Hat Heidi Reichinnek endlich mal einen ihrer endlosen Kilometersätze zu Ende gehechelt, feiert jedes Mittelohr. Bei Hart aber Fair stets das gesamte Publikum. So weit, so bekannt. Seit gestern aber wird nicht nur geklatscht, sondern gejohlt und freudig gepfiffen. Heidi hat offenbar die eigene Fan-Brigade mitgebracht. Von Brunhilde Plog
Screenprint: ARD / Hart aber Fair
Das Publikum bei Hart aber Fair war schon immer links. Dafür sorgt Moderator Louis Klamroth. Vielleicht auch seine Freundin Luisa Neubauer. Böse Zungen munkeln, sie drohe ihm mit der Verbannung auf die Couch, wenn er nicht mindestens einmal pro Sendung Klimaschutz oder Reichensteuer sagt. Natürlich nur ein Gerücht, aber ganz objektiv betrachtet: Vieles spricht dafür.
So links aber wie heute Abend war das Publikum noch nie. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Sendung unter anderem von Joko Winterscheidt produziert wird, dessen Münchner Villa mit einer Tiefgarage samt Sportwagenfahrstuhl ausgestattet ist. Und nicht etwa mit einem Anschlussgleis für die Deutsche Bundesbahn und einem Klemmhalter für Lastenfahrradreifen.
Erstaunlich auch, dass Problempony-Heidi selbst einen Audi A8 fährt. Mit Verbrennungsmotor und ihrem Geburtstag als Wunschkennzeichen. Höchstgeschwindigkeit 250 km/h. Abgeregelt. Die Luxus-Limousine könnte noch mehr. Und, ach ja, Heidi legt ihre bedruckten Arme selbstverständlich auch nicht selbst ans Steuer, sie lässt sich standesgemäß chauffieren.
Bei Hart aber Fair aber konterkariert die Fraktionschefin der SED/Die Linke ihr eigenes Leben. Wie es für Salonsozialisten typisch ist, verkauft sie sich als Retterin der Armen und Geplagten, will sie innerdeutsche Flüge verbieten und singt sie ein Hohelied auf die Deutsche Bahn. Im Publikum sieht da niemand irgendeine Dissonanz. Egal, was Heidi sagt, der frenetische Applaus ist ihr sicher. Audi-Heidi ist bei den Jubelpersern ganz klar der Star des Abends.
Es geht um die jüngsten Beschlüsse, mit denen die Bundesregierung vorgibt, die Explosion der Benzinpreise eindämmen zu wollen. Heidi findet das alles selbstverständlich nicht ausreichend und versteht auch nicht, „dass man sich dafür so auf die Schulter klopft“. Matthias Miersch hingegen verteidigt die Regierung. Was soll er auch anderes tun, er ist schließlich Fraktionsvize der SPD. „Wenn ich etwas schnell machen will, dann muss ich ein gewisses Gießkannenprinzip in Kauf nehmen“, palavert er. Jede der geplanten Maßnahmen sei wie ein Mosaikstein, das Ganze nur ein Kompromiss, aber „auch das gehört zur Politik dazu“. Heidi krittelt: „Es ist ein Mosaikstein, aber ich sehe noch kein Mosaik.“ Applaus, Gejohle, Pfeifen. „Die, die es am meisten brauchen, die entlastet die Regierung damit nicht“, sagt sie. Applaus, Gejohle, Pfeifen.
Auch die CDU ist am Start. Charisma-Abstinenzler Ralph Brinkhaus wirbt so blutleer wie eh und je für ein bisschen mehr Verständnis. Die neuen Befugnisse für das Kartellamt seien schonmal „die entsprechenden Waffen“ im Kampf gegen die Mineralölkonzerne. Aber man könne auf die Schnelle aber leider, leider gar nicht genau definieren, welche Teile der Bevölkerung eigentlich welche Unterstützung brauchten, stöhnt er. „Wir sind nicht in der Lage zielgenau zu helfen“.
Gut, so wäre zumindest schonmal geklärt, was alles nicht geht. Und warum. Weil Menschen wie Miersch und Brinkhaus nicht nur in Talkshows sitzen, sondern auch Politik machen dürfen.
