Thüringer Firma hängt Fotos und Namen aller ungeimpften Mitarbeiter aus

Eine Zink-Gießerei aus Heilbad Heiligenstadt hat Bilder aller ungeimpften Mitarbeiter ausgehängt. Gegenüber TE bestätigte die Firma die Vorgänge; man fühlt sich missverstanden.

IMAGO / Fotostand
Hinweis vor Impfzentrum

Es ist ein unglaublicher Aushang bei der Firma „Groß Druckguss“ in Heilbad Heiligenstadt: Sie zeigt alle ungeimpften Mitarbeiter des Unternehmens mit Foto und Namen – in rotem Balken überschrieben mit „bisher kein vollständiger Impfschutz:“ – gut einsehbar. Ausschließlich für jene ungeimpften Mitarbeiter gelten dann nämlich noch einige Corona-Regeln wie die Maskenpflicht.

Ungeimpfte Mitarbeiter öffentlich an den Pranger gestellt vom Arbeitgeber? Das weckt Erinnerungen an dunkle Kapitel der Geschichte. Etwa an die Zwangskollektivierung der Bauern in der DDR im sogenannten „sozialistischen Frühling“ 1960. Landwirte, die nicht in die LPG eintreten wollten, wurden in ähnlichen Aushängen an den Pranger gestellt.

Um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht weiter zu verletzen, zeigt TE Aufnahmen des Aushangs nicht, sie liegen der Redaktion vor.

Auf TE-Anfrage bestätigte das Unternehmen die Echtheit des Aushangs; man fühlt sich allerdings falsch verstanden. Die ungeimpften Mitarbeiter sollen explizit für einen solchen Aushang gewesen sein; hätte sich auch nur einer dagegen ausgesprochen, hätte man die Aktion abgeblasen, so die Auskunft. Die Aktion sei „gut gemeint gewesen, aber nach hinten losgegangen“.

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Kommentare ( 85 )

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85 Comments
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Judith Panther
1 Monat her

Der DUDEN definiert „Langzeitschaden“ folgendermaßen: „Schaden, der erst nach einer gewissen Zeit auftritt bzw. der sich über eine lange Zeit hin auswirkt“  Bei SPÄTFOLGEN hingegen handelt es sich laut DUDEN definitionsgemäß um eine „erst längere Zeit nach einem Ereignis eintretende Folge“. Tatsache ist: Schon in den Wochen und Monaten seit Beginn des Genexperiments sind weit mehr schwere Nebenwirkungen und Todesfälle aufgetreten, als bei allen Impfstoffen der vergangenen 20 Jahre zusammen, das läßt sich bereits den offiziellen Zahlen entnehmen. https://www.blick.de/newscorona-impfung-doppelt-so-viele-nebenwirkungen-wie-in-den-letzten-20-jahren-artikel11674753 Gruselig, wenn man bedenkt, daß nur ein Bruchteil aller Impfschäden überhaupt gemeldet wird: Die Schätzungen liegen bei nur 1-10%. Und selbstverständlich… Mehr

Last edited 1 Monat her by Judith Panther
merlin999
1 Monat her

Dieses Unternehmen denkt wie die Bundesregierung. War ja gut gemeint, die Impfung, aber der Schuss geht nach hinten los.

P. Pauquet
1 Monat her

Progromstimmung im Land, wieder mal. … Kauf nicht beim Ungeimpften, arbeite nicht mit dem Ungeimpften, spiele nicht den Ungeimpften u.s.w..Überall und andauernd. Früher waren Andere gemeint. Der Tenor ist ähnlich. Welch krude Gehirnakrobaten in dieser Betriebsleitung sitzen, will man nicht wissen, vielleicht alte SED-Kader welche sich auf obskuren Wegen solche ehem. DDR-Betriebe an Land gezogen haben. Sie sind noch mitten unter uns, so wie 16 Jahre in Berlin. – Dass die betroffenen Angestellten angeblich “einverstanden“ waren, halte ich für möglich. “Sie akzeptieren das so, oder für Sie ist jetzt und hier Schluß. Sie stehen dann dem Arbeitsmarkt zu Verfügung!“ –… Mehr

