Bürgerleben im Lockdown: Freiheit versus Zwang – Souverän versus Staat

Das wirkliche Erleben von wirklichen Menschen von ihnen selbst erzählt, von Regierten also, hat mit dem Blick der Regierenden über ihrer Köpfe und Herzen hinweg nichts gemeinsam.

Die Leser beschäftigen Fragen über Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Regierungshandeln in Zeiten von Lockdownwellen. Kontaktverbote, PCR- und/oder Schnelltests, Maskenpflicht und Impfung sind die charakteristischen Schlagworte. Sie werden als Waffen gegen die Pandemie gerichtet, aber was bewirken sie wirklich? Fragezeichen, Fragezeichen …

Zimmer frei: Die Betten-Belegung statistisch betrachtet

Ludger Gesigora geht sehr sachlich vor, warf einen vergleichenden Blick in die Register und schreibt:

Die Methode des Vergleichs kann eine Möglichkeit bieten, das Geschehen von, mit, um und wegen Corona besser zu durchdenken und zu einer realitätsorientierten Beurteilung des Corona-Regierungshandelns mit Blick auf die Kategorien „geeignet, erforderlich, verhältnismäßig, angemessen, evidenzbasiert“ zu gelangen.

Seine Recherche – speziell zur Belegung von Intensiv-Klinikbetten -lieferte nachstehende Fakten:
Laut Intensivregister DIVI ergibt ein Vergleich der Belegung der Intensivbetten am 17.12.2020 ein Plus von 151 Intensivbetten-Mehrbelegung gegenüber der Intensivbettenbelegung am 17.09.2020. Vergleicht man allerdings die Gesamtzahl der am 17.09.2020 in Deutschland vorhandenen 30.785 Intensivbetten mit der Intensivbettenzahl am 17.12.2020 in Höhe von 27.102, ergibt sich vom 17. September zum 17. Dezember 2020 eine Reduktion der Anzahl der Intensivbetten von ca. 3.700. Laut der statistischen Angaben bzw. Graphen der Helios-Kliniken-Gruppe, eines der größten Klinikunternehmen Europas, waren in den mehr als 80 deutschen Helios-Kliniken die Intensiv- und Normal-Stationen im November und Dezember 2019 sowie im Januar 2020 mit einer erheblich höheren Fallzahl belegt als nun ein Jahr später mit den aktuellen Fallzahlen.

Und wie verhält es sich mit den Zahlen derer, die an der Infektion versterben? Welche Altersgruppen sind wo betroffen?

Ludger Gesigora forschte weiter in Statistiken und gelangte zu nachstehenden Aussagen:

Zeit zum Lesen
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Stellt man zwecks Ermittlung der Covid-19-Risikogruppen die verschiedenen Altersstufen gegenüber, so zeigt sich laut Datenbank Statista, dass der Anteil der Covid-Todesfälle in der Altersspanne von 0 bis 49 Jahren lediglich 1,2 % beträgt gegenüber den 87% der Covid-Sterbefälle, die die Gruppe der Senioren über 70 Jahre trifft. Hilfreich ist auch eine vergleichende Sicht auf die möglichen allgemeinen Haupt-Lokalitäten der Covid-19-Infektion. Laut Pressemeldungen lebte ein sehr großer Teil der Menschen, die in den vergangenen Wochen an oder mit Corona starben, in Alten- und Pflegeheimen. Dabei bewegt sich der Anteil der Covid-Sterbefälle, die in Alten- oder Pflegeheimen verstarben, je nach Bundesland beginnend mit 55% der Gesamtzahl der Corona-Toten, die in NRW-Seniorenheimen starben, über 56% der Todesfälle in Pflegeheimen in Brandenburg und 58% im Saarland, 71% in Bremen, 73% in Hamburg bis hin zu 90% der Corona-Toten, die in Altenheimen in Schleswig-Holstein verstarben.

Corona-Tests: Wie aussagekräftig sind sie wirklich?

