DFB-Vizepräsident fordert weiter WM-Boykott

Der zweite Mann beim größten Fußballverband der Welt legt nach: Oke Göttlich, Vizepräsident beim Deutschen Fußball-Bund DFB, beharrt auf seiner Forderung, die nächste Fußball-Weltmeisterschaft in den USA zu boykottieren.

picture alliance / DeFodi Images | Marco Steinbrenner
Oke Göttlich, Präsident FC St. Pauli und DFB-Vizepräsident, Hamburg, 23.01.2026

Dieser Text wird sehr wahrscheinlich auch alle Nicht-Fußballfans interessieren. Denn in Wahrheit handelt er nur oberflächlich vom Sport mit dem runden Leder.

Tatsächlich handelt er von einer ultralinken, selbstgerechten Kaste, die nach dem Vorbild der englischen Puritaner alles unterdrücken will, was sie nicht mag.

Der Name Oke Göttlich ist den meisten Bundesbürgern unbekannt. In Kreisen des deutschen Profi-Fußballs kennt man ihn allerdings. Hauptberuflich ist der 50-Jährige ein selbstständiger Musikproduzent, ansonsten ist er Multifunktionär: Vorsitzender beim Verband unabhängiger Musikunternehmen, Präsident des Erstliga-Clubs FC St. Pauli. Und Vizepräsident beim Deutschen Fußball-Bund DFB.

Der DFB ist als Dachverband von 24.000 Fußballvereinen mit zusammen mehr als acht Millionen Mitgliedern der größte nationale Sportfachverband der Welt – und ein anerkannter Intrigantenstadl mit Sitz in Frankfurt am Main. Irgendwann wurde es den großen Profi-Clubs zu dumm mit diesen selbstverliebten, amateurhaften Bürokraten, und sie gründeten die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Die ist seitdem für den Spielbetrieb in der Bundesliga zuständig.

Der DFB allerdings betreibt sozusagen weiter die Deutsche Nationalmannschaft. Das wird nun zunehmend zum Problem.

Ein Verband nur mit Linksaußen

Denn längst haben politische Aktivisten erkannt, dass Fußball in Deutschland nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor ist. Außer im TV bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten lässt sich fast nirgendwo das Großprojekt einer linken Volksumerziehung so effizient umsetzen. Immerhin kommen insgesamt etwa 30 Millionen Zuschauer in die deutschen Stadien – jedes Jahr.

Wie so viele kulturprägende Bereiche, so haben die Konservativen bei uns auch den Fußball vernachlässigt und mittlerweile aufgegeben. Der langjährige Finanzminister von Baden-Württemberg und CDU-Rechtsaußen Gerhard Mayer-Vorfelder, Gott hab’ ihn selig, war 2006 der letzte bekennende konservative Präsident des DFB.

Danach kamen, die Betroffenen mögen es mir verzeihen, nur noch Luschen.

Heute steht Bernd Neuendorf an der Spitze des Verbandes. Der Mann war mal Sprecher des SPD-Bundesparteivorstands, Landesgeschäftsführer der Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen und für seine Roten dann Staatssekretär in Düsseldorf. Man tut ihm sicher nicht Unrecht, wenn man ihn als erfolgreichen Versuch der SPD-Linken bezeichnet, den DFB zu übernehmen.

Neuendorf bastelte sich einen hübschen Linksaußen-Kader im DFB zusammen. Er holte Andreas Rettig als „Geschäftsführer Sport“ – der Mann war vorher unter anderem Manager bei den drei Bundesliga-Clubs mit der anerkannt linkesten Anhängerschaft: beim FC St. Pauli, beim SC Freiburg und beim 1. FC Köln.

Seit Jahren spielt – wie überall in Deutschland – nun auch beim DFB und bei der Nationalmannschaft „Haltung“ eine wesentlich wichtigere Rolle als Leistung. Unvergessen das Desaster bei der WM 2022 in Katar, als Deutschlands Spieler sich mehr mit der Menschenrechtslage im Gastgeberland befassten als mit ihrem Beruf.

Wenig verwunderlich, schied Deutschland in der Vorrunde aus.

Die St.-Paulisierung der Gesellschaft

Der linkeste aller linken Orte im deutschen Fußball ist sicher der FC St. Pauli.

In dem Hamburger Verein nennen sie sich selbst die „Kiez-Kicker“. Tatsächlich haben die Pauli-Fans nicht nur einen Totenkopf als Markenzeichen, sondern sind eng vernetzt mit der gewaltbereiten Autonomen-Szene der berüchtigten Hafenstraße.

Ein durch und durch sympathischer Club also.

Dieser Laden befördert immer wieder die dubiosesten Figuren an die Spitze. Jahrelang war der Nachtclubbesitzer Corny Littmann dort Präsident. Jetzt ist es Oke Göttlich, der in der Öffentlichkeit gerne Mützen mit der Aufschrift „Antifascist“ trägt. Dass der DFB ausgerechnet diesen Menschen als Vertreter der „kleineren“ Profivereine auch noch zum Vizepräsidenten gemacht hat, sagt eigentlich auch schon alles über den Niedergang dieses einstmals weltweit angesehenen Verbandes.

Oke Göttlich tut nun das nicht, was alle Linken nicht tun: Er vertritt nicht die Interessen der Vereine und des Verbandes. Stattdessen vertritt er seine eigenen. Und er tut das, was alle Linken tun: Er missioniert, und das außerordentlich aggressiv.

