Das Parlament ändert aktuell auf Antrag der Bundesregierung das Jagdgesetz. Der Wolf darf bald geschossen werden - zumindest ein bisschen. Am Anfang stand eine grün-rote Schnapsidee, dazwischen das Pony von Ursula von der Leyen.
Unsplah/Milo Weiler
Es gibt gute Gründe, das „Unwort des Jahres“ nicht ernst zu nehmen. Doch die aktuelle Wahl von „Sondervermögen“ bietet wenigstens einen interessanten Aspekt. In den letzten Jahren hießen die Unwörter „Remigration“, „Klimaterroristen“ oder „Corona-Diktatur“. Die Kommission entschied sich also durchgehend für Begriffe, die es Kritikern erlaubte, die Auswüchse grün-linker Politik zusammenzufassen und so auf den Punkt zu bringen. Nun ist es ein Wort, mit dem grün-linke Politiker von Felix Banaszak bis Friedrich Merz versuchen, das Scheitern ihrer Politik zu beschönigen. Ihr Teppich beginnt zu fliegen – weil der Dreck darunter ihn steigen lässt.
Auf Initiative der schwarz-roten Regierung ändert der Bundestag nun das Bundesjagdgesetz. Aktuell befasst sich der Ausschuss für Landwirtschaft mit der Ansiedlung. Die sei ein „Erfolg der Artenschutzpolitik“ heißt es dazu im Antrag der Regierung. 4300 Nutztiere haben Wölfe im Jahr 2024 laut offizieller Statistik in Deutschland gerissen. Damit verursachten sie einen Schaden von alles in allem knapp 25 Millionen Euro.
Das war auch der Regierung Friedrich Merz (CDU) zu viel des Erfolgs. „Die Wolfsübergriffe führen zu erheblichen und potenziell existenzbedrohenden Belastungen für die Weidetierhalter“, heißt es in dem Antrag. Es sei an den Haltern gewesen, ihre toten Tiere zu beseitigen – oder schwerverletzten Tieren den Gnadentod zu gewähren. Das, so gibt die Regierung Merz zu, ist „psychisch sehr belastend“ für die Halter.
Woher diese Generosität? In einem Märchen wäre es ein böser König, der sich totalitär über die Interessen seiner Bürger hinwegsetzt, ihre Einwände abtut und Wölfe ansiedelt. Bis der ignorante König eines Besseren belehrt wird, weil ein Wolf sein liebstes Pony reißt. Im EU-Raum ist das alles anders. Da gibt es keinen totalitären König, sondern Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU). Ihr Pony hat ein Wolf gerissen. Seitdem ist es Landesregierungen wieder möglich, den Erfolg der Wolfsansiedlung ein wenig zu mindern. Wobei in dieser Verwendung „Erfolg“ der Kandidat für das nächste Unwort des Jahres ist.



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Wolfsgruben und Wolfsangeln waren adäquate Mittel um ohne Schusswaffe gegen Wölfe vorzugehen. Nicht die feine Art aber hochwirksam.
Der letzte Satz irritiert.
Auch im Südosten Deutschlands kann ich auf den Wolf gut und gerne verzichten.
Ich erlaube mir hier, eine Gegenposition einzunehmen. Der Wolf gehört zur Fauna Deutschlands. Anders als Waschbären oder asiatische Raubhornissen (die aktuell unsere freilebenden Bienen auszurotten drohen) ist er keine eingeschleppte Fremdart. Als oberster Predator der europäischen Tierwelt ist er als Regulator, vor allem für Dammwild, unerlässlich. Er ist so „deutsch“ wie die berühmte Eiche. Oder, besser gesagt, er war es. Insoweit messe ich ihm ein grundsätzliches Lebensrecht in unserer freien Wildbahn zu (wo es überhaupt noch eine gibt) Die Konkurrenzsitution zwischen Nuttztierhaltern und dem Wolf leugne ich keineswegs. Auch Wölfe sind, wie alle Lebenwesen, tendenziell faul (also geborene Energiesparer) und… Mehr
Vielen Dank für diesen tollen Kommentar!
Iss in Berlin der Diesel ausgegangen oder wie??? Gibt es da nicht auch eine Wildschweinplage, weil die Leute irgenwie zu blöd sind, 1.) Ihre Siedlungen müllfrei zu halten, und 2.) manche Städter auch noch Fressen an Sammelstellen auslegen, um die liebe Tierchen dann vom sicheren Auto aus zu bobachten???🐺 🐗 Eine alte Schulfreundin aus Spandau sagt, sie muß schon aufpassen, wenn sie im Dunkeln ums Haus läuft, oder tagsüber duch den Wald radelt.🐺 🐗 In dicht besiedelten Gebieten braucht man keine Wölfe, da laufen ja auch keine Rehe oder Hirsche durch die Gegend, die man klein halten müßte, und wenn,… Mehr
Der Wolf gehört zu unserem Wald. Außerdem reguliert er die Wildbestände, die Jahr für Jahr einen brutalen Verbissdruck auf den Wald erzeugen.
