„Der böse, böse Westen / Fängt gleich hinter Hamburg an …“

Wie umgehen mit der Geschichte? Der deutsche Museumsbund hat einen Leitfaden veröffentlicht, der den Hysterikern des Mea-Culpa-Syndroms zu denken geben sollte.

So ist man geneigt, den Klassiker der Hamburger Countryband „Truckstop“ umzudichten, wirft man einen Blick auf die aktuelle Diskussion um das Thema Kolonialismus. Der nonfaktische, romantisierende Mainstream, der den zeitgeschichtlichen Kontext deutscher Kolonialgeschichte ebenso ausblendet wie dessen Einordnung in die Geschichte menschlicher Migration, versucht sich einzureden, dass „die Deutschen“ um die Wende zum 20. Jahrhundert „böse“ gehandelt hätten, als sie global Territorien als Siedlungsgebiete erworben oder Verträge über Schutzgebiete abgeschlossen hatten. Der Europäer an sich – zusammengefasst in der Floskel vom „alten weißen Mann“ – soll mit der Eroberung der Welt grundsätzlich Unrecht begangen haben.

Im Zusammenhang mit dieser selbstanklagenden Mea-Culpa-Mentalität werden nicht nur sogenannte Wiedergutmachungsansprüche diskutiert – auch die Rückgabe musealer Schätze aus jener Zeit steht im Raum, da diese, so das Narrativ, den „unterdrückten Völkern gestohlen“ worden seien.

Passend zum öffentlichen Diskurs hat nun der Deutsche Museumsbund (DMB) einen 136 Seiten umfassenden „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ vorgelegt. Ist man auf den ersten Blick geneigt, dieses Werk als Selbstanklage mit jener nicht mehr wegzudenkenden Mea-Culpa-Attitüde zu betrachten, so stellt sich bei genauerem Hinschauen doch heraus, dass die Autoren insgesamt eine weitgehend passable Position vertreten, die jenen Kurzdenkern der Selbstanklage wenig gefallen wird.

Ein Leitfaden zum Umgang mit der Geschichte

Gleichwohl – auch den Herrschaften, die diesen Leitfaden entwickelt haben, fällt es schwer, die Geschichte des europäischen Kolonialismus in den kulturhistorischen Kontext der Menschheitsgeschichte einzuordnen. Als Kotau an den Zeitgeist reduzieren sie sich vielmehr auf einen vorgeblichen „kolonialen Kontext“, wodurch sie eine scheinbar singuläre historische Erscheinung zu beschreiben meinen. Es ist daher geboten, diese Singularität in einen übergeordneten Kontext einzubinden. Die Rede ist von dem Menschheitsphänomen „Migration“.

Vom grünen Holzhammer der Umerziehung ...
Während Kolonialismus allenthalben negativ belegt wird, wird Migration derzeit annähernd durchgängig als positive Aktion präsentiert. Migration befruchte verkrustende und überalternde Gesellschaften, bringe frisches Blut und frische Ideen. Sie sei so alt wie die Menschheit selbst und habe dafür gesorgt, dass überall auf diesem Planeten Menschen anzutreffen sind – und dieses stetig und ständig sich in positivem, also die menschliche Entwicklung voranbringenden Ergebnissen widerspiegele. Ich schrieb über dieses Phänomen der wunderbaren, menschheitsbeflügelnden Migration bereits hier bei TE.

Was aber unterscheidet nun Kolonialismus und Migration vorgeblich derart maßgeblich, dass das eine im Narrativ der Gegenwart als verdammenswert, dass andere hingegen fast schon als Heilsinstrument gefeiert wird?

Bemühen wir, um uns diesem Begriff zu nähern, den Duden. Der erklärt Migration in der Biologie und Soziologie als „Wanderung oder Bewegung bestimmter Gruppen von Tieren oder Menschen“ sowie ausschließlich in der Soziologie als „Abwanderung in ein anderes Land, in eine andere Gegend, an einen anderen Ort“. Außerdem kennt der Duden Migration noch im EDV-Sektor als „das Migrieren von Daten, z. B. in ein anderes Betriebssystem“ (womit der Duden einen Begriff mit sich selbst erklärt). Lassen wir diese EDV-spezifische Definition jedoch im Kontext des Kolonialismus außen vor und beschränken wir uns auf die biologisch-soziologische Beschreibung.

Migration hat demnach laut Duden einen recht komplexen Bedeutungsinhalt. Zieht jemand von Köln nach Düsseldorf oder vom Badischen ins Württembergische, dann ist er bereits Migrant. Auch jene Wandervögel, die durch die Lüneburger Heide oder die Sächsische Schweiz streifen, wären demnach bereits Migranten. Doch die Spitzfindigkeiten beiseite: Selbstverständlich weiß ein jeder, was gemeint ist, wenn von Migration die Rede ist. Deshalb nehmen wir den Begriff jetzt als Umsiedlung von Menschen und/oder Menschengruppen über kulturelle, ethnische Grenzen hinweg.

Ein klassischer Migrant ist jemand, der seinen Heimatort, seinen eigenen Kulturraum verlässt und den Versuch unternimmt, sich andernorts, in einem ihm fremden Kulturraum, anzusiedeln. Das entspricht dann auch uneingeschränkt dem lateinischen Ursprung, der „migrare“ mit „auswandern, wandern, übersiedeln“, aber auch als „sterben“ im Sinne des Übersiedelns in das Reich der Toten übersetzt.

