Merz macht in Klima, Trump in Wirtschaft – die EU in Ohnmacht

Kanzler Merz richtet seine Vorstellungen von Wirtschaft an denen des Weltklimarates aus – also nach unten. Trump nutzt den Golfkrieg für die USA als neues Zentrum des Welt-Öl-Gas-Marktes – also nach oben.

Der Luftverkehr sei „seit 100 Jahren eine Wachstumsbranche“, sagte Kanzler Merz gestern beim Festakt 100 Jahre Lufthansa. Prognosen gingen davon aus, der Luftverkehr werde sich weltweit bis 2050 erneut verdoppeln: „Darauf müssen wir uns einstellen und dafür müssen wir Bedingungen schaffen, um an diesem Wachstum teilzunehmen.“

Warum Merz und Co. das nicht werden, sagte er ungewollt gleich dazu. Man brauche „nachhaltige, klimaschonende Technologien“, Reformen und niedrigere Kosten. Der Luftfahrtsektor gelte als schwer zu dekarbonisieren. Ein Teil der Klimawirkung der Luftfahrt könne bereits durch eine Änderung der Flugrouten reduziert werden. Darüber hinaus brauche es laut Weltklimarat (IPCC) einen Umstieg auf Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe, Wasserstoff- sowie Elektroantriebe. – Herr Merz, an dieser deutschen Klima-Luftfahrt fliegen sämtliche anderen in der Welt völlig unbeeindruckt vorbei. Sie setzen also die Deindustrialisierung auch im Luftverkehr fort. Das gibt kein happy landing.

Die Stimmung deutscher Unternehmen ist noch schlechter als vor einem Jahr. Geht aus einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im März unter 964 Unternehmen hervor (Handelsblatt). 43 Prozent berichten von einer schlechteren Lage als vor einem Jahr, nur 14 Prozent von einer besseren. Sowohl in Industrie, Dienstleistungssektor und Bauwirtschaft werde die aktuelle Lage „unterm Strich negativ bewertet“. 35 Prozent der Firmen erwarten für 2026 einen Rückgang der Produktion, nur 21 Prozent rechnen mit einem Anstieg. 42 Prozent der Firmen wollen nicht mehr investieren, höhere Investitionen planen 19 %: „Damit ist die deutsche Wirtschaft in der längsten Phase negativer Unternehmenserwartungen seit 20 Jahren – zumindest seit der Ausweisung gesamtdeutscher Ergebnisse ab dem Jahr 2005.“ Der schlechten Wirtschaftslage wird weiterer Arbeitsplatzabbau folgen, vor allem in der Industrie. „Der Rückgang in der Industrie wird sich fortsetzen“, heißt es in der Analyse. 37 Prozent der Industriefirmen planen weniger Personal, nur 14 Prozent mehr. – Dieser Blick nach vorn ergänzt den zurück negativ.

Die Unternehmensinsolvenzen im Januar 2026 nahmen laut Destatis um 4,9 Prozent gegenüber Januar 2025 zu.

Firmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten zeigt das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle.

Die ideologische Klimapolitik verteuert die Energiepreise EU-weit systemisch, die Neuordnung des Welt-Öl- und Gasmarktes durch den Golfkrieg geopolitisch. Die Proteste gegen die hohen Spritpreise in Europa weiten sich aus. Nach massiven Aktionen in Irland dehnen sich die Diesel-Unruhen auf Frankreich, Norwegen und Großbritannien aus. Vor allem Bauern, Spediteure, Lkw-Fahrer und andere vom Kraftstoff abhängige Berufsgruppen machen mobil. Ihr Vorwurf: Die Regierungen verteilen nur kurzfristige Hilfen, halten aber zugleich an jener Politik fest, die Diesel und Benzin künstlich verteuert. In Norwegen protestieren Trucker unter dem Motto „Dieselbrølet“Diesel-Gebrüll. In Britannien drohen Bauernverbände mit landesweiten Aktionen, falls die Regierung die Dieselsteuer nicht senkt. Gleichzeitig hält die EU-Kommission am CO2-Preissystem fest und warnt Spanien vor eigenen Steuersenkungen. Die Wut an den Zapfsäulen richtet sich längst nicht mehr nur gegen hohe Weltmarktpreise, sondern gegen eine Politik, die Mobilität und Produktion systematisch verteuert.

Zuerst waren die Gegner von Donald Trump gegen den Angriff auf die Islamische Republik Iran, in der nach dem Tod ihres Gründers und Schöpfers des dezentralen Machtapparates des Gottesstaats, Ayatollah Ruhollah Khomeini, das IRGC bald die tatsächliche Macht ergriffen hatte. Das war nicht überraschend, sind Trump-Gegner doch ziemlich identisch mit den Befürwortern des „regelbasierten“ „Völkerrechts“ als Schutz der Zentrale des propagandistischen Weltfeldzuges des Islam.

Jetzt sind Trump-Gegner gegen das Ende des Krieges, den ihrer Überzeugung nach nur das IRGC-Regime gewonnen haben kann. Weil ein von Trump beendeter Krieg dem Satan nützen könnte. Die mögliche Freiheit der Bewohner des Iran nach dem Ende des Gottesstaats interessiert die Islam-Beschützer im Westen genau so wenig wie die verlorene Freiheit der Bürger der eigenen Länder, die länger dort leben als vom woken Sozialismus-Kommunismus 3.0 mit dem Versprechen der lebenslangen  Rundumversorgung ohne Gegenleistung angelockten überzähligen jungen Söhne aus islamischen Zivilisationen.

Jack Prandelli: »Das ganze geopolitische Schachbrett. Donald Trump: „Xi braucht Öl. Wir nicht.“ Das ist das ganze Spiel in einem Satz.«

Was Prandelli und andere sagen, lenkt den Blick auf den geplanten Besuch von US-Trump bei China-Xi im Mai. Der Blick wird noch spannender bei dieser Aussage von Trump, von dem jeder weiß, er ist für jede Überraschung gut. Xi habe ihm einen Brief geschrieben, in dem er ihm versichere, den Iran nicht zu bewaffnen: „Ich habe ihn gebeten, Iran keine Waffen zu geben. Er hat mir einen Brief geschrieben und darin versichert, dass er das im Wesentlichen nicht tun wird.“

Trump sagt so etwas nicht als Bericht, sondern zur Vorbereitung des China-Besuchs und gleichzeitig für die Verhandlungen mit Teheran, die er so einrahmt: »Die US verlängern den Waffenstillstand mit dem Iran um zwei Wochen. Die Märkte preisen nun eine 43-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein endgültiges Friedensabkommen bis zum 31. Mai ein.« – Selbstverständlich richtet Kaufmann Trump das noch viel mehr an die Adresse der Finanzmärkte

Während die Abrissbirne das Deutschland-Bild bleibt, macht America First einen Fort-Schritt nach dem anderen. Irgendwann steckt das an.

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Kommentare ( 1 )

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Kassandra
1 Stunde her

Nachdem er in Deutschland Gelder abholte ist Selenskyj weiter auf Sammeltour in Norwegen wie bei der NATO gesichtet worden – und lässt mit Drohnen beständig russische Energieinfrastruktur beschießen: „Germany announced a new military aid package for Ukraine today worth €4 billion. It will include: – Hundreds of Patriot missiles – 36 IRIS-T launchers – €300M for long-range drones & missiles – Joint drone production and much more“  https://x.com/visegrad24/status/2044201511941546095   „Zelensky met with Crown Prince Haakon of Norway this morning before flying to Otaoy to meet Meloni. He thanked Haakon for the $10.5 billion in aid that Norway is sending Ukraine this… Mehr