Last edited 1 Monat her by P. Pauquet
Fulbert
1 Monat her

Das ist kein Einzelfall. Bekam von einem Bekannten ein Schreiben zur Kenntnis, wonach in seiner Firma alle nicht geimpften, genesenen oder tagesaktuell (auf eigene Kosten) getesteten Mitarbeiter in separate Räumlichkeiten verbannt werden – alles das MIT Zustimmung des Betriebsrates.
Die Frage nach dem Impfstatus wurde mit größter Selbstverständlichkeit schon im Sommer gestellt, persönlich an jeden Mitarbeiter. Ebenfalls ohne Einschreiten des Betriebsrates.
Es handelt sich nicht um eine Firma aus dem medizinischen, pflegerischen etc. Bereich. Auch gibt es keinen stärkeren Kundenkontakt.

Stefferl
1 Monat her
Antworten an  Fulbert

Bei der Bank Donner / Reuschel gibt es die Impfpflicht durch die Hintertür. Dort dürfen Nichtgeimpfte nur noch aus dem Homeoffice heraus arbeiten und sind somit von jeglicher direkter Kommunikation ausgeschlossen. Das bedeutet natürlich auch das Abgeschnittensein von wichtigen Informationen. Eine weitere Karriere (oder auch nur normales Arbeiten) ist damit für Ungeimpfte unmöglich.

Ulla K.
1 Monat her

Analogon: „Ich bin am Ort das grösste Schwein weil lass´ mich nicht aufs Impfen ein.“ Teutonen im Nazi Fieber.Punkt.

Bea McL
1 Monat her

Offensichtlich hat sich nicht ein einziger Ungeimpfter gegen das Dekret aus der Chefetage ausgesprochen. Nicht ein Einziger! Mit solchen Kollegen und solchen Vorgesetzten wollte ich nicht zusammenarbeiten. Nicht als Geimpfter, nicht als Ungeimpfter und nicht für Geld und gute Worte. Who will be next? Schwangere, wirklich Kranke, Schwule, Lesben, generell Menschen mit anderer Meinung? Ich bin fassungslos!

Rehbock von Ruppaschwilla
1 Monat her

Die Jugendlichen würden sagen: „Dieser Arbeitgeber ist voll cringe“(zum fremdschämen.)

Lore
1 Monat her

Früher nannten wir so was “ Straße der Besten“

Der Prophet
1 Monat her

Ich frage mich ja immer noch, woher das Unternehmen weiß, wer geimpft ist. Wenn mein Arbeitgeber mich danach fragen würde, bekäme er aber etwas zu hören. Des Weiteren würde mich interessieren, wieso die Mitarbeiter explizit für einen solchen Aushang gewesen sein sollten? Da käme mir eigentlich nur der eine Grund in den Sinn, dass ein „dagegen“ mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergehen würde. Wobei ich bei solch einem Unternehmen auch nicht arbeiten würde.

Stefferl
1 Monat her
Antworten an  Der Prophet

Im Grunde genommen könnte man ihre Einstellung als richtig bezeichnen. Nur leider gibt es sehr viele Arbeiter/Arbeitnehmer, die sich keinen Job aussuchen können, sondern nehmen müssen, was sie kriegen. Die können sich Widerstand einfach aus wirtschaftlicher Sicht nicht leisten.

R.Baehr
1 Monat her

Viell. sollten die Mitarbeiter ganz andere Maßnahmen in Betracht ziehen, wie ich einmal aus Frankreich gelesen habe, die Verantwortlichen in einem Raum einfach einsperren und erst wieder herauslassen, wenn sie sich öffentlich und gegen entsprechende finanz. Entschädigung von dem ganzen Vorgang distanziert haben. Oder glaubt hier wirklich jemand im Forum das sich solche Vorgänge noch mit Worten lösen lassen? Taten müssen folgen, dringend, sonst befindet sich dieses Land wieder dort wo es schon einmal war und es dann hieß, nie wieder. Aber falls das stimmt, das die Betroffenen dem auch noch zugestimmt haben, dann habe ich mit denjenigen Null Mitleid… Mehr

Last edited 1 Monat her by R.Baehr