Die menschliche Geschichte ist eine der Migration

Tatsächlich – da ist dem Narrativ nicht zu widersprechen – ist die Geschichte des Homo sapiens eine Geschichte der Migration. Ausgehend von Afrika, welches er zuerst großräumig besiedelte, migrierte er nach und nach selbst in die unwirtlichsten Regionen des Planeten. Selbst die Antarktis, jene im Sinne menschlicher Ansprüche lebensfeindliche Region am Südpol des Erdmagnetfeldes, gehört seit nunmehr rund hundert Jahren zu den menschlichen Siedlungsräumen. Die Besiedlung zuvor menschenleerer Gebiete soll damit nicht beendet sein. Die Erkundung des Nachbarplaneten Mars folgt letztlich recht konkret der Vorstellung, auch diesen astralen Nachbarn in nicht allzu ferner Zukunft zum menschlichen Siedlungsraum machen zu können.

Spätestens jedoch, als Menschen so ziemlich alle nicht-ozeanischen Lebensräume besiedelt und dort kulturelle Eigenarten entwickelt hatten, änderte sich der Charakter der Migration. Nunmehr zeichnete sie sich dadurch aus, dass migrationswillige Gruppen mangels unbewohnter Regionen in Gebiete migrierten, in denen sie bereits auf länger dort siedelnde Menschen trafen. Jenseits dessen, dass auch diese Migration immer noch positive Effekte mit sich bringen konnte, wandelte sie gleichwohl grundlegend ihren Charakter. Das Ergebnis dieses Wandels, dessen erstes bekanntes Opfer der steinzeitliche Neandertaler wurde, lässt jenes Narrativ der positiven Migration sich nun selbst als Märchenerzählung entlarven.

Nur allzu häufig führte Migration zu erheblichen Konflikten zwischen den Migranten und den Einheimischen, welche heutzutage gern als „indigene Völker“ oder – etwas weniger „völkisch“ – als „indigene Ethnien“ beschrieben werden. Verblüffend dabei ist, dass es vor allem jene Kolonialismuskritiker sind, die sich letzterer dieser Begriffe bedienen – offenbar ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, welchem klassischen Rassismus sie dabei frönen. Denn „indigene Völker“ bedeutet, wenn wir es vom lateinischen „indigens“ ableiten, nichts anderes als „bedürftige Völker“.  Weshalb wir, dem Mainstream folgend, im Folgenden die Völker und Ethnien, die passive Beteiligte der Migration sind, als „Bedürftige“ bezeichnen werden.

Denn vielleicht wissen die Mainstreamer am Ende goch ganz genau, wovon sie reden, passt doch dieser Begriff perfekt zu jener deutschen Migrationserzählung, wonach die Migranten den bedürftigen Einheimischen mit neuen Genen, neuen Ideen und vor allem neuen, hochqualifizierten Arbeitskräften, verpackt in ortsfremde Kulturen, alles das mitbringen, wessen es ihnen mangelt. Wenn also Katrin Göring-Eckardt Migranten als „Menschengeschenke“ bezeichnet, trifft sie narrativ den Nagel auf den Kopf: Zuwanderer, wie wir diese Menschen unter Rückgriff auf den Duden zurecht bezeichnen dürfen, kommen, um dem an Allem bedürftigem Deutschen endlich das zu bringen, dessen es ihm seit eh und je und zunehmend mehr mangelt.

Dennoch bleibt es dabei: Die Geschichte der Migration dürfte alles in allem eher eine Geschichte der kulturellen und gelegentlich auch ethnischen Übernahme sein. In der Vergangenheit wurde der daraus resultierende Konflikt zumeist nach dem klassischen Prinzip des Rechtes des Stärkeren gelöst. Und ebenso oft waren es dann die Migranten, die sich gegen die Bedürftigen durchsetzten, denn allein schon ihre mit der Migration bewiesene Dynamik, nicht selten gepaart mit einem gerüttelt Maß an Aggression (denn schließlich ging es ja ums individuelle Überleben), ließen sie die notwendigen Mittel finden, um notfalls auch gegen den Willen der bedürftigen Indigenen (im Sinne einer erklärenden Tautologie) sesshaft zu werden. Die Bedürftigen hatten dann nur noch die Chance, sich entweder den Migranten zu unterwerfen und ihr künftiges Leben an deren Spielregeln auszurichten – oder sie verschwanden im Nirwana der extincten Völker. Auf gut Deutsch: Sie wurden ausgerottet.

Migration bedeutet Siedlung

Doch unterstellen wir gemäß dem Verständnis des mainstreamenden Narrativs kollektiver Glückseligkeit nun einmal theoretisch, dass Migration tatsächlich zu allen Zeiten eine Zukunft des Glücks und des gesellschaftlichen Fortschritts mit sich brachte. Was taten (und tun) denn nun jene Migranten, die ihre Heimat verlassen, um andernorts auf der Welt ihr Glück zu suchen?

Richtig: Sie siedeln. In der Vergangenheit gründeten sie zu diesem Zwecke häufig neue Siedlungen, in denen sie unter ihresgleichen waren. Waren sie damit erfolgreich, dann zogen ihre Nachkommen eines Tages los, um in den Gebieten anderer Bedürftiger den Schritt ihrer unmittelbaren Vorfahren zu wiederholen. Also bauten auch sie Siedlungen – und so kam es dazu, dass ganze Kontinente voller bedürftiger Völker mit kulturfremden Menschen besiedelt wurden und deren mitgebrachte Kultur die der Bedürftigen ersetzte. Kein Beispiel ist dafür tauglicher als jenes der USA.

Ein nicht selten genutzter Weg der Migration war es, die Bedürftigen mit Gewalt aus ihren Wohnungen und Siedlungen zu vertreiben – oder sie schlichtweg alle niederzumetzeln (Frauen gelegentlich ausgenommen, da diese noch zum Zwecke der schnelleren Vermehrung der Migranten eingesetzt werden konnten). Vor allem die arabische Migration – heute in der Wissenschaft als „Islamische Expansion“ bezeichnet – war in dieser Technik perfekt.

