins Gericht, denn sie habe nicht genügend getan, „um die Welt vor katastrophalen Entwicklungen der Erderwärmung zu bewahren“. Dabei hatte sie doch schon gegen die Erderwärmung ihre Empathie über normales Menschenmaß hinaus heruntergekühlt. Mehr als genug getan, um Deutschlands Wirtschaft zu vernichten, das hatte sie allerdings schon. Mehr als genug getan zum Zusammenbruch der Infrastruktur und der inneren Sicherheit, das hat sie, zum Anstieg der Terroranschläge, der Morde, der Massenvergewaltigungen auch. Vortrefflich wirkte sie an der wirklich gelungenen Gestaltung der Kriminalstatistik mit. Für die Taten ihrer Gäste trägt sie die politische Verantwortung.

Die ostdeutsche Gesellschaft nannte sie einmal „verkommen“ und „verkorkst“. Sie mag Ostdeutschland nicht und die Ostdeutschen mögen sie nicht. Sie hatten durchschaut, dass Merkel das perfekte Bild des guten Ostdeutschen für das westdeutsche Juste Milieu, vor allem für das grüne Spießertum abgab. Doch die Westdeutschen irrten sich in Merkel, denn, ob Ost oder West, im Grunde mag Merkel auch die Westdeutschen, eben die Deutschen in ihrer Gesamtheit nicht besonders. Sie hat es dieser Tage noch einmal bestätigt, als sie sagte, dass es ihr egal sei, ob Menschen schon seit drei Generationen die deutsche Staatsbürgerschaft haben oder erst „seit vier Tagen“.

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Als ein Islamist einen verheerenden Anschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz verübte, bestand ihre einzige Sorge darin, dass ein Flüchtling, dass einer ihre Gäste, ihres neuen Volkes der Täter sein könnte, denn „dies wäre besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind“. Nicht widerwärtig gegenüber den Opfern, nicht widerwärtig den Toten, den Schwerverletzten, ihren Angehörigen gegenüber war das aus ihrer Sicht, denn die Angehörigen der Opfer, die mühsam um Entschädigung kämpfen mussten, wurden von ihr erst ein Jahr später nach einem offenen Brief im Kanzleramt empfangen. Heruntergekühlte Empathie gegen die Erderwärmung eben.

Eigentlich ist es unverständlich, dass Merkel wie eine „Oma gegen Rechts“ sich wünscht, „dass alle zusammenhalten gegen diese Partei und wir uns jetzt nicht noch spalten als politische Mitte, sage ich mal, als solche, die eine Migrationsgeschichte haben, und solche, die keine Migrationsgeschichte haben, wo sie mit ihrem Herrschaftsprinzip, die Menschen gegeneinander auszuspielen“, wie sie vor kurzem mal wieder redete, wo sie selbst doch die Spaltung der Gesellschaft und auch die AfD erst geschaffen hatte. Woher die Selbstkritik, die Kritik am eigenen Werk?

Man hatte Merkel vorgeworfen, die CDU sozialdemokratisiert zu haben. Das stimmt nicht, sie hat sie vergrünt, und zwar im totalitären Sinne. Gedanklich und sprachlich schlicht wie stets, so dreist wie immer, wertete Merkel die Bürger, die AfD wählen, ab, indem sie ihnen unterstellte, dass sie die AfD wählten, um den Mächtigen zu zeigen, dass man unzufrieden sei. Allein dieser Gedanke zeigt, dass Merkel keine Demokratin ist, sie Demokratie auch nie verstanden hat, allenfalls sie gegen die Demokratie zu nutzen, denn der Sinn der Demokratie besteht darin, dass man diejenigen, mit denen man unzufrieden ist, abwählen kann, dass es Alternativen gibt. Dort, wo keine Alternativen existieren, lebt man in einer Diktatur oder in Merkels Postdemokratismus, in Merkels Präsidialbürokratie. In dem Satz von den Mächtigen, denen man durch Wählen zeigen will, dass man unzufrieden ist, entblößt sich die ganze Eitelkeit, die ganze Arroganz von Merkel, die am Vormittag ihrer Apotheose unter sich nur noch unartige Kinder, nur noch undankbare Untertanen sehen will.

Interview mit Gerald Grosz
„Angela Merkels Werk ist die Zerstörung Deutschlands und das Ende Europas“
Deutschland befindet sich noch immer im Merkelismus, ihr bester Sachwalter ist Friedrich Merz. Merkels Pandemie-Diktatur mag sich säkularisiert und andere Formen gefunden haben, aber sie ist noch vorhanden – und jeden Tag mehr. Sie findet sich wieder im Sanktionsmechanismus der EU, wie vom deutschen Außenministerium dargestellt, sowie in den Repressalien gegen Andersdenkende. Das größte Kunstwerk des Merkelismus ist die Brandmauer.

Aber es ist doch gut, dass sie immer wieder auftritt, gut gegen das Vergessen der vier Sargnägel, die sie für Deutschland eingeschlagen hat. Merkel ist kein Dämon, kein Verhängnis, das über Deutschland gekommen ist, sie ist auch nicht Honeckers Rache. Man verkennt die deutsche Geschichte der jüngsten Zeit und macht es sich in einem selbstgerechten Weltbild allzu bequem, wenn man nicht versteht, dass nicht wenige Deutsche Merkel gewollt haben, eine Person, die ihnen Ruhe, Frieden und Wohlstand versprochen hat dafür, dass sie sie einfach machen lassen.

