Roland Tichy hatte gefragt: „Wie kriegt man einen Kanzler los – oder soll man ihn mangels Alternative im Amt belassen, bis man ihn abräumt wie schmutziges Geschirr?" TE hatte die Leser gefragt: „Wie lange geben Sie Merz noch?“ Hier die Antworten.
picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
In seinem jüngsten Online-Artikel „Friedrich, der Jämmerliche – Merz ist am Ende“ floss Roland Tichy ein treffendes Intro aus der Feder:
„Wie kriegt man einen Kanzler los – oder soll man ihn mangels Alternative im Amt belassen, bis man ihn abräumt wie schmutziges Geschirr? In diesem Glasperlenspiel geht unter: Der Mann ist am Ende. Es hat sich ausgekanzlert, er ist längst eine Belastung für sich – und das Land.“
Die Wähler wurden mit einem prallen Bündel leerer Versprechungen gekapert, geradezu bestochen. Doch Abzocke, ohne Moos nix los! Dem Souverän wird tief in die Tasche gegriffen: Spesen, X-fach-Besteuerung, hohe Abgaben, ‚Zahlemann und Söhne’ allerorten, ständig steigende Preise. Und welchen Benefit trägt der Bürger davon? Er ist und bleibt der Leidtragende dieser Regierungsmisere, darf die im Staatshaushalt klaffenden Löcher durch diese, jene und noch eine Idiosynkrasie stopfen (helfen). Hochtrabende Formulierungen und bandwurmgleiche Bezeichnungen verwirren, verschleiern, täuschen.
Werfen wir einen Blick auf eingesandte Prognosen der TE-Leser:
Dr. Michael Bauer
Bruch der Koalition bis Mitte 11/26; Neuwahlen Anfang 03/27
Jörn Richts
Merz wird den Weg für einen Nachfolger frei machen und es ermöglichen, dass dieser mit Amtsbonus in die nächste Bundestagswahl geht. Deshalb wird er im nächsten Jahr (nach der NRW-Wahl) ankündigen, als Parteivorsitzender nicht mehr anzutreten. Die CDU wählt dann einen neuen Parteichef. Etwa ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl, also Winter/Frühjahr 2028 wird dieser neue Parteichef dann von der schwarz-roten Koalition zum Kanzler gewählt.
Ernst-Ulrich Affeld
Ich denke, dass wir in einer Übergangszeit sind, in der die alten Parteien hoffentlich endlich verschwinden und neue (noch unterhalb der 5%-Hürde bald eine neue „Parteienlandschaft“ entstehen lassen. Merz sollte unbedingt vor Ablauf des Jahres gehen, am besten in der nächsten Woche und die „SPD“ gleich mitnehmen. Mal sehen, was im entstehenden Machtvakuum dann möglich ist!
Reinhard Orsinger
Merz bleibt mangels brauchbaren Alternativen bis zum regulären Wahltermin 2029 Kanzler.
Begründung: Niemand im Bundestag hat Interesse an Neuwahlen, denn alle außer der AfD würden nur verlieren, und diese kann allein Neuwahlen nicht erzwingen. Selbst ein konstruktives Misstrauensvotum aus der Regierungskoalition, um Merz durch einen anderen unfähigen Apparatschick zu ersetzen, könnte scheitern und im Worst Case für die „Blockparteien“ zu ungewollten Neuwahlen führen. Also geht das Gewürge bis zum regulären Termin weiter. Leider!
Meine Glaskugel behauptet, danach kommt Schwarz/Rot/Grün. Na ja, dafür braucht es nicht viel Prophetie. Schlimmer noch, Merz könnte dann eventuell weitermachen. Gruselige Aussichten!
Björn Ackermann
Merz wird seine Kanzlerschaft bis zum bitteren Ende, d. h. bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode, auskosten.