Frühere Migranten wie beispielsweise die Hellenen, die dereinst mit Alexander von Mazedonien gen Osten aufbrachen, griffen zwar auch gelegentlich auf diese Methode der Migration zurück – aber nicht selten ließen sie ihre Migranten auch neue Siedlungen gründen. Das heute ägyptische Alexandria ist ein Beispiel dafür, wie eine migrantische Neusiedlung sich entwickeln kann. Auch das spanische Cartagena, einstmals gegründet von Migranten aus Karthago, ist ein solches Beispiel. Sogar Karthago selbst war eines – war diese dann später von römischen Migranten zerstörte Stadt doch von Migranten aus dem heutigen Libanon gegründet worden. Diese Reihe ließe sich unbegrenzt fortsetzen – so ziemlich jede heute existierende Siedlung ist irgendwann einmal von Migranten gegründet worden. Selbst im relativ migrationsunlustigen Deutschland zeugen Namen wie Neu-Brandenburg oder Neustrelitz von jenen Migranten, die vor langen Zeiten einmal ausgezogen waren, um an fremden Orten für sich und ihre Familien ihre Zukunft aufzubauen.

Migration ist Kolonisation

Wir halten also fest: Die Geschichte der Migration ist im Wesentlichen auch eine Geschichte des Siedlungsbaus. Eines Siedlungsbaus, den in fast allen Fällen die Migranten aus Eigeninitiative selbst in die Hand nahmen. Lediglich die Bundesrepublik Deutschland hat dafür ein neues Konzept entwickelt, weil sie davon ausgeht, damit mögliche Siedlungskonflikte zwischen den Zuwanderern und den Bedürftigen vermeiden zu können: Sie lässt mit dem von den Bedürftigen erwirtschafteten Reichtümern die Siedlungen errichten, die dann den Umsiedlern kostengünstig zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig subventioniert sie die Migranten noch mit erheblichen Wohltaten – wiederum von den Bedürftigen zu erbringen.

Doch bleiben wir bei dem klassischen Modell, bei dem Migranten/Zuwanderer/Umsiedler mit eigenen Mitteln und Möglichkeit sich ein neues Heim bauen.

Was tun diese dann? Richtig – ich sagte es bereits: Sie bauen eine Siedlung. Und wie nun heißt Siedlung auf Latein? Wiederum richtig: Colonia – oder auf Deutsch Kolonie.

Mit anderen Worten: Migranten oder Umsiedler sind immer in der Geschichte auch Kolonialisten gewesen – Menschen, die Kolonien auf ihnen fremden Territorium bauten. Manchmal, wie bei den von französisch-katholischen Eiferern vertriebenen Hugenotten, wurden die Migranten aus Solidarität, vielleicht auch aufgrund ihrer spezifischen Qualitäten, willkommen geheißen. Ihre Heime durften sie sich dennoch selbst errichten. Was sie dann auch taten.

Häufig aber auch waren die Kolonien/Siedlungen eine Art Stützpunkt in skeptischer bis ablehnender Umgebung. Nicht nur die Migranten aus Europa, die den nordamerikanischen Kontinent den dortigen Bedürftigen abnahmen, legten deshalb nicht selten Kleinsiedlungen mit der Bezeichnung „Fort“ an – gut befestigte Anlagen mit Wehrzäunen und Wachtürmen, in deren Mitte sich die Häuser der ortsansässigen Migranten befanden. Auch Russland organisierte seine Ostexpansion nach diesem Muster.

Kolonialismus ist so alt wie die Menschheit

Damit nun sind wir wieder bei der aktuellen Debatte um den Kolonialismus. Er ist als Migration so alt wie die Menschheit – und er war schon immer gekennzeichnet dadurch, dass auf die Bedürftigen, die die Kolonialisten am Ziel ihrer Wünsche antrafen, wenig Rücksicht genommen wurde. Insofern hat sich über die Jahrtausende nicht geändert.

Weltbevölkerungspolitik im 21. Jahrhundert
UN - A Torrent of Faces
Trotzdem wird gegenwärtig das Narrativ aufgebaut, dass der Europäische Kolonialismus etwas singulär Schlechtes, Abzulehnendes ist. Da stellt sich die Frage: Wie eigentlich schaffen die Ablehner dieser europäischen Migrationsbewegung den Spagat zwischen dieser Ablehnung und ihrer fast schon religionsgleichen Vergötterung jenes aktuellen Migrationismus, mit dem auf Grundlage einer „UN-Order“ Umsiedler aus aller Herren Länder in die Territorien der Europäer geschafft werden?

Sachlich betrachtet bleibt einem keine andere Möglichkeit, als hier ein gerüttelt Maß an ausgeprägter Schizophrenie zu vermuten. Denn tatsächlich war jene Expansion der europäischen Zivilisation, die im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt hatte, selbst nichts anderes als jene heute so gepriesene Migration. Zumeist jedoch mit der spezifischen Ausprägung, dass sie nur äußerst selten die traditionellen Methoden beispielsweise der arabisch-islamischen Migration annahm.

Der hier im Mittelpunkt stehende, deutsche Kolonialismus verzichtete beispielsweise darauf, die angetroffenen Bedürftigen aus ihren Hütten und Palästen zu vertreiben. Er zog es in der Regel vor, entweder in vorhandenen Siedlungen eigene Wohnquartiere zu errichten (was auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Bedürftigen betrachtet werden kann), oder errichtete sogar ganze Städte neu, wie dieses beispielsweise die deutschen Migranten mit Windhuk  in Deutsch-Südwestafrika oder mit Tsingtau an der Küste Chinas taten.

