Linke Gewalt: das Stockholm-Syndrom der deutschen Journalisten

Medien zählen tätliche Angriffe auf Medien. Aber sie zählen falsch. Linke Täter werden ignoriert, die Gefahr lauert immer nur rechts. Es ist eine nicht nur unprofessionelle, sondern geradezu selbstmörderische Blindheit.

picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Die „Tagesschau“ hat gelogen. Manche sagen: schon wieder. Das sei dahingestellt. Im vorliegenden Fall jedenfalls stimmt es.

„Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen einen Zuwachs politisch motivierter Straftaten gegen Medien in Deutschland. Besonders häufig ordnen die Behörden die Taten dem rechten Spektrum zu.“

So steht es am 10. Februar 2026 auf der Internetseite der ARD-Nachrichtenredaktion. Der Bericht behandelt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der „Linken“ im Bundestag.

Das Problem dabei ist: Die Statistik sagt genau das Gegenteil dessen, was die „Tagesschau“ behauptet:

Es kann also keine Rede davon sein, dass die Behörden tätliche Angriffe auf Journalisten „besonders häufig dem rechten Spektrum“ zuordnen. Im Gegenteil. Mehr als doppelt so oft geht Gewalt gegen Journalisten von militanten Linken aus.

Die Fixierung vor allem der öffentlich-rechtlichen Journalisten auf das „rechte Spektrum“ lässt sich nur noch pathologisch erklären. Die hochbezahlten ÖRR-Mitarbeiter leiden offenkundig am Stockholm-Syndrom – nur haben sie sich nicht in ihren Geiselnehmer verliebt, sondern in die politischen Extremisten, von denen sie am häufigsten körperlich attackiert werden.

Wenn es um die Verzerrung der Realität ins Unkenntliche geht, darf der „Deutschlandfunk“ nicht fehlen. Auch hier wird schon in der Überschrift der Blick des Publikums absichtlich von den wahren Tätern weg- und zu den Lieblingsfeinden hingelenkt:

„Erneut hunderte Angriffe auf Journalisten – etwa ein Drittel aus dem rechten Spektrum.“

Dieselbe Unwucht gibt es in der allgemeinen Kriminalitätsstatistik übrigens auch bei antisemitischen Gewalttaten, bei Gewalt gegen LGBT und bei extremistischer Gewalt insgesamt. Rechtsextremisten liegen nur bei sogenannten „Propagandadelikten“ und bei Beleidigung vorn. Und das liegt – wie der Soziologe und Migrationsforscher Ruud Koopmanns zurecht anmerkt – häufig daran, „dass vieles auf rechts verboten ist, was auf links oder islamistisch legal ist“.

Auf dem linken Auge blind

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Selbst die Journalistenorganisationen bei uns geben sich alle Mühe, linke Gewalt gegen die Medien kleinzureden und rechte Attacken aufzupumpen.

Die deutsche Sektion von „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) hat ihren aktuellen „Report zur Lage der Pressefreiheit in Deutschland“ veröffentlicht. Auch hier kuschelt man mit links und verteufelt alles Rechte.

Natürlich ist das kein Zufall. Zum fünfköpfigen Vorstand von RoG gehören unter anderem ein aktueller und ein ehemaliger Chefredakteur der linksextremen Zeitung „Taz“. Auch die anderen Mitglieder sind fest im woken Milieu verankert.

Und irgendwie zählt man da anders als bei der Polizei.

RoG hat im vergangenen Jahr nur 55 „Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen“ dokumentiert. Und auch bei der Berufsorganisation darf die explizite Markierung des Lieblingsfeindes nicht fehlen:

„Besonders gefährlich war erneut die Berichterstattung auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus.“

Immerhin: Ganz verschließt man sich der Realität hier nicht. Etwas verschämt merkt man noch an: „Vereinzelt wurden auch Angriffe aus der linksextremen Szene gemeldet.“

Doch während man vermeintliche Opfer rechter Gewalt ausführlich mit Namen erwähnt und jeden Einzelfall detailliert schildert, belässt man es bei eindeutiger linker Gewalt gegen alternative Medien bei Allgemeinfloskeln. Der Satz „Des Weiteren wurde für diesen Tag ein körperlicher Angriff auf einen Mitarbeitenden des Portals Tichys Einblick gemeldet“ wird zwischen allerlei anderem bestmöglich versteckt. Der „Mitarbeitende“ waren das dreiköpfige Team, und TE hat ausführlich darüber berichtet. Reporter ohne Grenze verharmlost und verkleinert.

Dabei waren die tätlichen Angriffe auf TE-Reporter Maximilian Tichy und seinen Kamerateam und einen Sicherheitsbegleiter am Rande der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation im November 2025 in Gießen zweifellos der gravierendste Fall von Bedrohung der Pressefreiheit im vergangenen Jahr. Erkennbar war die Absicht, das Team in eine Menschenmenge einzukeilen und niederzutreten; nur ein gelungener Ausbruch und eine zufällige Polizeitruppe konnte Schlimmeres verhindern.

Bei der Attacke haben bekanntlich Funktionäre des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen-Thüringen (DGB) eine zentrale und unrühmliche Rolle gespielt. Seit Monaten versucht der DGB-Bundesvorstand nun schon, TE die Berichterstattung über die Rolle des DGB im Vorfeld der Angriffe auf unser Team gerichtlich untersagen zu lassen. Es ist ein teures Unterfangen, denn TE verfügt nicht über künftig steuerbegünstigte Beiträge der Gewerkschaftsmitglieder und millionenschwere Unterstützung des DGB durch die Bundesregierung.

Das für sich genommen ist selbstverständlich auch ein massiver Angriff auf die Pressefreiheit in Deutschland. Doch Berichte darüber bei RoG oder gar bei der „Tagesschau“ sollte man besser nicht erwarten. Schon deshalb nicht, wie der Vorsitzende des DGB-Hessen-Thüringen eine wesentliche Rolle im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks spielt – der über die Angriffe nicht berichtet hat. Dafür aber traten Antifa-Fotografen im ARD-Outfit ungehindert an.

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