Weidenfeld: CSU muss mit Söder um Vormacht in Bayern fürchten

Die Bundestagswahl brachte der Union ein desaströses Ergebnis. Die Obstruktionspolitik des im Rennen um die Unions-Kandidatur unterlegenen CSU-Vorsitzenden Markus Söder hatte daran einen großen Anteil. – Von Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld

IMAGO/photothek

München. Die CSU muss mit ihrem Parteichef und Ministerpräsidenten Markus Söder an der Spitze um ihre Vormachtstellung und den Wahlsieg bei der nächsten Landtagswahl 2023 fürchten. Der Münchner Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld sieht in Söder einen wesentlichen Faktor für die drastische Wahlniederlage der Union bei der Bundestagswahl. Das werde der Wähler nicht vergessen, so Weidenfeld in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift Tichys Einblick. „Der größte Verlierer war diese Union der beiden Schwesterparteien. Denn die Verliererrolle der Christlich-Sozialen Union bei dieser Wahl darf nicht übersehen werden“, so Weidenfeld. „Die CSU spielte vor und nach der Wahl eine Hauptrolle. Sie bemühte sich mit manch einer Attacke gegen den Konkurrenten um die Kanzlerkandidatur. Der Kampf war verletzend, ja selbstzerstörerisch“, urteilt Weidenfeld. Söder und die CSU hätten damit die „die langjährige Misserfolgsgeschichte der SPD“ übernommen. „Der Beitrag der CSU, gerade auch ihres „Zugpferds“, zum beschädigten Erscheinungsbild der Union, wird von den Wählerinnen und Wählern nicht über Nacht vergessen. Diese Art von Beschädigung bleibt im Gedächtnis hängen und schlägt sich auch in Wahlergebnissen nieder.“

Bei der Bundestagswahl habe die CSU ähnlich stark verloren wie die CDU. Weidenfeld geht davon aus, dass die Wechselstimmung, die eine Mehrheit der Wähler bei der Bundestagswahl zum Ausdruck brachten, anhalten wird. „Es gibt keine Garantie, dass diese Disposition bei der nächsten Landtagswahl in Bayern nicht mehr vorhanden sein wird“, so Weidenfeld. „Es besteht tatsächlich hohe Gefahr für die langjährige Regentschaft der CSU.“


Der gesamte Beitrag in Heft 12-2021 von Tichys Einblick >>>

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