Wie in den überwiegenden Fällen von Migration gab es auch bei der europäischen die Tendenz, sich zivilisatorisch jenen Bedürftigen, auf die man bei der Kolonisierung traf, überlegen zu fühlen. Bei sachgerechter Betrachtung durchaus nachvollziehbar. Insofern sah sich die europäische Kolonisation spätestens ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zumeist in der Pflicht, dem Anspruch, die indigenen Völker – also die Bedürftigen – mit dem notwendigen Rüstzeug für ihren Weg in die Zukunft zu versehen, Genüge zu tun. Die Bedürftigen sollten mit europäischer Hilfe Anschluss an die europäische Zivilisation finden.

Zivilisatorischer Anspruch und strategische Notwendigkeiten

Dazu gehörte beispielsweise der Kampf gegen die – zumeist aus islamischen Ländern betriebene – Sklaverei, die in den deutschen Kolonien grundsätzlich unzulässig war. Die Briten setzten hierzu im Kernland der arabischen Sklavenjäger, dem Sudan, mit Charles Georg Gordon, der als „Gordon Pascha“ in die Geschichtsbücher Einzug hielt, eine Major-General gezielt ein.

Die Christianisierung, über deren Sinn durchaus gestritten werden darf, war ein weiteres Element dieses Anspruchs. Vor allem aber wurden die Segnungen mehr noch des medizinischen als des technischen Fortschritts in die Territorien der Bedürftigen exportiert – mit der Folge, dass dort das über Jahrtausende eingependelte, natürliche Gleichgewicht zerstört und der Massenvermehrung Raum geschaffen wurde. Die Konsequenzen dieses Tuns spüren die europäischen Migrationsherkunftsländer heute, indem aus den früheren Kolonien dort ökonomisch nicht sinnvoll einsetzbare Menschen den Weg in die Staaten der ehemaligen Kolonialisten suchen.

Gleichwohl soll nicht unterschlagen werden, dass nicht nur der zivilisatorische Anspruch, sondern maßgeblich auch wirtschaftliche und strategische Überlegungen eine Rolle spielten. So waren zum Ende des 19. Jahrhunderts für die Briten ihre Kolonien bedeutende Absatzmärkte. Rohstoffimporte, die angesichts mangelnder Veredelungsindustrien in den Kolonien seinerzeit die einzige Möglichkeit waren, den finanziellen Aufwand für die Entwicklung der Kolonien abzufedern, waren fraglos auch ein Aspekt der europäischen Migration. Wer hieraus heute nun eine „Ausbeutung“ generieren möchte, muss den Aufwand und den Nutzen für die Bedürftigen in Relation zum abgeschöpften „Gewinn“ stellen.

Kolonien – eine Zukunftsinvestition

Der Blick auf das Deutsche Reich macht deutlich, dass die Migration über die Kolonialisierung ein wirtschaftliches Zuschussgeschäft gewesen ist. In den Jahren 1884 bis 1914 belief sich der nicht-rekapitalisierte Zuschuss des Reichs in seine Schutzgebiete auf fast 650 Millionen Reichsmark. Diese gingen vor allem in Infrastruktur, von der die Bedürftigen auch nach ihrer Unabhängigkeit Nutzen ziehen konnten. Mit anderen Worten: Investitionen in die Kolonien wurden als Zukunftsinvestition gesehen – nicht als aktuelle Gewinnquelle.

So betrug der Anteil der Kolonien am Export der deutschen Wirtschaft im Jahr 1913 dann auch nur 0,6 Prozent, denen ein Importanteil aus den Kolonien in Höhe von 0,5 Prozent des Gesamtvolumens gegenüber stand. Dennoch  entstanden Arbeitsplätze sowohl in landwirtschaftlichen Bereichen, wie auch – mit Ausnahme von Südwest nach 1904 – im Verteidigungsbereich. Diese moderne Form des Lebensunterhalts durch Erwerbsarbeit war zwar für die indigenen Völker der deutschen Kolonien weitgehend neu und ungewohnt – schauen wir jedoch auf die gegenwärtige Situation, so war auch diese Übertragung europäischer Kultur letztlich nichts anderes als der Einstieg der Bedürftigen in die Globalisierung. Insgesamt lässt sich zumindest für die Kolonien des Deutschen Reichs feststellen: Ausbeutung und Unterdrückung sieht anders aus. Was nichts daran ändert, dass das Aufeinanderprallen der Kulturen auch in deutschen Gebieten, die rechtlich als Inland behandelt wurden, zu Konflikten führen konnte.

Der für die deutsche Geschichte bedauerlichste dieser Konflikte ist ohne Zweifel der Krieg gegen die indigenen Völker in Deutsch-Südwest. Mit General Adrian Dietrich Lothar von Trotha, der durch sein Verhalten erst den Konflikt befördert und ihn  dann auf in jeder Hinsicht unwürdige Wiese beendet hatte,  stand offensichtlich die falsche Person an der Spitze der deutschen Südwester – eine Erkenntnis, die nach dem Massaker an den Bedürftigen auch den verantwortlichen Stellen in Berlin nicht verborgen geblieben war. Am 21. Mai 1906 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Dennoch – auch das sei an dieser Stelle nicht unerwähnt – war selbst der vorsätzliche Tod durch von Trothas Befehle nichts Außergewöhnliches. Weder in der Geschichte der Migration noch in jenem Teilabschnitt, der als Kolonialismus bezeichnet wird. Dass der deutsche General damit in Südwest den zivilisatorischen Anspruch ad absurdum geführt hatte, dürfte ihm selbst dennoch zu keinem Zeitpunkt bewusst gewesen sein.

