Geheimvertrag zwischen Faeser und Ex-Cyber-Chef Schönbohm bestätigt

Das Mehrfachdesaster, das sie im Bund und in Hessen hinterlässt, hindert Faeser nicht daran, die Retterin des Rechtsstaates und der Demokratie zu spielen. Die Affäre Schönbohm passt zu diesem Nimbus nicht - und insbesondere nicht die nun bestätigte Schweigegeldvereinbarung.

IMAGO - Collage: TE
Seit 8. Dezember 2021 hat Deutschland eine „Bundesministerin des Innern und für Heimat“ (BMI) namens Nancy Faeser (53, SPD). In dieser Funktion ist sie aus linker Sicht eine Traumbesetzung, denn sie wirkt aktiv oder passiv mittels „laissez-faire“ mit großem „Erfolg“ an der gesellschaftlichen Transformation Deutschlands mit. Wenige ausgewählte (amtliche) Zahlen dazu (Stand: 23. November 2023):

  • Vom ersten Halbjahr 2022 bis zum ersten Halbjahr 2023 hat es vor allem im öffentlichen Raum eine erhebliche Zunahme an Gewaltdelikten gegeben, insgesamt um rund 14 Prozent. Bei deutschen Tatverdächtigen betrug die Zuwachsrate 8, bei nichtdeutschen Tatverdächtigen 23 Prozent; bei deutschen Kindern und Jugendlichen 12, bei nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen 37 Prozent.
  • Im Jahr 2022 gab es 244.132 Asylanträge, im Jahr 2023 waren es 351.915 solcher Anträge.
  • Den beim Bundesinnenministerium angesiedelten Expertenkreis „Politischer Islamismus“ hat Faeser im September 2022 abgeschafft. Und auch nach den Hamas-Schlächtereien vom 7. Oktober 2023 und nach den Pro-Hamas-Randalen auf deutschen Straßen nicht wieder eingerichtet.

Das ist Faesers Bilanz als Innenministerin. Als Wahlkämpferin fällt ihre Bilanz ebenso miserabel aus. In Hessen war sie zur Landtagswahl vom 8. Oktober 2023 als SPD-Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin angetreten. Ihre SPD landete hinter CDU und AfD mit 15,1 Prozent (minus 4,7 Prozent gegenüber 2018) auf Platz 3. Die Hessen-SPD gelangte zwar in eine Regierungskoalition, Faeser aber hatte ein Rückfahrticket ins Bundeskabinett in der Tasche.

All das Mehrfachdesaster, das sie auf Bundesebene und in Hessen hinterlässt, hindert Faeser nicht daran, vollmundig die Retterin des Rechtsstaates und der Demokratie zu geben. Vor allem ist sie schnell dabei, vollmundig alle ihr widerstrebenden Ereignisse, Treffen und Wortmeldungen als rechtsradikal, verfassungsfeindlich, verfassungswidrig, rassistisch, faschistisch, muslimfeindlich usw. zu etikettieren.

Strafversetzung nach ZDF-Böhmermann-Denunziation

Selbst aber trickst sie gern. Dass eine Sendung des ZDF-Clowns Jan Böhmermann vom 7. Oktober 2022 der Auslöser für die am 18. Oktober 2022 („Entbindung“) bzw. am 5. Dezember 2022 erfolgte Strafversetzung („Abordnung“) des bisherigen Chefs des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, gewesen sei, bestritt Faeser. Böhmermann hatte Schönbohm in die Nähe russischer Geheimdienstkreise gerückt.

Die Aufarbeitung des Skandals zog sich hin. Einem Untersuchungsausschuss blieb Faeser am 8. September 2023 „wegen eines Arztbesuches“ fern, während sie in Wiesbaden als Wahlkämpferin ein Interview gab. In einer anderen Sitzung des Untersuchungsausschusses am 20. September 2023 verschwieg sie, dass es eine Schweigegeldvereinbarung (seit dem 17. Januar 2023!) zwischen ihr und Schönbohm gebe. Wir haben hier auf TE ständig über Faeser Personalpolitik nach Gutsherrinnenart berichtet.

Erinnerungslücken?