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Althoff hegt Skepsis gegenüber den in der Fachwelt mehr als umstrittenen Ergebnisse von Corona Tests. Er sieht in ihnen ein Mittel zum Zweck, sein Argument lautet:

Gegen den weder standardisierten, noch validierten, noch international qualitätsgesicherten PCR-Test, dessen angeblich positive Ergebnisse weltweit Millionen Menschen ins Unglück gestürzt haben, wird inzwischen in Nordamerika, Australien und Europa prozessiert. Obwohl er gemäß Herstellerangabe für diagnostische Zwecke ungeeignet ist und Zufallsergebnisse liefert, wird er weltweit von verunsicherten oder böswilligen Regierungen zur Begründung diktatorischer Maßnahmen gegen ihre Bürger benutzt. Schnelltests sind zum Entzug bürgerlicher Rechte schon gar nicht geeignet.

Der Familienbetrieb besteht seit Generationen – nun herrscht blanke Existenzangst

Den ersten Lockdown nutzte Cindy Oehler, Inhaberin eines alten Familienbetriebes, noch recht optimistisch, dann aber entpuppte sich die Kehrseite der Medaille:

Ich schreibe Ihnen unsere Gefühle, Ereignisse, Sorgen und Ängste im letzten Jahr. Ich arbeite mit meiner Mutter in unserem Familienbetrieb, der seit 100 Jahren besteht. Wir haben ein kleines Friseurgeschäft. Ich bin in 5. Generation mit eingestiegen. Und so etwas wie zu Corona-Zeiten gab es nur im Krieg. Noch nie mussten wir so lange schließen. Hatten Existenzangst oder so eine ungewisse Zukunft wie jetzt. Wir haben den ersten Lockdown genutzt, um alles zu renovieren. Immer die Angst im Hinterkopf, wie es weiter geht. Aber da waren wir noch positiv. Kopf in den Sand stecken, geht nicht. Hygiene-Konzept erarbeitet. Alles lief sehr gut. Wir ahnten schon im Sommer, es würde noch ein Lockdown kommen. Wir haben uns, so gut es ging, vorbereitet. Wir haben in unserem Ort wirklich eine sehr gute und verständnisvolle Kundschaft. Sie stehen immer hinter uns. Wahnsinn, wie einen so etwas berühren kann. Es stärkt uns und gibt einem wieder Kraft zum Weitermachen. Geld haben wir weder vom letzten Lockdown bekommen, noch dieses Mal wird es etwas sein. Es macht einen sehr wütend. Man tut alles für die Sicherheit der Kunden und für die eigene. Aber wer hilft uns, wenn wir pleite sind? Wir kleinen Unternehmen sind dann anscheinend nur Kollateralschäden … Wie es weiter geht, wissen wir nicht. Wir halten als Familie zusammen. Geben noch mal alles, wenn es wieder weitergeht. Wenn es weitergeht … Ungewisses Jahr 2021.

Feierlichkeiten, das Miteinander, soziale Kontakte – AUS

Sorgen um das Geschäft, doch dessen nicht genug – der schönste Tag im Leben zweier Menschen, die Hochzeit, wurde für Cindy Oehler zur „Maskerade“. Immerhin, sie nahm es mit kleinem Augenzwinkern:

Ich habe letztes Jahr im Mai meine Hochzeit gehabt. Leider ohne Feier. Trauung haben wir dennoch durchgezogen. Gott sei Dank. Dank Corona haben wir die Feier auf November 2020 verschoben. Wieder alles verboten. Der schönste Tag im Leben endet im Chaos, bringt Wut und Frust mit sich. Der erste Lockdown war also nicht nur von Umbaustress und Zukunftsangst geplagt, sondern auch von einer geplatzten Hochzeitsfeier. Alles umplanen, absagen usw. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Hey, wer kann schon sagen, er hat zu Corona-Zeiten geheiratet. Das passende Maskenbild gab es zur Hochzeit auch. Das durfte nicht fehlen. Der Spaß war es Wert. Ohne Freunde und Familie schafft man die Zeit nicht. Zusammenhalt ist wichtig. Das wird einem immer mehr bewusst.

„Systemrelevante“ Retter, Helfer, solche, die alles geben, damit nicht alles zum Erliegen kommt. Doch wo bleiben sie selbst?

