Ein Wolf attackiert ein Mädchen in einem brandenburgischen Wildpark. Gegen die anwesende Tierpflegerin ermittelt die Polizei nun wegen fahrlässiger Körperverletzung.
picture alliance/dpa | Carsten Koall
Ein Wolf hat im Wildpark Johannismühle im brandenburgischen Baruth/Mark ein achtjähriges Mädchen angegriffen. Das Mädchen war dort am Mittwochmorgen gemeinsam mit zwei weiteren Kindern und einer Tierpflegerin in einem Tiergehege, um die Wildtiere zu tränken.
Ein Rettungshubschrauber brachte das schwer verletzte Kind in ein Krankenhaus. Laut Bild soll es sich um schwere Kopfverletzungen handeln. Die Polizei ermittelt derzeit noch den genauen Hergang und die Ursache des Angriffs. Sie geht von mindestens einem angreifenden Wolf aus. Die anderen beiden Kinder blieben äußerlich unversehrt. Neben den Rettungskräften waren auch Notfallseelsorger schnell vor Ort. Gegen die Tierpflegerin ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Die drei Mädchen nahmen im Rahmen der Herbstferien an einem gebuchten Tierpflegetag im Wildpark teil. Der Vorfall ereignete sich vor den regulären Öffnungszeiten des Parks statt. Dieser bleibt bis zur behördlichen Freigabe vorerst geschlossen.
Umgang mit dem Wolf deutschlandweit ein Thema
Auch in Baden-Württemberg beschäftigt ein Wolf die Menschen: Der Hornisgrinde-Wolf hat das Umweltministerium inzwischen 305.000 Euro gekostet. Das ergab eine SPD-Anfrage an das Landwirtschaftsministerium. Die Kosten für die Arbeit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt werden nicht gesondert erfasst.
Der Rüde wurde dieses Jahr bereits 81-mal gesichtet. Seine Scheu vor dem Menschen ist gering. In 30 Fällen kam er Menschen näher als 30 Meter. Nach Angeben der Behörden ist es dieses Jahr bisher allerdings zu keiner unmittelbar gefährlichen Begegnung gekommen. Vor allem Spaziergängern mit Hunden nähere sich das Raubtier. Die bisherigen Abschreckungsversuche mit Paintball-Markierer und Druckluft-Fanfare blieben erfolglos. Sollten auch weitere Versuche scheitern, erwägt Agrarministerin Marion Gentges (CDU) einen Abschuss.
Man sieht den Wolf als Teil einer wiederherzustellenden Artenvielfalt. Dabei machen Zahlen deutlich: In Deutschland sollen laut Schätzungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) im Zeitraum 2024/25 insgesamt 1636 Wölfe gelebt haben. Zum Vergleich: In Norwegen und Schweden leben zusammen zwischen 350 und 400 Tiere – auf einer Fläche, die mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland. Auch die Bevölkerungsdichte ist mehr als zehnmal geringer als im dichtbesiedelten Deutschland.
Trotzdem unterliegt der Wolf dort einer Jagdlizenz. In Deutschland ist die Wolfsjagd nur in Ausnahmefällen mit strengen Auflagen möglich.



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