Merz und Co. wollen Trump im Ukrainekrieg statt im Mullah-Krieg – Europa allein zuhaus‘

Was, fragte SPD-Pistorius, erwartet Trump von ein paar europäischen Fregatten, was die mächtige US-Navy nicht selbst könnte? Und Merz sagt Trump das Scheitern voraus. Schau'n wir mal, was kommt hinten raus (© Kohl).

Der böse Scherz ging schon in den 1970ern um. Die Evangelische Kirche sei eine andere Form der Mitgliedschaft in der SPD. Nun ist die Mitgliedschaft in einer Kirche nicht identisch mit dem religiösen Glauben der Mitglieder und Nichtmitglieder. Wie die Zahl der Kirchenmitglieder abnahm, spiegelt den Verlust der eigenen Rolle der Kirchen. Die vom Staat einkassierte Kirchensteuer erwies sich als Danaergeschenk.

Heute sind 23 Prozent Mitglieder der Katholischen und 20,8 der Evangelischen Kirche. 1953 waren es 43,9 und 49,4 Prozent. Grob gesprochen halbiert hat sich der Anteil der Kirchenmitglieder, bei der EKD auffallend mehr als der KK. Um 660.000 lag die Zahl der Austritte bei beiden zusammen sowohl 2024 wie 2025.

Parteien sind keine Kirchen und umgekehrt, obwohl sich die Katholische wie die Evangelische von den Parteien als „Klimakirche“ ebenso einsetzen lassen wie als Zeitgeist-Kirche insgesamt. 1990 gab es 2,4 Millionen Parteimitglieder, heute 1,3. Die Verwandschaft der Zahlen zeigt nicht mehr, aber auch nicht weniger als den Verlust der Bindungswirkungen der einst für die öffentliche Meinung bedeutsamer Einrichtungen. Die Massenmedien sind es heute. Ihre Rolle war nie die der Vierten Macht, heute nehmen sie die der Ersten Macht ein.

Im Oktober 2025 zeigte Friedrich Merz seiner Fraktion drei Kurven: Staatskonsum, private Investitionen, Wirtschaftsleistung. Und sprach: „Wenn diese Kurven weiter auseinanderdriften, muss man sagen: Diese Regierung ist gescheitert.“ Das ifo Institut, sagt Anna Nina, »hat die Zahlen aktualisiert. Staatskonsum: weiter rauf. Investitionen: weiter runter. ifo-Präsident Fuest: „Keine Trendwende in Sicht.“ Staatsquote bei 51,1 Prozent, jenseits der Schwelle, ab der Kohl den Sozialismus beginnen sah. 10.000 Industriejobs fallen monatlich weg, Stahl und Chemie verlagern geräuschlos dorthin, wo Strom nicht doppelt so viel kostet. Der Mann, der bei BlackRock das Siegen gelernt haben will, steht vor seinen eigenen Kurven wie ein Arzt, der die Diagnose kennt, aber das Skalpell nicht anfasst. Man könnte das Tragik nennen. Es ist Feigheit vor Lars Klingbeil und der abgewirtschafteten SPD.«

Dieses Jahr ist vom 18. bis 22. März erstmals „Tag der Demokratiegeschichte“, mit bundesweit an über 260 Orten und Institutionen in verschiedensten Formaten der Ereignisse und Persönlichkeiten. SPD-Bundespräsident Steinmeier schrieb, die heutige Bundesrepublik sei das Deutschland, von dem „Generationen geträumt“ hätten. Nationalstolz und Patriotismus dürfe man nicht den Extremisten überlassen. Souveräne Bürger, die „ihre demokratischen Traditionen mit Stolz pflegen und ihre Ideale selbstbewusst behaupten, sind ein starker Verfassungsschutz.“ – Herr Steinmeier, KI? 

Opportunismus-Barometer CSU-Söder will für die Rückkehr zur Kernkraft auch EU-Geld einsetzen: „Es ist gut, dass die EU neue Atomtechnologien fördert … Wir wollen Fördermittel abgreifen und uns bei der Erforschung der Technologie entscheidend beteiligen (Bild).“ – „Abgreifen“ bedeutet laut Duden: durch häufiges Anfassen abnutzen. Aha. – Söder: Bayern stelle bei der Magnetfusion allein für den Bau des Demo-Reaktors „Alpha“ bis zu 400 Millionen Euro bereit. – Söder kann bei Professor Thess erfahren, warum das hohle Luft ist.

Welches Glaubensbekenntnis der „Ethikrat“ zum Atomausstieg abgab, daran erinnert André Thess. Von Ethik keine Spur, von Moral auch nicht, sondern pure Propaganda im Dienste des Auftraggebers.

Die Grünen wollen den Zivilschutz zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern machen. „Die Zeitenwende in der zivilen Verteidigung steht vier Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs noch immer aus.“ Die Grünen seien außerdem für einen jährlichen bundesweiten Übungstag. – Wann kommt die vormilitärische Ausbildung?

Was, fragte SPD-Pistorius, erwartet Trump von ein paar europäischen Fregatten, was die mächtige US-Navy nicht selbst könnte?

— Siavash Safavi (@SedSia) March 16, 2026

CDU-Merz hat dazu beizutragen: »Das iranische Regime müsse durch eine demokratisch legitimierte Regierung ersetzt werden. „Aber das herbeizubomben, wird nach allen Erfahrungen, die wir auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen.“«

Dem Beobachter fiel wieder einmal auf, wie hilflos ÖRR-Leute in jeder Sekunde sind, wenn sie von Trump reden. Einen Hilferuf habe er an „die Europäer“ gerichtet, weil er nicht schaffe, die Straße von Hormuz alleine frei zu räumen. Selbstbewusst hätten ihm „die Europäer“ die kalte Schulter gezeigt. Da hat Pistorius schon recht, dafür hat Trump „die Europäer“ nicht nötig. Er hat auch nicht um Hilfe gerufen, sondern von den Staaten, die auch Öl aus dem persischen Golf wollen, verlangt mitzuwirken und „die Amis“ nicht wie gewohnt „die Drecksarbeit“ alleine machen zu lassen. Wer nicht mitmachte, würde das später büßen. Nach Hilferuf hört sich das für den Beobachter nicht an. Was Merz sagt, nachdem es anders kam, werden alle erleben.

Wozu Merz und Co. politisch nicht fähig sind – zum Angriff – , empfiehlt Unternehmer Theo Müller, Chef von Müller-Milch, seit mehr als 30 Jahren CSU‑Mitglied bei Bild: „Die CDU müsse sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden. Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen … Auf jeden Fall sollte die CDU bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken … Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand.“ – Das klappte recht sicher, aber die CDU fürchtet das, was dann in den üblichen Medien über sie hereinbräche, mehr als der Teufel das Weihwasser und die Kirchen den Kirschensteuer-Entzug (siehe oben).

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