Und siehe da: Es gibt diese geheime Schweigegeldvereinbarung doch! Hat sich Faeser etwa die Gedächtnisausfälle ihres Chefs, Kanzlers und Parteigenossen Olaf Scholz zu eigen gemacht? Jedenfalls hatte Faeser noch im Herbst 2023 von einer Sprecherin erklären lassen: „Es trifft nicht zu, dass eine Stillschweigensvereinbarung honoriert worden sei.“

Nun liegt dieser Geheim-Vertrag schwarz auf weiß auf dem Tisch! Er ist datiert auf den 17. Januar 2023. Geschlossen hat den Vertrag Faesers Abteilungsleiter „Z“, Ministerialdirektor Martin von Simson. Simson ist zugleich Vermieter der Berliner Wohnung der Ministerin. „Bild“ hat die „Außergerichtliche Vereinbarung“ öffentlich gemacht.

Darum geht es: Das Bundesinnenministerium zahlte 20.000 Euro an den früheren Cyberabwehr-Chef Arne Schönbohm. Eine Anwältin des BMI hat die Stillschweigevereinbarung am 18. Dezember 2023 dem Verwaltungsgericht Köln vorgelegt. Dort klagt Schönbohm gegen das BMI wegen Mobbings. Die Anwältin erklärt, Schönbohm habe einen Geldbetrag erhalten, um ihn „infolge der negativen Berichterstattung entstandenen Anwaltskosten teilweise zu entlasten“. Das Ministerium sei dem Kläger im Vergleich „aus Fürsorgeerwägungen (sic!!!) finanziell entgegengekommen. Es wurde vereinbart, dass Schönbohm unter anderem keine rechtlichen Schritte hinsichtlich der Abordnung und Versetzung ergreifen dürfe. Arne Schönbohm hat die Vereinbarung eigenhändig unterschrieben. Warum auch immer!? Und warum ein BMI, ein Haus voller Spitzenjuristen, eine eigene Anwältin braucht, fragen wir auch nicht weiter.

Hier Auszüge aus der zweiseitigen, als „Vergleich“ deklarierten „Außergerichtlichen Vereinbarung“:

§1 – Kostenregelung hinsichtlich des laufenden Rechtsstreits (VG Köln)
Das BMI gewährt dem Beamten ohne Anerkennung einer Rechtspflicht einen einmaligen Zuschuss zu dessen außergerichtlichen Kosten nach folgenden Parametern:

  • Der Beamte weist gegenüber BMI seine anwaltschaftlichen Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Eilverfahren selbst stehen, auf geeignete Weise nach.
  • Das BMI beteiligt sich mit einer Zahlung von 20.000,– EUR an diesen dem Beamten entstandenen Rechtsverfolgungskosten (insbesondere Rechtsanwaltskosten).

§3 – Vertraulichkeit
Die Parteien vereinbaren Stillschweigen über die hier getroffene Vereinbarung. Dies gilt unbefristet.

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Kommentare ( 42 )

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RauerMan
1 Monat her

Wer Frau Faeser schon längere Zeit, insbesondere ihre Zeit als Bu_innenministerin verfolgte, weiß was die Frau ist und was sie inszeniert.
Allein bei Wahlen zeigt sich das „Vertrauen“, welches diese Frau genießt.
Die SPD darf sich bei Frau Faeser für ihren Absturz bei den LT-Wahlen in Hessen bedanken.

schwarzseher
1 Monat her

20 000 Euro? Der Herr Schönbohm war aber billig zu haben. Herr Kahrs hatte dubiöse 200 000 Euro “ Erspartes “ im privaten Schließfach, obwohl es inzwischen wieder Zinsen gab und Herr Scholz kann sich nicht erinnern, daß die vielen Millionen an die SPD von einer Bank kommen, der er gerage eine zig- Millionen große Steuernachzahlung erlassen hatte. Da wird selbst die Mafia neidisch. .