Sie war die Kanzlerin deutscher Dekadenz, der Dekadenz der politischen Wohlstandsverwahrlosung. Nichts von ihren Versprechungen hielt sie. Man verkennt die deutsche Geschichte der jüngsten Zeit, wenn man nicht versteht, dass die CDU im Grunde auf Angela Merkel gewartet hatte. Sie hatte ihr nichts entgegenzusetzen, man sieht es an ihrem Sachwalter wider Willen, Friedrich Merz, und an den anderen Helden des Andenpakts, die sie mühelos ausspielte.

Angela Merkel redet wieder viel, es wird Zeit, dass die CDU über Merkel redet, weniger über die an sich uninteressante Person, als über den Merkelismus, den die Partei überwinden muss – oder die Geschichte überwindet die CDU. Unter Merkel wurde aus der Partei für Deutschland eine Partei gegen Deutschland.

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Kommentare ( 78 )

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Wilhelm Roepke
5 Stunden her

Merkel als Bundespräsidentin hätte zwar kaum formale Macht, wäre aber der maximale Bewusstseinsschaden für die politische Willensbildung.

yeager
6 Stunden her

Merkel hat den Kurs für den Niedergang Deutschlands festgelegt, während sie selbst noch am meisten von dem profitierte was andere vor ihr aufgebaut haben.
Jede nachfolgende Regierung erbte dann weniger Handlungsspielräume. Inzwischen ist der Scherbenhaufen angerichtet. Der Kurs wurde eisern beibehalten, speziell bei der „Energiewende“ und den offenen Grenzen. Dazu genehmigte sich die jetzige Regierung noch mal kräftig Schulden, deren Zinsen das Budget künftiger Regierungen reduzieren.
All diese Entwicklungen waren für rational denkende Menschen seit mindestens zehn Jahren absehbar, leider hat rationales Denken aber keine Mehrheit in Deutschland.

CaTo23
8 Stunden her

Wenn Mutti jetzt noch Bundespräsidentin wird, wandere ich auf meine alten Tage doch noch aus.

Edwin Rosenstiel
8 Stunden her

Tja, es bleibt ein Rätsel, wie diese Gestalt noch Auftritte zelebrieren und ihren Stuss erzählen kann, ohne mit faulen Eiern, Tomaten und Fäkalien beworfen zu werden.
Aber wie man an der Wahl in BaWü sieht, gibt es bestimmt auch genug Verblendete, die die Frau Dr. noch verehren und ihr ehrfürchtig huldigen.
Möge der Herr uns davor verschonen, nach Steinmeier auch noch von der Zonenwachtel mit ihrem unseligen Geschwätz belästigt und beleidigt zu werden.

Klaus Uhltzscht
8 Stunden her

Ich sehe nirgendwo in der BRD ein Interesse an einer Entmerkelfizierung.
Wer diese Aufgabe leisten will, müßte sich gegen die Mehrheit der Deutschen und ihrer hier siedelnden Brudervölker stemmen.

Rob Roy
7 Stunden her
Antworten an  Klaus Uhltzscht

Schon Milgram hat in den 60er Jahren in seinem Sozialexperiment festgestellt, dass 80 Prozent aller Menschen Mitläufer, Autoritätshörige und Veranwortungslose sind. Nur 20 Prozent denken selbst, zeigen Skepsis und entwickeln tiefes Misstrauen gegenüber Dingen, die unmoralisch und schlecht sind.

Habakuk06
9 Stunden her

Otto Waalkes hat in einem seiner Programme mal Folgendes von sich gegeben: „Ihr Kind mag sein Brechmittel nicht. Dann geben sie ihm “ Zum Kotzen“ von Reiermann & Söhne“. Brauche ich nicht. Ich habe Frau Merkel.

Landgraf Hermann
9 Stunden her

Eine Grundgesetzverächterin als Präsidentin. Wohlan!

AlexR
10 Stunden her

Immerhin haben die Toten Hosen mit dem Merkel-G-Torpedo Campino ihr sog. Karriereende verkündet.

Wenigstens das bleibt uns vielleicht erspart. Auch wenn es nur ein sehr schwacher Trost ist.

Mike76
1 Stunde her
Antworten an  AlexR

Tja, rocken bis zur Selbstaufgabe. Waren noch die großen Lichter aus DUS.

mediainfo
10 Stunden her

Plausibel fände ich das, wenn sie diese Position anstreben würde. Der Eindruck, den ich von diesem Menschen gewonnen habe über die Jahre ist nicht der, dass sie jemand ist, der in der Rückschau auf das aus ihrer Sicht Erreichte im Garten sitzend ruht, sondern jemand, der sich von medialer und politischer Aufmerksamkeit für die eigene Person ernährt. Natürlich bei gleichzeitigem Verbreiten des gegenteiligen Bildes.

Last edited 10 Stunden her by mediainfo
Wilhelm Mueller
11 Stunden her

Man muss mit dem reinen Umfang der Besorgtheit über die Verhältnisse in unserem Land und über den Kurs, auf dem es ist, einigermaßen abgeklärt umgehen. Da ist tröstlich, dass es in Bezug auf das Führungspersonal allgemein und den Bundespräsidenten speziell eigentlich nicht schlimmer werden kann. Was macht man sich also Sorgen, wenn noch so ein Sack vom alten Wein im alten Schlauch auf die Tafel kommt? Der alte Krug geht so lange zum Brunnen, bis der Mehrheit, zum Beispiel im Ländle, klar wird, dass da ein gewaltiger Sprung drin ist.