Klamroth will noch etwas Persönliches einbringen. Er zeigt, wie er jüngst auf einem Bauernhof war, um die ganze Problem-Chose zu erfassen: Trecker, Diesel, Kosten, alles. Das Filmchen wirkt wie ein gespielter Witz. Klamroth trifft Landwirtin Marie Hoffmann und fragt: „Wo sind wir hier?“. Sie antwortet: „In einer Kartoffelhalle.“ Er: „Kartoffelhalle heißt, da werden Kartoffeln gelagert?“ Sie: „Genau.“ Er: „Okay, krass!“ (Minute 16, unbedingt sehenswert!)
Auch Miersch und Brinkhaus zelebrieren die komplette Ahnungslosigkeit. Und garnieren sie damit, sich in gespielter Jovialität gegenseitig Honigfloskeln ums Maul zu schmieren. Wie die Regierung in Berlin, sind auch diese beiden Koalitionsvertreter bei Hart aber Fair nicht in der Lage, eine Idee zu entwickeln, wie man irgendwie irgendwem helfen könnte. Ja, schwierige Geschichte, das Ganze, darüber müsse man halt reden. Möglichst ausgiebig, dann werde man schon eine Lösung finden. Aber schnell, nein schnell geht da gar nichts, wo denken Sie denn hin!
Dass der Tankrabatt auf zwei Monate befristet ist – für Miersch gar kein Problem. Er hat auch dafür die passenden Parolen im Köcher: „Das ist ebend genau die Sache, und ich sitze hier als jemand, der Verantwortung trägt und will das auch wirklich sehr seriös sagen: Von uns kann niemand wirklich einschätzen, wo wir in zwei Monaten wirklich stehen. Deshalb fahren wir auch ganz bewusst auf Sicht.“
Und nein, die Baerbock-Memorabilie „ebend“ ist nicht das einzig Verstörende an diesen Sätzen. Miersch sagt immer ebend. Und inhaltlich meistens nichts.
Lang und breit kämpft der Studio-Stuhlkreis an diesem Abend mit den üblichen kuriosen Pseudo-Rettungsankern. Tempolimit, Übergewinnsteuer, noch mehr „erneuerbare“ Energien – so als ob damit die Preise an den Tankstellen gesenkt werden könnten. Dass der Staat vielleicht einfach einmal all die immensen Steuern reduzieren oder zumindest die Besteuerung der Atemluft streichen könnte, also all jene Zwangsabgaben, die den Preis des Kraftstoffs mehr als verdoppeln, auf diese Idee kommt an diesem Abend niemand.
Während Miersch und Brinkhaus die Elegie der Hilflosigkeit zelebrieren, kommt ein anderer Gast ganz gut auf den Punkt. Doch der erntet selbstverständlich keinen Applaus, schließlich ist er der Vertreter der „bösen“ Unternehmerkaste: Heiner Kamps, Bäckerei-Millionär (Kamps AG) und Ex-Nordsee-Chef, kritisiert die lausigen Ergebnisse der Sondersitzungen in der Villa Borsig: „ Wenn man sich für so ein Thema wirklich ein ganzes Wochenende zusammensetzt, mit Nachtschichten und allem Pipapo, dann macht mir das nicht sehr viel Hoffnung für die wirklichen Reformen, die wir machen müssen, um das Land wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Denn wir stecken ja wirklich im Matsch drin bis Oberkante. Wenn das schon ein Wochenende dauert, und das kommt dabei raus!“, sagt er fassungslos.
Auch die 1000 Euro als steuerfreier Bonus, die Arbeitgeber ihren Angestellten auszahlen sollen, kritisiert Kamps. Viele Betriebe seien dazu gar nicht in der Lage. Gerade der Mittelstand habe im Moment ganz andere Probleme. Klamroth lässt den Kanzler der zweiten Wahl einspielen. Merz sage doch, dass die Betriebe das Geld gar nicht auszahlen müssen, sondern nur dürfen, wenn sie können. „Warum schlägt man’s dann überhaupt vor?“, fragt Kamps. Das bringe nur Unmut und außerdem: „Der große Nutznießer ist doch der Staat.“
Kamps vermisst die Tatkraft der guten alten Zeit. Krisen und Kriege habe es immer gegeben, aber „es hat immer Regierungen gegeben, wo dann auch Führung war“. Er kritisiert den Stillstand bei der Infrastruktur, erzählt von Brücken, etwa in Düsseldorf, die seit zehn Jahren für LKW gesperrt seien. Schnellmerker Klamroth hakt sofort ein: „Das heißt aber ja, wenn man die Straßen, wenn man da sowieso nicht gut drauf fahren kann, dann schließe ich daraus, dann würde ein Tempolimit auch nicht so viel bringen, weil dann kann man eh nicht so schnell fahren.“
Er hat Tempolimit gesagt! Die Couch bleibt heute kalt.


