G20 – Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung

Ob sie nun friedlich demonstrieren oder gewalttätig: Die Demonstranten in Hamburg eint eines: Die Überzeugung, dass der Kapitalismus an allen Übeln der Welt schuld sei.

© Sean Gallup/Getty Images
Hamburg, 05. Juli 2017

Der Kapitalismus ist nicht die Ursache der Probleme auf dieser Welt, sondern die Lösung. Diese These mag Sie überraschen, denn der Kapitalismus hat in Deutschland und Europa keinen guten Ruf. Er ist angeblich Schuld an allem, was beklagenswert ist in der Welt: am Hunger, an der Not in Afrika, an Krisen und Kriegen. Stimmt das? Lassen wir mal einen Moment alle Theorien beiseite und schauen uns das Beispiel einiger Länder an:

Chinas Aufstieg

China, das auf dem G20-Gipfel eine wichtige Rolle spielt, gilt offiziell als kommunistisches Land. Überall kann man noch Mao-Bilder sehen. Und tatsächlich handelt es sich politisch um eine Diktatur. Doch wirtschaftlich haben sich die Chinesen nach dem Tod von Mao Tse-tung (1976) Stück für Stück dem Kapitalismus zugewandt. 1978 begann die Hinwendung Chinas zur Marktwirtschaft. Die Folge war, dass zwischen 1981 und 2001 der Anteil der unter dem Existenzminimum lebenden Bevölkerung von 53 auf 8 Prozent zurückging. Allein durch die Aufhebung der sozialistischen Kollektivierung der Landwirtschaft sank 1981 bis 1987 der Anteil der Bevölkerung Chinas, der in extremer Armut lebt, auf ein Drittel. Das Beispiel Chinas zeigt, dass mehr Ungleichheit auch für die Armen nicht schlecht sein muss: In China hat sich die Ungleichheit durch die Einführung der Marktwirtschaft extrem verstärkt und laut einer Studie der Universität Peking besitzen die reichsten 1 Prozent der Chinesen so viel wie ein Drittel der übrigen Bevölkerung, während die ärmsten 45 Prozent der Chinesen lediglich über ein Prozent des Wohlstandes verfügen. Die Schere zwischen Arm und Reich, die von den Hamburger Demonstranten so beklagt wird, geht also weiter auseinander: Aber ist das schlimm, wenn es der breiten Masse der Menschen damit besser statt schlechter geht?

Asien und Afrika im Vergleich

Angela Merkel hat Afrika zu einem Schwerpunktthema des Gipfels gemacht und die CDU ist ganz stolz, dass sie in ihrem Wahlprogramm einen „Marshallplan für Afrika“ fordert. Doch gute Absichten sind das eine, Fakten das andere: In den vergangenen Jahrzehnten hat mindestens ein Dutzend Schwellenländer (überwiegend in Asien) ein enormes Wirtschaftswachstum erlebt und Hunderte Millionen sind aus der Armut in die Mittelschicht aufgestiegen. Der Grund ist, dass diese Länder – so wie China – mehr Kapitalismus gewagt haben. Aber im selben Zeitraum ist es vielen Entwicklungsländern, vor allem im subsaharischen Afrika, nicht gelungen, ein beständiges Wirtschaftswachstum zu erzeugen, viele haben sich sogar zurückentwickelt. Hunger und schreiende Armut in diesen Ländern können keinen Menschen mit einem Herz kalt lassen.

So wie die G20-Demonstranten eine Umverteilung zu Lasten der Reichen in Ländern wie Deutschland fordern, so fordern sie auch eine Umverteilung zu Lasten der reichen Industrieländer im globalen Kontext. Das klingt menschen-freundlich und spontan möchte man zustimmen. Die Fakten zeigen jedoch: Das Konzept der Entwicklungshilfe ist gescheitert. Die Erfahrung zeigt, dass ausländische Hilfszahlungen korrupte Regierungen stützen, indem sie sie mit frei verfügbarem Geld unterstützten. Diese korrupten Regierungen blockieren die Rechtsstaatlichkeit, die Etablierung von transparenten politischen und zivilgesellschaftlichen Institutionen, den Schutz der bürgerlichen Rechte. Dadurch machen sie zugleich einheimische wie ausländische Investitionen in ihren armen Ländern unattraktiv.