Warum sollte er denn vorher abtreten? Jedem ist klar, dass Neuwahlen ein Debakel für die Unionsparteien (und übrigens auch für den Koalitionspartner SPD) wären. Wie es Alice Weidel schon im Bundestag zu den Unionsabgeordneten gesagt hat: „Schauen Sie sich Ihren Kollegen rechts und links an. Einer von beiden wird nach der nächsten Wahl weg sein.“
Aus diesem Grund wird es keine Palastrevolte geben. Die Angst vor dem Mandatsverlust sitzt zu tief. Und auch Wüst und Söder werden keine Lust haben, für das angerichtete Desaster, das nicht mehr gestoppt werden kann, verantwortlich gemacht zu werden, wenn sie jetzt das Amt übernehmen würden. Eine Kurskorrektur ist auch ausgeschlossen. Man hat sich viel zu tief in dem Burggraben hinter der Brandmauer eingegraben, um da wieder rauszukommen. Deshalb sitzt Merz felsenfest im Sattel und wankt und weicht nicht.
Peter Geisinger – Kanzlerdämmerung
Er kann meinetwegen auch bleiben, denn besser würde es nach seinem Abgang nicht.
„Gott erhalte unsern Herrn, der nächste könnte schlimmer wern …“
Egon W. Kreutzer
Seit Friedrich Merz damit begonnen hat, seinen Tränen freien Lauf zu lassen, müssten seine Zustimmungswerte eigentlich wieder steigen. Da werden schließlich bei jenem Teil der Bevölkerung, der weder „m“ noch „d“ ist, unwillkürlich Beschützerinstinkte ausgelöst. Wir kennen das aus den Familien. Selbst wenn das dümmste Kind der Klasse mit der nächsten Sechs nach Hause kommt, werden in Erziehungsratgebern bestens belesene Eltern noch Worte des Lobes und der Bestätigung finden. So ungefähr nach dem Motto: „Wir wissen, dass du es kannst, und wir vertrauen dir. Einen schlechten Tag hat jeder mal. Wird schon noch. Augen zu und durch!“
Die Vermutung, die Eltern des kleinen Friedrich hätten bei ihm genau diese Strategie verfolgt, drängt sich geradezu auf.
Von daher ist die Prognose einfach. Er weiß, dass er es kann. Das kann ihm auch niemand ausreden. Von daher wird er freiwillig nicht abtreten. Der Koalitionspartner wird den Teufel tun, das Wachs in den Händen von Bas und Klingbeil freiwillig gegen etwas Härteres einzutauschen. Auch von da droht keine Gefahr. Die Opposition hinter der Brandmauer kann agitieren so viel sie will, einen Einfluss hat sie nicht.
Wenn sich nicht Ursula von der Leyen dazu durchringen wird, Friedrich Merz im Interesse des Fortbestandes der EU zu Boden zu intrigieren, dann bleibt er bis zum Ende der regulären Amtszeit.
Peter Nowak – Kanzlerdämmerung nach Sonnenuntergang in Deutschland
Ich würde mich gerne dem Leser Autour „Ich weiß nicht, warum man sich an dieser armseligen Gestalt so abarbeitet? Gut, inkompetente Politclowns haben ihn zum Kanzlerdarsteller gemacht, aber jedes Wort über ihn oder seine Gedanken, Entscheidungen sind komplette Zeitverschwendung. Dieser Mensch ist intellektuell komplett unbewaffnet. Der kann nicht mal Wasser kochen!!! Man muss doch nur mal tief ins Gesicht blicken und diesen leeren Blick sehen …, da ist nichts!!! Nur absolute Leere wie bei Biden damals auch!“ anschließen, aber nicht, vorher auf einen Gedanken hinzuweisen. Aus Sicht der Amerikaner spielen die Europäer mit dem Feuer. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Ich halte es gemeinsam mit ein paar Republikanern durchaus für möglich, dass Russland bald den Kanal voll hat, und Deutschlands Rüstungsindustrie angreifen wird. Putins Zurückhaltung gegenüber Deutschland wird zunehmend für ihn persönlich gefährlicher. Medwedew, einer der Falken, hat eine ganze Reihe von Abgeordneten und maßgeblichen Politikern in der Duma hinter sich. Und die fordern schon seit langem einen konventionelle Revanche-Schlag gegen militärische Ziele, Waffenfabriken und vor allem auf die energetische Infrastruktur. Also kein Atomschlag. Und nun muss die NATO wissen, dass die USA beim letzten Treffen des Chefs des CIA in einem Fall der Reaktivierung der Feindstaatenklausel eine Nichteinmischung mit Russland ausgehandelt hat, um einen atomare Eskalationsspirale zu verhindern, den niemand gewinnen würde. Und schon lange nicht die USA. Mag Putin immer wieder die offensichtlich konstruierten Provokationen von Wadephul und vor allem Kiesewetter abfedern, der Druck auf ihn wird immer größer.