Robin Bräuer sieht sich als einfacher Bürger, der sich freut, einen Ort (TE) gefunden zu haben, an dem seine Gedanken und Gefühle zählen:

… Ich bin Notfallsanitäter und arbeite seit sechs Jahren im Rettungsdienst. Ich fühle mich derzeit ausgebrannt. Ich habe gerne meinen Beruf ausgeübt und den Menschen geholfen. Mittlerweile fehlt mir die innere Energie und Freude diesen Beruf auszuüben. Beim DRK in Bautzen hatte ich 12-Stundendienste, und das manchmal bis zu fünfmal in der Woche. Das ist viel Zeit, die man mit dem Elend anderer Menschen verbringt. Das war vor Corona kein Problem, denn ich hatte meine Hobbys. Ich bin gerne ins Fitnessstudio gegangen, war Schwimmen und habe Kampfsport betrieben. Mit meiner Freundin habe ich viel unternommen und hatte meine sozialen Kontakte. Ich hatte einfach Ablenkungen und Dinge, die mir guttaten, um mich von meiner Arbeit zu erholen. Nun fehlt das alles! In den Medien geht es nur noch um COVID-19! Es geht nur noch um Tote und Kranke! Immer mehr und mehr wird man eingesperrt und ist nur noch zum Arbeiten verurteilt. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, das zu tun, was einem guttut. … Nicht jeder, der im Pflegeheim liegt, hat eine Patientenverfügung, d.h., diese Patienten ohne Verfügung müssen intensiv medizinisch versorgt werden. Das führt zur Überlastung! Da wird aber von Seiten der Politik nichts gemacht. Diese sperrt uns lieber alle ein und bedient uns lediglich mit Floskeln wie z.B. Abstand halten, zusammenhalten, zuhause bleiben usw. In die Masse der Menschen, die das Land aufrechterhalten, mischen sich Depressionen. Man lebt nur noch unter diesem stetigen Druck von oben, wird von Medien mit Elend bombardiert und verliert nach und nach das Gefühl der Freiheit. … Wir bewegen uns in eine Zeit, wo derzeit wenig Licht am Ende des Tunnels ist.

Homeoffice im Lockdown… Kinder, Kinder, Kinder! Ein Hilferuf von Leonor: “Ich kann nicht mehr“!

Die Leserin und ihr Mann zählen als erwerbstätige Eltern zwar zu den „Glücklichen“, ihre anspruchsvollen beruflichen Aufgaben weiterhin erfüllen zu können, müssen, dürfen, aber unter welchen Vorzeichen? Beide Elternteile leiden, die Kinder nehmen Schaden!

Corona-Wahnsinn
Tickets nur für Geimpfte? Eine absurde Idee!
Ich bin berufstätig, im Homeoffice seit März 2020. Zwei Kinder, 3 und 5 Jahre alt. Ich und mein Mann sind beide im großen Unternehmen tätig, das von der Pandemie profitiert. Ja, es ist jammern auf hohem Niveau. Wir haben unsere Jobs … Wir teilen uns auf. Einer arbeitet tagsüber, der andere teilweise nachts, je nach Präsenznotwendigkeit und Terminen. Aber das ist gesundheitlich und psychisch objektiv nicht länger möglich. Wir stoßen an unsere Grenzen. Die Verantwortung ist im Job enorm groß. Als Eltern immer übergroß. Die Kinder haben ihre Schwierigkeiten entwickelt. Ohne Betreuung bleibt keine andere Möglichkeit, als die Kids vor den Fernseher zu setzen. Die Große hat Ängste aufgrund von Corona- Maßnahmen in der Kita Ende Frühjahr bekommen, die Kleinere hat seit letztem Lockdown Sprachverzögerung. In der Kita Kindertrennung nach Alter, streng nach Erzieher, wenn unbeliebt beim Kind, Absperrbänder auf dem Gelände, neue Regeln – das ist etwas, was Kindern mehr ausmacht, als man denkt. Unsere Kinderärztin schlägt Alarm, wie viele seelische Probleme die Kinder bekommen haben, die sie betreut. Ob das aufzuholen ist, werden wir sehen … Aber unter solchen Bedingungen den Job ausführen zu müssen, das ist Folter. Und mit der Motivation, dass man einen sicheren Job im Vergleich zu den anderen hat, kann man auch nicht lange durchhalten. …Und diese andauernde Anspannung ohne Lichtblick macht uns als Familie krank. Nicht mal schwimmen und spielen im Sportverein ist seit Monaten möglich. Wann hat das ein Ende? Wann ist ein Hauch von Strategie zu erkennen? Das werfe ich dieser Regierung vor. Alle haben keinen Bezug zur Realität und zum wirklichen Berufsleben. Geschweige denn zum Elternleben.
Kinderglück adé – wie der weiße Schnee!