Deutschlands wirtschaftliche und strategische Interessen

Gleichwohl spielten auch in der deutschen Kolonialpolitik nicht nur perspektivische, sondern aktuelle wirtschaftliche Interessen eine Rolle. So war das Deutsche Reich bis 1910 sehr zum Leidwesen vor allem der Briten neben den USA zur weltgrößten Handelsnation aufgestiegen. Der internationale Handel war daher für den Bestand und den Wohlstand des Reichs überlebensnotwendig (was den Niedergang nach dem verlorenen Krieg 1918 maßgeblich zu verantworten hat). Damals lief der Welthandel weitestgehend über See per Kohledampfer ab. Das ließ beim Fernhandel die Notwendigkeit von zuverlässigen Bunkerstationen insbesondere in Krisensituationen unverzichtbar werden. Auf die ungehinderte Bekohlung durch britische oder französische Häfen in den Kolonien mochte man sich aus nachvollziehbaren Gründen nicht verlassen. So sind bei der reichsdeutschen Migration des 19. Jahrhunderts neben den zivilisatorischen Aspekten auch handelsstrategische Notwendigkeiten maßgeblicher Bestandteil. Große Gewinne hingegen schienen mit der Verwaltung und Sicherung der deutschen Kolonien jedoch auf unabsehbare Zeit nicht zu erwarten. Selbst die Diamantenfelder im späteren Namibia ließen ihren Reichtum um 1900 noch nicht ahnen.

Das Ende der deutschen Kolonialphase

Tatsächlich ist jene Expansion der europäischen Mächte im globalen Kontext der Geschichte der Migration weder außergewöhnlich noch etwa gar generell moralisch zu verurteilen. Er folgte jenen seit Anbeginn der Geschichte nachweisbaren Migrationsaspekten und unterschied sich dabei von früheren Migrationsphasen zumeist dadurch, dass zumindest auf dem Papier der Schein der vertraglichen Regelung gewahrt wurde. Die Tatsache, dass dabei die Bedürftigen aus heutiger Sicht nicht selten „über den Tisch gezogen“ wurden, relativiert sich jedoch angesichts der Überlegungen, dass die jeweils aktuellen Bedürfnisse durchaus durch die Vertragsvereinbarungen gedeckt wurden.

Die Investitionen, die beispielsweise das Deutsche Reich in die Entwicklung dieser Länder steckte, ebenso wie die Tatsache, dass die Kolonien als Inland behandelt und gleichzeitig die tradierten Rechtssysteme der indigenen Völker dann akzeptiert wurden, wenn sie nicht deutschem Recht widersprachen, schufen ohne tatsächlichen Gegennutzen vielmehr häufig die Grundlage für deren spätere, positive Entwicklung. Hierbei darf allerdings nicht verkannt werden, dass das Reich ab 1914 daran gehindert wurde, den angestrebten Weg einer letztlich gleichberechtigten Integration der Kolonien in das Reichsgebiet fortzuführen. Vielmehr übernahmen bis 1920 andere Global Player diese Gebiete – deren zivilisatorische Perspektive mag zwar im Grundsatz ähnlichen Ansätzen gefolgt sein, doch lag die Verantwortung für nicht ausbleibende Fehlentwicklungen nicht mehr beim Deutschen Reich oder bei „den Deutschen“.

Insofern müssten – so aus ehemaligen Schutzgebieten heute Forderungen an Deutschland gestellt werden – vorab die nicht zurückgeflossenen Investitionen nebst aufgelaufenem Zinsverlust in Rechnung gestellt und weiterhin der mögliche Anspruchsanteil der kolonialen Nachfolger an möglichen Fehlentwicklungen herausgerechnet werden. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass bei einer solchen Herangehensweise eher deutsche Forderungen an die früheren Schutzgebiete gestellt werden könnten, als umgekehrt.

Aus guten Gründen lehnt deshalb der Namibia-Beauftragte der Bundesregierung, Ruprecht Polenz, die Forderungen der südwestafrikanischen Nama und Herero ab. Wobei neben jenen bilanztechnischen Grundlagen auch festzuhalten ist, dass für diese Forderungen, selbst wenn sie gerechtfertigt sein sollten, der Rechtsnachfolger fehlt. Das seinerzeit agierende Deutsche Reich wurde 1945 von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges abgewickelt – die Bundesrepublik Deutschland ist eine Staatenneugründung und nicht die Fortsetzung des Reichs.

Moralische Schuld?

Im Zuge der allgegenwärtigen, nonfaktischen Romantisierung einer vorgeblich unerträglichen Vergangenheit wird im Zusammenhang mit der deutschen Migration zum Ende des 19. Jahrhunderts seit geraumer Zeit eine „moralische Schuld“ der Deutschen konstruiert.

Wenn es eine solche geben sollte, dann ist sie auf jenes Vorgehen des General von Trotha in Deutsch-Südwest zu beschränken, dem nach später geschaffenem Völkerrecht genozidale Ziele  unterstellt werden könnten. Ob es dem „Kommisskopf“ tatsächlich darum ging, ein Volk auszurotten, mag dennoch in Frage gestellt werden. Er hatte sich jedoch in seiner eigenen Konsequenz verfangen und nahm insofern ein solches Resultat zumindest billigend in Kauf.

Auch ist zu bedenken, dass das Vorgehen Trothas, die Herero in der Wüste kollektiv verdursten zu lassen, dessen eigene, unmittelbare Entscheidung gewesen ist und nicht auf entsprechenden Befehlen aus Berlin beruhte – auch wenn das damalige Kolonialrecht ihm zu seinem Vorgehen von oberster Stelle die Berechtigung gab. Wir haben es hier folglich mit einer individuellen Fehlentscheidung zu tun – nicht mit unmittelbar staatlich legitimiertem Handeln.

Ob der anschließende Umgang der Reichsverantwortlichen mit von Trotha nach heutiger Beurteilung angemessen war, darf durchaus kritisch hinterfragt werden. Hier allerdings gilt ebenso: Wir sind heute nicht mehr in der Lage, die aktuellen Befindlichkeiten jener Zeit einzuordnen – und ohnehin fehlen auch hier durch Zeitablauf jene, die hierfür heute verantwortlich gemacht werden könnten. Aus dem Fehlverhalten von Trothas eine deutsche „Kollektivschuld“ ableiten zu wollen, ist insofern in jeder Hinsicht absurd. Weder war die deutsche Nation unmittelbar in das Vorgehen involviert, noch hätte sie dieses, wäre ihm die Konsequenz in ihrer Tragweite bekannt gewesen, in ihrer breiten Mehrheit gebilligt.

