Internes Papier der EU: Illegale Migration nach Deutschland unterschätzt!

Ein internes Papier der EU-Kommission sagt, die so genannte Zuwanderungskrise ist alles andere als ausgestanden: „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden.“

© Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Manuel Bewarder ist einer der frischen Köpfe bei Springer und als Teilnehmer der Springer Akademie gewissermaßen hausgemacht. Nach fünf Jahren als Redakteur Innenpolitik (Welt) mit Fokus „Bundesinnenministerium“ wurde Bewarder 2017 Stellvertretender Ressortleiter Investigation und Reportage.

Wir erwähnen das hier, weil so klarer wird, dass Bewarder die nötige Expertise mitbringt, auch über Themen wie Migration und Co. kritisch und investigativ zu berichten. Seine aktuellen Artikel befassen sich mit Themen wie „Die Rückführungsoffensive ist gründlich gescheitert“, „Jetzt macht auch das Saarland bei Seehofers Ankerzentren mit“ oder auch: „Zahl der Hinweise auf verdächtige Migranten stark angestiegen.“

Bewarders neuster Coup bekam von ihm eine Überschrift, die im ersten Moment so klingt wie die einer Verlautbarung des aktuellen Oppositionsführers im Deutschen Bundestag: „Illegale Migration nach Deutschland wird offenbar unterschätzt.“

Was hat Bewarder, was hat der Experte für „Bundesinnenministerium“ und „Investigation“ also unter Mitarbeit seines Kollegen Christoph B. Schiltz herausgefunden? Zunächst einmal gelangte man in den Besitz eines internen Papiers der EU-Kommission. Schon einen Tag vor der Veröffentlichung seines Artikels twitterte der Journalist neugierig machend: »Interessanter Satz aus einem internen EU-Papier: „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden.”«

Seinen Artikel selbst eröffnet er mit einem Satz, der in normalen Zeiten wie ein Arbeitsauftrag an die Bundesregierung hätte klingen können: „Das Ausmaß der illegalen Migration in die Bundesrepublik wird offenbar unterschätzt.“ Ein Auftrag nur von Bewarder? Nein, einer der EU-Kommission, denn, so der Journalist, das ginge aus dem „aktuellen internen Bericht der EU-Kommission hervor, der WELT vorliegt.“

Die EU-Kommission berichtet weiter: „Deutschland nimmt an, dass die tatsächlichen Zahlen zur irregulären Migration höher sind als jene, die durch die vorliegenden Daten dargestellt werden.“ Aber welchen Aussagewert haben dann eigentlich noch die regulären Daten? Und wer ist „Deutschland“, wenn nicht die Bundesregierung? Denn wenn wir hier bei TE Deutschland wären, dann hätte die EU diesen „Verdacht“ ja schon längst einmal der umfangreichen kritischen Berichterstattung bei TE entnehmen können. Übrigens nicht nur als Verdacht, sondern faktenbasiert, mindestens als hinreichendes Indiz.

Ein möglicherweise – bzw. hoffentlich – peinlich berührter Sprecher des Innenministeriums erklärt gegenüber der Zeitung auf Nachfrage, dass die vorliegenden Daten sowie polizeiliche Erkenntnisse darauf schließen lassen würden, „dass illegale Migration nach Deutschland zum Teil auch im so genannten Dunkelfeld erfolgt.“

Das allerdings hätte sich das Ministerium einfacher machen können, wenn doch jedes Milchmädchen auf die Idee kommen kann, zu den offiziellen Zahlen auch jene der Polizei hoch zurechnen. Passierte aber nicht. Denn, so die Ausrede: Belastbare Aussagen über die Größenordnung seien „seriös nicht möglich“. Man weiß also, es sind mehr, aber weil man hier in Zusammenarbeit mit der Polizei eine Schätzung hätte einfließen lassen müssen, lässt man diese Schätzzahlen gleich ganz weg, stört ja nur. Möglicher Nebeneffekt: Solche Auslassung dürften politisch nicht unerwünscht zu sein.

Von „illegal“ zu „irregulär“

Hoch interessant ein weiterer Satz aus dem Papier der EU-Kommission, der so geht:

„Deutschland erfährt kontinuierlich einen hohen Zugang von irregulären Migranten, wobei täglich 460 Personen erstmalig einen Asylantrag stellen.“ Hier lohnt es sich, kurz innezuhalten. Was genau sagt die Kommission damit? Sie sagt nicht weniger, als dass eine überwiegende Zahl der Migranten, die einen Antrag stellen, irreguläre Migranten sind. Wurde das von der EU bisher in der Deutlichkeit bestätigt? „Irregulär“ hier selbstverständlich in der Verwendung als Synonym für „illegal“.  So „illegal“, wie es auch Bewarder in seiner Überschrift verwendet hat.

