Es soll um die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi gehen – doch was Markus Lanz in seiner Sendung zeigt, ist kaum von Kriegspropaganda zu unterscheiden.
Screenprint: ZDF / Markus Lanz
Markus Lanz ist erschüttert von den jüngsten Entwicklungen. Und nein, er spricht nicht von dem grausamen Mord an einem erst 18-jährigen Mädchen in Hamburg oder dem Tod eines 36-jährigen DB-Schaffners in Homburg nach einem brutalen Angriff auf ihn. Denn die Situation in den ÖPNV ist Herrn Lanz ebenso fremd wie egal. Das hat er doch vor wenigen Tagen gezeigt, als er erstaunt war, dass Menschen im öffentlichen Nahverkehr Angst vor Messerangriffen haben – aber das hat er bestimmt nicht so gesagt, er war ja selbst dabei. Stattdessen geht es um den Ukraine-Krieg, welcher fern von jeglichem Friedensabkommen ist – wie die Stimmung im Studio zeigt. Echte Friedensbemühungen der Trump Administration werden konstant kleingeredet.
Zugeschaltet aus Abu Dhabi ist Armin Coerper, Leiter des ZDF-Auslandsstudios in Moskau. Die aktuellen Verhandlungen empfindet er „ernsthaft“ und erklärt den Zuschauern, um was überhaupt verhandelt wird: Gebietsabtretungen im Donbass und keine Nato-Truppen in der Ukraine – zum Schrecken von Markus Lanz und seinen Gästen. Coerper stellt klar, dass es sich hier nicht um Maximalziele, sondern um Minimalziele handelt. Der Krieg laufe ja schon seit vier Jahren und es ginge Putin vor allem darum, seine Kriegseintrittsgründe zu erfüllen. Am Verhandlungstisch wird auch darüber gestritten, wer dann schließlich das größte Kernkraftwerk in der Ukraine managen darf, und da kommt Trump wieder ins Spiel. Dieser würde diese Aufgabe natürlich gerne übernehmen und setzt den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zudem mit Korruptionsermittlungen unter Druck.
Aber wer, wenn nicht die Redakteurin der Zeit Mariam Lau beginnt im selben Atemzug eine Lobeshymne auf „die Europäer” und ihr Verhandlungsgeschick. Sie sieht auch keinen anderen Ausweg, als deutsche Truppen in die Ukraine zu schicken. Doch Röttgen widerspricht entschieden: „Man redet da über ein paar Tausend Soldaten. Ein paar Tausend Soldaten, die sollen jetzt eine Garantie der Sicherheit der Ukraine übernehmen?“ Auch die eher – für den ÖRR – kritische Stimme von Bojan Pancevski erhebt sich. Er ist Chefkorrespondent des Wall Street Journals und sieht den größten Erfolg in Trumps Drohungen von Sanktionen. Aber Lob auf Trump können Lau wie auch Röttgen nicht ertragen. Lau schimpft, dass Putin militärisch vor Trump nichts zu befürchten hätte, und reitet so Röttgen in die Patsche.
Denn Lanz hat gleich ein passendes Video parat. Lanz zeigt einen Ausschnitt von Friedrich Merz, der, als er noch in der Opposition war, Kanzler Scholz wegen ausbleibender Taurus-Lieferungen beschimpft. Dass ausgerechnet Kanzler Merz nun diese nicht mehr liefern möchte, ist Lanz und Lau ein Dorn im Auge. Wie immer, wenn es um ein gebrochenes Wahlversprechen geht, schieben die Blitzableiter von Merz die Schuld den Vorgängern in die Schuhe. Röttgen wettert, dass „wir einen Bundeskanzler Scholz hatten, welcher eine wirkliche Angstkampagne gemacht hat“ und dagegen 65 bis 70 Prozent der Bevölkerung hinter der Unterstützung der Ukraine mit Milliarden stehe. Dass immer mehr Umfragen das Gegenteil zeigen, hat er wohl noch nie gelesen.
Das Töten wird zu einem Videospiel in einem sicheren Raum am anderen Ende der Welt. Lanz reagiert zu recht verstört auf die Bilder und fragt Lau nach der Ethik hinter dieser Methode. Und ihre Antwort könnte nicht gefühlstoter sein. Sie findet, Deutschland könne von der Ukraine lernen, und sie sei sehr froh, dass die „Jungs in Sicherheit“ sitzen. Lernen von Friedensverhandlungen möchte sie aber nicht, weil Trump ja so böse ist. Eine derartig bodenlose Aussage nach diesen Bildern kann nur im ÖRR auftauchen.
Dass Lau auch in jeder anderen Hinsicht ihrer Linie treu bleibt, zeigt sich, als Pancevski sagt, die Brandmauer lähme Deutschland. Es gäbe keine große Koalition mehr – man sehe nur die SPD mit 13 Prozent – und auch die Handlungsfähigkeit allgemein sei am Boden dadurch. Lau grätscht hinein, ohne ihn eines Blickes zu würdigen: „Also das ist ja praktisch eins zu eins die Position von JD Vance, die er in München vorgetragen hat.“
Und mit diesem Stempel schafft es Pancevski nicht mehr, zu Wort zu kommen. Lanz würde selbstverständlich gerne noch viel länger mit ihm darüber sprechen, doch – Sie wissen schon – es drängt die Zeit.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Das kann man von Kriegspropaganda nicht zu unterscheiden, das ist Kriegspropaganda. Und Röttgen der größte Schwurbler aller Zeiten. Der CDU-Chefdemagoge vom Dienst.