Merz wird bis zum Ende durchhalten. Sein politischer Tod schleicht schon ums Haus. Aber wenn die amerikanischen Geheimdienste Recht haben, was ich für mein Heimatland (immer noch) NICHT hoffe, steht vor dem politischen Ende von Merz zuerst der Sonnenuntergang in Deutschland bevor.
Gott schütze Deutschland!
Kay Ströhmer
Am Anfang sieht es so aus, als könnte es ewig dauern. Am Schluss ist dann alles ganz schnell zu Ende. In der Rückschau steht dann die Frage, warum die Deutschen Friedrich Merz überhaupt auf den Leim gehen konnten.
Uwe Fischer
Schwer zu sagen, wie lange der Leim noch hält, der Merz an seinem Stuhl kleben lässt. Das kann Ende des Jahres vorbei sein, das kann auch noch ein Jahr dauern, aber eher nicht bis zum Ende der Legislaturperiode.
Man bastelt ja ständig an Instrumenten, um der Konkurrenz zu schaden. Fakt ist, er ist der schlechteste Bundeskanzler, den diese Republik je hatte. Gegen ihn war ja sogar Scholz noch eine Leuchte. Er kann es nun mal nicht, aber ihm fehlt die Selbstreflexion. Aber das ist ja bei Narzissten, wie Merz einer ist, normal. Er hat das Land zerstört, die Gesellschaft, die Wirtschaft, das Ansehen in der Welt. Mehr kaputt machen kann man fast nicht. Alles entgegen seinen Versprechungen. Auch wenn den Grundstein dafür Merkel gelegt und die Ampel noch einen draufgesetzt hat, Merz überragt alles. Zwei Drittel der Deutschen wollen, dass er im Nirwana verschwindet und seine Regierung mit ihm. Wenn die CDU nicht aufpasst, wird auch sie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Das Volk oder zumindest eine Mehrheit will eine andere Politik, eine konservative Politik, die nicht rückwärtsgewandt sein muss. Vor allem im Westen (sorry, dass hier wieder ein Klischee bedient wird, ist aber wohl die Realität) kennen die Älteren unter uns nur CDU und SPD, denen bleiben sie treu, lassen sich sehenden Auges an die Wand fahren, nur, um sich selbst nicht untreu zu werden.
Wir im Osten hatten viele Jahrzehnte die SED, der Rest war Makulatur. Wir haben uns dieser Diktatur entledigt und haben in der Folge die Partei gewählt, auf die man die größten Hoffnungen setzte, dass die Zukunft besser wird. Für sehr viele war das über lange Zeit die CDU. Diese hat aber sich selbst und die Wähler verraten. Deshalb setzen wir nunmehr auf die AfD, die gegenwärtig einzige Partei, die Hoffnung auf bessere Zeiten macht. Deshalb hängen wir im Osten nicht so an CDU und SPD. Das die Linken auch erstarken, ist ein Phänomen in ganz Deutschland, vor allem bei der Jugend, die sich auch verraten fühlt und die Hasspropaganda gegen die AfD wohl auch ganz gut greift, weil die Lebenserfahrung fehlt.
Rinnert Siemssen
Möglicherweise ist der Bundeskanzler nach einer verheerenden Wahlniederlage in NRW, bei der die CDU noch 15 % erzielen könnte von der Bundespartei CDU nicht mehr haltbar, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Seniorenresidenzen könnten sich als treue Stammwähler erweisen.
Dem entgegen steht sein Vertrag mit BlackRock Capital, der ihn zum Durchhalten zwingen könnte. BlackRock Capital wird ihn nicht wegen seines überragenden IQ-Quotienten im Wahlkampf unterstützt haben.
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Es bleibt spannend!
Die Sehnsucht nach erfrischender Bepflanzung im Regierungs„Garten“ wächst. Der Herbst taucht die Natur in ein betörendes Farbspiel. Der parteienbunte Staat welkt, zersetzt sich selbst; seine einstige Größe fällt Blatt um Blatt!
Das rockt nicht!







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