Ute Schmitz-Welkenbach, Großmutter eines Enkeltöchterchens, an dem sie ihre helle Freude hat, macht sich berechtigte Sorgen über sinnlose Verbote und deren Folgen:

Meine Enkelin wünschte sich zu Weihnachten Schnee! Sie kannte den Schnee nur aus Märchen, von der Eiskönigin und aus dem Liedertext „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst Du geschneit!“

„Der Weihnachtsmann kommt mit dem Schlitten“ hatte man ihr erzählt! Und endlich – einige Tage nach Silvester fiel der erste Schnee! Sie hüpfte fröhlich durch den Garten, fing die ersten Schneeflocken mit ihren kleinen Händchen auf,  ließ einige auf ihrer Zunge zerschmelzen und tanzte mit den dicken, weißen Flocken auf dem zart weiß überzogenen Rasen, versunken in ihrer Zauberwelt! Nun sehnte sie den Tag herbei, bis endlich die Hänge und Hügel in der umliegenden Gegend mit genug Schnee überzogen waren und konnte es kaum erwarten, bis sie endlich mit Omi zum Rodeln mit ihrem neuen Schlitten aufbrechen durfte. Wir … das größte Highlight an Abwechslung zum trüben Alltag nach langem Verzicht auf Sport, Ballett, Reiten, Kindergeburtstage, Freunde treffen, Spielplatz und Kita darstellte! Einen Augenblick schienen die fröhlichen Kinderaugen, das Lachen und Jauchzen, die ausgelassenen Kinderstimmen das Trauma der letzten Wochen vergessen zu haben! Am darauffolgenden Wochenende brachen die Eltern meiner Enkelin erneut auf, um mit ihr in der frischen Winterluft auf glitzernden weißen Hängen das Rodeln zu genießen! Einen Augenblick Freiheit, Freude – zurück ins normale Leben mit der Familie genießen! Doch die Vorfreude nahm ein jähes Ende, als Flatterbänder, Verbotsschilder und Ordnungsbeamte den Zugang zu sämtlichen weißverschneiten Hängen versperrte und Eltern mit ihren Kindern zurück nach Hause geschickt wurden. Ratlose Eltern, die ihre Kinder kaum trösten konnten, denn Schnee gibt es vermutlich in einigen Wochen nicht mehr und am Vortag war von einem Verbot noch keine Rede gewesen!

Statistik in der Corona-Pandemie
Die überschätzte Übersterblichkeit
Ich frage mich, was in den Menschen vorgeht, die derartige (aus meiner Sicht) völlig unsinnige Verbote aussprechen, Kindern jegliche Freude nehmen und jeden Spaß verbieten! Ich frage mich, ob sie es aus blindem Gehorsam oder aus Überzeugung tun, und ich frage mich, wie sie sich beim Ausüben solcher sinnlosen Verbote fühlen? Mit Pandemie jedenfalls lassen sich diese völlig überzogenen Anordnungen nicht rechtfertigen! Mit Schutz der Bevölkerung haben sie ebenfalls nichts zu tun! Wo gibt es Studien über die Ansteckungsgefahren von Kindern, die zu zweit auf ihrem Schlitten mit Abstand zu anderen Kindern den Berg herunterrodeln? Wo ist belegt, dass beim Aussteigen auf dem Parkplatz und dem Weg zum Rodelberg von Kindern und ihren Eltern eine Gefahr ausgeht? Und wer therapiert diese Schuldgefühle aus unseren Kindern später wieder heraus? … Ich mache mir große Sorgen um das Wohl und um den Schutz unserer Kinder, die gerade in dieser Zeit unter ungeheuren Verboten und kinderfeindlichen, rigorosen Maßnahmen zu leiden haben, und ich fürchte, wir werden mit den Folgeschäden unserer traumatisierten Kindern noch lange Zeit zu tun haben!

Think positive!