Fieselschweif
1 Monat her

Naja, wenn das alles ist, ist die Bild ausgegraben hat, ist das leider auch nur ein Sturm im Wasserglas. Was ich hier sehe ist doch nur Stillschweigen über den Kostenzuschuss („Die Parteien vereinbaren Stillschweigen über die hier getroffene Vereinbarung.“) Wo ist die Geheimhaltungserklärung über die gesamte Causa? Und ehrlich, die Klappe halten für 20000 Taken. Was hat der Mann denn früher verdient? Doch nicht nur 2500 Euro im Monat? Wenn der den Rechtsstreit gewänne, bekommt der doch ein Vielfaches dieser 20000 Euro zugesprochen. Und wenn er doch mit 20000 Euro „Rechtsanwaltskostenzuschuss“ zufrieden ist, hätte man das Ganze auch gleich bleiben… Mehr

Last edited 1 Monat her by Fieselschweif
Sozia
1 Monat her

Faeser ist damit untragbar geworden. Faeser muss weg. Sie muss zurücktreten, es geht nicht anders.

HansKarl70
1 Monat her
Antworten an  Sozia

Nicht nur einfach zurücktreten, sie muss ohne Ansprüche auf weitere finanzielle Versorgung einfach verschwinden.

Last edited 1 Monat her by HansKarl70
D. Ilbert
1 Monat her

Wundert mich das wirklich? Das ist „bei Sozialistens“ (im Sinne von „bei Müllers oder Schmidts“) so üblich. Diese Moralsimulation wurde von der FDJ-Agitpropse, der „wir“ 16 Jahre lang den Kanzlersessel unter den Allerwertesten geschoben haben, zum Geschäftsmodell erhoben. Bücher kritisieren, die man nicht gelesen hat, „Demokratie leben“ propagieren und mit dem Geld von Demokraten die Antifa finanzieren, Wahlen rückgängig machen, unverbrüchlich an der Seite Israels stehen und deren ärgsten Feind finanzieren, die AWO zum Teil der SPD, bzw. die SPD zum Teil der AWO machen, CO2 verteufeln und das Jahr im Flieger verbringen – die Anzahl der bekannten Moralsimulationen ist… Mehr

Danton
1 Monat her

Korruption im Amt. Ist das wirklich das einzigste worin man bei der SPD noch eine gewisse Kontinuität erkennen kann? 20.000 € dt. Steuergeld, als Schmiergeld, um die eigene Kriminalität unter’m Mantel zu halten. Falls Schönbohm tatsächlich Grund gegeben hat ihn zu versetzen, dann muß man das kommunizieren. Tut man das nicht, dann will man etwas vertuschen. Das BMI, mit Faeser an der Spitze, will ein Exempel statuieren und stellt sich so renitend verblödet an wie bei den Reichsbürgern um Reus. Das sollte doch langsam mal die Gericht interessieren.

Asurdistan
1 Monat her

Also ich weiß nicht was ich schlimmer finde,Faeser die mit so einer lächerlichen Summe aufwartet oder Schönbohm der sich darauf eingelassen hat.Das wäre doch eine Gelegenheit gewesen der Frau zu zeigen wo der Frosch die Locken hat.

bfwied
1 Monat her

Was für eine „Regierung“, was für ein Land, das eine solche duldet. Knallhart, ideologisch verheerend, zerstörerisch bei allem, und die FDP macht da immer noch mit! Sie ist, s. P. Pascht, in der Tat gehässig und verbiestert, an Ideologie festgefressen wie ein ausgehungerter Terrier. Solche Leute gibt es immer, aber es ist ein Unglück, wenn die die Macht erringen, wo sie schlimmer als Diktatoren im Kommunismus kleben bleiben – aber sonst wären sie ja keine Totalitären.

JensM
1 Monat her

Was ist das eigentlich für ein Sumpf ? Faesers Abteilungsleiter ist auch Ihr Vermieter. Das kann doch alles nicht wahr sein.

Britsch
1 Monat her
Antworten an  JensM

Und den „Schadensersatz“, Ruhigstellungsgeld für das von Ihr verursachte wurde von Steuergeldern Bezahlt und nicht aus Ihrer Tasche was gemäß dem Verursacherprinzip eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Aber was zählen bei diesen „Herrschaften“ überhaupt noch, eigentlich immer noch geltendes Recht und Gesetz?

Last edited 1 Monat her by Britsch
tobilinooo
1 Monat her

Das heißt, dass die schon wieder gelogen hat! Und welcher Etat deckt solche Zahlungen ab?