Offene Fragen zu Baerbocks „N-Wort“-Erzählung

Baerbock entschuldigt sich langwierig dafür, dass sie ein Wort ausgesprochen hat. Ein anderer Teil der Geschichte ist allerdings fraglich. Eine CDU-Ministerin verlangt Aufklärung.

IMAGO / Future Image

Annalena Baerbock steht nun auch von links in der Kritik, weil sie das Wort „Neger“ gesagt hat. Bei einem Gesprächsformat der Zentralrats der Juden erzählte Baerbock von einem „ganz persönlichen Vorfall“, bei dem an einer Schule ein Arbeitsblatt ausgeteilt wurde, in dem in einem Bilderrätsel das ominöse „N-Wort“ vorgekommen sein soll. Ein Schüler aus ihrem Bekanntenkreis soll sich geweigert haben, das Arbeitsblatt zu verwenden, weswegen er Ärger von der Schule bekommen haben soll.

Exakt diese Geschichte rund um ein solches Arbeitsblatt ging allerdings im November letzten Jahres durch die Presse – damals ereignete sich das allerdings in Kiel, Baerbock wohnt in Potsdam. Ob Baerbock diesen Fall meinte oder ob es einen quasi identischen Fall an anderer Stelle gab, der den Weg trotz prominenter Bekanntschaft nicht in die Medien fand, ist dabei noch offen. Beim Fall in Kiel hatte die Lehrerin – anders als in Baerbocks Schilderung – allerdings sofort reagiert und sich entschuldigt.

Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, die als Vertreterin der linken CDU gilt, schaltete sich nun ein. Prien, die auch im entsprechenden Fall in Kiel in Erscheinung trat, fordert nun von Baerbock: „Rassismus an Schule geht gar nicht. Meine Erfahrung: Solche Fehlleistungen sind absolute Ausnahmen und werden nicht geduldet. Baerbock sollte aufdecken, in welcher Schule in ihrem Umfeld das N-Wort verwendet wurde und wie Schulleitung und Schulaufsicht damit umgegangen sind.“

Baerbock äußerte sich bis dato nicht näher dazu, wo und wie sich dieser angebliche Fall ereignet haben soll.

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Kommentare ( 234 )

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Lars Baecker
1 Monat her

Muss ich jetzt eine meiner Lieblings-Rap-Gruppen „N-words with attitude“ (NWA) nennen?

199 Luftballon
1 Monat her

„Offene Fragen“
„Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu verstecken“, jetzt kommt meine Frage, warum hält die grüne Hochstaplerin ihre „Masterarbeit“ immer noch unter Verschluss? Bei den Grünen tun sich ja wahre Abgründe und offene Fragen auf.

Klaus Kabel
1 Monat her

„N-WORT“ war mir bisher unbekannt. Ist das die offiziell, gutmenschlich erlaubte Bezeichnung für Neger? Z.B. Im Görlitz-Park kommen N-Wörter ihren Geschäften nach?

zweisteinke
1 Monat her

Oh oh oh, Sie haben Das vergessen, was noch nicht weiß, was es ist oder sein will. Vielleicht erst nach diversen Operationen, die wir natürlich gerne aus der Gesundheitskasse bezahlen, stellt sich heraus, ich wäre doch lieber was anderes!

fatherted
1 Monat her

Lustiges aus den ÖR…..ZDF „Reporter“ Herr Lehmann moderierte seinen „Sportbeitrag“ an mit….“Sportlerinnen und Sportler aus allen Herrn- und Frauen-Ländern“…..(wobei politisch unkorrekt die Herren zuerst genannt wurden…) noch Fragen?

Elysium
1 Monat her

Annalena relotiuniert. Das sind die Nachwehen der jugendlichen Cannabis-Exzesse.
Kommunismus + grüne Ideologie = Alternativlose Scheinrealität des Merkelismus

Dr. A. Mamsch
1 Monat her

Als Chemiker verstehe ich problemlos, was z.B. Dichlorobis(diethyldithiophosphinato-titan(IV) ist. Mit dem Terminus „N-Wort“, der mir seit Wochen in allen Medien um die Ohren geschlagen wird, hatte ich bis heute Probleme.
Tichy sei Dank: Endlich weiß ich, daß das N-Wort für „Neger“ steht.

Michaelis
1 Monat her

Mein Gott, über welche Epiphänomene und lächerliche Nichtigkeiten man sich heutzutage in diesem Deutschland erregt. Einfach unfassbar!!! Das muss wohl irgendwie auch damit zu tun haben, dass überzufällig oft Frauennamen im Spiel sind. Grotesk und absolut lächerlich, diese medialen Erregungszustände und theatralischen Inszenierungen um das, was sprachlich verboten und noch erlaubt ist. Vernünftig gebliebene Menschen scheren sich einen Sch…dreck darum!!!

Sabine M
1 Monat her

Es sind gerade diese moralisch Ueberhoehten die den Rassismus propagieren. Durch ihre Wertvorstellungen haben sie sich ein Problem erschaffen, das es eigentlich nicht gab und versuchen jetzt mit Antirassismus dagegen anzugehen.

So wie es ohne PCR Tests kein Corona geben wuerde, gebe es ohne Antirassismus auch keinen Rassismus.

10% an links gruenen Gutmenschen wollen 90% von Deutschen ihren Willen aufzwingen und diese lassen das alles geschehen, heissen es gut und fallen auf diese Moralapostel herein.

Mit der Aenderung von Worten und der Sprache hat man noch nie Probleme geloest, ganz besonders keine eingebildeten Probleme.

alter weisser Mann
1 Monat her
Antworten an  Sabine M

„So wie es ohne PCR Tests kein Corona geben wuerde, gebe es ohne Antirassismus auch keinen Rassismus.“
Nicht geben würde ….so wie ohne Uhr keine Zeit und ohne Waage kein Gewicht?
Herr, lass mal bitte Hirn herab.

Kuno.2
1 Monat her
Antworten an  Sabine M

Wobei es den Rassismus in der früheren Realität der Sechziger Jahre in den USA und in Südafrika durchaus gab.
Aber das ist auch schon wieder rund 55 Jahre her!