Es ist wahr! Ich befinde mich in einem Irrenhaus ohne Dach und Mauern! Trotzdem, oder besser deswegen schreibe ich auf, was ich empfinde, wenn ich mehr, oder weniger versehentlich deutsche Nachrichten schaue. Dort werden nämlich Bilder gezeigt, die Raketenangriffe auf ukrainische Städte zeigen und es wird von Toten und Verwundeten erzählt. Und es wird nicht vergessen, die Aussentemperaturen zu erwähnen. Also was spüre ich dann? Kann ich sagen: NICHTS! Es scheint nämlich so zu sein, als herrsche dort Krieg. Und ich überlege nur, was wohl vornehmlich die „Aufgabe“ von sog. Kriegsparteien ist? Natürlich können Kriege auch von kurzer Dauer sein.… Mehr
Ich sehe den Russen überhaupt nicht auf der Siegerstraße. In Afghanistan haben sie pro Jahr 1500 Soldaten verloren, das sind jetzt die Verluste von 2,3 Tagen. Die Depots für Panzer sind leer. Indien will kein russisches Öl mehr kaufen. Pro Monat werden weniger Soldaten rekrutiert als verloren werden. Kupijansk wurde zurück erobert. Statt 3 Tagen sind es 4 Jahre, und wieviel % hat der Russe erobert? Keine Armee seit den 2. WK hat so viele Verluste wie die zweitstärkste Armeen ggn eines der ärmsten Länder Europas.
Nicht der Russe verliert, sondern die EU „lässt sterben“!
Und jetzt erzählen Sie nochmal etwas von Siegerstraße…
Hm, wo ist der Unterschied, ob ein Soldat seinen Gegner aktiv erschießt, aus dem sicheren Bunker oder dem Panzer, auf einem Schiff einen Marschflugkörper abschießt oder eine Drone steuert? Und wäre der Russe auf seiner Seite geblieben, hätte 2014 nicht die Krim besetzt, wäre das alle nicht nötig.
Der mit der Drohnenbombe getötete Soldat war übrigens ein Verletzter.
Am 24. Februar 2022 direkt nach der Winterolympiade zertrümmerte Putin die heile Welt der Frieden Schaffenden ohne Waffen und der Wandel durch Handel funktioniert auch nicht mehr.
Seitdem reden und reden sie. Sören Neitzel, glaube ich sagte damals, das ganze wird sich zu einem Stellungskrieg á la Verdun entwickeln. Bei Lanz, Miosga und Co. werden sie auch in einem Jahr noch reden und die Politik das wievielte Sondervermögen auf den Weg bringen?
Das immer wieder Frauen wie die Lau die schärfsten Kriegshetzer sind, woran liegt das? Vermutlich daran, dass Frauen nicht in den Krieg müssen. „Lau schimpft, dass Putin militärisch vor Trump nichts zu befürchten hätte“ Die Dame hat ja absolute Fachkompetenz und begreift nicht, dass wir alle (und natürlich auch Putin) jede Menge von Trump zu befürchten haben. Umgekehrt genau so (Trump und die EU haben jede Menge von Putin zu befürchten). Nur von der EU hat (außer uns EU Bürgern) niemand was zu befürchten. Das ist gut.
„Töten wird zu einem Videospiel“
Leider ist das die Realität.
Bis eine Kinschal oder Oreschnik in der Spielhalle einschlägt.
Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, irgend jemand hat den Deutschen so Mitte der sechziger Jahre was ins Trinkwassersystem geschüttet, was zu einer schleichenden, aber unaufhaltsamen Verblödung geführt hat. Die späteren „Kriegseintrittsgründe“ hat Putin spätestens seit 2014 gebetsmühlenartig vorgebracht. Aus Sicht der geopolitischen Situation Moskaus sind sie auch absolut nachvollziehbar. Die NATO hat sich jedoch nicht nur nicht um Russlands Interessen gekümmert, sondern die Ukraine sogar noch angestachelt, in mililtärische Konfrontation gegen die Autonomiebewegung im Donbass zu treten und schließlich der Ukraine die NATO Mitgliedschaft inklusive Stationierung nuklearer Waffensysteme in in Aussicht zu stellen. Da waren für Russland schon mehrere… Mehr
Irgendwer fragte sich gestern, wo die Taurusse inzwischen überhaupt seien?
Und nie zur Sprache wird kommen, dass Russland wegen der Kälte momentan Kriegshandlungen eingestellt hat – während Kiew weiter Drohnen Richtung Osten schickt, um dort Energieinfrastruktur zu zerstören.
Auch fehlt das Komplettbild hinsichtlich des bereits angerichteten Schadens – und der Auswirkungen auf die EU – wenn nicht weltweit.
Schade das Tichy immer mehr zum russlandfreundlichen Kanal wird. Kritik an Russland gibt es komischerweise seit längeren nicht mehr. Das Russland ständig Zivilisten bombardiert wird nicht erwähnt. Die russische Armee ist natürlich in bester Verfassung und eilt von Sieg zu Sieg Desarteure gibt es natürlich dort auch nicht. Der arme Tomas Spahn wenn der wüsste das Tichy jetzt Kremlpropaganda verbreitet dann würde er sich im Grabe umdrehen. Hoffentlich hält Josef Kraus ist der einzige Lichtblick. Übrigens ein Mann kann den Krieg sofort beenden und der heißt Putin, nur das wird halt auch nicht erwähnt
Das Problem ist, dass viele Menschen, die proukrainische Propaganda erwarten, die ihr begrenztes Weltbild stützt; wie ansonsten auf fast allen anderen Kanälen; nicht damit klarkommen, wenn der Ukraine-Krieg nüchtern und differenziert, aus einer Metaperspektive betrachtet wird. Es geht hier also keineswegs um „prorussisch“.