Die niederländische Regierung wird am Montag die erste Phase ihres nationalen Energie-Krisenplans in Kraft setzen, das berichtet die Nachrichtenagentur ANP. Auch die EU-Spitze denkt nun über die anrollende Energie-Krise nach und empfiehlt mehr Homeoffice-Stunden.
IMAGO / ANP
Die Aktivierung der ersten Stufe signalisiert: Die Niederlande sind mit Turbulenzen am Kraftstoffmarkt konfrontiert, aber noch ohne unmittelbare Versorgungsengpässe. In dieser Phase werden die Energiemärkte engmaschig überwacht, während Regierung und Wirtschaft sich auf eine mögliche Verschärfung vorbereiten. Premierminister Rob Jetten kündigte am Freitag an, am Montag konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Bürger von steigenden Energiekosten vorzustellen.
Dazu gehören voraussichtlich Steuererleichterungen für Autobesitzer – etwa höhere Pendlerpauschalen und temporäre Entlastungen bei der Kfz-Steuer für Nutzfahrzeuge –, jedoch keine Senkung der ohnehin höchsten Kraftstoffsteuern in der EU. Medienberichten zufolge plant die Minderheitsregierung ein Paket im Umfang von einer Milliarde Euro, das auch zusätzliche Förderung für Haushalte, Gebäudedämmung und Nachhaltigkeitsmaßnahmen für Unternehmen umfasst.
Der Schritt der Niederlande erfolgt vor dem Hintergrund einer erneuten Energiepreis-Schockwelle, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten und durch die massiven Störungen auf wichtigen Ölhandelsrouten.
Ein verpflichtender Tag Homeoffice
Auch die Europäische Kommission reagiert mit einem Maßnahmenpaket, das bereits nächste Woche den Mitgliedstaaten vorgelegt werden soll. Wie ein der Financial Times vorliegendes Dokument zeigt, sollen Empfehlungen für „sofortige Entlastung“ bei hohen Energiepreisen greifen: Unternehmen sollen mindestens einen Pflichttag Homeoffice pro Woche einführen, wo möglich.
Der öffentliche Nahverkehr soll noch mehr subventioniert, die Mehrwertsteuer auf Wärmepumpen, Heizkessel und Solaranlagen gesenkt werden. Brüssel setzt zudem ehrgeizige, noch nicht bezifferte Ziele für die Elektrifizierung und will „soziale Leasing-Modelle“ für saubere Technologien wie Wärmepumpen, Elektroautos und kleine Batteriespeicher fördern. Die Vorschläge basieren auf den Erfahrungen der Russland-Krise seit 2022 und zielen auf geringeren Fossilverbrauch sowie eine schnellere Wende zu Erneuerbaren ab. In Brüssel wird jedoch betont, es handele sich um Empfehlungen, nicht um Vorschriften: „Wir managen nicht das Leben der Bürger, sondern geben Hilfestellung.“
Die aktuelle Krise weckt Erinnerungen an 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die europäische Energieversorgung erschütterte. Damals reagierten alle europäischen Regierungen und die EU mit einem Bündel an Maßnahmen. Die Europäische Kommission lancierte den REPowerEU-Plan, der den Ausstieg aus russischen fossilen Energieträgern bis 2027 vorsah, sowie den Umstieg auf erneuerbare Energien fördern sollte. EU-weit wurden verbindliche Gasspeicher-Füllstände von mindestens 80 Prozent (später 90 Prozent) eingeführt, eine koordinierte Gasnachfrage-Reduktion um 15 Prozent (freiwillig, bei Bedarf verpflichtend) sowie ein Markt-Korrektur-Mechanismus und eine Obergrenze für Gaspreise am TTF-Handelsplatz beschlossen. Zusätzlich kam eine temporäre Solidaritätsabgabe (Windfall-Profit-Steuer) auf Übergewinne von Energieunternehmen. Embargos auf russische Kohle, Öl und später Gasimporte komplettierten den Strategiewechsel. Gemeinsame Gaseinkäufe und Diversifikation zu LNG-Lieferanten aus den USA, Norwegen, Katar und Afrika folgten.