Action an der Alster
G20 in Hamburg ist eine tolle Sache. Aus vielerlei Gründen.
Denn die korrupten Staatsangestellten entscheiden nicht im Interesse des Allgemeinwohls als vielmehr nach Maßgabe der Selbstbereicherung. Große Summen an Hilfsgeldern und eine Kultur der Entwicklungshilfe-Abhängigkeit ermutigten die afrikanischen Regierungen zudem, die unproduktiven öffentlichen Sektoren weiter aufzublähen, um Günstlinge zu belohnen. Entwicklungshilfe, dies wird durch zahlreiche Studien belegt, stört die Entwicklung, weil das Geld letztlich immer in den Taschen einiger weniger landet. Schon 2002 erkannte der damalige Präsident von Senegal, Abdoulaye Wade: „Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Land durch Entwicklungshilfe oder Kredite entwickelt hat. Länder, die sich entwickelt haben – in Europa, in Amerika; oder auch in Japan oder asiatische Länder wie Taiwan, Korea und Singapur -, haben alle an den freien Markt geglaubt. Das ist kein Geheimnis. Afrika hat nach der Unabhängigkeit den falschen Weg gewählt.”

Dambisa Moyo, eine Schwarzafrikanerin aus Sambia, die in Oxford und Harvard studierte, zeigte auf, dass in den vergangenen 50 Jahren weltweit zwei Billionen Dollar für Entwicklungshilfe ausgegeben wurden, die Hälfte floss nach Afrika. Dennoch habe, so Moyo, die Armut gerade dort massiv zugenommen. Mehr als die Hälfte aller gescheiterten Staaten liegt in Afrika. Und die afrikanischen Länder, die am meisten Entwicklungshilfe bekommen, weisen die niedrigsten Wachstumsraten auf. Moyo hat in ihrem Buch „Dead Aid. Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann“ nachgewiesen, wie wirkungslos und sogar kontraproduktiv diese Entwicklungshilfe war. „Dieses Modell hat nirgendwo auf der Welt wirtschaftlichen Aufschwung gebracht“, so Moyo. „Dabei wissen wir, wie es geht. Wir haben gesehen, welche Konzepte die Armut in China, Indien, Südafrika und Botsuana vermindert haben. Diese Länder haben auf den Markt als Motor für Wirtschaftswachstum gehört.“

Systemvergleiche in Korea und Deutschland

Deutschland und Korea mussten nach dem Zweiten Weltkrieg unfreiwillig ein Experiment durchführen: Funktioniert ein eher marktwirtschaftliches System besser oder ein eher planwirtschaftliches System? Die DDR brach, wie alle anderen sozialistischen Länder, an ihrer wirtschaftlichen Ineffizienz zusammen. Die Bundesrepublik Deutschland erlebte dagegen mit einem stärker marktwirtschaftlichen System ein gigantisches Wirtschaftswunder und war der DDR zu jedem Zeitpunkt weit überlegen. Heute kann man im Vergleich zwischen Nord- und Südkorea sehen, ob Kapitalismus oder Sozialismus besser funktioniert. Während die Menschen im kommunistischen Nordkorea hungern, erlebte das kapitalistische Südkorea einen Wirtschaftsboom und den Menschen geht es gut.

Index wirtschaftlicher Freiheit

Regelmäßig veröffentlicht die renommierte Heritage Foundation einen Index der wirtschaftlichen Freiheit. Vereinfacht gesagt zeigt er, wie stark ein Land kapitalistisch ausgerichtet ist. Südkorea liegt an Platz 23 (von 188) im vorderen Fünftel, Nordkorea ist auf Platz 188 und damit das wirtschaftlich unfreieste Land der Welt. Eigentlich braucht man für die Kapitalismus-Diskussion nur diesen Index anzuschauen, denn er macht klar: Den Ländern, in denen der Kapitalismus-Anteil höher ist, geht es besser als denen, die auf Staatswirt-schaft bauen. Vorne in der Tabelle finden wir Hongkong, Singapur, Neusee-land, die Schweiz und Australien. Schlusslichter sind Zimbabwe, Eritrea, Kongo, Kuba, Venezuela und Nordkorea. Noch Fragen?

Wen die Antikapitalisten hassen

Antikapitalisten hassen Politiker wie Ronald Reagan, Margaret Thatcher oder Gerhard Schröder, weil diese – bei allen Unterschieden – nach dem Motto handelten: Mehr Marktwirtschaft wagen. Von Gerhard Schröders Reformen (Agenda 2010) profitieren wir Deutschen noch heute, sie sind einer der we-sentlichen Gründe für unsere boomende Wirtschaft. Merkel erntet die Saat, die ihr Vorgänger gesät hat.
Als Ronald Reagan 1981 Präsident der USA wurde, hatte das Land erhebli-che wirtschaftliche Probleme. Die Inflationsrate war zweistellig. Reagans Rezept: Mehr Kapitalismus wagen. Er senkte den Spitzensteuersatz von 70 auf 35 Prozent und die Unternehmenssteuern von 46 auf 35 Prozent. Gleichzeitig setzte er den Rotstift bei den Sozialausgaben an. Die Folge war ein Wirtschaftsboom – und sein demokratischer Nachfolger Bill Clinton war so klug, die Reformen nicht zurückzudrehen.