Wenn Du glaubst, es geht gar nichts mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her!
Ingeborg Jubelius schildert ihre Erlebnisse aus und mit dem Lockdown, möchte vielen ein wenig Mut machen:

Nun, dies ist ja inzwischen schon der zweite, wie soll ich sagen, strenge Lockdown. Den 1. im Frühjahr 2020 habe ich, 71 Jahre alt, ohne Schaden überstanden. Ich denke, auch deswegen, weil ich mir nicht allzu viele Gedanken über Corona gemacht habe. Es gibt viele Viren, welche uns von Geburt an bis zum Tod bedrohen und uns krank machen können. Damit müssen wir leben. Als dann die Lockerungen im Sommer kamen, fuhr ich in Urlaub. Zuerst 5 Tage in Oberbayern, man stelle sich vor, trotz des gestrengen Herrn Söder. Anschließend 2 Wochen mit Freundin im schönen Sardinien, na ja etwas Stress wegen der Maßnahmen und so … und anschließend noch ne Woche Frankfurt. Kein Corona, liebe Freunde. Aber vielleicht gehöre ich einfach nur zu den Glücklichen. Ja nun, dann kam der Lockdown light und anschließend der strenge Lockdown. An Weihnachten waren wir für kurze Zeit mit der Familie zusammen. An Silvester waren wir, mein Mitbewohner, ein Hund, zwei Katzen und ein Papagei allein. Es war ruhig, so ruhig, wie kein Silvester zuvor es jemals gewesen war. Es ist jetzt der 9. Januar 2021. Gastronomie, Einzelhandel, Kultur, Friseure usw. mussten schließen. Ich bin negativ getestet worden. Ok, ich weiß, dass dies nur kurze Zeit aussagekräftig sein kann. Ich lebe in einem kleinen Dorf in der Vordereifel. Ca. 560 Einwohner. Aktuell gibt es 7 Corona-Infizierte hier. Ach ja, ich war Anfang Dezember noch einmal 7 Tage in Frankfurt bei meiner Freundin. Kein Weihnachtsmarkt, aber wir haben zu zweit einen kleinen mit Glühwein auf dem Balkon veranstaltet. Liebe Leute, lasst euch nicht so viel Angst von Medien und Politik einjagen. Ich tue dies nicht und denke positiv.

Wenn einer eine Reise tut – zwischen den Grenzen, andere Länder, andere Sitten

Dr. Olaf Borkner-Delcarlo, ein schon reifer Herr, mit viel Lebens-Auslandserfahrung und einer Italienerin als Ehefrau an seiner Seite, pendelt gern zwischen den „Welten“ Deutschland und Bella Italia. Ist’s in good old Europe zu schattig, genießen die Herrschaften Karibische Wärme. Bei Rückkehr von dort im Frühling 2020 war von „Vermummung“ noch keine Rede, geschweige denn von einer Tragepflicht des Gesichtstuches! Olaf persönlich ist aufgrund von Vorerkrankungen im Besitz eines ärztlichen Attestes, welches ihm einen gewissen Freiraum gestattet, den er lediglich moderat nutzt:

In Italien verfertigte ich eine italienische Übersetzung meines Attests, das auch stets willig akzeptiert wurde und so lief ich maskenbefreit umher, ohne jemals beanstandet zu werden. Aber dieser Umstand brachte uns auf eine Idee, wie wir unsere Freiheit, trotz Lockdowns wenigstens zum Teil behalten konnten.

Apropos Maske! Hier? (in Italien) Habe ich noch nie hier aufgesetzt. Und wegen eines Lockdowns sind wir noch nie zuhause geblieben. Wir gehören einfach nirgendwo hin, wo man uns nach Hause schicken könnte. Wir leben zwischen den Welten.
 Dennoch. Wir würden bald gerne unsere Verwandten und Freunde wiedersehen, die uns jetzt, ob unseres liederlichen Lebenswandels nicht mehr über die Schwelle lassen. Ich meine, sie würden schon gerne, aber die Angst hindert sie daran.

Anfänglich betrachteten Olaf und Frau die Infektionen als eher als übliche Grippe:

Von Beginn dieser „Pandemie“ an hielten meine Frau und ich diese SARS-Grippe für eine Grippe eben, die jedes Jahr ihre Urständ feiert und wir beschlossen, uns nicht verrückt zu machen und die Dinge so zu nehmen, wie sie nun einmal sind. Manches Jahr bekommt man die Grippe und manchmal eben nicht. Und wenn sie kommt, dann kommt sie drei Tage lang, bleibt drei Tage und geht drei Tage, so jedenfalls sagt es der Volksmund. Im Übrigen sind wir, meine Frau und ich, einfach nicht mehr jung genug, um ein, zwei oder mehrere Jahre unseres Lebens an die Angst zu verschwenden und eigentlich sollte niemand an die Angst Lebenszeit verschwenden, denn Lebenszeit ist eines der Güter, die man nicht wiederholen kann, man sollte sie genießen. 