Richtig! Zudem wird er später unsere Rente zahlen und aufgrund des demographischen Wandels sind wir zwingend auf den Wolf angewiesen. Ohne den Wolf würde hier gar nichts laufen!
Das ist so unsachlich, wie die gleiche Aussage über die angeblich notwendige „Facharbeiter“-Zuwanderung.
Rotwild macht Schälschäden, weil es sich nur in genau definierten Gebeiten vom Menschen definierten Gebieten aufhalten darf, Es kann nicht mehr ziehen und Genaustausch ist auch extrem vermindert. In Ungarn, Österreich, Frankreich usw. gibt es Wildbrücken über Straßen und Autobahnen, damit das Wild ziehen kann. Versäumnisse der sogenannten Naturschützer, die dann gleichzeitig Geldmassen in den Wolf stecken. In den genannten Ländern ist fast kein Verbiss festzustellen. Im Elsass und in Ungarn gibt es starke Rotwildbestände.
Herden von Hirschkühen mit 50 -200 Stück hinterlassen keine sichtbaren Schäden. Wobei sich bei großen Herden der Verdacht auf Wolfsnähe bestätigt.
Das Ganze „wir brauchen den Wolf, der Wolf ist nützlich“, ist doch totaler Blödsinn.wir haben eine gezielte regulierende Bejagung. Wölfe wurden in der Vergangenheit als gefährich und schädlich eingestuftund stark bejagt. Das war richtig so und daran hat sich nichts geändert. Jahrelang gab es keine Wölfe bei uns und das war gut so. Und nun- Städter wollen daß es in der Natur wieder Wölfe gibt für Ihre Naturromantikvorstellungen. Wenn das Natürliche wieder eitrifft und wölfe fallen Menschen an hoffentlich dann Städter und es wird sich was ändern
Ich finde den Wolf natürlicher als Ukrainer und den Rest der Bagage.
Der Wolf hat tausendmal mehr Würde!
Ich empfehle das Buch von Franz Hohler: Die Rückeroberung, sehr unterhaltsam
ISBN 3423132809 (ISBN-13: 9783423132800)
„ Eines Tages, als ich an meinem Schreibtisch saß und zum Fenster hinausschaute, sah ich, daß sich auf der Fernsehantenne des gegenüberliegenden Hauses ein Adler niedergelassen hatte. Ich muß dazu sagen, daß ich in Zürich wohne.« Wenig später finden Passanten auf einem belebten Platz ein mächtiges Hirschgeweih. Tage darauf trabt schon ein ganzes Rudel Hirsche durch die Stadt, und jemand ist sich ganz sicher, einen Wolf gesehen zu haben…………..“
🐅 🦛 🦌
Wieder einmal ein deutscher Sonderweg. In vielen europäischen Ländern mit Wolfspopulation wird dieses Raubtier nicht erst seit Ursulas Pony sondern seit vielen Jahren über Bestandsziele und entsprechende Abschußquoten nachhaltig gemanagt. Wie bei anderen, großen Wildtieren auch. Beispiele sind Österreich, die Schweiz, Frankreich, Italien oder Spanien. Überall funktioniert das gut, nur Deutschland will wieder eine grenzenlose Vermehrung und alternativ, eine grenzenlose Bürokratie. Natürlich mit einem entsprechend teuren NGO-Unterbau.
Warum suggeriert der Autor, der Wolf sei angesiedelt worden? Der Wolf ist aus dem Osten eingewandert, ein ganz natürliches Verhalten. Man kann darüber streiten, ob man ihn unter besonderen Schutz hat stellen müssen. Dieser Schutz gilt allerdings für alle Arten, die hierzulande (fast) ausgestorben sind. Auch geht von dem Wolf keine Gefahr für den Mensch aus. Ein Jäger und Förster lachte darüber nur und meinte: Wenn man im Wald Angst vor einem Wildtier haben sollte, dann vor Wildschweinrotten. Eine Gefahr geht wenn überhaupt für Weidetiere aus und hier meist nur durch einzelne Wölfe. Es ist bezeichnend, dass die Diskussion erst… Mehr
Mein Gott, was wäre passiert wenn das Pony den Wolf gerissen hätte?
Wer Freiheit will muss auch Wölfe tolerieren und VDL’s Pony war dem Namen nach ein geklontes Schaf. Vermutlich geopfert auf dem Altar eine Jagdlobby.