Als Margaret Thatcher 1979 Premierministerin von Großbritannien wurde, stand das Land vor dem Bankrott. Die Gewerkschaften waren allmächtig und schadeten mit ihren Dauerstreiks der britischen Wirtschaft, die Staatsschulden explodierten, die Inflation und die Arbeitslosigkeit stiegen auf Rekordwerte. Als Thatcher 1990 abtrat, hinterließ sie ein wirtschaftliches gesundes und stabiles Land. Wie erreichte Thatcher diesen Wandel? Indem sie mehr Kapitalismus wagte. Unter Thatcher sank der Spitzensteuersatz von 83 auf 40 Prozent – zugleich wurde die Vermögenssteuer reduziert. Ob British Telecom, British Airways oder andere Unternehmen: Thatcher privatisierte zahlreiche Staatsbetriebe. Für viele Menschen eröffnete dies neue Partizipationschancen – die Zahl der Aktionäre versechsfachte sich in ihrer Amtszeit. Thatcher hatte den Mut, sich mit den allmächtigen Gewerkschaften anzulegen. Konsequent deregulierte sie de Arbeitsmarkt, der am Ende ihrer Amtszeit die geringste Regulierungsdichte von allen OECD-Staaten aufwies.

Gegenbeispiel Venezuela: Der Kapitalismus wird überwunden

Der sozialistische Staatschef Hugo Chavez wollte Venezuela vom Kapitalismus befreien. Die Linken auf der ganzen Welt jubelten ihm zu, Sarah Wagenknecht zeigte sich verzückt über die „Wirtschaftsreformen“ von Chavez, die sie als Modell pries. Für viele derjenigen, die heute in Hamburg gegen G20 demonstrieren, war die Utopie des „Sozialismus im 21. Jahrhundert“ von Chavez eine verheißungsvolle Utopie und sogar ein Modell für Deutschland.

Ergebnis: Die Inflationsrate in Venezuela betrug selbst nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr 800%. Die Inflation löste bereits Anfang 2014 Massenproteste aus, bei denen viele Menschen umkamen. Im Juli 2016 musste Venezuela die Grenze zu Kolumbien für 12 Stunden öffnen, damit die Menschen dort einkaufen konnten. Zuvor war die Grenze schon von 500 verzweifelten Frauen durchbrochen worden, die Lebensmittel im Nachbarland kaufen wollten. In den Supermärkten gab es Schlangen von 500 Metern. Am 12. August 2016 wurden fünf Grenzposten nach Kolumbien geöffnet, und in drei Tagen nahmen über 120.000 Menschen die Gelegenheit wahr, in Kolumbien einzukaufen. Das alles ist absurd. Denn Venezuela ist potenziell eines der reichsten Länder der Welt. Hier lagern 14,7 Prozent der weltweiten Ölreserven (nur in Saudi-Arabien sind es mit 15,7% noch etwas mehr).

Die Befreiung vom Kapitalismus endete in Inflation und Hunger.

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Kommentare ( 60 )

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Der alte Mercedesbus auf dem Foto, mit dem die linken Faschisten durch Hamburg fahren, hat mit Sicherheit keine Grüne Plakette.
Da sieht man die Verlogenheit dieser Subkultur.
Nach sauberer Umwelt schreien, aber die Ersten sein die sie verschmutzen.

Kapitalismus ist ein marxistisch/linker Kampfbegriff mit nicht eindeutig definierter Bedeutung und massiver, negativer Begriffsaufladung seitens der Linksradikalen (Anm. der Begriff ist auch nicht identisch mit dem englischen capitalism, der eher Marktwirtschaft bedeutet). Die Wirtschaftsordnung, die wir hier und in vielen weiteren (vor allem westlichen) Ländern haben, ist die ordoliberale Wirtschaftsordnung, deren Hauptmerkmale die Selbstautonomie / Selbstbestimmung, die Vertragsfreiheit, die Handels- und Gewefreiheit, die Veröffentlichungsfreiheit, die Abwesenheit von Korruption / Tributsteuern, eine starke Justiz, das Verbot von Dumping und Kollusion sowie die Abwesenheit von Zwang ist. Ich kann jedem/r nur sehr empfehlen, niemals die Kampfbegriffe der politischen Gegner (in diesem Fall… Mehr

Was ich absolut nicht nachvollziehen kann ist, wer da demonstriert. Der Großteil sind Studenten aus Akademikerfamilien, die also wahrscheinlich keine finanziellen Probleme haben. Wofür demonstrieren die? Für die einfachen Anwohner, deren Autos sie abfackeln, bestimmt nicht. Auch wenn sie sich das einbilden mögen.