Aber Bewarder fragte noch weiter. Er fragte dort nach, wo er ja als Experte jahrelang gute Kontakte aufgebaut haben sollte: im Bundesinnenministerium. Und von dort wurde ihm mitgeteilt, dass »der Missbrauch oder das Fälschen von Dokumenten bei der irregulären Migration weiterhin „eine beträchtliche Rolle“« spielt. Insbesondere bleibe aber auch das „Ausmaß der Wanderungen innerhalb der Europäischen Union hoch.“ Besonders bedenklich, wenn weiter berichtet wird, dass eine Abfrage der Fingerabdruck-Datenbank Eurodac lediglich über den Zeitraum von einer Woche im September sage und schreibe 8.343 Treffer (das sind achttausenddreiundvierzig Illegale bzw. irreguläre Migranten, die hier versorgt werden wollen) erbrachten, dass also in nur einer Woche diese hohe Zahl von Personen festgestellt wurde, die laut Eurodac zuvor bereits in einem anderen EU-Staat registriert worden waren. Die also eigentlich nach geltendem Recht von den deutschen Behörden unverzüglich dorthin zurückgeschickt werden müssten.

Auch neuere Informationen dazu, wie diese Persoen hierher gelangen, werden genannt. So steige seit Frühjahr 2018 „auch die Zahl der Migranten fast kontinuierlich, die die griechisch-mazedonische Grenze überschreiten. Zuletzt zählten die Behörden dort etwa 500 Personen pro Woche – wobei Beamte von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen.“

Nachrichten, die maximalen Handlungsbedarf signalisieren. Aber was macht die Bundesregierung bzw. die Partei der Bundeskanzlerin? Sie lässt ihren stellvertretenden Vorsitzende der Unionsfraktion, Stephan Harbarth (CDU), erzählen: „CDU und CSU werden sich nicht mit dem derzeitigen Niveau abfinden.“ Man arbeite daran, die Zahlen zu senken. Und es steht tatsächlich zu befürchten, dass Harbarth dieses den Journalisten ohne mit der Wimper zu zucken ins Gesicht gesagt hat.

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Kommentare ( 88 )

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ist jedenfalls ein sehr spannendes Sozialexperiment, einmalig in der Welt.
Folge dem gespannt und habe ja eh keine Kinder, die darunter leiden könnten, und einen Dienstwagen, so dass ich mit Bahnhöfen und ÖPNV nicht in Kontakt komme.

Ich denke immer an das u.a. durch umkontrollierte Zuwanderung untergegangene Römische Reich. Wie viele römische Bürger haben es wohl auch sehen kommen und haben es trotzdem mit ansehen müssen..?

Der Untergang des Römischen Reichs wurde durch das Zusammentreffen von Völkerwanderung, Dekadenz, sinkender Bildung, unfähiger politischer Führung und innerer Konflikte verursacht (s.a. Wikipedia).
Geschichte wiederholt sich eben…

Viele römische Bürger haben es lange relaxiert beobachtet, dass sie langsam eine Minderheit werden.

Hätten die „Römer“ nichts daraus gelernt, hätten wohl kaum Salvini gewählt.

Von daher gesehen haben also die Italiener aus den Pleiten vor 1600-2000 Jahren gelernt. Im Kanzleramt, Bundestag und bei den „Volksparteien“ sucht man noch immer verzweifelt nach dem Stein der Weisen…. (und diese Fehlentwicklungen sind grade mal rund 80 Jährchen her), bei wohlwollender Betrachtung.
Wo sin mei Droppe….

Wer Augen hat zu sehen….

Ihr, wie üblich, sehr deutlicher Text, sehr geehrter Herr Wallasch, löst bei mir
nur noch folgende Gedankenverbindungen aus (etwas schlüpfrig – zugegeben):
Deutschland begibt sich, weltweit wohl einmalig, einer Form von Prostitution,
bei der die Vorbeischauenden nicht nur nicht zurückgewiesen werden (was ja
auch branchenunüblich wäre – wie man so hört), nein, sie erhalten sogar für
ihre Bemühungen ein angemessenes Salär.
Streng (mal mehr, mal weniger) nach Vorgabe der Mindestlohn-VO.
D heute: horizontal
D morgen: platt.

Das Niveau der „irregulären“ Zuwanderung ist zu hoch – wer hätte das gedacht? Also senken wir die Zahlen, aber ohne die Grenzen zu kontrollieren, ohne „irreguläre“ Zuwanderung zu sanktionieren, ohne nennenswerte Rückführungen, also de facto bei gleichbeibend zugelassener „irregulärer“ Zuwanderung. Bin gespannt, in welche Trickkiste man greift, um zumindest die Zahlen zu schrumpfen, damit es wenigstens nicht danach aussieht, was es ist: totaler Kontrollverlust und Aufgabe der Souveränität über die eigenen Staatsgrenzen.

