Offene Fragen zu Baerbocks „N-Wort“-Erzählung

Baerbock entschuldigt sich langwierig dafür, dass sie ein Wort ausgesprochen hat. Ein anderer Teil der Geschichte ist allerdings fraglich. Eine CDU-Ministerin verlangt Aufklärung.

IMAGO / Future Image

Annalena Baerbock steht nun auch von links in der Kritik, weil sie das Wort „Neger“ gesagt hat. Bei einem Gesprächsformat der Zentralrats der Juden erzählte Baerbock von einem „ganz persönlichen Vorfall“, bei dem an einer Schule ein Arbeitsblatt ausgeteilt wurde, in dem in einem Bilderrätsel das ominöse „N-Wort“ vorgekommen sein soll. Ein Schüler aus ihrem Bekanntenkreis soll sich geweigert haben, das Arbeitsblatt zu verwenden, weswegen er Ärger von der Schule bekommen haben soll.

Exakt diese Geschichte rund um ein solches Arbeitsblatt ging allerdings im November letzten Jahres durch die Presse – damals ereignete sich das allerdings in Kiel, Baerbock wohnt in Potsdam. Ob Baerbock diesen Fall meinte oder ob es einen quasi identischen Fall an anderer Stelle gab, der den Weg trotz prominenter Bekanntschaft nicht in die Medien fand, ist dabei noch offen. Beim Fall in Kiel hatte die Lehrerin – anders als in Baerbocks Schilderung – allerdings sofort reagiert und sich entschuldigt.

Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, die als Vertreterin der linken CDU gilt, schaltete sich nun ein. Prien, die auch im entsprechenden Fall in Kiel in Erscheinung trat, fordert nun von Baerbock: „Rassismus an Schule geht gar nicht. Meine Erfahrung: Solche Fehlleistungen sind absolute Ausnahmen und werden nicht geduldet. Baerbock sollte aufdecken, in welcher Schule in ihrem Umfeld das N-Wort verwendet wurde und wie Schulleitung und Schulaufsicht damit umgegangen sind.“

Baerbock äußerte sich bis dato nicht näher dazu, wo und wie sich dieser angebliche Fall ereignet haben soll.

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