Dennoch: Nach Olafs Worten traf es Italien besonders hart, stahl den Menschen in diesem Land viel ihres sonnigen Wesens, forderte einen hohen Preis:

5 vor 12
Alle in Lockdown - wie lange noch?
Zu diesem Zeitpunkt wurden diese grauenhaften Bilder aus Bergamo publiziert, die, so meine ich, in Italien eine wirklich verheerende Wirkung hatten, die bis zum heutigen Tag anhält und die einige uns sehr wertvolle Familienbande gekostet haben … 
In unserem deutschen Haus angekommen, beschlossen wir also in unsere Heimat zurückzukehren, in der Hoffnung, dass die Italiener mit ihrer bekannten Laissez-faire-Lebensweise die Sache nicht so ernst nehmen würden, wie die etwas als tumb verschrienen Deutschen. Weit gefehlt, denn Bergamo hat aus den locker, leicht, luftigen Italienern, tumbe, schwermütige Deutsche gemacht. Noch tumber und schwerer, als im Allgemeinen Deutsche sein sollen — doch oft nicht sind, wie ich im Bayrischen Wald feststellen durfte. 
Die liebe Bürokratie in Italien, die doch sonst so leicht zu umgehen ist, gerierte sich ziemlich hartleibig. So musste man, wenn man sich aus dem Haus bewegte, eine Autocertificazione mit sich führen, aus der zu entnehmen ist, ob man Symptome hat, welchem Zweck der Aufenthalt im Freien dient, und man muß sich bei der Einreise verpflichten, bei der Ankunft am Heimatort den Melde- und Gesundheitsbehörden sofort Bescheid zu geben, damit die sofortige Quarantäne beginnen kann. So weit so gut. Seufzend druckten wir uns die nötigen Formulare aus, füllten sie aus und bereiteten uns darauf vor, zuhause angekommen, die in den Dokumenten angekündigte Quarantäne anzutreten.

Nachts um 23:00 Uhr kamen wir an der österreichischen Grenze an. Um keine Schwierigkeiten zu bekommen, wählten wir einen, nur dem Kenner bekannten Grenzübergang. Große Enttäuschung! Der Übergang war verrammelt. Erst später erfuhren wir, dass alle Bundesstraßen in Österreich für ausländische Fahrzeuge gesperrt waren. Wir wollten, ja mussten heim. Also zurück, zur A8 in Richtung Rosenheim, dann Grenzübergang Kiefersfelden. Dort gab es tatsächlich eine Kontrolle. Verschlafen schlurfte der Grenzbeamte aus seinem frugalen Unterstand, gefolgt von einem Kollegen, der ebenfalls noch halb im Schlaf versunken schien. Wohin wir denn in Österreich wollen und ob wir nicht wüssten, dass die Einreise verboten sei? Nein wüssten wir nicht, aber wir würden ja auch nur nach Hause, nach Italien fahren wollen und heimfahren wird man ja wohl noch dürfen. Verschlafen ließ der Beamte uns ein Papier unterzeichnen, gab den Weg frei, und wir konnten passieren.

Kurz ist kein Alleinherrscher wie Merkel
Österreich sperrt das Corona-Gatter ein bisserl auf
An der Grenze am Brenner angekommen, erwarteten wir die italienische Grenzpolizei, aber da es doch schon weit nach Mitternacht war, fand sich dort kein aufrechter und pflichtbewusster Beamter, der unsere Autocertificazione sehen wollte. Also weiter nach Bolzano. Vom Brenner aus, sind es gute 320 km, bis wir endlich in unsere heimatliche Garage einfahren können, und so erwarteten wir auf der Autobahn oder wenigstens an den Mautstellen die eine oder andere Kontrollstelle, die unsere Angaben notieren und uns an unsere Pflichten gegenüber unseren Mitmenschen erinnern würde. Aber …, nichts geschah, Kilometer um Kilometer rauschten wir die Autobahn entlang, streng darauf achtend, nur ja nicht die erlaubten 130 km/h zu überschreiten, wir wollten uns schließlich nicht der doppelten Gefahr aussetzen, Geschwindigkeitskontrolle und Covid-Kontrolle. Doch nichts geschah …, auch nicht an der Mautstelle Modena Sud, von der es noch 10 Kilometer bis zum trauten Heim sind. Wir kamen also zuhause an, ohne irgendwann kontrolliert worden zu sein. Nachdem der Wagen entladen war, grinsten sich meine Frau und ich an und beide zerrissen wir die Autocertifi…, na Sie wissen schon. 
Wir beschlossen einfach, nie weggewesen zu sein, wer hätte uns diese Flunkerei schon nachweisen können? Am nächsten Tag gingen wir einkaufen und freuten uns unserer relativen Freiheit.