Was hat denn unser vorherrschendes System noch mit Kapitalismus zu tun ? Es herrscht der pure Geldsozialismus, der die soziale Ungleichheit immer weiter verschärft. Ozeane an Falschgeld werden weltweit täglich gedruckt und zuallererst an die Wohlhabenden verteilt (Finanzwirtschaft, staatsnahe Unternehmen, subventionierte Wirtschaftszweige). An der Basis kommt das ganze Falschgeld überhaupt nicht an. Im Gegenteil: die Erhöhung der Geldmenge führt zu höheren Preisen und folglich zu verminderter Kaufkraft der Armen. Diese Phänomen nennt sich ‚Cantillon-Effekt‘. Sowohl unser Geldsystem als auch Gesundheitswesen, Rentensystem, Bildungswesen, Energie(plan)wirtschaft und vieles mehr sind sozialistisch. Hier herrscht Umverteilung, Plan- und Vetternwirtschaft usw, alles bloß kein freier kapitalistischer… Mehr

na ja, dem kapitalismus nur postives zuzuschreiben ist genausowenig intelligent wie ihn nur zu verdammen. aber daran krankt es in unserer gesellschaft: diesem dummen schwarz weiß denken. dem lager- und schubladendenken.

intelligentes fortschrittliches denken ausserhalb engstirnigen lagerwahrheiten ist leider die ausnahme. wäre aber in wirklichkeit… ok, wenn interessierts. lieber weiter auf „die anderen“ schimpfen.

Ihre Fortschrittlichkeit sehe ich. Also vorneweg mein Kompliment. So viel Ehre muss sein, für den, dem Ehre gebührt.

Der Kapitalismus, eingebunden in ein Regelwerk, hat diese Welt vorangebracht. Auswüchse und Exzesse durch Regelüberschreitungen sind nicht dem System zuzuschreiben.

Was wir allerdings hier in der Bundesrepublik haben und fortschreitend mehr haben, ist ein weichgespülter Sozialismus (wobei die Bandagen härter werden), der sich mit der Camouflage Marktwirtschaft tarnt.

Man betrachte den Staatsanteil am BSP. Zu Einzelheiten hat weiter oben Christoph W. sich kurz und prägnant geäußert.

So wie Sozialismus/Kommunismus am Mangel zugrunde gegangen sind, so wird der Turbokapitalismus an seiner Gier zugrunde gehen.

Ich habe mir gestern eine ganze Weile die Live-Übertragung vom G20 Protest angetan. Unabhängig von den wenigen, wirren Aussagen auf Plakaten und den nicht weniger konfusen Beiträgen, wenn mal einer zu Wort kam, habe ich dort nicht einen Einzigen gesehen der rein visuell seinen Lebensunterhalt im verhassten kapitalistischen System selbst verdient. Bei den Pegida-Demos in DD sah/sieht ? das anders aus.
Kopfschüttelnd

Linksradikale haben als Einkommenskonzept das freche Ausplündern der Bürger durch Kollusion mit bestimmten Parteikadern, die durch Missbrauch ihrer Mandatsmacht die Steuerkasse anzapfen und diesen das Geld zuleiten.

Herr Zitelmann, ich verstehe Ihren Standpunkt durchaus, aber Ihrer ist eben nicht der aller Menschen. Und auch der Standpunkt der G20- bzw. Kapitalismusgegner ist für mich einleuchtend. Sie vergleichen ja im Text einige Länder und deren Wachstum der letzten Jahrzehnte. China und auch Indien und überhaupt der Asiatische Raum erlebt(e) einen Boom, der kaum noch zu stoppen ist/war. Aber auch hier stößt der Kapitalismus an seine Grenzen und diese sind nicht mal sehr weit auseinander gesteckt. Während wir in Europa versuchen eine Art der (Schein-)Demokratie aufrechtzuerhalten, um den Kapitalismus in der breiten Bevölkerung zu stützen, funktioniert das in Ländern mit… Mehr

Ich empfehle ihnen, den linken Kampfbegriff einfach zu löschen und den korrekten Begriff für die Wirtschaftsordnung der westlichen Länder zu verwenden, die ordoliberale Wirtschaftsordnung.
Dann wird auch klarer, dass nicht diese, sondern zerstörerische, sozialistische Politkadermaßnahmen die Hauptschuld für viele Probleme tragen.