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Und wieder ein hübsches Stück Qualitätsjournalismus. Einerseits gibt es also „den Konflikt im Nahen Osten und [. ..] die massiven Störungen auf wichtigen Ölhandelsrouten“, andererseits aber natürlich „Russlands Angriff auf die Ukraine“, der dann auch noch dafür verantwortlich sein soll, dass sich die EU den Kauf russischer Energieträger selbst verbietet. Das ist ja beinahe schon Spiegel-Standard.
Darf man während der Homeoffice-Pflicht noch mit dem Hund Gassi gehen?
„Die Linken“ missbrauchen erneut eine „Krise“ erneut für ihre „Totalitären Phantasien“. Man will erneut die Bürger „einsperren“. Mich erinnert dies an ein „Freiluftgefängnis“ was da so von „Linken“ gewünscht ist.
Rußlands Angriff selbst auf die Ukraine hat aber gar nichts an der Energie geändert, erst die Gegenreaktion mit den Sanktionen hat die Krise ausgelöst und in eine neue Abhängigkeit zu den USA geführt. Vor den Sanktionen waren die Lieferungen in Länder der EU diversifizierter.
Stimmt nicht.
März/April 2022 – Russlands Angriff HAT sehr viel geändert.
Z.b. das:
https://www.telepolis.de/article/Gasnotstand-und-Panik-Putins-fieser-Plan-9570680.html?seite=all
Deutschen Versorgern, Stadtwerken, Industriebetrieben und Gaskraftwerken sollte der Gashahn abgedreht werden, mittels finanzieller Finten der Gazprom.
Dazu kommt das physisch reale Abdrehen des Gashahns an der Verdichterstation von NS1 in Russland.
Wo ist denn die Verdichterturbine jetzt, die auf dem Weg von der Überholung in Kanada in Deutschland festgehalten wurde?
Was ein Unsinn. Der Einsatz der in Kanada reparierten „Pumpe“ fiel den EU-/westlichen Sanktionen um Opfer. Folgte der Ideologie der „Nordstream-Sprengung“.
Sie sind sind ein ahnungsloser Narr.
Die Verdichterstation hat 6 Kompressoren die mit Gasturbinen angetrieben werden, + 2 weitere mit E-Motor Antrieb.
1 GT steht noch in Mülheim/Ruhr und durfte nach turnusmässiger Wartung nicht mehr in Russland einreisen.
Man kann aber mit den „restlichen“ 7 Kompressor-Units Vollast fahren, vorausgesetzt man will.
Die Fakten im telepolis-Artikel stimmen. Die FAZ hatte auch fortwährend berichtet, daß Gazprom die Gasspeicher nicht planmäßig auffüllt. Der Rest im Artikel ist reine Hollywood-Propaganda mit den furchtlosen Waräger-Recken, die den Herrscher des Duodez-Fürstentums DE über die finsteren Pläne des Zaren aufklären. Insoweit sind auch die Kommentare zum Artikel erhellend. – Ärgerlich seit Kaiser Wilhelm das Spielen der beleidigten Leberwurst. Der Deutsche hat einen Plan und ist beleidigt, wenn sein Gegenüber nicht mitspielt. Seit den 60igern hat die SU geräuschlos Gas an DE geliefert. Das lief mit erfahrenen älteren Herren von der Ruhrgas. Dann kamen Experten wie Schröder und Brudermüller… Mehr
SU und Russland sind nicht vergleichbar.
SU saturiertes Imperium, Russland revisionistisch aggressiv, will dort hin wo die SU schon war.
Die Kommentare auf Telepolis sind genauso bescheuert wie die von den afd-Clowns auf TE.