Zwischen den Welten

Wir pendelten weiterhin zwischen Italien und Deutschland hin und her, nur wir beschlossen einfach, in Deutschland in Italien und in Italien eben in Deutschland zuhause zu sein. Daraufhin sind wir mehrmals kontrolliert worden, in Italien wie auch in Deutschland und jedes Mal funktionierte der Trick. „Woher? Aus Italien seid ihr? Na, dann fahrt ihr sicher wieder bald heim.“ Di dove siete? Dalla Germania? Bene, allora tornate sicuramente a casa vostra presto. 
Und so machten wir mal in unserem schönen Haus im Bayrischen Wald Urlaub, dann wieder in Italien. Und jedes Mal funktionierte der Trick. In welche Quarantäne hätten sie uns denn schicken wollen? 
Wir machten, nur so zum Spaß, auch einige Tage Urlaub in England. Auf dem Rückflug wurden Formulare ausgeteilt. Etwa solche, wie die Autocertificazione. Die sollte dazu dienen, die Passagiere in die Quarantäne zuhause einzusperren. Noch im Flieger meldeten wir unsere Bedenken an. Wir seien doch nur Durchreisende, nicht in Deutschland ansässig, ob das für uns auch gelte? Nein, hieß es, für uns gelte das nicht. Und so spazierten wir durch den kontrollierenden Zoll mit dem Hinweis, dass wir ja nur Durchreisende wären. 
Und, während ich dies schreibe, befinden wir uns in der Karibik und machen einige Wochen Urlaub von dem Irrsinn, der in Europa herrscht. Hier in der Dominikanischen Republik gibt es auch Beschränkungen, aber mit südländischer Leichtigkeit wird hier alles nicht so eng gesehen.

In einigen Wochen geht es wieder zurück ins mittelalterliche Deutschland. Für die Rückkehr werden wir zwei Atteste vorweisen können, die uns hoffentlich eine Virusfreiheit bescheinigen werden, denn ein freundliches Institut hier hat uns zugesichert, dass wir ganz kurzfristig getestet werden können, da ein Attest ja leider nur eine Gültigkeit von 48 Stunden hat. Und in Quarantäne, in Italien, Deutschland oder sonst wo, gehen wir nicht. Dieses Mal werden wir gleich nach Italien weiterreisen. Wir können es uns schließlich aussuchen, wo die Verrückten weniger verrückt sind. Und, so hat es den Anschein, sind es dieses Mal die Italiener, die uns gewonnen haben. Vielleicht besinnt sich Herr Söder ja noch und wir können beim nächsten Mal wieder Deutschland den Vorzug geben? 

Der Mensch ist als soziales Wesen möchte sich mitteilen, anderen seine Geschichten erzählen, von dem, was er fühlt, erlebt, was ihn quält. Er sehnt sich nach einem Stückchen Befreiung, Entlastung, möchte das nicht mehr so allein Sein spüren!

Fortsetzung folgt!

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Kommentare ( 7 )

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Niklot
3 Jahre her

Wir haben ein Arbeitszimmer, in dem auch ein Kinderbett steht, weil das Kind noch in einem Alter ist, in dem es nicht gerne allein bleibt, noch nicht mal allein schläft. Ob wir es wohl trotzdem als Arbeitszimmer von der Steuer absetzen können? Tja, ich bin mal gespannt, wenn es an die Steuererklärung geht. Überhaupt angesichts des fast schon Homeoffice-Zwangs: wo sollen all die Arbeitszimmer plötzlich herkommen? Oder ist von Herrn Heil Homeoffice in der Küche angedacht?