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Auf Demokratie folgt Ochlokratie, anscheinend fast zwangsläufig und ziemlich überall.
Die Endstufe der Demokratie wurde 2006 verfilmt: Idiokratie.
Da haben die Macher die Zeichen der Zeit erkannt.
Zum Publikum bleibt nur eines zu deren Entlastung zu sagen. Welcher Student nimmt nicht gerne Geld für 2 Stunden rumsitzen und Gejohle auf Befehl?
Sag ich doch immer wieder, Geld regiert die Welt .
„ Merz sage doch, dass die Betriebe das Geld gar nicht auszahlen müssen, sondern nur dürfen, wenn sie können“
Erinnert mich an die Steigerung des (falschen) Marie-Antoinette-Zitats: Sie können doch Kuchen essen, aber sie müssen es nicht!
Sehe ich diese tätowierte Darstellerin an, fallen mir verschiedene Steigerungen von den Begriffen, dumm, vorlaut, gierig, unnütz, ein
Diese Tempolimit-Prediger, die sich sehr sehr wahrscheinlich noch nie selbst ein Auto erarbeitet haben. Und falls, dann ist es irgend ein überteuerter Elektro-„Trabbi“, den Mama u./o. Papa gesponsert haben, weil man noch im 14. Semester Sozialwissenschaften feststeckt.
Der pragmatische Genießer dagegen muss für seinen Luxus-A8 aber offenbar auch mal „Wein trinken“ und noch während dessen „Wasser predigen“ damit es mit dem Lifestyle klappt. Dafür ist Heidi zu pragmatisch, dass sie sich unnötig mit den Lastenrad-Fundis gemein macht.
Das Versagen der altvorderen Kommunisten kommt nun in weiblicher Gestalt daher und soll es richten, was anscheinend derzeit überall in den Parteien Mode ist und jung und alt antreten um die Leute zu begeistern, damit diese dann die Blauen wählen.
Frau Heidi :
Mit dem Mundwerk eines Maschinengewehrs, einer Intelligenzquote die weggerutscht ,wobei nicht klar ist ob da im Inneren des ,hoffentlich vorhandenen Gehirns ,eineEndlosplatte mit kaputtem Geschwindigkeisregulierer läuft ,bringt diese Frau nicht viel Substanz mit .
Quakig , AHDS verdächtig , substantiell eher am Null Vector angesiedelt kann bei stramm kommunistischer Gesinnung nur der bekannte Müll rauskommen den wir von den Gestalten der „ sozialistischen Internationale „ a la Honecker ,a la Mielke und Ulbricht kennen .
Geendet haben sie doch alle nicht eben rühmlich – oder ?
Neubauer-Klammroth, Hayali, Restle, Reschke, Slomka, Miosga, Böhmermann und Kebekus, der Bücherschredderer Scheck…. Ruf ruiniert, Leben ungeniert. Beweis für die Unreformierbarkeit des Ladens.
Bei der Neidi fällt mir immer der Hinweis aus der Gebrauchsanleitung ein:
„Vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten!“
Wie soll die das machen?
Für wen werden die Talk-Show-Rezensionen gemacht?
■ Für Leute, die die Shows gesehen und wissen, was sie gesehen haben?
■ Für Leute, die sie nicht gesehen haben, weil sie sie nicht sehen wollten?
Nein, man muss dankbar sein, dass sich die Rezensenten das antun und gewissenhaft darueber berichten, was 1,6 Millionen Zuschauer freiwillig konsummieren. Den Kopf in den Sand zu stecken und dann trotzdem mitreden zu wollen, hilft nicht!
Na ja, wer es wissen wollte, konnte selber gucken und sich ein eigenes Bild machen.
Stattdessen betreutes Denken?
Was in Deutschland los ist, sieht man doch an der politischen Führung. Mehr muss man doch nicht wissen.