Linke Gewalttäter: „Die unmögliche Tatsache“

Es gehört zum Ritual, dass uns Politiker von SPD, Grünen und Linken sowie linke Medien nach gewalttätigen Demonstrationen und Randale von linken Autonomen weismachen wollen, die Täter seien „unpolitisch“ und auf keinen Fall links.

A fire burns in the middle of town during an anti-G20 protest on July 7, 2017 in Hamburg, Germany. Authorities are braced for large-scale and disruptive protests as Leaders of the G20 group of nations arrive in Hamburg for the July 7-8 G20 summit.

Sigmar Gabriel (SPD) erklärt am Sonntag in einem Kommentar in BILD: „Alle angeblichen politischen Motive für diese Orgie an Brutalität sind verlogen und sollen nur das Deckmäntelchen dafür sein, worum es den Tätern aus allen Teilen Europas ging: um Gewalt an sich… Mit angeblich ‚linken Motiven’ hat das alles nichts zu tun.“ Nach dieser Interpretation waren die Randalierer also keine Linksextremisten, sondern es waren jugendliche Schläger, die einfach nur Freude an der Gewaltausübung um ihrer selbst gehabt hatten, ähnlich wie vielleicht manche Hooligans bei Fußballspielen.

Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion „Die Linke“ im Deutschen Bundestag, sagte Sonntag in der ARD: „Ich will auch gar nicht von Linksterror sprechen. Das hat mit Links nichts, aber auch gar nichts zu tun. Links steht für Gerechtigkeit und Solidarität.“ Und SPD-Kanzlerkandidat Schulz stimmt ein: „Wer das links nennt, hat nicht kapiert, was links ist“, so konnte man ihn heute im ARD-Frühstücksfernsehen hören.

Auch in der Berliner Rigaer Straße kommt es regelmäßig zu Gewaltexzessen von linken Autonomen. Innensenator Geisel (SPD) verurteilte diese Übergriffe als „sinnlos, menschenverachtend und unpolitisch“.

taz: „unpolitischer Mob“

In der linksalternativen taz wird am Sonntag spekuliert, dass die CDU Nutznießerin der Randale sei, die natürlich auch als „unpolitisch“ bewertet wird: „An den politischen Beschlüssen wird es also nicht liegen, wenn Merkel wie erhofft im Wahlkampf vom G20-Treffen profitieren wird. Sondern an den massiven Krawallen am Rande des Gipfels… Denn mit ihrem Dank an die Polizisten, die in Hamburg wirklich harte Tage erlebt haben, und der Ankündigung, jene Menschen finanziell zu entschädigen, deren Autos angezündet oder Läden geplündert wurden, dürfte Merkel viel Sympathiepunkte gesammelt haben – auch bei jenen, die sowohl den Gipfel als auch den Polizeieinsatz eigentlich kritisch sehen. Dieser ‚Erfolg’, der die inhaltliche Leere überdeckt, geht allein auf das Konto des unpolitischen, kriminellen Mobs, der auf Hamburgs Straßen wütete.“

„Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“

Warum legen linke Politiker und Medien so viel Wert darauf, zu erklären, dass die Randalierer „unpolitisch“ und jedenfalls nicht „links“ seien? Weil „links“ nun einmal „gut“ ist, und deshalb kann und darf es keine linken Gewalttäter geben. Wenn „links“ automatisch für Humanität, Menschenliebe, Fortschritt und ganz allgemein für alle guten und edlen Absichten steht, dann kann natürlich gewalttätige Randale niemals „links“ sein.

In der Logik gleicht dies dem, was Christian Morgenstern Palmström in seinem schönen Gedicht „Die unmögliche Tatsache“ folgern lässt:

Und er kommt zu dem Ergebnis:
‚Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil’, so schließt er messerscharf,
‚nicht sein kann, was nicht sein darf.’

Stegners Welt
Bürger! Freunde! Römer! Linke!
Genau dieser Logik folgte beispielsweise ein Artikel in der taz im August 2012 nach gewaltsamen Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel. Als Beleg dafür, dass es sich nicht um Linke handeln könne, wird die Beobachtung einer Anwohnerin angeführt wird, die Randalierer hätten „soviel Hass im Gesicht gehabt“. Auch die Tatsache, dass sie linke Parolen gerufen hätten, spräche nicht dafür, dass es sich um linke Autonome handle. Wörtlich hieß es in dem taz-Artikel:
„Ab 23:30 Uhr begannen schwarz gekleidete Vermummte – junge Erwachsene und ältere Frauen – Feuer auf der Straße vor der Roten Flora zu legen. Sie versuchten auch, einen Baum direkt an der Flora anzuzünden. ‚Die hatten soviel Hass im Gesicht, das waren keine Linken’, sagt eine Anwohnerin…. Auch wenn linke Parolen gerufen wurden, ging es den allermeisten um den Gewaltexzess, nicht um Politik. Vielen stand blanker Hass ins Gesicht geschrieben.“ So weit die taz.

Faschistisch?