> Vor den Sanktionen waren die Lieferungen in Länder der EU diversifizierter.
>>> Daher meint Salvini, man muss mit dem Unfug enden. <<< Dabei natürlich die Banderas fallen lassen – kein Geld und keine Waffen schicken. Eigenes Überleben ist wichtiger.
Die Bürokraten wollen anderen immer sagen, wie sie ihr Leben zu leben haben! Den öffentlichen Nahverkehr stärken – klar!!! Diese Leute haben alle keine kleinen Kinder, mit denen das nicht geht: morgens von zu Hause zur Kita/Grundschule, Kind abgeben, dann zur Arbeit in die Nachbarstadt, dort 8 Stunden arbeiten + gesetzliche Pausen verbringen, dann wieder mit Öffentlichen zurück, das Kind abholen, dann zum einkaufen, Taschen schleppen, bis man heimkommt. Mit einem Auto geht das gerade so, ohne Auto – vergiss‘ es! Nicht zu vergessen: Die Gefahr am Bahnhof oder im Zug von einer Fachkraft abgestochen zu werden… Die sollen die… Mehr
Am besten, wir bleiben alle zu Hause. Gehen auch nicht mehr einkaufen oder außer Haus arbeiten. Sehr gute Idee: Dann bearbeitet der Bauer seine Felder vom Computer aus.
Richtig! Wenn schon, denn schon. Auch der Elektriker, Klempner, Kanalreiniger, Frisör etc. könnten dann ihr Recht auf Homeoffice einfordern. Er gibt dann dem Kunden von zu Hause aus Ratschläge und Anleitung.
„Die aktuelle Krise weckt Erinnerungen an 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die europäische Energieversorgung erschütterte.“
Die europäische Energieversorgung haben die Europäer schon ganz alleine erschüttert.
Also hab ich diesen Artikel-Eingang richtig verstanden:
Die EU(D-Land) sanktioniert den Energieimport aus Russland (wg.Ukraine) „auf null“ und beschwert sich nun, dass „die Russen“ kein Gas/Öl mehr liefern und die EU darum eine Energiekrise hat….
DAS ist Gaga-Land!
Nicht zu vergessen, daß Putin inzwischen mehrfach die Beschickung Deutschlands mit russischem Gas über die noch bestehende Nordstream-Leitung angeboten hat, was „Berlin“ selbstverständlich ablehnt. Dazu: Warum fragt eigentlich niemand nach Verbleib und forensischer Untersuchung des nicht explodierten Sprengsatzes von dieser Pipeline? Neben der Untersuchung der Reste dürfte dies eindeutig den „Täter“ belegen.
Homeofficepflicht einmal die Woche finde ich gut:
Altenpfleger bleiben einmal in der Woche zu Hause und pflegen die Alten am PC.
Ärzte und Krankenschwestern operieren und pflegen die Kranken von zu Hause.
Und die Feuerwehr löscht einmal die Woche den Brand über den PC.
Etc.
Geniale Idee!
Es frohlocken einige, dass das fossile Zeitalter aus ist. Das Problem dabei ist, wie immer, der organisierte Übergang. Selbst wenn man positiv annimmt, dass es vielleicht technisch klappen könnte, darf man die Unfähigkeit des Poltibetriebs nicht unterschätzen. Denn der Übergang wird NICHT klappen! Und bis dahin ist die Wirtschaft komplett ruiniert und China brilliert.
Fakt wird sein: Während die Grünen frohlocken, schaufeln sie für den Untergang einer nachhaltigen Wirtschaft ihr eigenes und unser aller Grab.
Die Frohlockenden sind ideologische Utopisten. Und solange noch richtiges Benzin für „Panzernde“ und „Bombende“ in diversen Teilen der Welt, sowie für jettende Regierungsdarsteller vorhanden ist, ist die bestehende Debatte nichts als organisierte Volksverdummung. Hat ja zuletzt ab 2020 schon mal wunderbar geklappt.