Als Vize-Chef des größten Fußballverbands der Welt fordert er einen Boykott der Fußball-WM in den USA im kommenden Sommer. Begründung: Donald Trump.

Das läuft nun erkennbar gegen alle Interessen, die der DFB, die Vereine und der deutsche Fußball insgesamt haben können. Sport ist auch ein Geschäft, und eine WM ist für das ganze Business enorm wichtig. Nicht unbedingt für St. Pauli, die haben eh kein Geld (warum bloß?), aber für die Branchenführer Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, die den ganzen Betrieb (inklusive St. Pauli, versteht sich) tragen.

Selbst im DFB sind sie inzwischen genervt von Göttlichs moralinsaurem Egotrip. Ein Boykott sei „kein Thema“, erklärte die Pressestelle am vergangenen Freitag. Doch das macht Göttlich erst so richtig wild: Er legt nach. „Man kann ja ein Thema nicht totschweigen“, empört er sich. Freilich ist der Boykott nur für ihn und durch ihn überhaupt ein Thema, doch das verschweigt er geflissentlich.

Der deutsche Fußball müsse sich mit der Weltpolitik befassen, denn Fußball „funktioniert nicht im Reagenzglas“.

Das folgt dem linken Ansatz der umfassenden Politisierung aller Lebensbereiche. Alles, wirklich alles muss dem Zweck untergeordnet werden, eine vermeintliche Moral zu demonstrieren, eine vermeintliche Haltung zu zeigen und die Welt darüber zu belehren, dass sie nur am deutschen Wesen genesen kann.

Man kann nur hoffen, dass sie beim DFB nicht einknicken und dass auch die Nationalspieler auf peinliche Polit-Clownerien wie in Katar zugunsten sportlicher Leistung verzichten.

Was Herrn Göttlich und St. Pauli angeht: Mögen beide dorthin verschwinden, wo sie hingehören – in die Zweite Liga. Oder besser noch weiter unten.

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Kommentare ( 32 )

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albert deutsch
10 Minuten her

Abgesehen von allen Polit-Clownerien ist die Zeit eines 7:1 bei einer WM in Brasilien gegen Brasilien (Halbfinale) lange vorbei .Ein 1:7 läge z.Z. eher im Bereich des Möglichen .Aber ,die Hoffnung stirbt zuletzt .es reicht wenn unsere Regierung vor Trump buckelt ,Fußballer müssen es nicht .Zeigt Ihnen ,wo Bartel den Most holt .

fatherted
11 Minuten her

War der Mann früher mal beim ADAC oder hat dort „gelernt“? Ich frage für einen Freund.

Deutscher
16 Minuten her

Ich dachte, die WM sei auch in Mexiko und Kanada. Naja, bei Kollateralschäden waren rote, braune und grüne Linke noch nie kleinlich.

Ralf Schweizer
19 Minuten her

Ganz ehrlich? Ob diese woke Multi-Kulti-Truppe dort mitmacht oder nicht, das ist mir sowas von piepegal. Frei nach Merkel: „Dies ist nicht mehr meine Mannschaft.“ Pardon, „Mann“schaft, darf man das noch sagen, ohne dass morgens um fünf das SEK an der Haustür klingelt?

Martin Beckmann
22 Minuten her

Der DFB soll erstmal in den eigenen Reihen aufräumen und religiöse Handlungen beim Betreten des Platzes (u.a. bei Einwechslungen) verbieten. Und, was noch schlimmer ist, das ständige „Rotzen“ verbieten und unter Strafen ahnden. Übrigens Trainer , u.a. ein gewisser Herr Löw fanden das auch sinnvoll und wurde vor Jahren im TV gezeigt. Auch Politparolen gehören nicht auf die Zuschauerränge oder die Bandenwerbeflächen.

Last edited 21 Minuten her by Martin Beckmann
Verzeihtnix
22 Minuten her

Ich möchte von diesen Leuten sowieso nicht im Ausland repräsentiert werden.

Last edited 18 Minuten her by Verzeihtnix
Schwabenwilli
23 Minuten her

„Der deutsche Fußball müsse sich mit der Weltpolitik befassen..“

Einen Dreck muss er sich mit Politik befassen.
Er muss sich mit Fußball befassen, den das tut er offenbar seit Jahren nicht mehr.

hansgunther
25 Minuten her

Peinlich, peinlich, ein unrasiert „Antifaschist“ ganz oben beim DFB, sichtbar vom Weltschmerz gezeichnet. Ja, Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, oder so. Die linken Narren sitzen überall und versauen den anderen das Leben. Die Narrenkappe zur Früherkennung von Unverträglichkeiten.

Last edited 21 Minuten her by hansgunther
jansobieski
34 Minuten her

Solche Forderungen entstehen, wenn man solche Leute in Ämter hebt. Im Übrigen ist es so, dass der Zenit im leistungsfeindlichen, woken, entpatriotisierten Deutschland mehr als überschritten ist und sie ruhig mal eine WM Pause machen können. Erstmal selbst wieder klar werden, was man denn wirklich möchte.

Ralph Martin
35 Minuten her

Die Deutschen mögen’s.
Sonst wären die 30er Jahre und die DDR nicht möglich gewesen.