Nicht nur in linken Medien, auch in der bürgerlichen Presse werden die Gewalttäter als „Faschisten“ bezeichnet, obwohl diese sich als Kommunisten oder Anarchisten verstehen. Auch dahinter verbirgt sich die Meinung, extreme Gewalt könne oder müsse stets „rechts“ sein. Nein. Gewalttäter gab es in der Geschichte im gleichen Maße von rechts und von links. Oder waren Stalin, Mao und Pol Pot, die Abermillionen Menschen umbringen ließen, in Wahrheit auch „unpolitische“ Gewalttäter oder aber „Faschisten“? Nein, sie waren nicht unpolitisch und sie waren auch keine Faschisten, sondern sie waren Kommunisten, linke Diktatoren. Gewalt ist in totalitären Ideologien schon angelegt – egal ob diese links oder rechts sind.

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Kommentare ( 24 )

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„Gewalttäter gab es in der Geschichte im gleichen Maße von rechts und von
links. Oder waren Stalin, Mao und Pol Pot, die Abermillionen Menschen
umbringen ließen, in Wahrheit auch „unpolitische“ Gewalttäter oder aber „Faschisten“?“

„Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir deutsche Linke… Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende Besitzbürgerblock.“ Joseph Goebbel, 1931, „Der Angriff“

Da frage ich mich schon, welche Gewalt von „rechts“ mit diesen Gräueltaten auch nur ansatzweise mithalten kann. Von welchem „gleichen Maße“ sprechen Sie?

Bei der „Antifa“
in Halle. Dort setzt er die kruden Gedankengänge des Vaters in die Tat um . Ein ehrenwerte Familie eben!

Der kleinste gemeinsame Nenner der Linksextremen, Rechtsextremen, Neo-Nazis, Islamisten, Hooligans:

Junge, frustrierte Männer
(oft Alkohol und Drogen mehr zuhenaigt als der Arbeit)

Ob sie nun Adolf, Mohammed, Che, Mao oder wem auch immer hinterherlaufen hängt weniger von der politischen Einstellung ab, sondern viel mehr davon in welchem Stadtteil sie zufällig sozialisiert wurden.

Die Übergriffe beim G20 in Hamburg waren genauso wenig wirklich politisch motiviert, wie der Taharrush Gamea an Silvester 2015 in Köln.

Und weil junge frustrierte Männer wandelnde Zeitbomben sind, lässt man nicht so einfach unkontrolliert weitere Hunderttausende zusätzlich ins Land.

Merksätze 2017
Islamistischer Terror hat nichts mit dem Islam zu tun!
Linker Terror hat nichts mit links zu tun!

Die Kirchen haben ihre Macht dadurch aufgebaut, dass sie ihren Schäfchen einbläuten, sie wären alle Sünder und müssten Buße tun und würden, indem sie der Kirche folgen würden, ins Himmelreich kommen (die Bibel wurde deshalb für Jahrhunderte geheim gehalten und nicht übersetzt, Luther war der Erste). Wer ständig gesagt bekommt, dass er ein Sünder ist, wird zum Sünder. Wer ständig hört, dass er dumm ist, wird es auch, wenn er das annimmt. Wer ständig hört – wie die Deutschen – dass er keine eigene Meinung haben dürfe weil sie nicht die richtige ist, der wird seinen kritischen Verstand ablegen (besonders,… Mehr

„Nicht nur in linken Medien, auch in der bürgerlichen Presse werden die Gewalttäter als „Faschisten“ bezeichnet, obwohl diese sich als Kommunisten oder Anarchisten verstehen.“

Um dieses Dilemma zu beheben, böte sich der Begriff des „Linksfaschisten“ an.

Es muss auch endlcih damit Schluss sein das Presse und Politik diese Linksextremisten als „Aktivisten“ oder „Linksautonome“ bezeichnet werden. Hamburg ist dementsprechend auch keine linksautonome Hochburg sondern eine linksextremistische Hochburg, eine Keimzelle linken Terrors.

In einigen Medien wird doch schon spekuliert, ob nicht vielleicht rechte Randalierer bewusst unter dem Deckmantel der Autonomen diese Gewaltexzesse angezettelt haben. Es war auch schon zu lesen, dass gar Polizisten undercover als Verursacher der Randalen herhalten sollen, weil man auf Biegen und Brechen dem linken Spektrum Gewalt unterstellen will. „Links“ ist gut und deshalb kann die Gewalt, die in Hamburg an den Tag gelegt wurde, nicht vom linken Spektrum aus begangen worden sein, so der Tenor von allen Parteien links der CDU/CSU. Da freut man sich doch auf künftige (mögliche) Koalitionskonstellationen.

Das Gedicht habe ich mir ins Portemonnaie getan. Wunderschön!

Linke und rechte Faschisten unterscheiden sich halt nicht wirklich. Für beider Opfer ist es schlichtweg egal, ob deren Eigentum von linken oder rechten Faschisten angezüdet, oder ob sich von linken oder von rechten Faschisten um die Ecke gebrungen werden. Die Ideologie ist eigentlich egal beiden ist gemein, daß sie kriminelle, unmenschliche Gesetzesbrecher sind, die assozial mit ihren Mitmenschen und deren Hab und gut umspringen. Siehe die Herren Stalin und Adolf H., der eine links, der andre rechts (Nationalsozialisten), die für ihre Opfer die selben Auswirkungen hatten. Beide einte, daß sie besser wussten was gut für ihre „Untertanen“ war und sie… Mehr