„Und auch der Standpunkt der G20- bzw. Kapitalismusgegner ist für mich einleuchtend.“
Kommt drauf an, von welchen G20-Gegnern man redet. Die politische Linke hat durchaus auch sachliche Argumente, die Autoanzünder und Polizistenprügler hingegen nicht.

Danke, Sie haben das gut formuliert. Kein einziger Ismus ist die Lösung, wenn der Mensch das Problem ist. Das haben antike Denker Europas schon gewusst, indem sie davon sprachen, dass ein (unbedingt nötiges) Zusammenspiel von Eigennutz und Allgemeinwohl regelmäßig zerstört wird, so dass JEDER!!! Staat nach einiger Zeit verfällt (Google dazu Aristoteles Staatsformen). Ein riesiger „Fortschritt“ wäre, wenn Europa wieder über Eigennutz und Allgemeinwohl reden würde (statt über Kapitalismus-Sozialismus, Links-Rechts). Die Stärke Chinas lässt sich im übrigen damit erklären, dass man die eigenen, antiken Sittenlehren wie Konfuzius in Ehren hält und auf die moderne Situation anwendet. Im Vergleich damit herrscht… Mehr

Richtig, von Aristoteles soll auch folgendes Zitat sein:
Was ist der Mensch, der Mensch das BESTERZOGENSTE Tier, wenn man sich ihm selbst überlässt die wildeste aller BESTIEN, von UNERSÄTTLICHKEIT und GIER erfüllt!!
Er sagt nicht nur Bestien, sondern die wildeste dieser Art.
Daran hat sich NICHTS geändert und das wusste Aristoteles schon vor über 2000 Jahren!

Die Stärke von China beruht allerdings auch zu einem großen Teil auf staatlicher Stütze (staatlich gelenkte Unternehmen übernehmen Unternehmen im Ausland). Wenn dem nicht so wäre, sähe China ganz anders aus. Und auch dieses Model wird irgendwann zusammenbrechen, denn die Wirtschaft insgesamt hat nur eine begrenzte Kaufkraft und einen halbwegs bestimmbaren Sättigungsgrad.

Zu China: „Und auch dieses Model wird irgendwann zusammenbrechen“. Das denke ich auch. Dies gilt aber immer. Keine momentane Lösung („ismus“) ist für ewig die Lösung, weil jedes Ganze (das globale Strategiespiel) irgendwann sein Gleichgewicht verliert. Entscheidend ist aber, ob die sog. „Eliten“ verantwortlich auf kommende Situationen und Krisen eingehen können. Ob sie, falls nötig, sogar ihre Milliardäre stoppen können, so wie China. Solche Autokratie (Staat herrscht über Geld) kritisiert bei uns jeder „Demokrat“, aber ich frage: Was passiert, wenn Geld über Politiker herrscht? Ist das keine „gelenkte Demokratie“ – nur anders herum? Der Milliardär Soros und die von ihm… Mehr

Leider hat man seit der Erkenntnis des senegalischen Präsidenten Wade zu
viel Zeit verstreichen lassen. Denn inzwischen haben sich Chinesen und
westliche NGOs in Afrika niedergelassen, riesige Agrargebiete
aufgekauft, Familien enteignet und sich die Schürfrechte von seltenen
Erden für mehrere Jahrzehnte gesichert.

Wenn wir afrikanische
Rohstoffe brauchen, und die brauchen wir, müssen wir viel dafür zahlen.
Aber das Geld landet nicht bei den Afrikanern, sondern in den Taschen
der Anleger. Das ist bedauerlich und deshalb sehe ich den Kontinent als
verloren.

Und das ist ein weiter Grund gegen das System, das so etwas überhaupt ermöglicht zu sein…

Kürzer und klarer geht es nicht. Leider scheint Westeuropa gerade auf dem anderen, dem sozialistischen Trip zu sein, mit viel leistungslosem Einkommen, einer Energiewende in das Mittelalter, einer Bildungsreform in die moderne Inquisition und dem Anspruch, die Welt zu beglücken (beherrschen?). Da haben die islamische Welt, die chinesische Supermacht und alle Atommächte noch ein Wörtchen mitzureden.

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