Weitere 52.000 ukrainische Männer flüchteten in nur einem Jahr nach Deutschland - für die ukrainische Armee wären das 65 Bataillone zu je 800 Mann. Innenminister Alexander Dobrindt will diese Zuwanderung einbremsen: Die Ukraine müsse dafür Sorge tragen, „dass junge Männer nicht mehr in die EU auswandern können".
Nach aktuellen Auswertungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lebten zum Stichtag 9. März 2026 insgesamt 1.340.362 Menschen in Deutschland, die im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg eingereist sind. Darunter befinden sich 349.520 Männer und 500.393 Frauen im Alter zwischen 18 und 63 Jahren.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Männern, berichtet aktuell die „Welt“: Ein Jahr zuvor waren es noch 297.660 ukrainische Männer in dieser Altersgruppe gewesen. Innerhalb von nur zwölf Monaten nahm ihre Zahl somit um 52.000 Personen zu. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Frauen im entsprechenden Alter lediglich um etwa 24.000.
Anteil männlicher Flüchtlinge wächst deutlich
Auch Daten der Bundesagentur für Arbeit bestätigen diesen Trend. Betrachtet man die Altersgruppe von 15 bis 64 Jahren, liegt der Männeranteil unter den ukrainischen Schutzsuchenden inzwischen bei etwa 41 Prozent. Zum Vergleich: Im Mai 2022 lag dieser Anteil noch bei lediglich 26 Prozent.
Diese Entwicklung gilt als politisch besonders sensibel: Für viele ukrainische Staatsbürger im wehrpflichtigen Alter gelten seit Beginn der Generalmobilmachung Einschränkungen bei der Ausreise, ursprünglich betraf dies Männer zwischen 18 und 60 Jahren.
Allerdings hat die ukrainische Regierung die Regeln teilweise gelockert. Seit August dürfen beispielsweise junge Männer bis 22 Jahre das Land verlassen. Diese Möglichkeit wurde nach Angaben deutscher Behörden besonders ab dem Herbst verstärkt genutzt.
Auch aktuell kommen weiterhin männliche Flüchtlinge nach Deutschland. Allein im Februar 2026 registrierten die Bundesländer im zentralen System FREE 8.783 neu eingereiste ukrainische Schutzsuchende, darunter 4.392 Männer, wobei in dieser Zahl auch Minderjährige enthalten sind.
Kritik an Sozialleistungen wächst
Der steigende Anteil männlicher Flüchtlinge hat eine politische Debatte über Sozialleistungen und Integration ausgelöst. Kritiker argumentieren, dass insbesondere Männer im wehrfähigen Alter nicht dauerhaft vom deutschen Sozialstaat profitieren sollten.
Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Alexander Throm, erklärte, „wehrfähige junge Männer aus der Ukraine gehören nicht ins deutsche Sozialleistungssystem“. Andere europäische Staaten hätten ihre Unterstützungsleistungen bereits angepasst. Zudem fordert die Union eine gerechtere Verteilung der Ukraine-Flüchtlinge innerhalb Europas, um die Belastung einzelner Länder zu reduzieren.
Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte bereits Anfang des Jahres die Sorge, dass immer mehr junge Männer aus der Ukraine in die Europäische Union kommen. Die ukrainische Regierung müsse stärker dafür sorgen, dass diese Entwicklung begrenzt werde. Nach Angaben seines Ministeriums stehen deutsche Behörden dazu bereits in engem Austausch mit Kiew.
Autoverkauf vor Erhalt von Sozialleistungen?
Ende 2025 beschloss die Bundesregierung eine Gesetzesänderung, die künftig strengere Regeln für neu einreisende Ukrainer vorsieht. Wer nach Deutschland kommt, soll nicht mehr automatisch Bürgergeld erhalten, sondern wie andere Asylbewerber behandelt werden.
Das bedeutet unter anderem:Eine strengere Prüfung der Bedürftigkeit, ein deutlich reduziertes Schonvermögen von nur noch 200 Euro, sowie die Pflicht, zunächst eigene Mittel – etwa Fahrzeuge oder wertvolle Gegenstände – einzusetzen, bevor staatliche Leistungen gewährt werden. Der Bundestag muss dieser Regelung allerdings noch endgültig zustimmen.
Migrationsexperten bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahmen den Zustrom deutlich reduzieren werden. Der Konstanzer Asylrechtsexperte Daniel Thym hält die Änderungen für zu schwach: Seiner Einschätzung nach bleiben die Aufnahmebedingungen in Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin relativ attraktiv.
Kostenfrage rückt stärker in den Fokus
Parallel dazu wächst die Kritik an den finanziellen Belastungen für den Staat: Deutschland gewähre im europäischen Vergleich besonders umfangreiche Leistungen und schaffe dadurch zusätzliche Anreize.
AfD-Politiker sprechen deshalb von einem „Überangebot“ an Sozialleistungen für ukrainische Flüchtlinge. Angesichts steigender Haushaltsbelastungen fordern sie eine komplette Neubewertung der bisherigen Politik.

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1,34Millionen x Bürgergeld. Zuzüglich Summe X.
Ich kann mich vor Begeisterung gar nicht mehr einkriegen.
Zitat: „Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Männern, berichtet aktuell die „Welt“: Ein Jahr zuvor waren es noch 297.660 ukrainische Männer in dieser Altersgruppe gewesen. Innerhalb von nur zwölf Monaten nahm ihre Zahl somit um 52.000 Personen zu.“ > Meine -nicht zum ersten Mal geäußerte- Vermutung ist hier, dass diese Einreisezunahme nach Deutschland und in die EU von ukrainischen Männern vor allem mit der ukrainischen Aufhebung des Ausreiseverbots für ukrainische Männer zwischen 18 bis 22 Jahre zu tun haben wird. Mit dieser Aufhebung hat sich die ukrainische Regierung meiner Meinung selber ins Bein geschossen und einen großen Fehler begangen.… Mehr
Die Ukraine müsse dafür Sorge tragen, „dass junge Männer nicht mehr in die EU auswandern können“.?
Bin ich im falschem Film? Abweisen an der Grenze, keine neuen Zähne, kein Bürgergeld, kein Asyl Grund.
Warum bekommt jemand Bürgergeld, Krankenversicherung oder vergleichbare Leistungen, wenn er weder deutscher Staatsbürger ist noch je einen Cent Steuern oder Sozialabgeben hier bezahlt hat? So werden wir die Sozialsysteme und die Akzeptanz der Bevölkerung verlieren.