Alexis de Tocqueville
3 Jahre her
Antworten an  Niklot

Warum sollten Sie es nicht absetzen können? Sie müssen ja nicht dranschreiben, dass ein Kinderbett drin steht.

HGV
3 Jahre her

Vielen Dank für die erschütternden Berichte: Seit einem Jahr im Homeoffice bewegt sich mein Leben in das, was ich mittlerweile Homeoffice Triathlon nenne. Arbeiten, Schlafen, Essen. Und zwar in genau der Reihenfolge vom Aufwand her. Unsere Kinder sind „Gott sei Dank“ mittlerweile aus dem Haus und studieren. Wir haben ein Haus und für uns zwei Arbeitszimmer. Da ich seit 1998 immer 2-3 Tage zu Hause gearbeitet habe, bis ich einigermaßen Hartgesotten, was die Isolation von Kollegen anbelangt. Fünf Tage in der Woche sind eine andere Hausnummer. Ich bin echt froh, dass wir keiner schulpflichtigen Kinder zu Haus haben, denn Homeoffice… Mehr

Andreas A.
3 Jahre her

Es wäre interessant zu wissen, wo die hier Berichtenden jeweils bei den letzten Wahlen ihre Kreuzchen gemacht habe. So ließe sich beurteilen, inwieweit sie ihre Lage selbst verursacht haben. Im Fall der letzten Bundestagswahl liegt diese Wahrscheinlichkeit bei etwa 82,4 Prozent. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen: Unsere Regierenden sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind von denen gewählt worden, die jetzt rumjammern. Und wie die Umfragen zeigen, machen auch die geschilderten ach so jammervollen Erfahrungen wohl nicht klüger.

GUMBACH
3 Jahre her

Diese ganzen Diskussionen sind müßig, weil sie nicht zur Kenntnis genommen werden. Wenn noch nicht einmal eine Änderung der WHO zur Anwendbarkeit des PCR-Tests Änderungen auf nationaler Ebene nach sich ziehen, dann bewirken Berichte von und über Betroffene nichts. Man sollte vielmehr die Aussagen der Ökonomen in den Fokus rücken, denn das ist das eigentliche Ziel dieser sog. Pandemie: Die totale Veränderung des Wirtschaftssystems, die Transformation in eine feudale Stakeholder-Ökonomie. Die Menschen müssen sich hingegen selbst befreien: Wie 1989 müssen sie massenhaft auf die Straßen gehen. Und sie müssen endlich begreifen, dass sie von Kriminellen regiert werden, denen das hiesige… Mehr

Last edited 3 Jahre her by GUMBACH
Landdrost
3 Jahre her

Dass mit dem Verschwinden der Intensivbetten hat mit Sicherheit Methode. Erst wurden alle Notfallkapazitäten miteinbezogen um zu zeigen wie gut man vorbereitet ist und anschließend wurde die Zahl dann reduziert, um zu zeigen wie ernst die Situation ist und dass der Lockdown vollkommen notwendig ist. An Corona ist jeder gestorben bei dem das Virus mit dem nicht aussagekräftigen Test nachgewiesen wurde, an der Impfung niemand, da die Geimpften auch so gestorben werden. Für mich sind Coronatoten nur diejenigen, die tatsächlich mit starken Grippesymptomen behandelt wurden und bei denen kein signifikanter Influenzabefall nachgewiesen werden kann. Da sind wir mit Sicherheit noch… Mehr

elly
3 Jahre her

„wählten wir einen, nur dem Kenner bekannten Grenzübergang. Große Enttäuschung! Der Übergang war verrammelt. “ ich wohne in Grenznähe zu Ö und kann bestätigen, dass diese Grenze in der Tat hermetisch abgeriegelt ist. Bereits auf deutscher Seite !!! Ich beobachte aber auch, dass nur PKWs von deutschen Bundespolizisten kontrolliert werden. Transporter, Busse können unbehelligt weiter fahren. Einmal bin ich zu den Bundespolizisten zu Fuß hingelaufen und habe ihnen gesagt, dass es mich freut zu sehen, dass es sie doch noch gibt. Ich hatte sie seit 2015 vermisst und dachte schon, sie wären auch den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Schon erstaunlich, daß jetzt… Mehr