Es wurde bereits darauf hingewiesen: Selbst angesichts dieses Massenmordes ist festzuhalten, dass er den Gepflogenheiten der menschlichen Migration folgte. Im benachbarten Südafrika hatten die Briten mit nicht minder massivem Auftreten die Zulu und die holländischen Migranten unterworfen. Es sei auch an die Vernichtung der indigenen Völker nicht nur des amerikanischen Kontinents mit der finalen Ausrottung ganzer Populationen beispielsweise auf den Karibischen Inseln und in Tasmanien erinnert. Blicken wir auf die anhaltende islamische Migration, dann ist deren koloniales Vorgehen in der Geschichte in der Regel weitaus genozidaler gewesen als jenes der europäischen Migration.

Während die Europäer häufig den kulturellen Ursprung der Bedürftigen akzeptierten, setzt die islamische Migration grundsätzlich auf die totale Vernichtung nicht-islamischer Kulturen. Der islamische Kolonialismus, der insofern dem europäischen zu ähneln scheint, als auch er seine als höherrangig interpretierte Kultur verbreiten will, verzichtet jedoch grundsätzlich darauf, den zu kolonisierenden Menschen überhaupt als solchen anzuerkennen, solange er sich nicht unabdingbar zur Migrationskultur bekennt.

Die europäische Migration ist keine Singularität

Halten wir folglich fest: Weder ist die europäische Migration der Neuzeit eine menschheitsgeschichtliche Ausnahme, noch hätte sie frühere Migrationen und Kolonialisationen in irgendeiner Weise durch besondere Brutalität oder Unmenschlichkeit übertroffen. Ganz im Gegenteil hat sie sich häufig gegen entsprechende Ergebnisse früherer Migrationsabläufe im Sinne der bedürftigen Völker positioniert und diese – Beispiel Sudan und Sklaverei – mit Machtmitteln zu unterbinden gesucht. Sie ist – und das wird ihr heute zum Verhängnis – lediglich die scheinbar letzte, globale Migrationswelle. Was sich jedoch gegenwärtig durch die afrikanisch-asiatische Migration nach Europa zu ändern beginnt.

SEPARATISMUS UND MIGRATION
Separatismus und Migration, Kompetenzfestungen und Zuwanderung
Eine Betrachtung der europäischen Kolonialisation macht daher nur Sinn, wenn sie im Kontext der jahrtausendealten Migrationsgeschichte gesehen wird. Sie hat keine Sonderstellung, kein Einmaligkeitsmerkmal außer jenem, dass sie zumindest partiell dem Anspruch folgte, die beherrschten Bedürftigen auf den eigenen, zivilisatorischen Stand bringen zu wollen, statt sie zu vernichten. Das gegenwärtige „mea culpa“ resultiert insofern nicht aus einer realistischen Einordnung jener europäischen Migration, sondern ist Folge einer unrealistischen, romantisierenden Fehlbeurteilung des Nonfaktischen.

Wenn den Europäern überhaupt nachhaltige Vorwürfe wegen ihrer Migrationspolitik des 19. und frühen 20. Jahrhundert gemacht werden können, dann jene, ihren eigenen Anspruch – wie nicht nur im Falle von Trotha – verraten und ihn vor allem nicht bis zum konsequenten Ende vollzogen zu haben. Die missliche Situation in manchen einstmals kolonialisierten Ländern (Ausnahme Belgisch-Kongo angesichts der brutalen Ausbeutungspolitik des belgischen Königs) ist bei sachgerechter Betrachtung darauf zurückzuführen, dass die europäischen Kolonialisten zwar ihren medizinischen und technisch-kulturellen Fortschritt brachten, ihr Zivilisationsprojekt jedoch nicht bis zum notwendigen Abschluss brachten. Sie hinterließen – aus vielerlei Gründen, bei denen die imperiale Selbstvernichtung der europäischen Nationen im 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielt – im Sinne ihres Anspruchs lediglich teilzivilisierte Länder in die Unabhängigkeit. Dort entstanden nicht selten aus dem Konglomerat nicht überwundener, kulturtradierter Denkweisen mit europäischen Fähigkeiten, Möglichkeiten und individuellen Gewinnmaximierungszielen korrupte Systeme, die – Beispiel Rhodesien/Simbabwe – den Niedergang dadurch beflügelten, dass sie die Migranten der europäischen Zivilisation aus dem Land trieben, womit nunmehr jene verloren gingen, die mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten das Zivilisationsprojekt hätten fortsetzen können. Zumindest Namibia – auch das bleibt festzuhalten – hat sich in dieser Hinsicht bislang als klüger erwiesen.

Der Spagat der Deutschen Museen

Trotzdem und jenseits der unverzichtbaren Einordnung der europäischen Kolonialisation in die menschliche Migrationsgeschichte hält der Deutsche Museumsbund an dem Narrativ des grundsätzlich „bösen“ Kolonialismus fest. Immerhin allerdings unternimmt er den Versuch, die Exponate in deutschen Museen, die aus jener Phase der staatlich gesteuerten, deutschen Migration stammen, inhaltlich und sachlich gerecht einzuordnen. Denn mittlerweile sind viele jener Exponate, die damals aus den Kolonien in das Mutterland gebracht worden waren, selbst zu einem Refugium jener Kulturen geworden, die dereinst von europäischer Migration und Kolonialisation betroffen waren. Die Museen Europas sind heute Dokumentar- und kulturelle Rettungsstellen jener Nationen, die im 20. Jahrhundert bei ihrem Weg in die Globalisierung oftmals achtlos ihre Traditionen selbst über Bord geworfen haben. Europas Zivilisatoren geben insofern heute weltweit den Völkern eine Möglichkeit, ihre eigenen, kulturellen Wurzeln wiederzuentdecken.