Merkel WILL maximale illegale Einwanderung – wem das bis jetzt noch nicht klar geworden ist … na ich weiß nicht. Da wird nicht von irgendeinem Amt schusselige Inkompetenz ausgeübt, Nein, das ist alles so gedacht und gewollt. Damit kann man es dann auch lassen sich immer wieder neu zu wundern oder gar aufzuregen. Was im Moment passiert ist Normalzustand und es gibt nicht wenige deutsche Wähler, die ihn auch genauso haben wollen. Was mich viel mehr aufregt ist der Verlust der Parlamentsmehrheit der australischen Regierung (bei einer Nachwahl gestern). In dieser letzten westlichen Bastion rationaler Einwanderungspolitik stehen die Anarchisten nun… Mehr

Achja, man muss nur mal die Augen aufmachen. Kürzlich an einer Bushaltestelle in München vorbeigefahren, Ampel rot, ich gucke nach rechts: ca. 30 Personen warten auf den Bus. Alle tief schwarz. Früher hätte ich gedacht: Wow, wo kommen die alle her. Heute weiß ich es: sie kommen einfach reinmarschiert oder werden geflogen mit Merkel-Ticket als Familiennachzug. So war zu lesen. Ja, die Burkas werden auch immer mehr. Komisch, ne? Ottonormalverbraucher dagegen sagt: „Nee, nicht schlimm, is besser geworden, kommen zur Zeit keine mehr.“

Ich war vor kurzem in Ulm. Da habe ich eine andere, jedoch ebenfalls interessante Beobachtung gemacht. Da hatte eine „Frau of color“ in der Hirschstraße gebettelt. Das kannte ich bisher nur von Menschen vom Balkan. Ob das gut geht? Da werden sicherlich ganz neue Verteilungskämpfe angestoßen.

In meinem Kaffeehaus kommt täglich eine deutsche, suchtabhängige Frau, die laut Betreiber nicht nur einmal am Tag die Runde macht und überaus hartnäckig jeden Kunden um „Spenden“ beackert.
Bei genauer Beobachtung kann man im gegenüberliegenden Hauseingang einen nicht von hier stammenden jungen, dunkelhaarigen Mann feststellen, der wartet, bis sie durch ist und sie dann ins nächste Straßenlokal zum „Betteln“ weiter führt.

Kein Einzelfall sondern Standard.
Da gibts nur eine Lösung, aber die ist nicht pc.

Valide Zahlen zu erhalten ist leider unmöglich.
Der Grund: Die jenigen, welche diese Zahlen erheben (Polizei,Behörden,Ämter) sind diejenigen welche hohe Zahen vermeiden möchten.
Es ist eben keine neutrale Instanz die hier die Bevälkerung bzw. die Gesllschaft unterrichtet.
So wird es immer zu geschänten oder gefälschten Statistiken kommen. Ist leider so.

Wozu ein internes Papier der EU ? Jeder kann z.B. die offiziellen Zahlen im Asyl-GESCHÄFTS-Bericht BAMF ( ASYL ist also ein GESCHÄFT! ) z.B. für 2018 mit denen der EU vergleichen: http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik und EU-Statistik https://migration.iom.int/europe?type=arrivals (akt. Stand ) EU: Eintritt 111.427 ( Stand 17.Oktiober) DE: Asyl-Erstanträge 124.405 ( Stand Ende September). davon Asylanerkennung nur: 2162 und aber Ablehnungen: 59.562. Der Rest sind ASYLTOURISTEN ( an dieser Stelle hat der Umfall- Seehofer mal ausnahmsweise Recht auch beim von ihm so benannten Unrechtsstaat) FAZIT: In Deutschland werden mehr Asylanträge gestellt, als registrierte EU-Übertritte. Und genau das gilt auch so für die vergangenen… Mehr

Wieso ist es nicht möglich, die Anzahl der Menschen vom Familiennachzug zu beziffern? Wieso hakt da keiner nach? Diese sind vermutlich gigantisch, selbst hier im eher ruhigen Stadteil von Mannheim sehe ich jetzt öfter Kopftücher und Männer in seltsamer Bekleidung (so wie in Afgahnistan, mit,Pluderhose, Bart und so.).

480 x 365 = 175.200 pro Jahr.

Plus Dunkelziffer.

Plus nicht erfasster Familiennachzug.

Die 200.000 + X pro Jahr sind also Fakt.

Alle vier bis fünf Jahre eine weitere Million. Der Globale Migrationspakt kommt dabei noch gar nicht zum Tragen!

***

Plus solche, die ohne Anträge zu stellen sich auf Dauer bei Verwandten und Bekannten erst mal einnisten.
Kost und Logis sind dann zu gewähren, damit der Gastgeber nicht vor dem Clan „das Gesicht verliert“.
Und Arbeit unter der Hand lässt sich im Umkreis derer wohl auch finden.

Letzten Sonntag fand ich es in der Stadt 50:50.