Insbesondere deshalb aber auch ist Forderungen nach Rückgabe mit besonderer Sorgfalt zu begegnen. Nicht nur, dass zumindest das Gros der Exponate in deutschen Museen nicht seinen ursprünglichen Eigentümern gestohlen worden war – es sich also juristisch nicht um Hehlerware, sondern um rechtmäßig erworbenes Eigentum handelt; vor allem die jüngere Geschichte hat wiederholt den Beweis erbracht, dass diese häufig einmaligen Dokumente menschlicher Kultur in europäischen Museen besser aufgehoben sind als in den Herkunftsländern. Kriegerische Auseinandersetzungen wie in Afghanistan, wo die Psychopathen des Islam die Kulturzeugnisse der in den Stein gehauenen Buddha-Statuen zerstörten, oder Irak/Syrien, bei denen zahllose archäologische Zeugnisse zerstört oder in den unkontrollierten Schwarzhandel abgewandert sind, lassen jeglichen Rückgabeanspruch einer äußerst sorgsamen Prüfung unterziehen.

So sehr auch der DMB dem zeitaktuellen Narrativ eines von der Geschichte der Migration abgekoppelten Kolonialismus folgt, so lässt doch die Ausgewogenheit der Beurteilung beim Umgang mit den Exponaten sehr wohl Vernunft erkennen.

Nicht nur die Deutschen Museen sind heute oftmals Archen vergangener Kulturen. Als solche sollten sie bewahrt bleiben – und jenen Völkern, die über ihren Weg in die Moderne ihre eigenen Kulturen verloren oder vergessen haben, die Tore der Zusammenarbeit öffnen, ohne restaurative Ansprüche zu akzeptieren.

Wenn der DMB schreibt: „Dem Museum sollte bewusst sein, dass Objekte aus kolonialen Kontexten als historisch sensible Objekte anzusehen sind“, so weist er zutreffend darauf hin, dass „wie im deutschen Recht auch im internationalen Recht das intertemporale Prinzip“ gilt. „Das“, so der DMB weiter, „bedeutet, dass Sachverhalte auch im Völkerrecht nach dem Recht zu bewerten sind, das zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gültig war, nicht nach dem Recht, das zum Zeitpunkt der Entscheidung gilt. Um über das Völkerrecht eine Rückgabe von Kulturgut zu erreichen, müsste also entweder schon zum Zeitpunkt der Erwerbung des jeweiligen Kulturgutes die Erwerbung völkerrechtlich verboten gewesen sein oder es müsste eine spätere Völkerrechtsnorm geben, die eine Rückgabe von im Rahmen der formalen Kolonialherrschaften erworbenen Artefakten vorsieht. Völkerrechtsnormen, die schon während der Kolonialherrschaft Erwerbungen von Kulturgütern verboten, existieren nach einhelliger Meinung nicht“.

Den Hysterikern des Mea-Culpa-Syndroms kann insofern nur empfohlen werden, die 136 Seiten des DMB aufmerksam zu lesen – und vor allen: sie auch zu verstehen.

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Kommentare ( 34 )

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Kommen die Wirtschaftsmigranten aus Südafrika? Soweit ich das mitbekommen habe, nein! Ich halte diese ganze Einwanderungsunterstützer, einfach für krank. Anders kann ich mir das leider nicht erklären. Es scheint ein Virus im Umlauf zu sein, der eine „antideutschsein Phobie“ verbreitet. Es muss ein sehr aggressiver Virus sein, da er trotz den, noch zu erwarteten schlimmen Folgen, nicht wirklich bekämpft wird und die, die bereits befallenen sind , sich noch sehr gut dabei fühlen.

Vielen Dank für diesen klaren, tiefgreifend lehrreichen und dennoch sehr verständlichen Aufsatz. Ihre abschließenden Empfehlung an die Hysteriker halte ich dennoch für ein „Perlen vor die Säue“. Einige von diesen werden die 136 Seiten womöglich sogar aufmerksam lesen, doch Ihrer Empfehlung, sie vor allem auch zu verstehen, der werden sie nicht folgen. Denn sie „wollen“ es nicht verstehen, höchstens so, wie dasjenige, das bestätigt, was sie für die Wahrheit halten. Wo kein Wille ist, da sind weder Weg noch – als dessen Ziel – die Erkenntnis..

Irgendwann wird sich die Realität durchsetzen nämlich das eine offene Demokratie ein grosses Mass an Homogenität seiner Bürger voraussetzt.
Mit der ethnischen, kulturellen und religiösen Homogentiät verschwindet auch die freiheitliche Demokratie und weicht einem repressiven misstrauischen Überwachungsstaat. Eine bittere Wahrheit. Verfassungspatriotismus ist ein Irrweg.
Gestern Abend in Köln auf den Ringen: massive Polizeipräsenz. Mannschaftswagen, Polizistengruppen die patroullieren. New normal. Traurig.

„Auch ist zu bedenken, dass das Vorgehen Trothas, die Herero in der Wüste kollektiv verdursten zu lassen,…“ Da sind zeitgenössische Autoren und Augenzeugen anderer Ansicht, nämlich: Die Herero hatten eigentlich die Deutschen bezwungen, die aßen schon ihre Pferde. Die Herero hatten aber ihren „Sieg“ nicht realisiert und sind nach Osten in die Omaheke geflohen im Glauben, daß sie im Betschuanenland, dem jetzigen Botswana, von den Engländern „aufgefangen“ werden würden. Das geschah aber nicht. Auf dem Weg durch die Omaheke haben die Hereros die Brunnen und Wasserstellen verseucht, indem sie die Kadaver der toten Tiere darein versenkten. Das hat schließlich dazu… Mehr

Ich habe das Buch des Leutnant Streitwolf über seine Namibia Abenteuer, in der Ausgabe vor dem 1. Weltkrieg, gelesen. Es ist geradezu verwirrend, aus damaliger Sicht, wie gerecht und mit welcher Respekt, die Einheimischen behandelt wurden.
An keiner Stelle kann man rassistische Ansichten erkennen speziell, wenn im Vergleich in der Nazibelletristik, im Nachhinein, die böse Absicht sichtbar wird.
Mit keinem Wort wird die Absicht der Tötung, um deren Willen, erwähnt.
Es ging um Kolonialisierung, das ist sicher wahr, aber nicht um Völkervernichtung.

Es ist einfach. Immigration ist nicht das Problem, nicht Kultur, solang sie nach innen oder aussen keine Gewalt anwendet. Und darum handelt es sich hier. Selbstbeschreibend, aber die Faulheit, Dummheit und Ignoranz verhindern das mal an der Quelle nachzulesen. Die angedrohte Gewaltanwendung wird als Verteidigung von einem einzigen Menschenrecht verstanden, dieser Philosophie, die sich als Religion ansieht. Zur Gewalt gehört auch insbesonders funktionierende Gewaltandrohung in Form von Angst. Also unsichtbar. Funktionierend so gut, dass nicht darüber gesprochen wird, und so Abstand genommen wird, dass sie nicht mehr bewusst ist. Schlimm wenn Schutz gewährt und angenommen wird von einer Kultur, die… Mehr

Unsere Bundesregierung bildet sich ein, diese Migrantenströme in ihrer Entwicklung und Gesinnung beeinflussen und umformen zu können. Bei diesen Massen ist das nicht nur arrogant, sondern schlichtweg dumm, wie die Geschichte der Menschheit zeigt.
Ich stimme Frau Weidel zu: „Wir werden von Idioten regiert“.

Wir werden von Menschen regiert, die ihre Aufträge nicht aus Deutschland erhalten.

ich werfe ein: Beides trifft m.E. zu. Zumindest bei der wallstreetaffinen Transatlantik-Brücke, die unsere Medien und Parteien durchwuchert hat, scheint mir der intellektuelle Horizont nicht wirklich ausgeprägt (z.B. die Sprechblasenexperten Brok und Röttgen)

Letztlich ist die Entwicklung von Staaten nichts anderes als der Versuch eine Verdrängungsmigration, wie sie in Stammesgesellschaften üblich war, einzudämmen und ein geographisches Territorium zu etablieren, dass exklusiv von der einheimischen Bevölkerung kontrolliert wird. Historisch gesehen war dies nie von endloser Dauer, da Überfluss und Dekadenz Staatsgebilde von innen heraus so weit ausgehöhlt haben, dass der Widerstand gegen Invasoren zusammenbrach und Migranten ein Territorium übernehmen konnten. Das sehen wir aktuell in Europa und vor allem in Deutschland, wo der Widerstandswille der Einheimischen schon soweit geschwächt ist, dass sie Regierungen wählen, deren Politik die Kapitulation ist. Sollte sich die einheimische Bevölkerung… Mehr

… aber nach nicht einmal 70 jahren? da sieht man mal welch zerstörerische macht die kanzlerrette entwickelt.

…die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Migration…soweit so gut, nur, noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es Einwanderung auf Kosten derer, die bereits vorher da waren!

Mit verlaub ,das ist unsinn ! Eigentlich ist genau das gegenteil der fall.Einwanderung in grossen massen war immer zum nachteil derer die „schon immer dort gelebt hatten“.Denk nur mal an Nordamerika,Suedafrika,Australien .Fuer die einheimischen war die migration der weissen jedesmal eine schiere katastrophe.Nicht nur wegen der gewaltsamen landnahme ,sondern auch wegen der zerstørung der kulturen und der eingeschleppten krankheiten.

Lieber Mitforist,
ich meine Einwanderung in ein Sozialsystem! Sind Einwanderer nach Nordamerika, Südafrika, Australien auf ein funktionierendes Sozialsystem gestossen, in dem sie von Anbeginn vollversorgt waren? Wohl nicht! Ja, natürlich war es Landnahme, doch war dies mit harter und alles abverlangender Arbeit verbunden! Der jetzige Vorgang ist in der Geschichte der Menschheit einmalig!
Versuchen Sie mal nach Australien ohne gültiges Visum zu gelangen, versuchen sie mal in den USA ohne Arbeit zu überleben, verlangen Sie mal in Südafrika als Ausländer social welfare zu bekommen, na?

Viele Deutsche wurden zwischen 1650 und 1830 in den Berbereskenstaaten versklavt. Wenn man anfängt alles nach 300 Jahren aufzurechnen, wird man nicht mehr fertig.

„Trotzdem wird gegenwärtig das Narrativ aufgebaut, dass der Europäische Kolonialismus etwas singulär Schlechtes, Abzulehnendes ist.“
Das wahrlich abartige an dieser ganzen Situation ist doch, dass gerade der europäische Kolonialismus die besiedelten Ländern auf eine Entwicklungsstufe gehoben haben, die diese Länder niemals von allein erreicht hätten!
Man muss sich nur die Situation in Afrika vor Augen führen: Welches Land wurde am nachhaltigsten „kolonialisiert“ und in welchem Land gibt es den höchsten Grad an (auch wirtschaftlicher!) Entwicklung? Südafrika, welches Land sonst?
Ich muss bei dieser ganzen Diskussion immer an The Life of Brian denken:
https://www.youtube.com/watch?v=CNg0UNTsOYY